In der folgenden Arbeit soll ein deutsches Franchise-System beispielhaft näher beleuchtet werden. Dies soll besonders im Hinblick auf die Unternehmensstruktur, wirtschaftliche Entwicklung, die externen Einflüsse der Umwelt und vor allem auf die Herausbildung bzw. Entwicklung der organisationalen Identität bzw. Netzwerkidentität thematisiert werden. Dazu bietet das deutsche Augenoptiker-Gewerbe ein interessantes Umfeld. In diesem mittelständisch geprägten Markt hat es in den vergangenen Jahren erhebliche Veränderungen gegeben. Die Marktentwicklung war zunächst durch hohes Wachstum geprägt, gefolgt von einer Phase der Rezession und Konsolidierung bedingt durch gesetzliche Veränderungen im Gesundheitswesen. Als Ergebnis dieser Entwicklung hat es bei den Marktteilnehmern auch gravierende Veränderungen bezüglich der Eigentumsverhältnisse, Unternehmensstruktur und –strategie gegeben. Diese Entwicklung und die daraus resultierenden Einflüsse auf das Unternehmen sollen im Folgenden exemplarisch am Beispiel von Apollo-Optik als Franchise-System dargestellt werden. Dabei soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, wie sich die Veränderungen im Unternehmen und der Umwelt auf die Identität von Apollo-Optik ausgewirkt hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Darstellung von Apollo-Optik
2.1 Einordnung in die Branche
2.2 Unternehmensstruktur und -strategie
2.3 Das Franchise-System von Apollo
3 Identität von und in Franchise-Systemen
3.1 Theorie
3.2 Organisations- und Netzwerkidentität im Apollo-System
4 Zusammenfassung
A) Interview mit einem Franchise-Nehmer
B) Telefoninterview mit dem Franchise-Geber (Gedächtnisprotokoll)
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Unternehmensentwicklung und der Expansionsstrategie im deutschen Augenoptiker-Markt auf die Herausbildung und Konstitution von organisationaler Identität und Netzwerkidentität am Beispiel von Apollo-Optik.
- Analyse der Branchenstruktur und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
- Untersuchung der Unternehmensstruktur und -strategie von Apollo-Optik.
- Bewertung der Franchise-Beziehung und deren Einfluss auf die Identitätsbildung.
- Ermittlung des Einflusses der Netzwerkidentität auf die beteiligten Partner.
Auszug aus dem Buch
Organisations- und Netzwerkidentität im Apollo-System
Zunächst soll die Herausbildung der organisationalen Identität des Franchise-Gebers beschrieben werden. Hierbei sind mindestens zwei Einflussfaktoren aus der Unternehmensgeschichte von prägender Bedeutung. So lässt sich annehmen, dass im Rahmen des Eigentümerwechsels von der Quelle-Schickedanz-Gruppe hin zu einem internationalen Investor angelsächsischer Prägung sich nicht nur die Struktur der Unternehmung gewandelt hat, sondern auch die Identität der Organisation einem nachhaltigen Veränderungsprozess unterworfen war. So machten die Interviews deutlich, dass durch die neuen Kapitalgeber mit veränderter Konzeption, Renditevorgaben und Strategie sich einerseits die Unternehmensstruktur im Rahmen der Expansion bzw. Umstrukturierung und andererseits die Unternehmenskultur und Kommunikation tiefgreifend veränderten. Des Weiteren ist festzustellen, dass auf Grund der gefahrenen Expansionsstrategie, Marktdurchdringung an lukrativen Standorten mit eigenen Filialen und ggf. zusätzliches Wachstum mit Franchise-Nehmern, die organisationale Identität von Apollo weiter gefestigt wurde.
Dieser Prozess der Stärkung wurde auch durch die gesteigerte Aufnahme von Franchise-Partnern nicht gestört oder entgegengewirkt. Grund dafür, so wurde in den Befragungen deutlich, ist vor allem die Tatsache, dass sich die neuen Franchise-Partner vornehmlich aus ehemaligen Mitarbeitern, die mehr unternehmerische Verantwortung übernehmen wollen, rekrutieren. Diese sind auf Grund ihrer bereits langjährigen Karriere im Unternehmen mit den Produkten und allen operativen Prozessen aber auch mit den informellen Strukturen und Kommunikationswegen soweit vertraut, dass die Einheitlichkeit des Gesamtsystems weiterhin gewährleistet bleibt bzw. nicht gefährdet wird und mögliches Konfliktpotenzial oder anderweitige Risiken hinsichtlich der gegebenenfalls unintendierten Veränderungen weitgehend minimiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema der Identitätskonstitution innerhalb eines Franchise-Systems unter Berücksichtigung der Veränderungen im Augenoptik-Markt.
2 Darstellung von Apollo-Optik: Detaillierte Betrachtung der Branchenzugehörigkeit, der Unternehmensentwicklung und der spezifischen Struktur des Franchise-Systems bei Apollo-Optik.
3 Identität von und in Franchise-Systemen: Theoretische Herleitung des Identitätsbegriffs und Analyse der Organisations- sowie Netzwerkidentität im Kontext des Apollo-Systems.
4 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Dominanz einer vom Franchise-Geber geprägten Netzwerkidentität.
Schlüsselwörter
Franchising, Apollo-Optik, organisationale Identität, Netzwerkidentität, Augenoptik, Unternehmensstrategie, Identitätskonstitution, Franchise-Geber, Franchise-Nehmer, Expansion, Branchenentwicklung, Organisationsstruktur, Systemidentität, Plural-Form.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die unternehmerische Entwicklung und die Expansionsstrategie des Unternehmens Apollo-Optik auf die Identitätsbildung innerhalb des Franchise-Netzwerks auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Identitätstheorie, die Unternehmenshistorie von Apollo-Optik, die Struktur des Franchise-Systems und die Rollenverteilung zwischen Franchise-Geber und -Nehmern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie das Franchise-System die Organisations- und Netzwerkidentität formt und ob Franchise-Nehmer einen wahrnehmbaren Einfluss auf diese Identität ausüben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Experteninterviews, die sowohl mit einem Franchise-Nehmer als auch mit einem Verantwortlichen der Zentrale geführt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Rahmen zur Identität und danach die konkrete Umsetzung und Steuerung von Identität im Apollo-System analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Franchising, Identitätskonstitution, Netzwerkidentität, Expansion und Organisationskultur.
Welche Bedeutung haben ehemalige Mitarbeiter für das Franchise-System?
Ehemalige Mitarbeiter, die als Franchise-Nehmer gewonnen werden, sind für Apollo von großer Bedeutung, da sie bereits mit den operativen Abläufen und der Systemkultur vertraut sind, was die Konsistenz des Netzwerks sichert.
Wie wirkt sich die „Plural-Form“ bei Apollo auf die Identität aus?
Trotz des Nebeneinanders von Filialen und Franchise-Betrieben dominiert eine einheitliche, vom Franchise-Geber festgelegte Netzwerkidentität, während die Identitäten der Franchise-Nehmer kaum Einfluss auf das Gesamtsystem haben.
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- Dipl.-Kfm. Ingo Schwartzer (Author), 2006, Eine Analyse eines Franchise-Systems am Beispiel von Apollo-Optik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81274