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Blanchots verschwommener Tod des unauslöschlichen Autors

Título: Blanchots verschwommener Tod des unauslöschlichen Autors

Ensayo , 2003 , 9 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Dr. des. Robert Dennhardt (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
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Nach dem Erscheinen von Wahnsinn und Gesellschaft und den darin beschriebenen Grenzerfahrungen tragischer Helden erkannte der Literaturtheoretiker und Philosoph Maurice Blanchot in Foucault „einen verwandten Geist, dem er höchstes lob zollte.“ (Miller 1995, 172.) Ähnlich wie Thomas Pynchon in den USA, ist Blanchot seit den fünfziger Jahren einer der bekanntesten unsichtbaren Denker Frankreichs. Sein Werk stellt vor allem eine Auseinandersetzung mit der Negativitätsphilosophie Sartres und den verschiedenen Strömungen der literarischen Moderne dar. Seine eigenen Romane entstanden im Umfeld der französischen experimentellen Literaturform des Nouveau roman, die anfänglich von Samuel Becketts Roman Der Namenlose (1953) vorbereitet wurde.
In seinem einflußreichsten Aufsatz Die Literatur und das Recht auf den Tod gilt Blanchots Interesse einmal mehr dem Akt des Schreibens selbst. Das sinnvolle Anreichern des Gelesenen durch den Leser wird verstärkt durch seine Ablehnung, auf einen geneigten Leser hin zu schreiben. Diese Erfahrung sieht er anfänglich verwirklicht in Kafkas Werk, dessen Texte Blanchot nicht als Leser erklären will, sondern ihnen zuhört, damit „Wörter aufhören, Waffen [identische Begriffe] zu sein [… oder gar] Heilsmöglichkeiten.“ (Blanchot 1993, 6, vgl. 267. Dasselbe meint Philip Roth: „Ein Gespräch ist nicht bloß ein Kreuzfeuer […]. Worte sind nicht bloß Kugeln und Granaten – nein, sie sind kleine Geschenke, die einen Sinn enthalten. (Portnoys Beschwerden, Berlin 1988, S. 224). Ähnliches sagt dagegen H. D. Thoreau: „Die Kugel des Gedankens muß ihre seitliche und ihre Prallbewegung erst überwinden und ihre eigentliche Flugbahn [Sinn] getreten sein, ehe sie das Ohr des Hörers erreicht. (Walden, Zürich 1979, S. 144f).)
Durch seinen Text verschiebt sich immer dieselbe Frage. Warum schreibe ich und wie ist Schreiben überhaupt möglich? Um die Untiefen der Identifikation eines schreibenden Subjekts zu umschiffen, macht Blanchot aus dem Ich des schreibenden Schriftstellers das Du der zeichnenden Feder. Das, was Derrida diesbezüglich den unbeschreiblichen Strich der Schrift oder die nicht darstellbare Bewegung nennt, also das, was ich das Diskursive an sich nenne, befragt Blanchot. Die augenblicklichen Paradoxien stehen fest...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Blanchots verschwommener Tod des unauslöschlichen Autors

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Autors und des Schreibprozesses im Werk von Maurice Blanchot. Dabei wird analysiert, wie Blanchot das Verhältnis von Sprache, Tod und Subjektivität im Kontext der literarischen Moderne und der poststrukturalistischen Philosophie theoretisiert und literarisch umsetzt.

  • Die Dekonstruktion des schreibenden Subjekts bei Blanchot.
  • Die Verknüpfung von Schreiben, Tod und der Unauslöschlichkeit des Autors.
  • Das Verständnis von Literatur als Raum der Sprach- und Bedeutungslosigkeit.
  • Die Auseinandersetzung mit philosophischen Diskursen (Sartre, Foucault, Derrida).
  • Die Funktion des Lesers als Teil eines unendlichen, rhythmischen Sprachgeflechts.

Auszug aus dem Buch

Blanchots verschwommener Tod des unauslöschlichen Autors

Nach dem Erscheinen von Wahnsinn und Gesellschaft und den darin beschriebenen Grenzerfahrungen tragischer Helden erkannte der Literaturtheoretiker und Philosoph Maurice Blanchot in Foucault „einen verwandten Geist, dem er höchstes lob zollte.“ Ähnlich wie Thomas Pynchon in den USA, ist Blanchot seit den fünfziger Jahren einer der bekanntesten unsichtbaren Denker Frankreichs. Sein Werk stellt vor allem eine Auseinandersetzung mit der Negativitätsphilosophie Sartres und den verschiedenen Strömungen der literarischen Moderne dar. Seine eigenen Romane entstanden im Umfeld der französischen experimentellen Literaturform des Nouveau roman, die anfänglich von Samuel Becketts Roman Der Namenlose (1953) vorbereitet wurde.

Gestalten [ziehen] vorüber: substanzlose Gespenster, leere Bilder, die mechanisch um ein leeres Zentrum kreisen, das vom namenlosen Ich besetzt ist. […] Es handelt sich nicht mehr um Personen unter der beruhigenden Schirmherrschaft ihres persönlichen Namens […] Wer spricht hier? Wer ist dieses Ich, dazu verdammt, rastlos zu sprechen. […] Der Sprecher ist Samuel Beckett. […] Der Namenlose ist aber gerade eine Erfahrung, die unter der heimsuchenden Drohung des Unpersönlichen erlebt wird; ist das Hintreiben auf eine neutrale Aussage, die nur sich selber ausspricht, […], die aus keinem Inneren kommt und die man nicht zum Schweigen bringen kann, denn sie ist das Endlose [Gespräch].

Am Anfang von Blanchots Roman Thomas der Dunkle (1941/50) schwimmt der Titelheld ins Meer der oberflächlichen Dingwelt hinaus. Die Ortschaft eines gleichgültigen Erzählers wandelt sich im fortschreiben des Romans danach in ein sprachimmanentes Geflecht, in dem die Handlung selbst unbedeutend wird. Als Eingeständnis in die Unmöglichkeit, das Wesen des Subjektes zu begreifen, und sei es ein literarisches, wird einzig der Akt des gerichteten, eschatologischen Schreibens Gegenstand des Romantextes. Ein solcher Anti-Roman ist keinem Sinn hinter den Dingen auf der Spur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Blanchots verschwommener Tod des unauslöschlichen Autors: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Positionierung Blanchots gegenüber der Moderne, den Schreibprozess als Auseinandersetzung mit dem Tod sowie die Implikationen einer Sprache, die ohne ein festes Subjekt auskommt.

Schlüsselwörter

Maurice Blanchot, Literaturtheorie, Poststrukturalismus, Nouveau roman, Schreibprozess, Tod des Autors, Sprache, Bedeutungslosigkeit, Negativitätsphilosophie, Subjektivität, getrennte Präsenz, Diskurs, Anti-Roman, literarischer Raum, Existenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das philosophische und literarische Werk von Maurice Blanchot und dessen radikale Hinterfragung der Rolle des Autors und der Bedeutung von Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis zwischen Schreiben und Tod, die Dekonstruktion des Ichs, die Natur des literarischen Raums und die Sprache als ein System, das jenseits fester Identitäten funktioniert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Blanchot durch den Schreibakt das Subjekt auflöst und Literatur als eine Form des "Sprechens über das Nichts" bzw. als "einen Akt des Schweigens" begreift.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und philosophische Diskursanalyse, die Blanchots Texte sowie die theoretischen Bezüge zu Denkern wie Foucault, Derrida und Sartre in ein interdisziplinäres Verhältnis setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Blanchots literarischen Texten wie "Thomas der Dunkle" und theoretischen Essays, um das Konzept des "tödlichen" Schreibens und der "getrennten Präsenz" zu erläutern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Blanchots "unauflöslicher Autor", die "Grabesleere der Sprache", der "Nouveau roman" und das "Endlose Gespräch".

Wie interpretiert der Autor Blanchots Konzept des "Namenlosen"?

Das Namenlose wird als eine existenzielle Erfahrung gedeutet, in der das Individuum der Drohung des Unpersönlichen ausgesetzt ist und Sprache ihre Funktion als Instrument persönlicher Identität verliert.

Was bedeutet es, wenn Blanchot vom "Tod des Autors" spricht?

Der Tod des Autors ist bei Blanchot eng mit dem Schreibakt verknüpft; das Schreiben führt in eine Leere, in der das Talent des Autors in der Bewegung des Geschriebenen aufgeht und die eigene Identität durch den Text ausgelöscht wird.

Welche Rolle spielt der Leser in diesem Modell?

Der Leser wird als ein Akteur verstanden, der durch seine Lektüre das Werk stets neu entziffert und es somit zu dem macht, was es ist – jedoch stets unter dem Einfluss der ideologischen und ordnenden Diskurse seiner Epoche.

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Detalles

Título
Blanchots verschwommener Tod des unauslöschlichen Autors
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,0
Autor
Dr. des. Robert Dennhardt (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
9
No. de catálogo
V79021
ISBN (Ebook)
9783638850100
ISBN (Libro)
9783638849401
Idioma
Alemán
Etiqueta
Autor Blanchot Literaturphilosophie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. des. Robert Dennhardt (Autor), 2003, Blanchots verschwommener Tod des unauslöschlichen Autors, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79021
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