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Der Einsatz von Cat-Bonds im Versicherungsunternehmen

Title: Der Einsatz von Cat-Bonds im Versicherungsunternehmen

Diploma Thesis , 2006 , 67 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sebastian Bauch (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Die Geschichte des Kapitalmarkts ist auch die Geschichte der Lösung dringender gesellschaftlicher Probleme. Lag der primäre Fokus bis in das 20. Jahrhundert vor allem auf der Finanzierung von Unternehmungen, so wurden im letzten Jahrhundert von Marktteilnehmern zunehmend innovative Kapitalmarktprodukte wie Optionen, Futures, Asset-Backed Securities, Zertifikate und Insurance-Linked Securities (ILS) zum Austausch komplexer Zahlungsströme und Risiken entwickelt. Insurance-Linked Securities stellen dabei eine direkte Verbindung zwischen dem Kapitalmarkt und dem Versicherungsmarkt her, da der Zahlungsstrom dieser Instrumente, die am Kapitalmarkt gehandelt werden, vom Eintritt vertraglich definierter Versicherungsschäden abhängt. Als Catastrophe Bonds (Cat-Bonds) werden in Literatur und Praxis diejenigen Insurance-Linked Securities bezeichnet, welche das Risiko von Großschadenereignissen mithilfe einer Anleihe absichern. Das versicherungstechnische Risiko wird bei Cat-Bonds auf eine Vielzahl von Investoren auf dem ungleich größeren Kapitalmarkt verteilt, wodurch auch eine ungewöhnlich starke Kumulation von Schadenzahlungen nicht zum Ausfall von Versicherungsunternehmen und -leistung führen sollte. Diese Einschätzungen sollen in dieser Arbeit kritisch untersucht werden. Dabei sollen vor allem die möglichen Ausgestaltungsmerkmale des Cat-Bonds sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug zur traditionellen Rückversicherung betrachtet werden. Ob der Einsatz von Cat-Bonds im Versicherungsunternehmen gegenüber der traditionellen Rückversicherung einen Vorteil bietet, soll mithilfe eines realitätsnahen Modells und einer Monte Carlo Simulation in Abschnitt 6 untersucht werden. Zuvor wird in Abschnitt 2 ein Überblick über Theorien der Bewertung und des Transfers von Risiko sowie in Abschnitt 3 über die Versicherbarkeit von Naturkatastrophen gegeben. Nachdem Abschnitt 4 mögliche Alternativen sowohl zur traditionellen Rückversicherung als auch zu Cat-Bonds beschreibt, widmet sich Abschnitt 5 im Anschluss der Gestaltung, Funktionsweise und Bewertung von Cat-Bonds.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Der Preis des Risikos

2.1 Überlegungen zum Risikobegriff

2.2 Finanzmarkt, Kapitalmarkt und Versicherungsmarkt

2.3 Risikobewertung und -transfer auf dem Kapitalmarkt

2.3.1 Das Modell von Markowitz

2.3.2 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) von Sharpe-Lintner

2.4 Traditionelle Risikobewertung und -transfer auf den Versicherungsmärkten

2.4.1 Die klassische Prämienkalkulation

2.4.2 Moderner Prämienkalkulation auf Basis der Kapitalmarkttheorie

3 Die Versicherbarkeit von Naturkatastrophen

3.1 Rückversicherung, Versicherungspool und Captives

3.2 Eine neue Dimension an Katastrophenrisiken?

4 Alternativer Risikotransfer und Verbriefung von Versicherungsrisiken

4.1 Übersicht über die Instrumente des Alternativen Risikotransfers (ART)

4.2 ART-Alternativen zu ILS und deren Einsatz im Versicherungsunternehmen

4.2.1 Konventionelle Risikoträger

4.2.1.1 Finite Rückversicherung

4.2.1.2 Captives

4.2.1.3 Integrierte Lösungen

4.2.2 Der Kapitalmarkt als Risikoträger

4.2.2.1 Insurance-Linked Securities: Verbriefung von Versicherungsrisiken

4.2.2.2 Versicherungsderivate

4.2.2.3 Contingent Capital

5 Insurance Linked Bonds: Cat-Bonds als Hedge gegen Naturkatastrophen

5.1 Cat-Bonds: Eine Entwicklung des modernen Kapitalmarkts?

5.2 Funktionsweise und Gestaltung von Cat-Bonds

5.2.1 Einführung

5.2.2 Grundstruktur eines Cat-Bonds

5.2.2.1 Asset versus Liability Hedge

5.2.2.2 Struktur eines Cat-Bonds und dessen Stakeholder

5.2.2.3 Cash Flow eines Cat-Bonds

5.2.3 Risikoexponierung von Zins- und Tilgungszahlung eines Cat-Bonds

5.2.3.1 Überblick

5.2.3.2 Coupon at Risk

5.2.3.3 Principal at Risk

5.2.3.4 Payment Deferred

5.2.4 Auslöser (Trigger) der Zahlungsreduktion und gedeckte Risiken

5.2.4.1 Überblick

5.2.4.2 Individuelle Schäden des Zedenten - Book of Business (BoB)

5.2.4.3 Parametrische oder physische Werte

5.2.4.4 Indices

5.2.4.4.1 Modellschadenwert

5.2.4.4.2 Branchenschaden (Industry Loss)

5.2.4.4.3 Parametrische Indices

5.2.4.4.4 Katastrophenindices

5.2.5 Laufzeit

5.3 Bewertung von Cat-Bonds

5.3.1 Überblick

5.3.2 Bewertungsmodelle von Cat-Bonds in der Praxis: Morgan Stanley

5.3.3 Bewertung von Cat-Bonds in der Literatur: Wang Transformation

6 Der Einsatz von Cat-Bonds im Versicherungsunternehmen

6.1 Das Simulationsmodell: Traditionelle Rückversicherung vs. Cat-Bonds

6.1.1 Annahmen

6.1.2 Prämienkalkulation

6.1.3 Output

6.2 Cat-Bonds vs. Rückversicherung

6.3 Basisrisiko vs. Kreditrisiko

6.3.1 Der Trade-Off

6.3.2 Der Einfluss des Basisrisiko

6.3.3 Der Einfluss des Kreditrisikos

6.3.4 Zusammenfassung

6.4 Der Preis des Risikos II

7 Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht kritisch den Einsatz von Catastrophe Bonds (Cat-Bonds) als Risikomanagementinstrument in Versicherungsunternehmen. Ziel ist es, die Ausgestaltungsmerkmale und die Effizienz dieser Instrumente im Vergleich zur traditionellen Rückversicherung mithilfe einer Monte Carlo Simulation zu bewerten und die Forschungsfrage zu klären, ob Cat-Bonds gegenüber der Rückversicherung einen Vorteil bei der Deckung extremer Katastrophenrisiken bieten.

  • Grundlagen der Risikobewertung und des Risikotransfers
  • Versicherbarkeit von Naturkatastrophen und Alternativer Risikotransfer (ART)
  • Funktionsweise, Gestaltung und Bewertung von Cat-Bonds
  • Simulationsbasierter Vergleich: Cat-Bonds vs. traditionelle Rückversicherung
  • Einfluss von Basisrisiko und Kreditrisiko auf die Solvabilität

Auszug aus dem Buch

5.2.2.2 Struktur eines Cat-Bonds und dessen Stakeholder

Cat-Bonds können entweder direkt oder indirekt emittiert werden. Von einer direkten Verbriefung spricht man, wenn der Cat-Bond direkt vom Versicherungsunternehmen emittiert wird. Die indirekte Verbriefung erfordert die Zwischenschaltung einer nur diesem Zweck dienenden Gesellschaft, der Einzweckgesellschaft oder Special Purpose Vehicle (SPV). Die indirekte Verbriefung ist dabei die gebräuchlichere Form, da bei der zwar einfacher durchzuführenden direkten Verbriefung einige Vorteile nicht genutzt werden können. So besteht für die Bond-Investoren bei direkter Emission ein zusätzliches Bonitäts- und Kreditrisiko, da nun auch die Möglichkeit der Zahlungsunfähigkeit des Versicherungsunternehmens z. B. aufgrund einer ungünstigen Kapitalmarktentwicklung oder einem Zusammenbruch anderer Versicherungssparten zu berücksichtigen ist. Daher werden der Emissionserlös des Bonds und die Versicherungsprämien in einem so genanten Trust nur in Wertpapiere höchster Bonität angelegt. Da es sich bei der indirekten Emission um eine so genannte off-balance-sheet Transaktion handelt, schützt das SPV zum einen die Zahlungen des Cat-Bonds vor der Insolvenz des Emittenten und lässt zum anderen dessen Kapitalstruktur unberührt. Das SPV ist rechtlich eigenständig und wäre damit auch von der Konsolidierung des Versicherungskonzerns nicht betroffen, wodurch die bilanzielle Behandlung als Rückversicherungsvertrag möglich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung von Cat-Bonds als Reaktion auf Großschadenereignisse und definiert die Arbeit als kritische Untersuchung der Vorteile gegenüber der traditionellen Rückversicherung.

2 Der Preis des Risikos: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der Risikobewertung, behandelt das Markowitz-Modell sowie das CAPM und stellt traditionelle Methoden der Prämienkalkulation dar.

3 Die Versicherbarkeit von Naturkatastrophen: Es wird analysiert, warum Naturkatastrophen für Erstversicherer schwer versicherbar sind und welche Rolle Rückversicherer sowie Versicherungspools dabei spielen.

4 Alternativer Risikotransfer und Verbriefung von Versicherungsrisiken: Das Kapitel gibt einen Überblick über ART-Instrumente und erläutert detailliert die Konzeption der Verbriefung von Risiken mittels SPVs sowie Derivaten.

5 Insurance Linked Bonds: Cat-Bonds als Hedge gegen Naturkatastrophen: Ein ausführlicher Hauptteil, der die Funktionsweise, Struktur, Trigger-Mechanismen, Laufzeiten und Bewertungsmodelle für Cat-Bonds umfassend darlegt.

6 Der Einsatz von Cat-Bonds im Versicherungsunternehmen: Hier erfolgt der Kern der Arbeit durch ein Simulationsmodell, das den Einfluss von Basis- und Kreditrisiken auf die Solvabilität und den Equity Value bei Cat-Bonds gegenüber Rückversicherung vergleicht.

7 Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass Cat-Bonds bei Vorliegen von Basisrisiken und schadenabhängigem Kreditrisiko Vorteile bieten, der Kapitalmarkt einen dauerhaften komparativen Vorteil bei der Risikotragung aufweist.

Schlüsselwörter

Cat-Bonds, Insurance-Linked Securities, Alternativer Risikotransfer, Rückversicherung, Naturkatastrophen, Risikomanagement, Monte Carlo Simulation, Kapitalmarkt, Basisrisiko, Kreditrisiko, Insolvenzwahrscheinlichkeit, Expected Policyholder Deficit, Equity Value, Preis des Risikos, Modellierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einsatz von Catastrophe Bonds als modernes Instrument zur Absicherung extrem hoher Naturkatastrophenrisiken und vergleicht diese mit traditionellen Methoden der Rückversicherung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Theorie der Risikobewertung, der Funktionsweise und dem Design von Cat-Bonds sowie einer quantitativen Analyse mittels Monte Carlo Simulation zur Bewertung der Vorteilhaftigkeit im Versicherungsunternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu untersuchen, ob Cat-Bonds tatsächlich einen Vorteil gegenüber klassischer Rückversicherung bieten, insbesondere unter Berücksichtigung von Basisrisiken und der Solvabilität des Versicherers.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird ein realistisches Unternehmensmodell eines Erstversicherers erstellt und mithilfe einer Monte Carlo Simulation mit 500.000 Iterationen auf Basis unterschiedlicher Risikokonstellationen (Basis- und Kreditrisiko) ausgewertet.

Was behandelt der theoretische Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Gestaltung von Cat-Bonds, einschließlich ihrer Stakeholder, der Rolle von Special Purpose Vehicles (SPV), verschiedenen Trigger-Mechanismen sowie den mathematischen Bewertungsansätzen in Praxis und Literatur.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Insurance-Linked Securities (ILS), Basisrisiko, Kreditrisiko, Solvabilität, Equity Value und das CAPM.

Wie unterscheiden sich die Trigger "Book of Business" und "Parametrischer Trigger"?

Das "Book of Business" (BoB) knüpft direkt an den tatsächlich entstandenen Schaden des Versicherers an, was Moral Hazard begünstigen kann. Ein parametrischer Trigger hingegen basiert auf physischen Ereignisdaten (wie Windstärke oder Richterskala), was Basisrisiken einführt, aber Informationsprobleme reduziert.

Was ist das Ergebnis der Simulation bezüglich des Kreditrisikos?

Bei konstanten, niedrigen Ausfallwahrscheinlichkeiten ist der Einfluss auf das Versicherungsunternehmen marginal. Erst bei einem schadenabhängigen Kreditrisiko, bei dem das Ausfallrisiko in Krisenzeiten steigt, zeigt sich ein deutlicher Vorteil für Cat-Bonds gegenüber traditioneller Rückversicherung.

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Details

Title
Der Einsatz von Cat-Bonds im Versicherungsunternehmen
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Bank-, Börsen- und Versicherungswesen)
Grade
1,5
Author
Sebastian Bauch (Author)
Publication Year
2006
Pages
67
Catalog Number
V79004
ISBN (eBook)
9783638798648
Language
German
Tags
Einsatz Cat-Bonds Versicherungsunternehmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Bauch (Author), 2006, Der Einsatz von Cat-Bonds im Versicherungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79004
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