Elite stellt heutzutage einen Gegenbegriff zur Masse dar und bezeichnet eine Minderheit, die sich durch besondere Leistungen auszeichnet und somit ihren Anspruch auf die Führungspositionen in unserer Gesellschaft legitimiert.
Doch selbst in demokratischen Breitengraden scheint die herausragende Leistung zwar ein notwendiges, aber noch längst kein hinreichendes Kriterium für den Aufstieg in den Kreis der Elite zu sein. Vielmehr spielt die soziale Herkunft weiterhin eine tragende Rolle in der Elitenstruktur Deutschlands. In diesem Zusammenhang stellt sich in vielen wissenschaftlichen Forschungen die Frage nach der Chancengleichheit. Insbesondere die Sozialwissenschaften beschäftigen sich mit den Aufstiegschancen unter Berücksichtigung der sozialen Herkunft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Elite - Was ist das?
Zur Geschichte und Definition des Begriffs
3. Elite im Nachkriegsdeutschland
Neuformierung der Eliten
4. Die Elitenstruktur der BRD vor und nach der Wiedervereinigung
4.1 Soziale Herkunft und Bildung
4.2 Soziodemografische Entwicklung der Deutschen Elite
4.3 Zusammenfassung
5. Elite aktuell
Eliteuniversitäten und ihre Bedeutung für Deutschland
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische und gegenwärtige Struktur der deutschen Eliten seit 1945. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, welche Faktoren, wie soziale Herkunft und Bildung, den Zugang zu Führungspositionen bestimmen und wie sich diese Dynamiken durch aktuelle bildungspolitische Veränderungen, wie die Einführung von Eliteuniversitäten, entwickeln.
- Historische Genese und Definition des Elitebegriffs
- Entnazifizierung und Neuformierung der Führungsschichten nach 1945
- Einfluss von sozialer Herkunft und kulturellem Kapital auf Karrierechancen
- Soziodemografische Analyse der deutschen Elite
- Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf die Hochschullandschaft
Auszug aus dem Buch
3. Elite im Nachkriegsdeutschland
Nach der Aufteilung Deutschlands durch die Besatzungsmächte, ging es im Rahmen der so genannten „Entnazifizierung“ vornehmlich um die Neuformierung von Führungsgruppen, so dass ideologische Anhänger des alten Regimes ihrer bisherigen Positionen enthoben wurden. Diese Entnazifizierungsmaßnahmen fanden größtenteils auf der Verwaltungsebene statt, so dass überwiegend Beamte von den ‚Säuberungsmaßnahmen’ betroffen waren.
Aber auch in Wirtschaftsunternehmen, Massenmedien und nicht zuletzt im militärischen Bereich sollte das Führungspersonal durch „aktive Gegner des Nationalsozialismus oder durch neue Leute ersetzt werden.“ (Hoffmann Lange 1992: S.75)
Während es in den Kirchen und im Bildungswesen kaum zu Auswechslungen kam, wurde in den Gewerkschaften und logischerweise in der Politik „praktisch das gesamte Nazi Führungspersonal“ durch politisch unbelastete Personen, sowie durch solche, „die an Karrieren während der Weimarer Zeit wiederanknüpften“ ersetzt. (Beleg s. o.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Problemstellung der sozialen Herkunft als Kriterium für den Eliteaufstieg und skizziert den Aufbau der Untersuchung von der Nachkriegszeit bis zu aktuellen Eliteuniversitäten.
2. Elite - Was ist das?: Dieses Kapitel definiert den Elitebegriff historisch und soziologisch, wobei zwischen Herkunfts-, Leistungs- und Funktionseliten unterschieden wird.
3. Elite im Nachkriegsdeutschland: Der Text beleuchtet die Entnazifizierungsprozesse in den Besatzungszonen und deren unterschiedliche Auswirkungen auf den Austausch der Führungsschichten.
4. Die Elitenstruktur der BRD vor und nach der Wiedervereinigung: Hier werden mittels empirischer Daten der Mannheimer und Potsdamer Elitestudien die Rolle von Bildung, sozialer Herkunft und soziodemografischen Merkmalen für den Elitezugang analysiert.
5. Elite aktuell: Dieses Kapitel kritisiert die Einführung von Eliteuniversitäten und deren potenzielle Verstärkung sozialer Ungleichheit sowie deren Auswirkungen auf die Hochschullandschaft.
6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass sich die Elitenstruktur trotz Veränderungen in der Breite als stabil erweist und die neuen Eliteuniversitäten ein Novum in der Nachkriegsgeschichte darstellen.
Schlüsselwörter
Elite, Elitenstruktur, Nachkriegsdeutschland, Entnazifizierung, soziale Herkunft, Bildung, Chancengleichheit, Eliteuniversitäten, Exzellenzinitiative, Machtelite, Funktionselite, kulturelles Kapital, soziale Ungleichheit, meritokratische Gesellschaft, Führungspositionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der deutschen Elitenstruktur vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung der Faktoren soziale Herkunft und Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die historische Definition von Elite, den Elitenaustausch nach 1945, die Analyse von Rekrutierungsmechanismen und die aktuelle Debatte um Eliteuniversitäten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie stabil die Elitenrekrutierung trotz des gesellschaftlichen Wandels ist und inwieweit soziale Herkunft weiterhin eine entscheidende Rolle für den Aufstieg in Spitzenpositionen spielt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf die Auswertung existierender soziologischer Forschung, insbesondere die Daten der Mannheimer und Potsdamer Elitestudien, sowie die Anwendung von Theorien zur Elite- und Kapitalbildung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Entnazifizierung, eine soziodemografische Untersuchung der Eliten und eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Exzellenzinitiative.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Elitenstruktur, soziale Herkunft, Chancengleichheit und meritokratische Hochschullandschaft geprägt.
Welchen Einfluss hatte die Entnazifizierung auf die deutsche Elite?
Die Entnazifizierung führte zu einem teilweisen Austausch der Führungsschichten, blieb jedoch in der Praxis oft unvollständig, da aufgrund von Fachkräftemangel häufig auf bestehendes Personal zurückgegriffen wurde.
Wie bewertet die Arbeit die Einführung der Eliteuniversitäten?
Die Autorin bewertet die Ernennung von Eliteuniversitäten kritisch, da sie ein Gefälle in der Hochschullandschaft befürchtet und eine Verstärkung sozialer Ungleichheit sowie eine Vernachlässigung der flächendeckenden Lehre vermutet.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2007, Deutschlands Elitenstruktur von 1945 bis heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81887