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Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung

Titel: Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung

Seminararbeit , 2002 , 37 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: A. Ottlik (Autor:in), M. Gauger (Autor:in), V. Kletzsch (Autor:in)

Pädagogik - Berufsbildung, Weiterbildung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Arbeit ist in drei wesentliche Bereiche aufgeteilt, die nun kurz vorgestellt werden.
Der erste Teil befasst sich mit der Frage welcher Zusammenhang zwischen den beiden Komponenten Bildung und landwirtschaftlicher Fortschritt in Entwicklungsländern besteht und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen müssen, damit ein Erfolg verzeichnet werden kann. Diese Fragen und die Frage nach technisch- landwirtschaftlichem und beruflichem Unterricht in Schulen beschäftigen seit langer Zeit die Wissenschaft weltweit. Der Text „Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung“ von Philip Foster (1995) dient hierzu als Grundlage und alle folgenden Kapitel des ersten Teils beziehen sich ausschließlich auf ihn.
Vor dem Hintergrund dieses Textes wird im nachfolgenden zweiten Teil beschrieben, welche Methoden die Autoren dieser Arbeit gewählt haben um die wesentlichen Inhalte Studenten zu vermitteln. Als Vorlage diente ein Methoden- Mix aus Gruppenarbeit, Fishbowl und Fallarbeit. Anhand dieser Methoden sollten den Kursteilnehmern die wichtigsten Aussagen des Textes nahe gebracht werden.
Im letzten Teil werden letztendlich die Umsetzung der Methode und die somit gefundenen Ergebnisse der Diskussion präsentiert, gefolgt von einem zusammenfassenden und auf die heutige Situation in der deutschen Bildungspolitik bezogenen Resumée.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung

2.1 Einleitung

2.2 Die Erfahrung Ghanas während der Kolonialzeit

2.3 Der Angestellten-Mythos und berufliche Vorstellungen

2.4 Schwierigkeiten der Manpower- Planung

2.5 Die Ausbildung technischer Arbeitskräfte

2.6 Probleme der landwirtschaftlichen Ausbildung und Entwicklung

2.7 Bildungsstrategien für die Entwicklung

3 Methoden

3.1 Einleitung

3.2 Gruppenbildungsprozesse

3.2.1 Lernziele

3.2.2 Rahmenbedingungen

3.2.3 Durchführung

3.2.4 Hinweise

3.3 Gruppenarbeit

3.3.1 Lernziele

3.3.2 Rahmenbedingungen

3.3.3 Durchführung

3.4 Fishbowl

3.4.1 Lernziele

3.4.2 Rahmenbedingungen

3.4.3 Durchführung

3.5 Fallarbeit

3.5.1 Lernziele

3.5.2 Rahmenbedingungen

3.5.3 Durchführung

4 Praktische Umsetzung der Methode

4.1 Vorüberlegungen

4.2 Durchführung der Methode

5 Feedback

5.1 Kritik und Diskussion zur methodischen Umsetzung

6 Resumée

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Bildung und landwirtschaftlichem Fortschritt in Entwicklungsländern, wobei die kontroversen Positionen von Philip Foster und Thomas Balogh analysiert werden. Ziel ist es, auf Basis dieser theoretischen Auseinandersetzung ein didaktisches Konzept zur Vermittlung der Thematik in einer Seminarumgebung zu entwickeln und dessen praktische Umsetzung kritisch zu reflektieren.

  • Analyse des "Berufsbildungsirrtums" in der Entwicklungsplanung am Beispiel Ghanas.
  • Gegenüberstellung der Ansätze von Thomas Balogh und Philip Foster.
  • Konzeption und Einsatz interaktiver Lehrmethoden wie Fishbowl, Gruppenarbeit und Fallarbeit.
  • Kritische Reflexion der methodischen Umsetzung und Moderation im Seminarkontext.
  • Diskussion der Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf das deutsche Bildungssystem.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Erfahrung Ghanas während der Kolonialzeit

Ausgehend von den 1847 formulierten Forderungen des Privy Council, in denen Baloghs Ansichten weitgehend wieder zu finden sind, lag in Ghana bis zu seiner Unabhängigkeitserklärung 1957 der Hauptgehalt auf dem Aufbau einer beruflichen und landwirtschaftlichen Ausbildung.

Bis 1959 herrschte allerdings in der Realität eine expandierende akademische Grund- und Sekundarbildung, was natürlich im Widerspruch zu den damals formulierten Forderungen nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung stand, denn im Endeffekt wurden nur 1% der damaligen Bevölkerung landwirtschaftlich oder technisch ausgebildet. Woran könnte das gelegen haben?

Sicherlich nicht daran, dass die ghanaische Regierung alle Versuche, eine solche Bildung durchzusetzen abgelehnt hätte. Im Gegenteil, in Schrift ab 1850 bis hinein ins 20. Jh. ist dokumentiert, dass genügend Anstrengungen unternommen wurden, landwirtschaftlicher Bildung eine hohe Priorität zuzuschreiben, allerdings mag der Grund für diese Tatsache darin liegen, dass alle Bestrebungen, eine landwirtschaftlich-technisch orientierte Bildung zu etablieren, erfolglos blieben.

Foster spricht von einer „Verschwendung“ ausgebildeter Arbeitskräfte, wie sie in vielen unterentwickelten Ländern zu finden ist. Zustande kam diese Entwicklung, weil innerhalb Afrikas der Einfluss europäischer Mächte sehr groß war. Man hat sich also an westlicher, hauptsächlich akademischer, Bildung orientiert. Die Folge davon war, dass die meisten ausgebildeten Leute im gut bezahlten Dienstleistungssektor angestellt wurden, der somit dem landwirtschaft- technischen Bereich lange Zeit überlegen war. Dabei hat sich diese Entwicklung herauskristallisiert, wie sie im vorherigen Absatz beschrieben wurde, nämlich, dass sich eine landwirtschaftliche Ausbildung niemals aufbauen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Bildungsökonomie in Entwicklungsländern ein und umreißt den Aufbau des theoretischen sowie des methodisch-praktischen Teils.

2 Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung: Dieses Kapitel diskutiert die Ansichten von Balogh und Foster hinsichtlich der Rolle von Bildung für den landwirtschaftlichen Fortschritt und beleuchtet das Beispiel Ghana.

3 Methoden: Hier werden die theoretischen Grundlagen für die gewählten Vermittlungsformen wie Gruppenbildung, Gruppenarbeit, Fishbowl und Fallarbeit dargelegt.

4 Praktische Umsetzung der Methode: Dieses Kapitel beschreibt die Planung und Durchführung einer simulierten Parlamentssitzung im Seminar zur Erarbeitung der theoretischen Standpunkte.

5 Feedback: Hier erfolgt eine Auswertung der Seminarstunde anhand der Reaktionen der Teilnehmenden und einer kritischen Selbstreflexion der Kursleiter.

6 Resumée: Die Autoren ziehen ein Fazit und setzen die in Ghana gewonnenen Erkenntnisse in Bezug zur aktuellen Bildungssituation in Deutschland.

Schlüsselwörter

Entwicklungsplanung, Berufsbildung, landwirtschaftlicher Fortschritt, Ghana, Bildungsökonomie, Didaktik, Gruppenarbeit, Fishbowl, Fallarbeit, Methodik, Lehrpläne, Arbeitslosigkeit, Wissensvermittlung, Bildungsstrategien, Wirtschaftswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Debatte um die Rolle beruflicher Bildung in Entwicklungsländern, speziell die Frage, ob eine stärkere Fokussierung auf landwirtschaftliche Ausbildung das Wirtschaftswachstum fördern kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der sogenannte "Berufsbildungsirrtum", die Kritik an der einseitigen Ausrichtung auf akademische Bildung und die Anwendung aktivierender Lehrmethoden in einem Hauptseminar.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist die theoretische Auseinandersetzung mit der Bildungskritik von Philip Foster gegenüber Thomas Balogh sowie die Erprobung und Reflexion einer methodisch anspruchsvollen Seminarstunde.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse der Thesen von Foster und Balogh mit einem methodisch-didaktischen Reflexionsbericht über die eigene Seminargestaltung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Thesen zur Entwicklungsplanung, die Vorstellung didaktischer Methoden und die Dokumentation einer simulierten Entscheidungssituation im Seminar.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Entwicklungsplanung, Berufsbildung, landwirtschaftlicher Fortschritt, didaktische Methoden, Fishbowl, Fallarbeit und Bildungsökonomie.

Warum wurde Ghana als Fallbeispiel gewählt?

Ghana dient als historisches Beispiel für den Einfluss kolonialer Bildungsstrukturen, die trotz gegenteiliger Absichten die akademische Bildung gegenüber der notwendigen landwirtschaftlichen Ausbildung bevorzugten.

Was ist das Fazit der Autoren bezüglich der deutschen Bildungspolitik?

Die Autoren stellen fest, dass sich die Positionen von Balogh und Foster nicht eins zu eins auf das deutsche Schulsystem übertragen lassen, weisen jedoch auf die Problematik der Dreigliederung und den Wert ganzheitlicher Bildungsansätze hin.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autoren
A. Ottlik (Autor:in), M. Gauger (Autor:in), V. Kletzsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
37
Katalognummer
V81329
ISBN (eBook)
9783638851541
ISBN (Buch)
9783638850919
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berufsbildungsirrtum Entwicklungsplanung Berufsbildung Entwicklung Irrtum Planung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
A. Ottlik (Autor:in), M. Gauger (Autor:in), V. Kletzsch (Autor:in), 2002, Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81329
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Leseprobe aus  37  Seiten
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