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Se non é vero, é bon pintado - Zur Instrumentalisierung der Illusionsmalerei im römischen Barock

Title: Se non é vero, é bon pintado - Zur Instrumentalisierung der Illusionsmalerei im römischen Barock

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Rollinger (Author)

Art - Painting
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Im italienischen Seicento – dem späten 17. Jahrhundert – wird in Rom im Auftrag der Kirche eine Kunstgattung neu erfunden, die – obgleich bereits seit der Antike bekannt – in dieser neuen Form ihresgleichen sucht. Der Illusionismus, der bislang stets als Spielerei mit Raumwahrnehmung, mathematischer Perspektivkonstruktion und technischen Fähigkeiten ein Schattendasein fristete, wird plötzlich zum Hauptelement des Bilderschmuckes in mehreren Kirchen, nicht nur in Rom, sondern auch in Wien – um nur ein Beispiel zu nennen. Diese Arbeit will sich mit den Hintergründen und Absichten dieser Zuwendung zum Illusionismus auseinandersetzen. Anhand zweier Beispiele – der Kirchen San’ Ignazio und Il Gesù – soll aufgezeigt werden, inwiefern sich diese ‚neuen’ Typen des Bilderschmuckes von der traditionellen Malweise innerhalb eines Kirchenraumes unterscheiden. Die Kernfrage erscheint dabei fast zu einfach: Warum setzte man Illusionsmalerei in diesen beiden Kirchenräumen ein? Wieso wollte man – musste man – die Fertigkeiten der beteiligten Künstler bis zur perfekten optischen Täuschung ausreizen? Handelte es sich nur darum, durch besondere Kunstfertigkeit aufzufallen, oder war es nicht vielmehr so, dass man besondere Bildinhalte vermitteln wollte, die man mit Hilfe der Illusionsmalerei besser verdeutlichen konnte? Hierbei wird auch die Rolle des Auftraggebers dieser beiden Kirchen zu betrachten sein: Die Societas Iesu, der Jesuitenorden. Die beiden Jesuitenkirchen gehörten zu den wichtigsten Gotteshäusern des Ordens, nicht nur in Rom, sondern überhaupt. Im zweiten Themenkomplex soll dargestellt werden, inwieweit sich die Ansprüche und Ziele der Jesuiten mit der Anwendung und Perfektionierung der Illusionsmalerei gegenseitig beeinflussen. In Il Gesù und San’ Ignazio – soviel sei schon gesagt – haben sich inhaltliche Absichten und illusionistische Malweise in einer Art miteinander verbunden, die an sich singulär, ja: revolutionär, ist. Wie genau dies von Statten ging, soll im Folgenden gezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Il Gesú

a. Bau

b. Beschreibung

c. Interpretation

4. San’ Ignazio

a. Bau

b. Beschreibung

c. Interpretation

5. Vision und Realität – Die Illusionsmalerei als Bedeutungsträger

6. Schlusswort – Die Instrumentalisierung der Illusionsmalerei

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und Absichten der Anwendung illusionistischer Malerei in den römischen Jesuitenkirchen Il Gesù und San’ Ignazio. Die Forschungsfrage widmet sich der Bedeutung dieser Kunstform als Mittel zur Vermittlung religiöser Inhalte und zur Demonstration des Machtanspruchs des Jesuitenordens.

  • Entwicklung des Illusionismus im römischen Barock
  • Analyse des Bildprogramms in Il Gesù
  • Untersuchung der Deckengestaltung von Andrea Pozzo in San’ Ignazio
  • Rolle der Societas Iesu als Auftraggeber
  • Funktion der Illusionsmalerei als Bedeutungsträger und Repräsentationsmittel

Auszug aus dem Buch

c. Interpretation

Bei dem Programm handelt es sich um eine künstlerische Auslegung des Wirkens Jesu –und mit ihm des Jesuitenordens. Erschaffen ex novo ist es sowohl freie Interpretation des oben erwähnten Paulus-Zitates, als auch die Darstellung dessen, auf das die Jesuiten hinarbeiten: Die Unterwerfung der Menschen unter die Gnade Gottes. Beim Erscheinen des Namens Jesu – sprich: der Societas Iesu – sinken die Herrscher der Welt, die Häupter von Kirche und Staat, wie von Paulus gefordert auf die Knie, während die Laster vertrieben und in die Tiefe geschleudert werden. Im Kontext der Darstellung der Heiligen Drei Könige verwandelt sich das Christusmonogramm gar zum biblischen Stern von Bethlehem, der nun die Menschen zur Erlösung führt.

Die besondere Bedeutung des Programms, wie auch seiner Darstellung, ergibt sich erst, wenn man die grenzüberschreitenden Figuren als quasi-real betrachtet. Es ergibt sich ein theologischer Grundriss der Deckenmalerei, der in dieser Form geradezu revolutionär war. Durch den Einsatz der illusionistischen Malweise wird eine Öffnung in der Decke vorgetäuscht, die den Blick in eine himmlische Sphäre freigibt. Die Decke wird somit zu einem Mittler zwischen irdischer Realität und metaphysischer Illusion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der kunsthistorischen Einordnung des Illusionismus im römischen Barock und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Absichten der Jesuiten.

2. Forschungsstand: Überblick über die bestehende Fachliteratur zu Andrea Pozzo sowie die Bedeutung der Forschungsergebnisse von Autoren wie David Ganz für die Interpretation der Deckenfresken.

3. Il Gesú: Analyse von Baugeschichte, Ausstattung und der theologischen Bedeutung des Langhausfreskos als Mittler zwischen irdischer und himmlischer Sphäre.

4. San’ Ignazio: Untersuchung des Bildprogramms, das Leben und Wirken des Heiligen Ignatius sowie die weltweite Missionstätigkeit des Ordens verherrlicht.

5. Vision und Realität – Die Illusionsmalerei als Bedeutungsträger: Vergleich der unterschiedlichen Ansätze der Illusionsmalerei in beiden Kirchen und ihre Funktion als Instrument zur Vermittlung geistiger Narrative.

6. Schlusswort – Die Instrumentalisierung der Illusionsmalerei: Zusammenfassende Betrachtung der Illusionsmalerei als politisches und spirituelles Machtinstrument des Jesuitenordens.

Schlüsselwörter

Barock, Illusionsmalerei, Rom, Jesuiten, Societas Iesu, Il Gesù, San’ Ignazio, Andrea Pozzo, Deckenmalerei, Ikonologie, Gegenreformation, Raumwahrnehmung, Transzendenz, Bildprogramm, Machtanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Instrumentalisierung der Illusionsmalerei in den römischen Jesuitenkirchen Il Gesù und San’ Ignazio im 17. Jahrhundert.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Kunstgeschichte des römischen Barocks, die programmatische Ausgestaltung von Kirchenräumen und die Selbstdarstellung des Jesuitenordens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum der Jesuitenorden diese extremen Formen der optischen Täuschung einsetzte und wie sie zur Vermittlung religiöser Ziele beitrugen.

Welche methodischen Ansätze werden angewandt?

Es erfolgt eine ikonologische Untersuchung der Bildprogramme in Verbindung mit einer Analyse der perspektivischen Konstruktionen und der räumlichen Wirkung der Fresken.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung und Interpretation der Deckenmalerei beider Kirchen sowie den Vergleich der angewandten illusionistischen Techniken.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Barock, Illusionsmalerei, Jesuiten, Andrea Pozzo, Ikonologie und Raumwahrnehmung.

Welche Rolle spielt Andrea Pozzo in diesem Zusammenhang?

Andrea Pozzo wird als maßgeblicher Künstler hervorgehoben, der die Illusionstechnik in San’ Ignazio zu ihrem Höhepunkt führte und zugleich selbst Jesuit war.

Inwiefern unterscheiden sich die beiden Kirchen in ihrer Herangehensweise?

Während Il Gesù bewusst Irritationsmomente einsetzt, setzt San’ Ignazio auf eine überwältigende, großflächige visionäre Wirkung, die den gesamten oberen Kirchenraum einbezieht.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Instrumentalisierung"?

Die Illusionsmalerei dient nicht nur der ästhetischen Dekoration, sondern fungiert als doppelt instrumentalisiertes Medium zur spirituellen und repräsentativen Machtdemonstration des Ordens.

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Details

Title
Se non é vero, é bon pintado - Zur Instrumentalisierung der Illusionsmalerei im römischen Barock
College
University of Trier  (Fachbereich III)
Course
Die Erfindung des Raumes in der Malerei
Grade
1,0
Author
Christian Rollinger (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V78108
ISBN (eBook)
9783638829823
ISBN (Book)
9783638832052
Language
German
Tags
Instrumentalisierung Illusionsmalerei Barock Erfindung Raumes Malerei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Rollinger (Author), 2007, Se non é vero, é bon pintado - Zur Instrumentalisierung der Illusionsmalerei im römischen Barock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78108
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