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Proximale Prozesse in Elternhaus und Schule und ihre Bedeutung für die Schulleistung

Title: Proximale Prozesse in Elternhaus und Schule und ihre Bedeutung für die Schulleistung

Thesis (M.A.) , 2007 , 109 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Markus Szczesny (Author)

Pedagogy - Family Education
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Aktuelle Schulleistungsuntersuchungen wie PISA beziehen sich in ihrem theoretischen Hintergrund auf ökonomische Theorien wie Bourdieus Kapitaltheorie oder Boudons Theorie primärer und sekundärer Herkunftseffekte.

Wie in dieser Arbeit gezeigt wird, erschwert die empirische Schulforschung durch die Verwendung einer nicht-pädagogischen Semantik die Diskussion mit breiten Teilen der Pädagogik: Lehrer und Pädagogen stehen Untersuchungen kritisch gegenüber, die sich aufgrund der gewählten Ausgangstheorie nicht "zum Anwalt des Kindes" (Nohl) machen können.

Im Nachvollzug der historischen Genese des Schulleistungsprinzips (nach Klafki) soll in dieser Arbeit gezeigt werden, dass einerseits PISA eine gut zu begründete Theoriebasis verwendet, dass dabei andererseits aber der Kontakt zur Pädagogik verloren zu gehen droht und wichtige Perspektiven unberücksichtigt bleiben.

Als erweiterndes Konzept wird deshalb Urie Bronfenbrenners bio-ökologisches Modell der menschlichen Entwicklung in den Blick genommen, in dem eine Theorie proximaler Prozesse den Bereich der pädagogischen Praxis empirisch operationalisiert, der als blinder Fleck einer ökonomischen Theorie ausgemacht wurde.

Proximale Prozesse, d.h. wiederholt oder über einen längeren Zeitraum stattfindende Interaktionen im Nahbereich von Menschen, modellieren einen theoretischen Rahmen, der als hoch anschlussfähig innerhalb der Pädagogik erscheint, ohne empirische Operationalität einzubüßen.

Deshalb wird Bronfenbrenners Theorie proximaler Prozesse anhand zweier Datensätze (einen, der an der IGS-Göttingen erhoben wurde und dem PISA Datensatz) empirisch (erfolgreich) überprüft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Was ist Schulleistung?

1.1 Die Mehrdimensionalität des Schulleistungsbegriffs

1.2 Die Zweideutigkeit von ›Schulleistung‹

1.3 Zur Geschichte der Schulleistung

2 Zur Theorie der Bildungsungleichheit

2.1 Das Referenzmodell: die ›Meritokratie‹

2.2 Bourdieus ›Kapital‹ und ›Habitus‹

2.3 Boudons ›Herkunftseffekte‹

2.4 Das Bourdieu-Boudon-Paradigma

2.5 Probleme und Desiderate

3 Bronfenbrenners Modell der menschlichen Entwicklung

3.1 Anlage und Umwelt

3.2 Die Ökologie der menschlichen Entwicklung

3.3 Das bio-ökologische Modell des Entwicklungsprozesses

3.4 Proximale Prozesse

3.5 Operationalisierung des bio-ökologischen Modells

3.6 Zusammenfassung und Ausblick: Bronfenbrenners bio ökologisches Modell als Theorie proximaler Prozesse

4 Empirische Überprüfung des bio-ökologischen Modells

4.1 Problemstellung

4.1.1 Forschungsstand

4.1.2 Ableitung von Forschungshypothesen

4.2 Statistische Verfahren

4.2.1 Umgang mit fehlenden Werten

4.2.2 Analysemethode

4.2.3 Zentrierung der Prädiktorvariablen

4.2.4 Mögliche Wirkungen von Interaktionseffekten

4.3 IGS Göttingen-Geismar

4.3.1 Stichprobe und Instrumente

4.3.2 Ergebnisse

4.3.3 Zusammenfassung

4.4 PISA-Studie

4.4.1 Stichprobe und Instrumente

4.4.2 Ergebnisse

4.4.3 Zusammenfassung

4.5 Diskussion und Grenzen der Untersuchungen

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung proximaler Prozesse in Elternhaus und Schule für die Schulleistung. Ziel ist es, den Wirkungszusammenhang zwischen sozialer Herkunft, familiären bzw. schulischen Interaktionsprozessen und Bildungserfolg zu klären, um das "Wie"-Rätsel der Bildungsungleichheit pädagogisch fundierter zu beantworten.

  • Analyse des Begriffs der Schulleistung und seiner gesellschaftlichen Dimensionen.
  • Darstellung der soziologischen Theorien zur Bildungsungleichheit (Bourdieu/Boudon).
  • Einführung des bio-ökologischen Modells von Bronfenbrenner als theoretischer Rahmen.
  • Empirische Überprüfung des Modells anhand der IGS Göttingen-Geismar und PISA-Daten.
  • Diskussion pädagogischer Handlungsmöglichkeiten bei der Gestaltung von Lernumwelten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Anlage und Umwelt

Die Frage, ob „es ausschließlich Erbfaktoren sind, auf die menschliches Verhalten zurückgeführt werden muß“ (Klafki et al. 1971: 15), war nach Klafki ausdrücklich zwar erst als Reaktion auf den Einzug des Leistungsprinzips in die Schule gestellt worden (vgl. Kapitel 1.3). Sie ist aber trotzdem „von entscheidender Bedeutung für jegliche Erziehung“ (Klafki et al. 1971: 15).

„Denn Erziehung zielt auf die Entwicklung und Veränderung von Verhaltensweisen ab, und zwar durch gezielte Anordnungen von Umweltfaktoren wie Gebote und Verbote von Eltern, Besuch einer Schule, Lehrlingsausbildung in einem Betrieb usw. Wäre nun menschliches Verhalten ausschließlich durch die biologische Anlage bestimmt, dann wäre damit jede Erziehungsabsicht, die auf Veränderungen zielt, illusorisch. Allenfalls könnte Erziehung dann noch darauf einwirken, daß sich die Anlagen optimal entfalten.“ (Klafki et al. 1971: 15)

Mit anderen Worten: Erziehung – z.B. im Sinne ›schulischer Erziehung‹ – ist nur möglich, „wenn auch die Umwelt von Bedeutung für die Entwicklung menschlichen Verhaltens und menschlicher Eigenschaften ist“ (Klafki et al. 1971: 15). Dass die Frage nach dem Zusammenspiel von Anlage und Umwelt bei der Ausprägung von Verhaltensmerkmalen allerdings nicht ohne weiteres zu beantworten ist, lässt sich plakativ an Tierversuchen mit Ratten zeigen, wie sie von Tryon (1940) und Cooper & Zubek (1958) durchgeführt worden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Was ist Schulleistung?: Dieses Kapitel beleuchtet die Mehrdimensionalität und die Zweideutigkeit des Schulleistungsbegriffs sowie dessen historische Genese als gesellschaftliches Instrument.

2 Zur Theorie der Bildungsungleichheit: Hier werden die meritokratischen Grundlagen hinterfragt und mit den soziologischen Ansätzen von Bourdieu und Boudon kontrastiert, um Disparitäten als Folge von Reproduktionsprozessen zu begreifen.

3 Bronfenbrenners Modell der menschlichen Entwicklung: Das Kapitel führt das bio-ökologische Modell ein, das die Entwicklung des Menschen als wechselseitigen Prozess zwischen Anlage und Umwelt durch proximale Prozesse beschreibt.

4 Empirische Überprüfung des bio-ökologischen Modells: Dieser Teil testet das theoretische Modell anhand von Daten der IGS Göttingen-Geismar und der PISA-Studie auf seine Eignung zur Erklärung von Leistungsunterschieden.

5 Schluss: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die pädagogische Neubeschreibung von Bildungsungleichheit jenseits biologistischer Begabungsmodelle.

Schlüsselwörter

Schulleistung, Bildungsungleichheit, Meritokratie, Habitus, Kulturkapital, Bronfenbrenner, bio-ökologisches Modell, proximale Prozesse, Schulentwicklung, PISA-Studie, Erziehungspraxis, Sozialisation, Interaktionseffekte, Bildungsbeteiligung, Schulerfolg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie soziale Herkunft und familiäre sowie schulische Bedingungen die Schulleistung von Schülerinnen und Schülern beeinflussen, basierend auf dem Modell proximaler Prozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Bildungsgerechtigkeit, soziologische Theorien zu Bildungsdisparitäten, Entwicklungspsychologie und die empirische Überprüfung von Interaktionseffekten auf den Schulerfolg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, wie proximale Prozesse (direkte Interaktionen) als "Motor" für die menschliche Entwicklung fungieren und warum diese Prozesse herkunftsbedingte Bildungsunterschiede verstärken oder abmildern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt theoretische Analysen soziologischer und pädagogischer Ansätze und kombiniert diese mit empirischen Methoden der moderierten multiplen Regression (MMR) zur Auswertung von Datensätzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung durch Bourdieu, Boudon und Bronfenbrenner sowie die empirische Validierung durch zwei Datensätze zur Bedeutung familiärer und schulischer Lernumwelten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Schulleistung, Bildungsungleichheit, proximale Prozesse, kulturelles Kapital und das bio-ökologische Entwicklungsmodell.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Was"- und "Wie"-Fragen eine so große Rolle für den Autor?

Der Autor argumentiert, dass eine reine Beschreibung von Ursachen (Was) nicht ausreicht; erst das Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen und Interaktionsprozesse (Wie) ermöglicht eine pädagogisch fundierte Einflussnahme.

Welchen Stellenwert nimmt die PISA-Studie innerhalb der Untersuchung ein?

Die PISA-Studie dient als umfangreiche empirische Basis, um die theoretische Annahme zu prüfen, ob ein gymnasiales Umfeld als proximaler Prozess eine ausgleichende Wirkung auf den Einfluss des familiären Hintergrunds haben kann.

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Details

Title
Proximale Prozesse in Elternhaus und Schule und ihre Bedeutung für die Schulleistung
College
University of Göttingen  (Pägagogisches Seminar)
Grade
1,0
Author
Magister Artium Markus Szczesny (Author)
Publication Year
2007
Pages
109
Catalog Number
V81761
ISBN (eBook)
9783638881128
Language
German
Tags
Proximale Prozesse Elternhaus Schule Bedeutung Schulleistung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Markus Szczesny (Author), 2007, Proximale Prozesse in Elternhaus und Schule und ihre Bedeutung für die Schulleistung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81761
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