Durch effizientes Kostenmanagement und eine veränderte Kundenansprache in Richtung hoher Qualität und angenehmer Einkaufsatmosphäre konnten viele Bäckereien seit Anfang des Jahres 2005 erstmals Umsatzanteile zurückgewinnen und ihren Umsatz auf bestehender Verkaufsfläche wieder erhöhen. Vor allem größere Bäckereiunternehmen konnten in der nun positiven Konjunkturentwicklung wieder Gewinne erzielen. Die Unternehmer, die es geschafft haben, ihren Betrieb zukunftsorientiert zu positionieren, werden ihre Marktposition voraussichtlich weiter festigen und ausbauen können.
In den sich immer schneller verändernden Marktumfeld müssen sich die Unternehmer heutzutage zügiger und intensiver auf wirtschaftliche, soziale und technische Veränderungen einstellen, wenn sie weiterhin erfolgreich am Markt agieren wollen. Viele Bäckereiunternehmen treffen ihre Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“. Dabei können dem Unternehmer schnell Fehler unterlaufen. Gerade kleinere Unternehmen vernachlässigen die Unternehmensführung und konzentrieren sich stattdessen lieber auf das fachtechnische Gebiet.
Der Bäckermeister muss die zukünftige Strategie hinsichtlich der Frage untersuchen, warum der Kunde in seinen Filialen seine Backwaren erwerben soll. Vor diesem Hintergrund ist die strategische Ausrichtung am Markt für die Bäckereiunternehmen wichtiger denn je, um sich so von den Wettbewerbern abheben zu können. Der Bäckermeister als Unternehmer muss die Kapitalgeber mit einer positiven und realistischen Zukunftsplanung von den Stärken seines Unternehmens und den sich am Markt bietenden Chancen überzeugen. Aus diesem Grund kommt der strategischen Planung in kleinen und mittelständischen Unternehmen eine immer wichtigere Bedeutung zu.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die gegenwärtige Marktsituation für Bäckereiunternehmen
2. Die strategische Planung
2.1. Grundlagen der strategischen Planung
2.2. Strategische Ziele
2.3. Strategische Analyse für Bäckereiunternehmen
2.3.1. Umweltanalyse: Chancen und Risiken
2.3.2. Unternehmensanalyse: Stärken und Schwächen
2.3.3. Zusammenführung von Umwelt- und Unternehmensanalyse: Die SWOT-Analyse
2.4. Strategieentwicklung für Bäckereiunternehmen
2.5. Strategieimplementierung
2.6. Strategische Kontrolle
3. Die operative Planung in Bäckereiunternehmen
3.1. Grundlagen der operativen Planung
3.2. Ableitung der operativen Planung aus der strategischen Planung
3.3. Planungsverläufe in Bäckereiunternehmen
3.3.1. Top-Down Planung
3.3.2. Bottom-Up Planung
3.3.3. Gegenstromverfahren
3.4. Planung der Erfolgs- und Liquiditätslage und Geschäftsplan
3.4.1. Umsatzplanung
3.4.2. Kostenplanung
3.4.3. Liquiditätsplanung
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung einer strukturierten strategischen und operativen Planung in Bäckereiunternehmen, um in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld langfristig zu bestehen und die Liquidität zu sichern.
- Analyse der Marktsituation für das Bäckerhandwerk
- Methodik der strategischen Planung und SWOT-Analyse
- Grundlagen der operativen Planung und Budgetierung
- Einsatz von Kennzahlen und Controllingsystemen
- Liquiditäts- und Erfolgsplanung als Instrumente der Unternehmenssteuerung
Auszug aus dem Buch
3.3.3. Gegenstromverfahren
Die Nachteile der beiden oben genannten Methoden werden weitgehend durch den Einsatz des Gegenstromverfahrens beseitigt. Das Gegenstromverfahren ist eine Mischung aus Top-Down Planung und Bottom-Up Planung. Dabei wird von der Unternehmensführung zunächst eine vorläufige Planung erarbeitet, von dem die vorläufigen Teilpläne abgeleitet werden. Danach wird von der untersten Planebene beginnend eine Überprüfung der Planung auf ihre Realisierbarkeit hin vorgenommen. Wenn Abweichungen festgestellt werden, sollten diese in Einzelschritten zwischen den verantwortlichen Mitarbeitern gelöst werden. Dieser Prozess lässt sich natürlich auch in umgekehrter Reihenfolge durchlaufen. Der Nachteil dieser Methode liegt in dem größeren Zeitaufwand, der zur Realisierung der Planung notwendig ist. Dieser Zeitaufwand ist insofern berechtigt, um eine Identifikation aller Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen zu gewährleisten. So wird die Planung von allen Mitarbeitern akzeptiert. Sie stellt gleichzeitig den höchstmöglichen Grad zur Motivation der Mitarbeiter dar. „Das Gegenstromverfahren hat sich eindeutig als das bevorzugte Verfahren zur Festlegung der Planungsziele durchgesetzt.“
Bei mittelständischen Bäckereiunternehmen sind jedoch oft Verantwortlichkeiten für einzelne Bereiche wie Produktion, Verwaltung und Expedition geregelt. Der Bereich Verkauf ist oft noch weiter in Bezirks- oder Filialverantwortlichkeiten untergliedert. So wird die Planung hier auch oft in Abstimmung mit der Geschäftsleitung und den verantwortlichen Mitarbeitern in Form des Gegenstromverfahrens durchgeführt. Dabei werden zunächst in einem Bottom-Up Prozess die einzelnen Filialen verdichtet. Das Ergebnis der Bottom-Up Planung wird dann mit den Unternehmenszielen abgestimmt. Bei Abweichungen werden „[...] erforderliche Änderungen in Kooperation mit den Bereichsverantwortlichen [...]“ in der Top-Down Planung vorgenommen. „Die zuständigen Mitarbeiter identifizieren sich so mit den Vorgabewerten aus der Planung und akzeptieren, dass auftretende Abweichungen ihrer Verantwortung zugerechnet werden.“ So lassen sich für jeden Mitarbeiter Zielvorgaben vereinbaren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die gegenwärtige Marktsituation für Bäckereiunternehmen: Beleuchtung des verschärften Wettbewerbsdrucks durch Discounter und SB-Bäckereien sowie die Auswirkungen wirtschaftlicher Unsicherheiten auf das Handwerk.
2. Die strategische Planung: Darstellung theoretischer Grundlagen und Methoden zur langfristigen Ausrichtung und Existenzsicherung, inklusive Umwelt- und Unternehmensanalyse.
3. Die operative Planung in Bäckereiunternehmen: Konkretisierung der strategischen Vorgaben in kurzfristige Zielvorgaben sowie Instrumente zur Planung von Erfolg und Liquidität.
4. Ausblick: Fazit über die steigende Relevanz einer kontinuierlichen Unternehmensplanung als zentraler Erfolgsfaktor im modernen Backwarenmarkt.
Schlüsselwörter
Strategische Planung, Operative Planung, Bäckereiunternehmen, SWOT-Analyse, Erfolgsplanung, Liquiditätsplanung, Unternehmenssteuerung, Wettbewerbsvorteile, Balanced Scorecard, Szenariotechnik, Kostenmanagement, Unternehmensziele, Marktpositionierung, Gegenstromverfahren, Unternehmenskrisen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung strategischer und operativer Planungsprozesse in Bäckereiunternehmen, um diese auf die Herausforderungen des aktuellen Marktes vorzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die strategische Ausrichtung, das Controlling, die Liquiditätssicherung sowie die operative Umsetzung von Zielvorgaben in Bäckereien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unternehmern im Bäckerhandwerk aufzuzeigen, wie sie durch Planung ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und unternehmerische Fehlentwicklungen vermeiden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bewährter betriebswirtschaftlicher Planungsinstrumente, die spezifisch für die Anforderungen und Strukturen von Bäckereibetrieben adaptiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die strategische Ebene (Analyse, Zielbildung) und die operative Ebene (Planungsverläufe, Erfolgs- und Liquiditätsrechnung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem strategische Planung, SWOT-Analyse, Liquiditätsplanung und operativer Planungsprozess.
Welchen Stellenwert nimmt die SWOT-Analyse ein?
Sie dient als zentrales Instrument, um die interne Situation des Bäckereibetriebs (Stärken/Schwächen) mit der externen Marktsituation (Chancen/Risiken) zu verknüpfen.
Wie unterscheidet sich die operative Planung von der strategischen?
Die strategische Planung ist auf langfristige Ziele ausgerichtet ("die richtigen Dinge tun"), während die operative Planung die kurzfristige Umsetzung und Effizienz in den Fokus stellt ("die Dinge richtig tun").
Welche Bedeutung hat das Gegenstromverfahren?
Es wird als besonders vorteilhaft hervorgehoben, da es Top-Down-Vorgaben mit Bottom-Up-Informationen verbindet und so die Identifikation und Motivation der Mitarbeiter fördert.
Wie spielt die IT bei der Planung eine Rolle?
Der Autor weist darauf hin, dass EDV-gestützte Programme oder Excel-Lösungen die Konsistenz und Geschwindigkeit der Unternehmensplanung in Bäckereien massiv verbessern können.
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- Daniel Feldmann (Author), 2006, Einsatz für eine strategische und operative Planung in Bäckereiunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81894