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Die Mannigfaltigkeit des Selben im Diskurs der Moderne

Über ähnliche Aussagen und deren diskursive Formation zwischen Geisteswissenschaft und Poesie im Lichte des kulturwissenschaftlichen Denkens

Title: Die Mannigfaltigkeit des Selben im Diskurs der Moderne

Thesis (M.A.) , 2003 , 104 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Dr. des. Robert Dennhardt (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Auf die Frage „Was ist ein Diskurs und was wollen uns die Dichter und Denker sagen?“ kann mit vorliegender Arbeit nicht geantwortet werden. Meine Frage lautet „Wie macht sich das Sagen zwischen Aussagen des geisteswissenschaftlichen Diskurses und metaphorischen Konstellationen der Poesie bemerkbar?“ Wie läßt es sich kulturwissenschaftlich denken und analysieren? Eines der wichtigsten Eingeständnisse der modernen Geisteswissenschaften ist, daß epistemologische Zentren wie ein kognitives Selbst, zu vervollkommnende Erfahrung und das Suchen nach letzten Wahrheiten an Bedeutung verlieren. Ein literatur- und diskurstheoretisch reformuliertes Interesse am Text will also nicht Interpretieren und Dekonstruieren. (Vgl. Silverman 1994, 246 und 256.) Vielmehr will ein solches Interesse abendländische Denktraditionen perforieren, indem es diskursive Zentren zum einen identifiziert und zum anderen Formationen ähnlicher Aussagen ihrer Struktur nach differenziert und analysiert. Hierbei erweist sich der topologische Diskurs als sinnvolles epistemologisches Werkzeug, das der Gefahr einer begrifflichen Beliebigkeit bzw. interpretativer Willkür vorbeugt.
Die Kapitel sind historisch geordnet nach Autoren der Sprach-, Kultur- und Literaturphilosophie des zwanzigsten Jahrhunderts. (Saussure, Wittgenstein, Heidegger, Derrida, Foucault, Deleuze, Serres, Eco, Bachelard, Blanchot, Jabès, Baudrillard). Eine zentrale Aussage der verbalinspirierten Existenzphilosophie Heideggers lieferte hierzu die Initiation. So unmöglich es ist, das Sein des Selben zu identifizieren, offenbaren sich dennoch erkennbare Strukturen der Wiederholung im diskursiven Sprechen der Sprache, d. h. im Sagen des Denkens an sich.
“Darum sagen die wesentlichen Denker stets das Selbe. Das heißt aber nicht: das Gleiche. Freilich sagen sie dies nur dem, der sich darauf einläßt, ihnen nachzudenken. […] In das Gleiche flüchten ist ungefährlich. Sich in die Zwietracht wagen, um das Selbe zu sagen, ist die Gefahr.” (Heidegger 1981, 53.)
Topologische Begriffe wie Ort, relative Lage, Rand, Dimension, Faltung und Mannigfaltigkeit sowie Hier und Anderswo bilden die terminologische Grundlage meiner Analyse. Die danach zu befragenden Begriffspaare sind beispielsweise Aussage – Gedanke, das Selbe – das Andere, der Diskurs – das Diskursive und das Innen – das Außen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Initiation

Lagebericht über Moderne und Diskursivität

a Saussures Außen der Schrift und die identische Differenz

b Wittgensteins Orientierung im Netz

c Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben

d Derridas Geflecht der webenden Diskurse

e Foucaults ordentliche Unterwerfung des Diskurses

f Deleuze’ denkende Mannigfaltigkeit des Rhizoms

g Serres’ Selbstorganisation der komplexen Archive

h Ecos Labyrinthe ähnlicher Texte und Enzyklopädien

i Bachelards poetischer Raum der Episteme

j Blanchots verschwommener Tod des Autors

k Jabès’ endloses Buch der Wüstenschrift

l Baudrillards medialer Rest im anderen Selben

AnSchluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Sagen zwischen Aussagen des geisteswissenschaftlichen Diskurses und metaphorischen Konstellationen der Poesie. Dabei wird erforscht, wie sich diese Strukturen kulturwissenschaftlich denken und analysieren lassen, ohne den Diskurs auf eine reine Interpretation zu reduzieren.

  • Analyse abendländischer Denktraditionen mittels topologischer Diskurse
  • Untersuchung von Strukturen der Wiederholung im Sprechen der Sprache
  • Vergleich von Sprachphilosophie, Kulturwissenschaft und Literaturtheorie
  • Rolle des "Selben" und der "Mannigfaltigkeit" in der Moderne

Auszug aus dem Buch

a Saussures identische Differenz des Zeichens und das Außen der Schrift

Zwei Gedanken werden in diesem Kapitel zu bedenken sein. Erstens geht es um Sassures Theorie der gleichursprünglichen Differentialität und Arbitrarität des Zeichens eines jeden semeologischen Systems sowie seine Synchronizität und Diachronizität innerhalb der Semiose, d. h. dem Prozessieren des Systems. Um es vereinfachend vorweg zu nehmen, ein semeologisches System meint schlechterdings Diskurs. Und sein Prozessieren in der Zeit meint das Generieren von Bedeutung und die Stiftung von Sinn. Zweitens werden diskursanalytische Anschlüsse mithilfe topologischer Metaphern seiner Zeichenrepräsentationen zusammengedacht.

Geboren wurde Mongin Ferdinand de Saussure 1857 in Genf. Bevor er sich 1876 in Leipzig der Erforschung der Sprachen zuwandte, besuchte er in Genf ein Jahr lang naturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen. Als Philologe wurde er 1891 Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Genf. Aufgrund seiner Erkenntnisse innerhalb seines Hauptwerkes Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, das erst drei Jahre nach seinem Tode 1913 aus Vorlesungsskripten seiner Studenten und anderem Material zusammengestellt wurde, gilt Saussure als Begründer des sprachwissenschaftlichen Strukturalismus oder synchronischen Sprachwissenschaft. Den Auftakt seines Gedankengebäudes markiert die Erkenntnis, daß Sprache und Schrift insofern dasselbe sind, als daß sie sich strukturell auf gleiche bzw. ähnliche Weise beschreiben und analysieren lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort und Initiation: Einführung in die Fragestellung nach der diskursiven Formation zwischen Geisteswissenschaft und Poesie unter Einbeziehung topologischer Begriffe.

Lagebericht über Moderne und Diskursivität: Darstellung des ideengeschichtlichen Gebrauchs des Begriffs Moderne und dessen Transformation in der Literatur.

a Saussures Außen der Schrift und die identische Differenz: Analyse der Theorie der Differentialität und Arbitrarität des Zeichens sowie der Rolle der Semiose.

b Wittgensteins Orientierung im Netz: Untersuchung des methodologischen Bruchs im Denken Wittgensteins vom Logischen hin zum Aphoristischen.

c Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben: Erörterung der ontologischen Differenz von Sein und Seiendem sowie der Sorgestruktur des Daseins.

d Derridas Geflecht der webenden Diskurse: Darstellung der Strategie der Dekonstruktion und der Bedeutung der Différance.

e Foucaults ordentliche Unterwerfung des Diskurses: Untersuchung der diskursiven Formationen und der Rolle des Subjekts in der Archäologie des Wissens.

f Deleuze’ denkende Mannigfaltigkeit des Rhizoms: Analyse der Rhizom-Struktur und der Abkehr vom baumartigen Denken der Philosophie.

g Serres’ harmonische Selbstorganisation der Diskurse: Erläuterung der monadischen Komplexität und der prästabilierten Harmonie in der Wissenschaftsphilosophie.

h Ecos Labyrinthe ähnlicher Texte und Enzyklopädien: Betrachtung der Intertextualität und des semiotischen Spiels in der zeitgenössischen Kultursemiotik.

i Bachelards poetischer Raum der Episteme: Diskussion des epistemologischen Bruchs und der Rolle der Einbildungskraft in der Wissenschaftstheorie.

j Blanchots verschwommener Tod des Autors: Untersuchung der thanatologischen Aspekte des Schreibens und der Subjektlosigkeit.

k Jabès’ endloses Buch der Wüstenschrift: Auseinandersetzung mit jüdischer Mystik, Wüstenmetaphorik und der Unmöglichkeit, einen Sinn des Seins zu fixieren.

l Baudrillards medialer Rest im anderen Selben: Analyse der Medialität und des digitalen "Rests" im Denken der späten Moderne.

Schlüsselwörter

Diskurs, Moderne, Topologie, Semiotik, Dekonstruktion, Rhizom, Differenz, Schrift, Poesie, Epistemologie, Subjekt, Sinn, Intertextualität, Mannigfaltigkeit, Zeichen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das diskursive Sagen zwischen den Aussagen der Geisteswissenschaften und den metaphorischen Konstellationen der Poesie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Sprachphilosophie, kulturwissenschaftliches Denken, Diskursanalyse sowie poststrukturalistische Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll analysiert werden, wie diskursive Zentren identifiziert und Formationen ähnlicher Aussagen topologisch differenziert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den topologischen Diskurs und Begriffe wie Faltung, Rand und Mannigfaltigkeit als erkenntnistheoretisches Werkzeug.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist historisch geordnet nach einflussreichen Denkern des 20. Jahrhunderts, von Saussure und Wittgenstein über Foucault und Deleuze bis hin zu Derrida, Eco und Jabès.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Diskurs, Rhizom, Différance, Epistemologie und die topologische Struktur des Denkens charakterisiert.

Was bedeutet das "Selbe" in diesem Kontext?

Das Selbe bezeichnet bei den untersuchten Denkern nicht das Gleiche, sondern eine strukturelle Wiederholung im Denken, die sich dem Identischen entzieht.

Warum wird die Topologie als Werkzeug gewählt?

Topologische Konzepte erlauben es, das "Sagen" ohne begriffliche Beliebigkeit oder interpretative Willkür zu analysieren und als Netzwerk von Relationen zu begreifen.

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Details

Title
Die Mannigfaltigkeit des Selben im Diskurs der Moderne
Subtitle
Über ähnliche Aussagen und deren diskursive Formation zwischen Geisteswissenschaft und Poesie im Lichte des kulturwissenschaftlichen Denkens
College
Humboldt-University of Berlin  (Kulturwissenschaft)
Grade
1,1
Author
Dr. des. Robert Dennhardt (Author)
Publication Year
2003
Pages
104
Catalog Number
V79266
ISBN (eBook)
9783638799775
ISBN (Book)
9783638799645
Language
German
Tags
Mannigfaltigkeit Diskurs Moderne Selbe Diskurstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. des. Robert Dennhardt (Author), 2003, Die Mannigfaltigkeit des Selben im Diskurs der Moderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79266
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