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Straßenkinder

Welche Faktoren treiben oder ziehen Kinde rauf die Straße, wie sieht die dortige Lebenswelt aus und wo kann innerhalb dieser Lebenswelt Sozialarbeit sinnvoll ansetzen?

Title: Straßenkinder

Term Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Heidrun Hau (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Das Phänomen „Straßenkinder“ ist heutzutage nichts mehr, mit dem sich die deutsche
Gesellschaft und die Sozialarbeit hierzulande nicht auseinander zu setzen braucht. Es ist seit
langem kein Phänomen, das sich auf Entwicklungsländer reduzieren lässt. Breits in den 80er
Jahren flüchteten sogenannte Trebegänger aus den Elternhäusern und Heimen auf die Straße.
Diese „Ausflüge“ waren zwar zahlreich, aber nur von kurzer Dauer. Die Kinder und
Jugendlichen hatten keine Andockmöglichkeiten und das Überleben auf der Straße gestaltete
sich als schwierig. Zu Beginn der 90er Jahre waren durch die Entstehung der Bahnhof- und
Cityszenen diese Andockmöglichkeiten gegeben und die Ausreißer und Trebegänger stoßen
heute auf komplexe Sozialsysteme, in denen sie untertauchen können und in denen sie für
längere Zeiträume auf der Straße überleben und leben können. In dieser Hausarbeit soll sich
zunächst mit dem neuen Begriff „Straßenkinder“ auseinandergesetzt werden, um dann im
Folgenden die Ursachen für die Flucht auf die Straße oder das bewusste Entscheiden für ein
Leben auf der Straße aufzuzeigen. Im weiteren Verlauf wird die Lebenswelt der
Straßenkinder beschrieben um dann auf sozialarbeiterische Modelle einzugehen, die auf diese
Lebenswelt eingehen und sie berücksichtigen. Vorgestellt werden das Modell des
Schwellenstufensystems und erlebnispädagogische Maßnahmen. Im Kapitel „Eigene
Stellungnahme“ soll die Fragestellung dieser Arbeit beantwortet werden. Dabei wird in
Ansätzen die Lebenswelt von Straßenkindern rekonstruiert und sich kritisch mit den
vorgestellten sozialarbeiterischen Ansätzen auseinandergesetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Darstellung des Themas

2. Annäherung an den Begriff des Straßenkindes mit Hilfe einer Klassifizierung

3. Ursachen für das Leben auf der Straße

3.1 Ursachen auf der Mikroebene

3.2 Ursachen auf der Makroebene

4. Das Leben auf der Straße

4.1 Leben ohne Obdach

4.2 Leben in und mit der Illegalität

4.3 Leben in der Gruppe

4.4 Selbstbild der Straßenkinder und Zukunftswünsche

5. Das Schwellenstufensystem

6. Erlebnispädagogik

7. Eigene Stellungnahme

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, die Kinder und Jugendliche in ein Leben auf der Straße führen, analysiert deren komplexe Lebenswelt und bewertet sozialpädagogische Interventionsmodelle hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit.

  • Push- und Pull-Faktoren für das Leben auf der Straße
  • Strukturen der Lebenswelt von Straßenkindern (Obdachlosigkeit, Illegalität, Gruppenleben)
  • Selbstverständnis und Autonomiestreben der Betroffenen
  • Analyse des Schwellenstufensystems als niedrigschwelliger Ansatz
  • Erlebnispädagogische Konzepte als Möglichkeit der Beziehungsarbeit

Auszug aus dem Buch

4.2 Leben in und mit der Illegalität

Alleine dadurch, dass die Kinder und Jugendlichen keinen festen Wohnsitz haben und in den Städten, in denen sie ihr Leben auf der Straße verbringen, nicht gemeldet sind, leben sie unter illegalem Status. Dieser illegale Status bedingt, dass sie keine ärztliche Betreuung in Anspruch nehmen können, dass sie verschiedene Hilfeeinrichtungen und auch Hilfe von Ämtern, nicht nutzen können.

Illegale Handlungen wie Diebstahl, Sachbeschädigung und Körperverletzung dienen den Kindern und Jugendlichen zum einen um die Grundbedürfnisse zu befriedigen, wenn das erbettelte Geld nicht ausreicht und zum anderen, um das Leben interessanter zu gestalten und den Nervenkitzel zu erleben (vgl. Pfennig 1995, S. 17f). Kriminelle Handlungen sind oft unumgänglich, um den Lebensunterhalt zu sichern, da „die Möglichkeiten, ausschließlich legale Bewältigungsstrategien im Straßenalltag einzusetzen, ... extrem eingeschränkt sind“ (Premien/Zink 1998, S. 255 zitiert nach Romahn 2000, S. 33).

Zu den illegalen Möglichkeiten der Straßenkinder, an viel Geld bzw. eine Schlafgelegenheit zu gelangen, gehört die Prostitution bzw. Unterbringungsprostitution. Zu der Möglichkeit durch den Verkauf des eigenen Körpers an Geld zu gelangen, kommen die sexuellen Erfahrungen der Kinder, die mit zur Prostitution treiben. Aus der Ohmacht, gegenüber sexuellen Übergriffen innerhalb der Familie, wird herausgetreten und die eigene Macht gegenüber den Freiern wird erlebt. Darüber hinaus wird der Freier in manchen Fällen als Vaterersatz gesehen und bei ihm wird Nähe und Schutz erlebt. Das Nachgehen der Prostitution wird auch damit erklärt, dass die Kinder und Jugendlichen die Erfahrung gemacht haben, dass man für Sex Zuneigung bekommt. Die Gefahr in eine finanzielle, wie auch emotionale Abhängigkeit von einem Freier zu geraten, liegt hier auf der Hand (vgl. Pfennig 1995, S. 16f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Darstellung des Themas: Einführung in das Phänomen der Straßenkinder und die Entwicklung der Bahnhof- und Cityszenen in den 90er Jahren.

2. Annäherung an den Begriff des Straßenkindes mit Hilfe einer Klassifizierung: Definition und Kategorisierung von Straßenkindern unter Berücksichtigung von Kontakt zu Sozialisationsinstanzen.

3. Ursachen für das Leben auf der Straße: Analyse der push- und pull-Faktoren auf Mikro- (Familie/Heim) und Makroebene (Gesellschaft/Medien).

4. Das Leben auf der Straße: Beschreibung der Lebensbedingungen, inklusive Obdachlosigkeit, Illegalität, Gruppenstrukturen und Selbstbild.

5. Das Schwellenstufensystem: Vorstellung eines sozialpädagogischen Modells, das auf Niedrigschwelligkeit und Lebensweltorientierung basiert.

6. Erlebnispädagogik: Darstellung erlebnispädagogischer Methoden zum Aufbau stabiler Beziehungen.

7. Eigene Stellungnahme: Kritische Reflexion der Forschungsfrage und der vorgestellten sozialarbeiterischen Ansätze.

Schlüsselwörter

Straßenkinder, Sozialarbeit, Lebensweltorientierung, Schwellenstufensystem, Erlebnispädagogik, Obdachlosigkeit, Illegalität, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Autonomie, Bahnhofsszene, Beziehungsarbeit, Jugendhilfe, Stigmatisierung, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit thematisiert die Lebenssituation von Straßenkindern in Deutschland, untersucht die Hintergründe für den Weg auf die Straße und diskutiert, wie die Soziale Arbeit diesen Menschen sinnvoll begegnen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Ursachenforschung, die Beschreibung des Alltags auf der Straße (Illegalität, Gruppe, Selbstbild) sowie die kritische Evaluation zweier sozialpädagogischer Interventionsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Faktoren Kinder auf die Straße treiben oder ziehen, wie ihre Lebenswelt gestaltet ist und wie Sozialarbeit in diesem Kontext professionell ansetzen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Rekonstruktion der Lebenswelt von Straßenkindern, gestützt auf fachwissenschaftliche Literatur und bestehende sozialpädagogische Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse (Mikro- und Makroebene), die detaillierte Beschreibung der Lebensbedingungen auf der Straße und die Vorstellung des Schwellenstufensystems sowie erlebnispädagogischer Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Straßenkinder, Lebensweltorientierung, Niedrigschwelligkeit, Autonomie, Push-/Pull-Faktoren und erlebnispädagogische Beziehungsarbeit.

Warum wird das Schwellenstufensystem als problematisch angesehen?

Die Autorin sieht Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung, insbesondere bei der Kooperation verschiedener Träger, und warnt vor der Gefahr einer "Systemausnutzung" bei gleichzeitig ungelösten Wiedereingliederungshürden.

Welche Rolle spielt die "Scheinautonomie" bei Straßenkindern?

Die Autorin argumentiert, dass Straßenkinder zwar eine Freiheit suchen, aber de facto stark abhängig bleiben (z.B. von Freiern, Drogen oder Gruppenzwängen), weshalb ihre erlebte Autonomie nur oberflächlich ist.

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Details

Title
Straßenkinder
Subtitle
Welche Faktoren treiben oder ziehen Kinde rauf die Straße, wie sieht die dortige Lebenswelt aus und wo kann innerhalb dieser Lebenswelt Sozialarbeit sinnvoll ansetzen?
College
Catholic University of Applied Sciences Saarbrücken
Course
Gesundheitsförderung
Grade
1,0
Author
Heidrun Hau (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V79338
ISBN (eBook)
9783638867559
Language
German
Tags
Straßenkinder Gesundheitsförderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heidrun Hau (Author), 2005, Straßenkinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79338
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