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Max Weber - Die Entdeckung des Menschen aus dem Licht der Ökonomie

Title: Max Weber - Die Entdeckung des Menschen aus dem Licht der Ökonomie

Term Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexander Brehm (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die Wertfreiheit innerhalb der Wissenschaften ist heute selbstverständlich und untrennbar mit dem Namen Max Weber verbunden. Diese verteidigte er vehement gegen die Methodologie des universitären Lehrbetriebes des frühen 20. Jahrhunderts. Erstaunlich ist dies insofern, da Weber so als Nationalökonom den Grundstein für die Eigenständigkeit der Sozialwissenschaften gelegt und sie aus dem Leib einer nomothetisch orientierten Wirklichkeitserfassung gelöst hat. Ziel dieser Hausarbeit ist es, folgender Frage nachzugehen: Wie kann in einer an ökonomischen Prozessen geleiteten Wissenschaft die Wurzel und die Begründung einer Forschung entspringen, die am sozialen Handeln der Menschen ausgerichtet ist.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Entdeckung des Menschen aus dem Licht der Ökonomie

1. Max Weber und die historische Schule der Nationalökonomie

1.1. Der Nationalstaat und die Volkswirtschaft

1.2. Die anthropozentrische Wende

1.2.1. Webers Reflexion über Georg Friedrich Wilhelm Roscher

1.2.2. Webers Reflexion über Karl Gustav Adolf Knies

1.3. Zwischenfazit

2. Objektivität als Zentrum wissenschaftlicher Erkenntnis

2.1. Rickert und Weber – Die Nationalökonomie im Zeichen der Philosophie

2.2. Weber – Eine Frage der Objektivität?

III. Die Hinwendung an den Menschen. Begleiterscheinung Weberscher methodologischer Kritik? (Schlussbetrachtung)

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Max Weber durch seine methodologische Kritik an der Nationalökonomie das wissenschaftstheoretische Fundament für eine Soziologie legte, die das soziale Handeln des Menschen ins Zentrum rückt. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie in einer ökonomisch geleiteten Wissenschaft eine am menschlichen Handeln orientierte Forschung begründet werden kann.

  • Wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung mit der historischen Schule der Nationalökonomie.
  • Analyse der sogenannten „anthropozentrischen Wende“ in Webers Denken.
  • Untersuchung des Einflusses der Philosophie Heinrich Rickerts auf Webers Wissenschaftsverständnis.
  • Darstellung der Problematik der Werturteilsfreiheit im Kontext des zeithistorischen Methodenstreits.

Auszug aus dem Buch

1.2.2. Webers Reflexion über Karl Gustav Adolf Knies

Das Forschungsinteresse des Nationalökonomen Knies galt den methodologischen Problemen der Nationalökonomie. Im Zentrum steht bei ihm das menschliche Handeln, welches sowohl von naturgegebenen und historischen Einflüssen als auch vom freien Willen geprägt wird. Weber kritisierte, dass Knies die „Einwirkung der natürlichen und allgemeinen Zusammenhänge [...] als gesetzmäßige Einwirkung“ auffasst, da für diesen „Kausalität gleich Gesetzmäßigkeit“ ist. Damit setzte Knies den Gegensatz freien menschlichen Handelns und vorbestimmender topografischer Einflüsse auf das Handeln gleich mit der Wirkung der Natur auf das ökonomische Handeln als einen gesetzmäßigen Ablauf.

Nach Weber zeigt sich darin aber ein eklatanter Widerspruch, da die Irrationalität ökonomischen Handelns nach Knies nicht aus der geografisch und historisch individuellen Gestaltung der Wirtschaftsbedingungen erwächst. Diese dienen Knies sogar zur Grundlegung allgemeiner Wirtschaftsgesetze. Irrationales Handeln entspringt einzig aus der Willensfreiheit der Individuen. Dabei ist nach Weber gerade dies, also „die Identifikation von Determiniertheit mit Gesetzlichkeit einerseits, von freiem und individuellem, d. h. nicht gattungsmäßigem Handeln anderseits, ein so elementarer Irrtum.“ Im Gegenzug dürfe der Einzelne und dessen Einzeltat nicht ohne weiteres aus den gesetzbildenden Kategorien ausgeschlossen werden. Voraussetzung sollte alleine das Forschungsinteresse an der gegebenen historischen Wirklichkeit sein. Dazu sind sowohl die Kausalität der Wirkung durch die Handlung entscheidend als auch exogene Einflüsse, konkrete Motive und „charakterogenetische“ Hintergründe – wie ererbte Anlagen, Einflüsse der Erziehung, konkrete Lebensschicksale und das individuelle Milieu.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftstheoretische Fragestellung ein und erläutert Webers Weg von der Nationalökonomie zu einer am sozialen Handeln orientierten Soziologie.

II. Die Entdeckung des Menschen aus dem Licht der Ökonomie: Dieses Kapitel zeichnet Webers kritische Auseinandersetzung mit der historischen Schule und die Entwicklung seiner anthropozentrischen Perspektive nach.

III. Die Hinwendung an den Menschen. Begleiterscheinung Weberscher methodologischer Kritik? (Schlussbetrachtung): Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die Zentrierung auf den Menschen als entscheidendes Subjekt der Wissenschaft ein Resultat Webers wissenschaftstheoretischer Neupositionierung ist.

Schlüsselwörter

Max Weber, Nationalökonomie, Historische Schule, Wertfreiheit, Anthropozentrische Wende, Soziales Handeln, Wissenschaftstheorie, Heinrich Rickert, Objektivität, Werturteilsstreit, Verstehende Soziologie, Wirtschaftsgeschichte, Methodenstreit, Kausalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Max Weber die Nationalökonomie seiner Zeit kritisch betrachtete und dadurch den Grundstein für eine Soziologie legte, die das soziale Handeln des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit der Wissenschaftstheorie, dem Methodenstreit in der Nationalökonomie, der Bedeutung von Werturteilen in der Forschung und dem philosophischen Einfluss Heinrich Rickerts auf Weber.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, wie innerhalb einer ökonomisch orientierten Wissenschaft eine Forschung begründet werden kann, deren Ausgangspunkt das menschliche soziale Handeln ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftstheoretische und diskursanalytische Methode, um Webers Schriften im Kontext seiner Auseinandersetzung mit Zeitgenossen wie Roscher, Knies, Menger und Schmoller zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Webers Kritik an der historischen Schule, seine Abkehr von universalistischen Erklärungsmodellen und seine Auseinandersetzung mit der Erkenntnistheorie zur Sicherung der Objektivität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Max Weber sind die Begriffe Wertfreiheit, anthropozentrische Wende, soziale Handlung und Wissenschaftstheorie zentral für das Verständnis der Arbeit.

Warum ist Webers Kritik an Roscher und Knies für die Arbeit so wichtig?

Durch die Analyse dieser Denker verdeutlicht der Autor, wie Weber sich von naturalistischen und gesetzmäßigen Erklärungsmodellen löste und stattdessen den Menschen als handelndes Subjekt in den Fokus rückte.

Welche Bedeutung hatte der "Verein für Socialpolitik" für Webers Thesen?

Der Verein diente als entscheidendes Forum für den Werturteilsstreit, in dem Weber vehement gegen die Vermischung von Seinsollen und Seiendem argumentierte und sein Postulat der Wertfreiheit schärfte.

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Details

Title
Max Weber - Die Entdeckung des Menschen aus dem Licht der Ökonomie
College
University of Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Course
„Max Webers politisches Denken“
Grade
1,7
Author
Alexander Brehm (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V80288
ISBN (eBook)
9783638875059
ISBN (Book)
9783638875103
Language
German
Tags
Weber Entdeckung Menschen Licht Webers Denken“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Brehm (Author), 2006, Max Weber - Die Entdeckung des Menschen aus dem Licht der Ökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80288
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