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Im Auge des Betrachters - Der Dokumentarfilm zwischen Authentizität und Subjektivität - am Beispiel von Louis Malles VIVE LE TOUR!

Title: Im Auge des Betrachters  -  Der Dokumentarfilm zwischen Authentizität und Subjektivität - am Beispiel von Louis Malles VIVE LE TOUR!

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandrine Mattes (Author)

Communications - Movies and Television
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„Die mögliche Welt des Films und die wirkliche Welt außerhalb des Films sind niemals, unter keinen Umständen, identisch. Sie mögen einander strukturgleich sein, auf denselben Regeln beruhen und eine hohe Ähnlichkeit aufweisen. Immer aber wird da, wo der Film ist, die Wirklichkeit nicht sein. Film und Realität schließen sich gegenseitig immer aus; man könnte geradezu die Wirklichkeit als das definieren, was nicht Film ist.“

Wie kann es also sein, dass es überhaupt den Begriff des Dokumentarfilms gibt, wenn man dieser Aussage Engels folgt? Dokumentarfilm stammt vom lateinischen Wort ‚documentum’ – dieses kann übersetzt werden mit ‚als Beweis dienendes Schriftstück’. Der Begriff Dokumentarfilm weist also auf die ihm zugeschriebene Eigenschaft hin, dass er eine Urkunde dessen ist, was sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort tatsächlich ereignet hat.

Dementsprechend wurde Louis Malle’s VIVE LE TOUR! auch bei seiner Ausstrahlung auf ARTE zum 10. Todestag Louis Malles angekündigt: „Vive le Tour - ein echtes Zeitdokument“ .
In dieser Arbeit soll am Beispiel von VIVE LE TOUR! untersucht werden, wie authentisch ein Dokumentarfilm ist - beziehungsweise überhaupt sein kann - und inwiefern er ein Zeitdokument ist oder die Realität verzerrt wiedergibt. Im ersten Schritt soll die Zugehörigkeit von VIVE LE TOUR! zu den Dokumentarfilmen erläutert werden. Ist VIVE LE TOUR! überhaupt ein Dokumentarfilm?

Im zweiten Schritt sollen die konkreten filmischen Gestaltungsmittel analysiert werden im Hinblick auf ihre Beeinflussung der Authentizität des Films.
Welche filmischen Mittel beeinflussen die Authentizität? Und in welcher Weise?

Wie kann VIVE LE TOUR! ein ‚echtes Zeitdokument’ sein, wenn sich ‚Film und Realität immer gegenseitig ausschließen’?
Dies soll in dieser Arbeit eingehend analysiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

II. TEXTTEIL

1. Fragestellung

2. Zur Methodik dieser Analyse

3. VIVE LE TOUR! – ein Dokumentarfilm?

4. Das Cinéma Verité der 60er Jahre

5. VIVE LE TOUR! – Analyse der ‚ästhetischen Mittel’ im Hinblick auf ihr Verhältnis zur Authentizität

5.1. Der Titel „VIVE LE TOUR!“

5.2. Die Einteilung in Kapitel

5.3. Die Dramaturgie

5.4. Die Montage

5.5. Die Kameraführung

5.6. Die Bildeinstellungen

5.7. Der Off- Kommentar

5.8. Die O-Töne

5.9. Der Atmo-Ton und die Geräusche

5.10. Die Musik

6. Das unerreichbare Ideal des Dokumentarfilms

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht am Beispiel von Louis Malles Film VIVE LE TOUR! das Spannungsfeld zwischen Dokumentarfilm, Authentizität und Subjektivität. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern der Film als authentisches Zeitdokument betrachtet werden kann oder ob die eingesetzten filmischen Gestaltungsmittel eine objektiv-transparente Realitätswiedergabe verzerren.

  • Einordnung von VIVE LE TOUR! in das Genre des Dokumentarfilms
  • Analyse filmästhetischer Mittel (Montage, Kamera, Ton, Musik)
  • Einfluss der subjektiven Regieperspektive auf die Authentizität
  • Vergleich der Cinéma-Verité-Tradition mit den angewandten Mitteln
  • Diskussion des Ideals der objektiv-transparenten Realitätsdarstellung

Auszug aus dem Buch

5.1. Der Titel „VIVE LE TOUR!“

„Vive le Tour!“ – schon im Titel des Films wird Louis Malle’s Begeisterung deutlich. ‚Es lebe die Tour’ klingt wie ein Jubelruf und er wird durch das Ausrufezeichen zusätzlich in seiner Wirkung verstärkt. Dadurch hat dieser Titel eine ganz andere Wirkung auf den Zuschauer als würde er zum Beispiel lauten: „Die Tour de France 1962“. Dieser eher neutrale Titel ließe keinerlei emotionalen Standpunkt des Filmemachers erkennen und würde damit vielmehr den Aspekt des „dokumentarischen“ bzw. „objektiven“ beinhalten.

Bei VIVE LE TOUR! bieten sich - ohne den Film vorher gesehen zu haben – zwei Möglichkeiten der Erwartungshaltung des Zuschauers an: er kann entweder davon ausgehen, dass Louis Malle wirklich begeistert ist von der Tour de France oder dass der Titel ironisch gemeint ist. Würden im Film nur Negativ Aspekte der Tour de France gezeigt werden, wäre der Titel eindeutig ironisch gewählt. Beide Varianten beinhalten jedoch eine gewisse Emotion und subjektiven Standpunkt des Filmemachers. Damit widerspricht schon der Titel der Forderung der möglichst weit reichenden Objektivität.

Dass VIVE LE TOUR! wirklich die Begeisterung von Louis Malle ausdrückt, belegt seine eigene Aussage, warum er überhaupt diesen Film gedreht hat: „Die Tour ist ein Teil meiner Kindheit. Sie hat mich immer fasziniert. Es ist möglicherweise die härteste Sportart, die überhaupt existiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung: Diese Einleitung thematisiert den grundlegenden Widerspruch zwischen Film und Wirklichkeit und stellt die zentrale Untersuchung dar, wie authentisch VIVE LE TOUR! das Ereignis abbildet.

2. Zur Methodik dieser Analyse: Hier wird erläutert, dass das erstellte Filmprotokoll als Basis dient, um die relevanten Gestaltungsmittel hinsichtlich ihres Einflusses auf die Authentizität zu untersuchen.

3. VIVE LE TOUR! – ein Dokumentarfilm?: Das Kapitel diskutiert Definitionen des Dokumentarfilms und ordnet Malles Werk in den Kontext einer kreativen Bearbeitung des Wirklichen ein.

4. Das Cinéma Verité der 60er Jahre: Es wird die historische Strömung des Cinéma Verité erläutert, die durch technische Neuerungen wie leichte Kameras eine neue, partizipierende Beobachtungsform ermöglichte.

5. VIVE LE TOUR! – Analyse der ‚ästhetischen Mittel’ im Hinblick auf ihr Verhältnis zur Authentizität: Dies ist der Hauptteil, der detailliert aufzeigt, wie Regieentscheidungen (Titel, Montage, Musik etc.) das dokumentarische Material formen und subjektiv beeinflussen.

6. Das unerreichbare Ideal des Dokumentarfilms: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass ein Dokumentarfilm niemals vollkommen objektiv sein kann, da er immer auf der selektiven und subjektiven Sichtweise des Filmemachers beruht.

Schlüsselwörter

Dokumentarfilm, Authentizität, Wirklichkeit, Subjektivität, VIVE LE TOUR!, Louis Malle, Cinéma Verité, Montage, Filmästhetik, Dramaturgie, Manipulation, Zeitdokument, Realität, Regieperspektive, Filmprotokoll.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwiefern der Dokumentarfilm VIVE LE TOUR! von Louis Malle als authentisches Zeitdokument gelten kann oder ob filmische Stilmittel die Realitätsabbildung subjektiv verzerren.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Definitionsfindung des Dokumentarfilms, der Analyse ästhetischer Gestaltungsmittel und der kritischen Reflexion über das Ideal objektiver Filmaufnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob VIVE LE TOUR! objektiv und transparent ist oder ob der Regisseur durch spezifische ästhetische Eingriffe eine eigene, subjektive Sichtweise konstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf einem detaillierten Filmprotokoll basiert, um die filmischen Mittel (Montage, Ton, Kamera) systematisch zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert dezidiert die einzelnen ästhetischen Gestaltungsmittel wie Titelwahl, Kapitelstruktur, Schnittfrequenz, Kameraführung, O-Töne und den Einsatz von Musik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Authentizität, Dokumentarfilm, Subjektivität, Realität, Montage, filmische Manipulation und das Cinéma Verité.

Inwiefern beeinflusst der Schnitt die Zeitwahrnehmung im Film?

Durch die Montage wird eine „theoretische Zeit“ geschaffen, da Aufnahmen unterschiedlicher Etappen und Tage so zusammengeschnitten wurden, dass der Eindruck eines kontinuierlichen, zusammenhängenden Ereignisses entsteht.

Welche Rolle spielt der Kommentar von Louis Malle?

Der Kommentar fungiert als „commentaire directif“, der die Bilder für den Zuschauer interpretiert, ihm eine bestimmte Sichtweise vorgibt und dem Film eine subjektive Ebene hinzufügt.

Was bedeutet der Begriff „Purifikation“ in diesem Kontext?

Jean-Paul Colleyn beschreibt damit die Auswahl und Sortierung des Rohmaterials durch den Regisseur; ein niemals neutraler Akt, der den dokumentarischen Charakter zugunsten einer subjektiven Aussage verändert.

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Details

Title
Im Auge des Betrachters - Der Dokumentarfilm zwischen Authentizität und Subjektivität - am Beispiel von Louis Malles VIVE LE TOUR!
College
University of Trier  (Fachbereich II – Medienwissenschaft)
Course
Genres des Dokumentarfilms
Grade
1,0
Author
Sandrine Mattes (Author)
Publication Year
2007
Pages
52
Catalog Number
V79146
ISBN (eBook)
9783638856874
ISBN (Book)
9783638855402
Language
German
Tags
Auge Betrachters Dokumentarfilm Authentizität Subjektivität Beispiel Louis Malles VIVE TOUR Genres Dokumentarfilms
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandrine Mattes (Author), 2007, Im Auge des Betrachters - Der Dokumentarfilm zwischen Authentizität und Subjektivität - am Beispiel von Louis Malles VIVE LE TOUR!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79146
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