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Die Politik des Reisens als Ausdruck modernen Lebensstils

Veranschaulicht am Beispiel der Sommerfrische am Semmering um 1900

Title: Die Politik des Reisens als Ausdruck modernen Lebensstils

Seminar Paper , 2006 , 34 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Mag. Christoph Virgl (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Meine Arbeit soll unter Berücksichtigung der historischen Entwicklungsprozesse (allen voran ökonomischer, soziologischer und gesellschaftlicher Natur), die Kultur der Sommerfrische am Semmering im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert rekonstruieren. Wobei es hier nicht nur um eine historische Aneinanderreihung von Fakten und Anekdoten gehen soll, sondern auch der Etablierung einer urbanen (elitären) Gesellschaft im ländlichen Raum nachgespürt wird. Entlang dieser Entwicklung wird der Versuch unternommen, die Kultur der Modere in ihren spezifischen Ausprägungen (Ästhetik/Architektur) und Lebenssphären auf der Bühne der Semmering-Villen und Hotels nachzustellen.

Die durchschnittliche Sommerfrische begann im Mai/Juni und endete im September. Der lange Aufenthalt des Großbürgertums ging jedoch nicht spurlos vor sich. So berichtet Wolfgang Kos in seinem Buch Schreibtisch mit Aussicht folgendes: "Die Sommerfrische beschleunigte den Transfer des Wiener Lebensstils in diverse Winkel der Monarchie - sofern diese an das Eisenbahnnetz angeschlossen waren".

Weitere behandelte Themen sind....
3. Die feinen Leute am Zauberberg, 4. Natur versus künstliche Landschaft, 5. Die elitären Villenkolonien am Semmering, 6. Hotels am Semmering, 7. Die mondäne Gesellschaft und ihre Aktivitäten....

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Fragestellung und Untersuchungsgegenstand

3. Theoretischer Ansatz

3.1 Begriffsdefinitionen

3.2 Die Moderne

3.3 Die Kultur der Sommerfrische

3.4 Die feinen Leute am Zauberberg

3.5 Natur versus künstliche Landschaft

4. Die Poltik des Reisens

5. Wien um 1900 und der Semmering

5.1 Wirtschaftliche und politische Situation (Wien um 1900)

6. Der Semmering wird erobert

6.1 Elitäre Villenkolonien am Zauberberg

6.2 Exkurs: Die Architektur der Villen

6.3 Einige Villen (Exemplarische Beispiele)

6.4 Hotels am Semmering

6.5 Antisemitismus und Sommerfrische

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Sommerfrische am Semmering um 1900 als Ausdruck eines modernen Lebensstils und als Instrument gesellschaftlicher Distinktion. Dabei wird die politische Dimension des Reisens und die Rolle der Architektur sowie des Antisemitismus im Kontext der elitären Wiener Gesellschaft analysiert.

  • Die Politik des Reisens als Ausdruck von Moderne und sozialem Status.
  • Architektonische Manifestationen als Symbole für Macht und Zugehörigkeit.
  • Die Rolle der Infrastruktur und des Tourismus bei der Erschließung der Bergregion.
  • Gesellschaftliche Exklusionsmechanismen und Antisemitismus in der Sommerfrische.
  • Die "künstliche Landschaft" als Konstrukt einer mondänen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.4 Die feinen Leute am Zauberberg

Die verwirrende Bezeichnung Zauberberg beschreibt den Kurort Semmering. Bis heute strapaziert der Tourismusverband diesen verheißungsvollen Begriff. Robert Pap erklärt, dass der Semmering keineswegs ein Berg ist, sondern vielmehr ein Paß der zwischen Sonnwendstein und Pinkenkogel verläuft (vgl. Pap, 2005, S 3). In diesem Abschnitt soll die Gesellschaft der Villenbesitzer, Hotelbesucher am Semmering näher definiert werden. Obwohl für die Prosperität der Semmeringregion das finanzkräftige Großbürgertum maßgeblich verantwortlich war, wird in Tourismusbroschüren gerne der Eindruck erweckt, als wäre der Zauberberg (und umliegende Regionen) ausschließlich von naturbeschreibenden Schriftstellern besiedelt gewesen. Das mag durchaus auch seine Richtigkeit haben, es bleibt jedoch fraglich, ob diese abseits der literarischen Erfassung derart prägend einwirkten wie das finanzstarke Großbürgertum. Die architektonischen Spuren und Verkünstlichung dieser Region kann anhand von Personen und Architekten historisch nachskizziert werden, welche ohne Zweifel über die nötigen finanziellen Ressourcen verfügten.

Als Distinktionsmerkmale dienten der noblen Gesellschaft, den feinen Leuten am Semmering, Symbole. Symbole in unterschiedlichsten Erscheinungsformen, wie Architektur, Umfang und Gestaltung der Liegenschaften, burgtorartige Grundstücksgrenzen, Hierarchie von Wohnraum und Ausblicksrang, Kleidung, Habitus (vgl. Girtler, 1989, S 12), Restaurantfrequenz bis hin zu Spazierrouten. Über diese Symbole wurde vermittelt, dass es sich hier um einen wohlhabenden Kreis handelte, welcher über ausreichend Geldmittel und kulturelles Kapital verfügt, um eine bereits bestehende Landschaft durch eigene Bauwerke und Anwesenheit zu verfeinern bzw. zu verändern.

Nicht nur in der Architektur manifestierte sich eine Kopie adeliger Lebensstile. Auch auf der institutionell-politischen Ebene vollzog sich unter Kaiser Franz Joseph ein radikaler Anstieg an Nobilitierungen (Erhebung in den Adelsstand).

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und die literarische sowie wissenschaftliche Einordnung des Themas Reisen und Sommerfrische.

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung des Reisens und den Untersuchungsgegenstand Sommerfrische ein.

2. Fragestellung und Untersuchungsgegenstand: Es wird die Absicht dargelegt, die Sommerfrische am Semmering als Ausdruck eines elitären Lebensstils und Machtausdrucks im ländlichen Raum zu untersuchen.

3. Theoretischer Ansatz: Das Kapitel definiert maßgebliche Begriffe wie Moderne und Sommerfrische zur politikwissenschaftlichen Analyse.

4. Die Poltik des Reisens: Hier wird die politische Dimension des Reisens und die Bedeutung der Mobilität im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung erörtert.

5. Wien um 1900 und der Semmering: Die sozioökonomische und politische Situation Wiens wird als Ausgangslage für die "Inbesitznahme" des Semmerings dargestellt.

6. Der Semmering wird erobert: Dieser Teil befasst sich mit der baulichen und sozialen Eroberung der Region durch das Großbürgertum, inklusive Architektur und Antisemitismus.

7. Resümee: Eine abschließende Reflexion über die Ergebnisse der Arbeit und die Bedeutung der kulturellen und ästhetischen Analyse des Phänomens.

Schlüsselwörter

Sommerfrische, Semmering, Moderne, Großbürgertum, Architektur, Tourismus, Distinktion, Mobilität, Wien um 1900, Gesellschaft, Lebensstil, Antisemitismus, Kulturgeschichte, Villenarchitektur, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert die kulturwissenschaftliche und politische Bedeutung der Sommerfrische am Semmering um 1900 als Ausdruck eines spezifischen, modernen Lebensstils des Wiener Großbürgertums.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Erschließung der Bergregion durch die Eisenbahn, die Etablierung elitärer Villenkolonien und Hotels, die Rolle der Architektur als Statussymbol sowie die gesellschaftlichen Ausgrenzungsmechanismen, insbesondere den Antisemitismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Sommerfrische nicht nur als Erholungsphänomen, sondern als politisch und ökonomisch motivierte Konstruktion einer "künstlichen Landschaft" zu rekonstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine politikwissenschaftliche und kulturhistorische Analyse unter Einbeziehung soziologischer Theorien, insbesondere zur Distinktion und zur Moderne.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Wiener Lebensverhältnisse um 1900, die bauliche Entwicklung des Semmerings, eine detaillierte Betrachtung der Villenarchitektur und der großen Hotelbetriebe sowie eine Analyse antisemitischer Tendenzen in der Sommerfrischekultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Sommerfrische, Semmering, Moderne, Architektur, Distinktion, Großbürgertum und Tourismus sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Warum war der Begriff "Zauberberg" für die Tourismuswerbung so bedeutend?

Der Begriff verlieh der Region einen Nimbus des Exklusiven und Unerreichbaren, was gezielt genutzt wurde, um zahlungskräftige Gäste aus dem Wiener Großbürgertum anzuziehen.

Welche Rolle spielte der Antisemitismus in der Sommerfrische?

Antisemitische Einstellungen waren in der damaligen Gesellschaft weit verbreitet und manifestierten sich auch im Tourismus durch den Ausschluss jüdischer Gäste in bestimmten Hotels oder Regionen, was die Exklusivität und das "völkische" Selbstverständnis betonen sollte.

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Details

Title
Die Politik des Reisens als Ausdruck modernen Lebensstils
Subtitle
Veranschaulicht am Beispiel der Sommerfrische am Semmering um 1900
College
University of Vienna  (für Politikwissenschaft)
Course
SE: Moderne Ästhetik und politische Bildung
Grade
Sehr gut
Author
Mag. Christoph Virgl (Author)
Publication Year
2006
Pages
34
Catalog Number
V80536
ISBN (eBook)
9783638830393
ISBN (Book)
9783638831697
Language
German
Tags
Politik Reisens Ausdruck Lebensstils Moderne Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Christoph Virgl (Author), 2006, Die Politik des Reisens als Ausdruck modernen Lebensstils , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80536
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