Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befinden sich die Märkte weltweit im Wandel. Der
sich verschärfende Wettbewerb durch die Globalisierung, gestiegene Anforderungen
der Kunden und wegfallende Handelsbarrieren führen bei vielen Unternehmen zu einem
Kostendruck, der es notwendiger denn je macht, sich mit der Frage der richtigen
Standortstruktur auseinanderzusetzen. Die Bedeutung einer nationenübergreifenden
Fertigung wurde inzwischen von vielen Betrieben erkannt und umgesetzt, um auch in
Zukunft wettbewerbsfähig bleiben zu können [KLAU03, S. 9-15].
Im Mittelpunkt der folgenden Betrachtungen sollen diejenigen Entscheidungsmotive
stehen, von denen sich Unternehmen bei der Planung und Auswahl von internationalen
Produktionsstandorten leiten lassen. Im zweiten Teil der Arbeit werden die Ausführungen
anhand eines Fallbeispiels aus der Automobilbranche ergänzt und veranschaulicht
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Transportströme
2.2 Produktionsstandort
2.3 Standortfaktoren
3 Generelle Motive für räumlich verteilte Produktionsstandorte
3.1 Ökonomische Gründe
3.2 Beschaffungsorientierte Gründe
3.3 Absatzorientierte Gründe
3.4 Regulative Gründe
3.5 Logistische Gründe
4 Studie: Motive für den Aufbau von Produktionsstandorten im Ausland
5 Fallbeispiel: Produktion der BMW 3er- Reihe in Shenyang
5.1 Übersicht über die Transportströme
5.2 Gründe für die international verteilten Produktionsstandorte
5.2.1 Produktion in China
5.2.2 Teile und Komponenten aus Deutschland
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Identifikation und Analyse zentraler Entscheidungsmotive, die Unternehmen bei der Wahl international verteilter Produktionsstandorte leiten. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, welche ökonomischen, absatzorientierten und logistischen Faktoren den Aufbau ausländischer Fertigungsstätten beeinflussen und wie diese anhand eines konkreten Fallbeispiels aus der Automobilindustrie veranschaulicht werden können.
- Grundlagen zu Transportströmen und Standortfaktoren
- Ökonomische und regulative Motive für globale Standortentscheidungen
- Beschaffungs- und absatzorientierte Strategien bei der Internationalisierung
- Empirische Einblicke durch aktuelle Studien zur Auslandsproduktion
- Detaillierte Fallstudie zur BMW-Produktion in Shenyang
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Produktion in China
Dominierendes Motiv für den Standort Shenyang ist die Öffnung und Erschließung des asiatischen Marktes durch die lokale Produktion. BMW verfolgt eine Strategie nach dem Grundsatz: „Die Produktion folgt dem Markt“ und erhofft sich vom chinesischen Markt, der nicht nur das weltweit größte Wachstumspotential hat, sondern auch der am schnellsten wachsende Automobilmarkt ist, rapide ansteigende Verkaufszahlen [SHEN04, S. 19]. Hinzu kommt, dass BMW in China ein hervorragendes Image als Anbieter von Premium- Automobilen genießt. Die Marke gilt bei der jungen, aufstrebenden Generation als Statussymbol des Erfolges und Ausdruck von Unabhängigkeit, Individualität und Fortschritt. Ziel ist es, das Markenbewusstsein und die Beliebtheit der BMW Automobile durch die unmittelbare Präsenz vor Ort noch weiter auszubauen [GESC03, S. 21; SHEN04, S. 19].
Ein weiterer Grund für die Standortentscheidung sind die übermäßig hohen Einfuhrzölle und Luxussteuern, die vom chinesischen Staat auf Importe erhoben werden, so dass die Preise der eingeführte Fahrzeuge bis zu 40 % über dem europäischen Niveau liegen konnten. Durch die Errichtung des lokalen Produktionswerkes umgeht man diese Handelshindernisse nun und kann die Produkte zu einem, im Vergleich zur einheimischen Automobilindustrie, deutlich wettbewerbsfähigerem Preis anbieten.
Ein wichtiger Aspekt war auch, dass in der Region gut ausgebildete und sehr lernbegierige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen: viele der meist jungen Mitarbeiter die in Shenyang beschäftigt sind, kommen von der Toyota Schule, die der japanische Autohersteller unterhält, und sorgen zusammen mit einem deutschen Team von Experten durch ihre hohe Motivation und die selbstverständliche Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten für eine leistungsfähige Produktion [SHEN04, S. 28].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den durch Globalisierung und Kundenanforderungen gestiegenen Kostendruck, der Unternehmen zu einer strategischen Planung internationaler Standortstrukturen zwingt.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Transportströme, Produktionsstandorte und standortspezifische Einflussfaktoren für den weiteren Verlauf der Arbeit definiert.
3 Generelle Motive für räumlich verteilte Produktionsstandorte: Hier werden die wesentlichen Beweggründe wie Kosteneffizienz, Marktzugang, regulative Anforderungen und logistische Vorteile für die Internationalisierung der Produktion systematisch dargelegt.
4 Studie: Motive für den Aufbau von Produktionsstandorten im Ausland: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer Fraunhofer-Umfrage, welche die wichtigsten Faktoren für Investitionen in ausländische Produktionsstandorte empirisch unterstreicht.
5 Fallbeispiel: Produktion der BMW 3er- Reihe in Shenyang: Anhand von BMW wird die praktische Umsetzung internationaler Standortentscheidungen, insbesondere die Bedeutung lokaler Marktpräsenz und effizienter Logistikketten, detailliert aufgezeigt.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass neben klassischen Kostenaspekten zunehmend strategische Marktzugangsentscheidungen an Bedeutung gewinnen und jede Standortwahl einer sorgfältigen Analyse bedarf.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Transportströme, Produktionsstandort, Standortfaktoren, Automobilindustrie, BMW, Shenyang, Markterschließung, Lohnkosten, Handelsbarrieren, Logistik, Wettbewerbsfähigkeit, Internationalisierung, Lieferkette, Fertigungsstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den strategischen Entscheidungsprozessen von Unternehmen bei der Wahl internationaler Produktionsstandorte im Kontext der globalen Logistik.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Standortmotiven, die Bedeutung von Transportströmen sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte in der Automobilbranche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Motive für die räumliche Verteilung von Produktionsstandorten aufzuzeigen und deren Relevanz anhand einer Fallstudie zu validieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Studien und einer konkreten Fallbeispielanalyse.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt theoretische Standortmotive (ökonomisch, regulativ, logistisch), eine statistische Untersuchung von Motivlagen sowie eine detaillierte BMW-Fallstudie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Produktionsstandort, Markterschließung, Logistikketten und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Warum ist das BMW-Werk in Shenyang ein zentrales Beispiel der Arbeit?
Shenyang dient als Fallbeispiel, um die Strategie „Die Produktion folgt dem Markt“ und den Umgang mit hohen Einfuhrzöllen in China konkret zu illustrieren.
Welche Rolle spielen Arbeitskosten im Vergleich zu anderen Faktoren?
Arbeitskosten sind ein wesentlicher Faktor, jedoch betont die Arbeit, dass sie im Kontext von Produktivität und Marktnähe betrachtet werden müssen.
Was schlussfolgert der Autor über die Zukunftsfähigkeit der Standortplanung?
Der Autor betont, dass aufgrund der Risiken unwirtschaftlicher Entscheidungen eine langfristige Abstimmung der Standortwahl mit der Unternehmensstrategie unerlässlich ist.
- Quote paper
- Bastian S. (Author), 2005, Übersicht der Transportströme für eine ausgewählte Produktgruppe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78167