Die Autoren beschreiben mittels dieser qualitativen Einzelfallanalyse die Entlassungssituation einer invasiv beatmeten COPD – Patientin vom Krankenhaus in die Kurzzeitpflege und anschließend in die Häuslichkeit, auf Grundlage des Expertenstandards Entlassungsmanagement 2004. Zugrunde gelegt wird, dass in Deutschland schätzungsweise 3 bis 5 Millionen, in den USA etwa 16 Millionen und weltweit etwa 600 Millionen Menschen an einer COPD erkrankt sind. Somit kann von einem globalen Problem gesprochen werden. Als geeigneter Forschungsansatz wurde die qualitative Forschung gewählt, um den subjektiven Erfahrungen der Betroffenen Rechnung zu tragen. Aus den geschilderten Situationen der Beteiligten - Stationsschwester des Krankenhauses, Pflegedienstleiterin der Kurzzeitpflege, Angehörige, Patient - konnten entstandene Probleme und Unregelmäßigkeiten abgeleitet werden und Lösungsvorschläge gegeben werden. Als Konsequenz für das Pflegemanagement sollten Konzepte bei der Entlassung speziell von COPD – Patienten in die Häuslichkeit entwickelt werden, welche sich an den Expertenstandard Entlassungsmanagement anlehnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
2.1.1 Definitionen
2.1.2 Epidemiologie
2.1.3 Schweregradeinteilung der COPD
2.1.4 Therapieziele
2.2 Entlassungsmanagement in der Pflege
3. Literaturrecherche
4. Forschungsstand
5. Material und Methoden
5.1 Falldefinition
5.2 Einzelfallanalyse
5.2.1 Grundgedanke
5.2.2 Vorgehensweise der Einzelfallanalyse
5.3 Semistrukturiertes Interview
5.4 Leitfadenerstellung - Fragebogen/Fragekatalog
5.5 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
5.5.1 Erste qualitative Technik: Zusammenfassung
5.5.2 Zweite qualitative Technik: Explikation (Kontextanalyse)
5.5.3 Dritte qualitative Technik: Strukturierung
5.5.4 Gütekriterien der Inhaltsanalyse
6. Interpretation der Interviewergebnisse nach Kategorienbildung
6.1 Erfassung des Pflegebedarfs
6.2 Einbeziehung der Angehörigen in die Pflege
6.3 Schulung und Beratung
6.4 Individuelle Planung der Entlassung
6.5 Der Prozess der Entlassung
6.6 Subjektives Empfinden der Entlassung
7. Diskussion und kritische Bewertung
7.1 Diskussion der Ergebnisse
7.1.1 Ergebnisse der Kategorie – „Erfassung des Pflegebedarfs“
7.1.2 Ergebnisse der Kategorie – „Einbeziehung der Angehörigen in die Pflege“
7.1.3 Ergebnisse der Kategorie – „Schulung und Beratung“
7.1.4 Ergebnisse der Kategorien – „Individuelle Planung der Entlassung“ und „Prozess der Entlassung“
7.1.5 Ergebnisse der Kategorie – „Subjektives Empfinden“
7.2 Kritische Bewertung
7.3 Fazit
8. Ausblick
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Entlassungsprozess einer invasiv beatmeten COPD-Patientin vom Krankenhaus über eine Kurzzeitpflegeeinrichtung bis hin zur häuslichen Versorgung. Das primäre Ziel besteht darin, die unterschiedlichen Sichtweisen der Beteiligten – Patientin, Angehörige, Krankenhauspersonal und Pflegedienstleitung der Kurzzeitpflege – darzustellen und zu analysieren, inwieweit der Expertenstandard Entlassungsmanagement in der Praxis umgesetzt wird.
- Analyse der Entlassungssituation bei invasiv beatmeten COPD-Patienten
- Evaluation des Expertenstandards Entlassungsmanagement in der pflegerischen Praxis
- Erfassung der subjektiven Erfahrungen von Patienten und Angehörigen
- Untersuchung der Kontinuität der pflegerischen Versorgung während des Entlassungsprozesses
- Identifikation von Barrieren und Unterstützungsbedarfen bei der häuslichen Beatmungspflege
Auszug aus dem Buch
6.2 Einbeziehung der Angehörigen in die Pflege
Sowohl im Krankenhaus als auch in der Kurzzeitpflege wurde versucht die Angehörigen, nach ihren Möglichkeiten und ihrer psychischen Belastbarkeit, in die Pflege mit einzubeziehen.
„Unbedingt. Soweit wies möglich. Gerade bei diesen Patienten, wo dann eine Entlassung ansteht, werden die unbedingt mit einbezogen (…). (1/2). „Den meisten fällt es sehr schwer ähm – sich dieser Situation anzupassen ähm – wir können die Angehörigen natürlich auch ähm - nicht überfördern.“ (2/19).
Die Angehörigen der Patientin kamen regelmäßig zu Besuch, aber die Pflege übernahm ausschließlich das qualifizierte Pflegepersonal. „Aber wirklich gepflegt hat mich meine Familie nicht. Wie gesagt – das haben die Schwestern übernommen (…).“ (4/33).
Die Angehörigen hatten Angst in die Pflege mit einbezogen zu werden und die Verantwortung zu übernehmen. Des Weiteren bestand aus beruflichen und ortsbedingten Gründen nicht die Möglichkeit, die Patientin täglich zu besuchen. „Aber ich glaub da war sie bei den Schwestern und Ärzten, was die Pflege betrifft, wirklich besser aufgehoben.“ (3/26).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinische und volkswirtschaftliche Relevanz der COPD sowie die wachsende Bedeutung eines strukturierten Entlassungsmanagements für invasiv beatmete Patienten.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert die Krankheitsbilder COPD, chronische Bronchitis und Lungenemphysem, erläutert Therapieziele und stellt die theoretischen Anforderungen des Expertenstandards Entlassungsmanagement dar.
3. Literaturrecherche: Hier wird der Stand der aktuellen Forschung dargelegt, wobei auf die Schwierigkeit hingewiesen wird, spezifische Studien zum Entlassungsmanagement bei beatmeten COPD-Patienten zu finden.
4. Forschungsstand: Das Kapitel betrachtet die historische Entwicklung der DRGs und die internationale sowie nationale Forschungslage zur Patientenüberleitung und Entlassungsplanung.
5. Material und Methoden: Die Arbeit nutzt den Ansatz der qualitativen Einzelfallanalyse mittels semistrukturierter Interviews und Inhaltsanalyse nach Mayring, um die Sichtweisen der Akteure zu erfassen.
6. Interpretation der Interviewergebnisse nach Kategorienbildung: Die Ergebnisse werden in sechs Kategorien unterteilt, die den Prozess von der Aufnahme über die Pflegeplanung bis hin zum subjektiven Empfinden abbilden.
7. Diskussion und kritische Bewertung: Dieses Kapitel vergleicht die erhobenen Daten mit dem Expertenstandard Entlassungsmanagement und reflektiert methodische Stärken sowie Schwächen der durchgeführten Studie.
8. Ausblick: Der Ausblick empfiehlt kurz- und langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der pflegerischen Kommunikation und plädiert für die Implementierung von Case-Management.
Schlüsselwörter
COPD, Entlassungsmanagement, invasive Beatmung, Kurzzeitpflege, Pflegeüberleitung, Expertenstandard, qualitative Einzelfallanalyse, Patientenversorgung, Angehörigenbeteiligung, pflegerische Beratung, Lebensqualität, Heimbeatmung, Beatmungspflege, Pflegebedarfsermittlung, Versorgungskontinuität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit befasst sich mit dem Entlassungsmanagement einer invasiv beatmeten COPD-Patientin und untersucht, wie die Überleitung vom Krankenhaus in die Kurzzeitpflege und nach Hause abläuft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die pflegerische Entlassungsplanung, die Anwendung des Expertenstandards Entlassungsmanagement, die Beatmungspflege zu Hause sowie die subjektiven Erfahrungen der beteiligten Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen der an der Entlassung beteiligten Personen (Patientin, Angehörige, Pflegepersonal) zu erfassen und zu analysieren, wie diese den Prozess und die Kontinuität der Versorgung empfunden haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, bestehend aus vier semistrukturierten Interviews, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise und die Interpretation der Interviewergebnisse anhand spezifischer Kategorien wie Pflegebedarf, Angehörigenarbeit und Entlassungsprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie COPD, Entlassungsmanagement, invasive Beatmung, Pflegeüberleitung und Expertenstandard definieren.
Warum war das Interview mit der Patientin besonders anspruchsvoll?
Aufgrund der invasiven Beatmung und der daraus resultierenden Atemnot sowie Sprechbeeinträchtigungen war die Durchführung des Interviews für die Patientin körperlich sehr anstrengend.
Welche Rolle spielt die Angehörigenberatung in der Studie?
Die Ergebnisse zeigen, dass Angehörige zwar in den Prozess einbezogen werden, jedoch häufig durch die Komplexität der medizinischen Technik und die enorme Verantwortung überfordert sind, was ihren Wunsch nach professioneller Entlastung verdeutlicht.
Wie bewerten die Autoren die Rolle des Expertenstandards in der Praxis?
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Expertenstandard in den untersuchten Einrichtungen nur ansatzweise umgesetzt wird und oft zu theoretisch bleibt, weshalb eine Anpassung an die jeweilige Stationsrealität notwendig ist.
- Citar trabajo
- Annika Mewitz (Autor), Elvira Knaute (Autor), Sandra Hennig (Autor), Nadja Berger (Autor), 2007, Entlassungsmanagement einer invasiv beatmeten COPD-Patientin, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78862