Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen kurzen Einblick in die Welt der fundamentalistischen Christen zu geben. Ich werde anhand eines Beispiels der anti-katholischen Missionierung durch fundamentalistische Christen hier in Deutschland die Bedeutung einen der zentralen protestantischen Glaubensgrundsätze, nämlich die „sola scriptura“, für solche Handlungsweisen untersuchen.
Das wissenschaftliche Ziel ist es herauszuarbeiten, inwieweit die protestantische These sola scriptura aus biblischer Sicht einen für das Christentum brauchbaren Glaubensgrundsatz darstellt.
Die praktische Bedeutung liegt darin, nach dem dritten Traktat der Fundamentaltheologie, eine demonstratio catholica vs. eine „demonstratio reformata“ zu präsentieren sowie römischkatholische Hermeneutik vs. christlich fundamentalistische Hermeneutik. Dies kann gegebenenfalls auch anderen helfen, die „Sünde“ einer unchristlichen konfessionellen Haltung zu vermeiden.
Ich möchte auch noch erwähnen, dass ich leider nicht annähernd alle anti-katholischen „Delikte“, die im Rahmen des Beispiels erkennbar werden, in dieser Kursarbeit diskutieren kann, da das Thema sonst zu unübersichtlich werden würde. Daher ist meine Auswahl der Einzelpunkte als überaus subjektiv zu betrachten und falls man hier einige Detaillierungen der Thematik vermissen sollte, habe ich sie nicht aus persönlicher Vorliebe weggelassen, sondern nur, weil der Inhalt obendrein zu umfangreich geworden wäre.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Wer und was sind evangelikale Christen?
1.1. Der Unterschied zwischen evangelikalen (evangelischen) und fundamentalistischen Christen
2. Das Verhältnis zwischen fundamentalistischen Christen und Katholiken
2.1. Vorgeschichte
2.2. Die Situation heute
2.3. Ein typisch anti-katholischer Internet-Auftritt
2.4. Eine kurze Analyse
3. Sind Katholiken Christen?
4. Der Katholizismus - eine heidnische, römische Erfindung?
5. Sola Scriptura
5.1. Sola scriptura als theologisches Legitimationsprinzip
5.2. Die Bibel, Hauptwerkzeug der evangelikalen Proselytenmacher
5.3. Ist sola scriptura biblisch?
5.4. Ist sola scriptura für das Christentum ein brauchbarer Glaubensgrundsatz?
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das missionarische Handeln fundamentalistischer evangelikaler Christen gegenüber der römisch-katholischen Kirche. Dabei wird insbesondere der Glaubensgrundsatz „sola scriptura“ analysiert, um aufzuzeigen, wie dieser zur Abwertung und Diskreditierung katholischer Lehren und Praktiken instrumentalisert wird.
- Analyse der Unterschiede zwischen evangelikalen und fundamentalistischen Christen.
- Untersuchung der historischen und aktuellen anti-katholischen Rhetorik.
- Kritische Beleuchtung des Prinzips „sola scriptura“ als Legitimationsbasis für Proselytismus.
- Gegenüberstellung von katholischer und fundamentalistischer Hermeneutik.
- Reflektion über die Rolle von Tradition und Magisterium in der Kirche.
Auszug aus dem Buch
3. Sind Katholiken Christen?
Wenn man einem Katholiken diese Fragen stellt, ist nicht selten die Antwort „Wie bitte?“ oder „wie meinen Sie das?“ Ein klares und definitives „Selbstverständlich“ ist trotzdem eher selten.
Dennoch ist die Überschrift dieses Abschnitts nicht aus der Luft gegriffen; sie spiegelt die grundsätzliche Frage in dieser Sache. Es gibt tatsächlich christliche Gruppen, die allen Ernstes behaupten, dass katholische Christen gar keine Christen sind.
Wir sollen in dieser Angelegenheit aber von vorne weg zwei Punke aus katholischer Sicht betrachten. Erstens, obwohl die katholische Kirche eine Vielzahl von theologischen Differenzen mit anderen religiösen Körperschaften hat, ist sie äußerst zurückhaltend in der Ablehnung des Christ Seins anderer, solange bestimmte Vorrausetzungen gegeben sind z.B. Dreifaltigkeitsglaube und die Wasser-Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (vgl. Mt 28,19 und UR 3).
Der Grund für diese Zurückhaltung ist in diesem zweiten Punkt enthalten: In der Darstellung und Vermittlung des katholischen und apostolischen Glaubens stellt sich die Kirche Christi nicht in theologischen Kontrast zu anderen christlichen Gemeinschaften (vgl. UR 3.9.11.24). Sie greift nicht zu dem Mittel der Diatribe; geschweige denn der Proselytenmacherei.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor schildert seinen persönlichen Werdegang vom „bibeltreuen“ Christen zum römisch-katholischen Glauben und legt das Ziel der Arbeit dar.
1. Wer und was sind evangelikale Christen?: Dieses Kapitel definiert evangelikale Christen und unterscheidet sie von anderen protestantischen Strömungen sowie insbesondere von christlichen Fundamentalisten.
2. Das Verhältnis zwischen fundamentalistischen Christen und Katholiken: Es wird die historische Vorgeschichte und die gegenwärtige Situation der anti-katholischen Missionierung analysiert, belegt durch ein konkretes Beispiel aus dem Internet.
3. Sind Katholiken Christen?: Die Frage nach der christlichen Identität von Katholiken aus fundamentalistischer und katholischer Sicht wird erörtert.
4. Der Katholizismus - eine heidnische, römische Erfindung?: Der Autor widerlegt die Behauptung, dass katholische Bräuche heidnischen Ursprungs seien, und kritisiert die verwendete methodische Vorgehensweise.
5. Sola Scriptura: Dieses zentrale Kapitel analysiert das protestantische Prinzip der Alleinherrschaft der Schrift und diskutiert dessen biblische Grundlage sowie die Eignung als allgemeiner Glaubensgrundsatz.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit des kirchlichen Magisteriums zur Gewissheit in Glaubensfragen.
Schlüsselwörter
Fundamentalismus, Sola Scriptura, Evangelikale, Römisch-katholische Kirche, Proselytismus, Hermeneutik, Konfession, Bibeltreue, Tradition, Ökumene, Dogmatik, Magisterium, christliche Identität, Reformation, Missionierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der anti-katholischen Missionierung durch fundamentalistische evangelikale Christen und hinterfragt deren theologisches Fundament.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Unterschied zwischen evangelikalen und fundamentalistischen Strömungen, die Bedeutung des Prinzips „sola scriptura“ sowie das Verhältnis zwischen Schrift, Tradition und kirchlichem Lehramt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Einblick in die Welt der fundamentalistischen Christen zu geben und aufzuzeigen, wie das Prinzip „sola scriptura“ zur Diskreditierung der katholischen Kirche genutzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wendet eine fundamentaltheologische Analyse an, die biblische Exegese sowie die kritische Auseinandersetzung mit historisch-theologischen Behauptungen umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische anti-katholische Argumentationsmuster, die Rolle der Bibel als „Alleinautorität“ und die historische Entwicklung sowie die Folgen des sola-scriptura-Prinzips.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Fundamentalismus, Sola Scriptura, Proselytismus, Bibeltreue, katholische Identität und kirchliches Magisterium.
Wie bewertet der Autor die anti-katholischen Vorwürfe?
Der Autor bewertet diese Vorwürfe größtenteils als Resultat von Unwissenheit und einer fehlerhaften hermeneutischen Methode, die historische Zusammenhänge verzerrt darstellt.
Warum wird die These „sola scriptura“ vom Autor kritisiert?
Der Autor kritisiert das Prinzip, da es seiner Ansicht nach in der Praxis zu einer unermesslichen Zersplitterung des Protestantismus führt, da jede Gruppierung die Schrift für sich beansprucht.
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- Robert Fazzio (Author), 2006, Anti-katholisches missionarisches Handeln fundamentalistischer evangelikaler Christen. Eine katholische Antwort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78292