Ausgehend von der Fragestellung "Wie lässt sich eine konstruierte nationale Identität durch kulturelle Botschaften in einer von staatlichen Seite ins Leben gerufene Imagekampagne auf eine Bevölkerung transferieren"?, widmet sich die vorliegende Arbeit der Image-Konstruktion einer Nation durch kollektive Identitätenbildung. PR- Kommunikation und Kulturpolitik sollen als zentrale Aspekte die Untersuchung leiten. Dazu sollen vorerst theoretisch Konzepte der Public Relation – Kommunikation besprochen werden. Im Kontext der Image-Konstruktion bilden die Rezeption und Rezipientenspezifischen Bedingungen einen besonderen inhaltlichen und analytischen Stellenwert. Diese Bedingungen und Regelhaftigkeiten werden im analytischen Teil praktisch aufgegriffen und anhand des zweiten Schwerpunkts dieser Arbeit in Bezug gesetzt. Dieser widmet sich der Konstruktion kollektiver Identitäten. Dazu werden verschiedenste Theorien benachbarter Wissenschaften aufgegriffen und sollen sich an der Praxis erproben lassen. Die zentrale Untersuchung leitet hierbei die Analyse kollektiver Identitätenbildung der ehemaligen deutschen Staaten. Ob es seit der Wiedervereinigung Deutschlands ein Kollektiv, welches Volksnation genannt werden kann, existiert und worauf es sich gründet, soll Zielsetzung des zweiten Teils sein. Die Autorin ist von der Existenz einer Volksnation im gegenwärtigen Sinne welche sich auf kulturelle Werte gründet überzeugt und will diese in den Botschaften der Kampagne Du bist Deutschland nachweisen. Kulturphilosophische und Kulturpolitische Untersuchungen bilden daher den Kern inhaltlicher Auseinandersetzungen im zweiten Teil dieser Arbeit. Welche kulturellen Botschaften soll der deutschen Nation zu neuer Identität verhelfen? Die Entschlüsselung des konstruierten Images wird auf Grundlage der theoretischen Abhandlungen der PR-Kommunikation und Kulturpolitik in den analytischen Kontext dieser Arbeit gesetzt und ergänzt die Fragestellung des Abschnittes zur Vermittlung nationaler Identität durch Kulturelle Werte.
Anhand der Anzeigemedien der Kampagne soll diese Fragestellung untersucht werden um die Komponenten gegenwärtiger nationaler Identität zu rekonstruieren. Für eine optimale Auswertung des Analysematerials werden Frequenzanalysen und kontextuell verankerte Strukturanalysen in Kombination verwandt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I Imagekonstruktion
1. Grundverständnis der Public Relation – Kommunikation
1.1. Public Relation Modelle
1.2. Öffentlichkeiten/Zielgruppen und Stakeholdernetzwerke
1.3. Public Relation und Image
2. Image
2.1. Entstehung von Images
2.1.1. Rezipient und Image
2.1.2. Wechselwirkungen zwischen Botschaft und Rezipient
3. Konstruktionen von Images
3.1. Corporate Identity
3.2. Imagetransfer
4. Zusammenfassung und Fazit
Teil II kulturelle – nationale Identität
1. Grundverständnis des Identitätsbegriffes
1.1. Personale Identität
1.2. Soziale Identität
1.3. Kollektive Identität
2. Grundverständnis Kultur-Nation
2.1. Nation
2.2. Deutschlands Nation(en)
2.3. Nationale Identitäten
3. Zusammenfassung und Fazit
Teil III Untersuchungen
1. Untersuchungsgegenstand „Du bist Deutschland“ – die Kampagne
1.1. Zielsetzung
1.2. Analytische Ordnung der linkages und issues Beziehungen
1.3. Operative Umsetzung
1.4. Strategische Umsetzung
2. Untersuchungsmethode
2.1. Kategoriensystem
2.2. Analyse und Codiereinheiten
3. Ergebnisse der Medienanalyse und Auswertung
3.1. Kulturelle / Nationale Identitätskerne
3.2. Leitbild / Gesellschaftliche Werte
3.2.1. Strukturanalyse
3.3. Traditionelle Werte
3.3.1. Strukturanalyse
3.4. Wirtschaftliche Werte
3.4.1. Strukturanalyse
IV Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit widmet sich der Image-Konstruktion einer Nation durch kollektive Identitätsbildung, untersucht anhand der Kampagne "Du bist Deutschland" und der Fragestellung, wie konstruierte nationale Identität durch kulturelle Botschaften auf eine Bevölkerung übertragen werden kann.
- Theoretische Konzepte der PR-Kommunikation und Imagebildung
- Strukturen von kultureller und nationaler Identität
- Analyse der Kampagne "Du bist Deutschland" als Fallbeispiel
- Methodik der Medien- und Strukturanalyse zur Identitätsrekonstruktion
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Wechselwirkungen zwischen Botschaft und Rezipient
Jede Kommunikation ist ein zweiseitiger Prozess und referiert auf gesamtgesellschaftliche Bezugssysteme. Kommunikation muss also in soziale Zusammenhänge und gesellschaftliche Bedingungen eingebunden werden, um effektive Anwendung zu finden.
„Images und Imageindikatoren […] sind in Beziehung zu setzen zu bestimmbaren soziokulturellen und soziostrukturellen Zusammenhängen: Gesellschaften, Städten, Branchen, politischen Parteien, Märkten, Organisationen, Haushalten und anderen wandelbaren humansozialen Systemen bestimmter Zeiten“.
Erst dieses In-Beziehung-Setzen generiert den Sinn, mit dem Informationen angereichert werden müssen, um innerhalb des Kommunikationsprozesses zur Botschaft zu werden.
Entsprechend der Auffassung, Images nicht als „productions concepts of image“, sondern als „consumption concepts of images“ zu betrachten, muss die Frage nach den Wechselwirkungen von Botschaft und Rezipient in den Vordergrund gestellt werden. Images vermitteln Botschaften, die auf gesamtgesellschaftlichen Bezugssystemen und Imageindikatoren basieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung legt das Fundament der Untersuchung, indem sie die Relevanz der Kampagne "Du bist Deutschland" hervorhebt und die zentrale Forschungsfrage nach der Übertragung konstruierter nationaler Identität durch kulturelle Botschaften formuliert.
Teil I Imagekonstruktion: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Public Relation, die Entstehung und Konstruktion von Images sowie deren Steuerung durch strategische Unternehmenskommunikation und den Einsatz von PR-Modellen.
Teil II kulturelle – nationale Identität: Hier werden identitätstheoretische Begriffe (personale, soziale, kollektive Identität) sowie das Verständnis von Kultur und Nation analysiert, um die Basis für eine Untersuchung nationaler Identität im Kontext eines vereinten Deutschlands zu schaffen.
Teil III Untersuchungen: Dieser Teil widmet sich der praktischen Analyse der Kampagne "Du bist Deutschland", ihrer Zielsetzung, operativen Umsetzung und der empirischen Auswertung der verwendeten Werte in den Medienanzeigen mittels Inhaltsanalyse.
IV Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass in der Kampagne vorwiegend nationale Werte statt kultureller Aspekte vermittelt wurden und die Identität als moralische Wertegemeinschaft zu interpretieren ist.
Schlüsselwörter
Public Relation, Imagekonstruktion, nationale Identität, Du bist Deutschland, Kampagne, kulturelle Botschaften, kollektive Identität, Inhaltsanalyse, Gesellschaftliche Werte, Traditionelle Werte, Wirtschaftliche Werte, Kommunikationsanalyse, Unternehmenskommunikation, Identitätsbildung, Image
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch staatlich initiierte Imagekampagnen eine konstruierte nationale Identität mittels kultureller Botschaften auf die Bevölkerung übertragen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind PR-Kommunikation, Imagekonstruktion, nationale und kulturelle Identität sowie die empirische Analyse von Werbekampagnen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung der Image-Konstruktion einer Nation und die Beantwortung der Frage, wie kulturelle Botschaften in einer Kampagne zur kollektiven Identitätsbildung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der Inhaltsanalyse angewandt, ergänzt durch Frequenzanalysen und eine qualitative Strukturanalyse der Anzeigenmotive.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der PR-Arbeit, die Konzepte kollektiver Identität sowie die detaillierte Untersuchung der Kampagne "Du bist Deutschland".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Public Relation, nationale Identität, Imagekonstruktion, kulturelle Botschaften und kollektive Identität.
Wie bewertet die Autorin die Wirkung der Kampagne?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Kampagne keine kulturellen Aspekte, sondern primär nationale Werte vermittelt und als moralische Wertegemeinschaft wahrgenommen wird.
Welche Rolle spielt die "Staatsnation" in der Argumentation?
Die Arbeit stellt heraus, dass die deutsche Identität seit der Wiedervereinigung stark vom politischen System (Staatsnation) geprägt ist, anstatt auf einer historisch gewachsenen Volksnation zu basieren.
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- Dipl. Kulturpädagogin Gitta-Susann Hartenstein (Author), 2007, Untersuchungen kultureller Aspekte der Imagekampagne "Du bist Deutschland", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81829