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Formen der Höflichkeit in den romanischen Sprachen und im Japanischen

Title: Formen der Höflichkeit in den romanischen Sprachen und im Japanischen

Thesis (M.A.) , 2005 , 155 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Thomas Strobel (Author)

Speech Science / Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit morphosyntaktischen und lexikalischen Mitteln, die verschiedene Sprachen (hier v. a. Italienisch und Portugiesisch als Vertreter der romanischen Sprachen sowie Japanisch) zur Realisierung von verbaler Höflichkeit bereitstellen. Das Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, ob verbale Höflichkeit in den romanischen Sprachen einerseits und im Japanischen andererseits grundsätzlich unterschiedlich realisiert wird, oder ob es universelle Formen von verbaler Höflichkeit gibt und worin diese bestehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Literaturüberblick zum Thema Höflichkeit

2. Pragma- und soziolinguistische Ansätze

3. Das Anredesystem der romanischen Sprachen

3.1 Pronominale und nominale nicht-vokativische Anredeformen

3.1.1 Die Pronominalsysteme des Italienischen und Portugiesischen

3.1.2 Höflichkeit im Pronominalsystem des Italienischen

3.1.2.1 Subjektformen

3.1.2.2 Objektformen

3.1.2.3 Possessiva

3.1.2.4 Reflexiva

3.1.3 Anredepronomina und -nomina im Portugiesischen

3.1.3.1 Subjektformen

3.1.3.2 Objektformen

3.1.3.3 Possessiva

3.1.3.4 Reflexiva

3.2 Vokative

3.2.1 Italienisch

3.2.2 Portugiesisch

4. Das Modalsystem der romanischen Sprachen

4.1 Modalverben

4.1.1 Zum Status der Modalverben

4.1.1.1 Von AUX zu INFL

4.1.1.2 Zur Abgrenzung von Modal-, Auxiliar- und Vollverben

4.1.2 Modalverben und Höflichkeit

4.2 Tempora und Modi

4.2.1 Der Imperativ und seine Ersatzformen

4.2.2 Indikativ vs. Konjunktiv

4.2.3 Imperfekt

4.2.4 Konditional

4.3 Satzmodus

4.4 Lexikalische Realisierungen von Modalität

5. (Un-)Höflichkeit im lexikalischen Bereich der romanischen Sprachen

5.1 Wortebene

5.2 Höflichkeitsformeln

6. Anredereferenz und Pronominalreferenz im Japanischen

7. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Morphologie

7.1 Höflichkeitsaffixe

7.1.1 (g)o-Präfigierung

7.1.2 Humilitive Präfixe

7.1.3 Suffixsystem

7.1.4 Kombinationen aus (g)o- und -san/-sama

7.2 Die Verbalkomplexe o-V-ni naru und o-V-suru

8. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der (verbalen) Lexik

9. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Syntax

9.1 X+V-Konstruktionen

9.1.1 Verben des Gebens und Erhaltens

9.1.2 Benefaktiv

9.2 Nominale Pro-Formen

9.2.1 Das Inventar der japanischen Personalpronomina

9.2.2 „Pronomina“: Pro-NPs, Pro-Nomina und Pro-Namen

10. Romanisch-japanische Unterschiede und Gemeinsamkeiten

11. Universalien beim Ausdruck von Höflichkeit?

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der morphosyntaktischen Strukturen in romanischen Sprachen (insbesondere Italienisch und Portugiesisch) und im Japanischen, die zum Ausdruck von Höflichkeit dienen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welchen Niederschlag Höflichkeit in der Grammatik dieser Sprachen findet, ob dabei Regularitäten feststellbar sind und inwieweit das japanische Höflichkeitssystem und romanische Höflichkeitskodierungen Berührungspunkte in Form von personalreferentiellen Systemen aufweisen.

  • Grammatikalische Kodierung interpersonaler Distanz und Nähe
  • Vergleich von Anredesystemen und Pronominalreferenz
  • Analyse von Modalsystemen als Höflichkeitsstrategie
  • Die Rolle der (verbalen) Lexik beim Ausdruck von Respekt und Bescheidenheit
  • Strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den untersuchten Sprachen

Auszug aus dem Buch

3. Das Anredesystem der romanischen Sprachen

Das Anredesystem einer Sprache umfasst die Gesamtheit der in dieser Sprache zur Verfügung stehenden Mittel der Anrede. Dabei versteht man unter Anrede die explizite sprachliche Referenz eines Sprechers auf seine(n) faktisch oder imaginär vorhandenen Gesprächspartner (vgl. Czachur 2004: 741 f., Hammermüller 1993a: 1).

Zu den Anredeformen als (grammatikalisierte) sprachliche Mittel zur Herstellung eines zwischenmenschlichen Kontakts und/oder zur Verdeutlichung der Stellung der Gesprächspartner zueinander gehören alle sprachlichen Erscheinungen, die für diese Bezugnahme verwendet werden. Dies sind Anredepronomina (eine spezielle Form der Personalpronomina, die wiederum eine Untergruppe der Pronomina darstellen) ebenso wie Anredenomina bzw. Vokative (Namen, Titel, Verwandtschaftsbezeichnungen). Die Abgrenzung zwischen pronominaler und nominaler Anrede ist beispielsweise im Portugiesischen (wie auch im Polnischen, vgl. dazu Czachur 2004: 746 ff.) nicht immer problemlos möglich (vgl. 3.1.4: o senhor).

Es lassen sich morphosyntaktische und lexikalische Anredeformen unterscheiden (vgl. Laroche-Bouvÿ 1989: 85). Zu den morphosyntaktischen Anredeformen gehören Pronomina bzw. Elemente mit deren Funktion (z.B. pg. o senhor), lexikalische Anredeformen sind entweder isolierte Lexeme, vgl. (1a), oder Nominalsyntagmen wie in (1b):

(1) a. Monsieur, Docteur, Président, Dupont, Paul

b. Monsieur le Président, Paul Dupont, cher ami, mon vieux, oncle Paul

Zusammenfassung der Kapitel

1. Literaturüberblick zum Thema Höflichkeit: Diese Einleitung fasst den aktuellen Forschungsstand zu linguistischen Untersuchungen über Höflichkeit in den romanischen Sprachen und im Japanischen zusammen.

2. Pragma- und soziolinguistische Ansätze: Es werden zentrale Theorien wie das face-Modell von Brown/Levinson und die Theorie der indirekten Sprechakte zur Erklärung von Höflichkeitsstrategien erläutert.

3. Das Anredesystem der romanischen Sprachen: Dieses Kapitel detailliert die pronominalen und nominalen Formen der Anrede im Italienischen und Portugiesischen sowie die Rolle von Vokativen.

4. Das Modalsystem der romanischen Sprachen: Hier wird untersucht, wie Modalverben, Tempora (insbes. Imperfekt und Konditional) und der Satzmodus zur höflichen Abschwächung von Äußerungen genutzt werden.

5. (Un-)Höflichkeit im lexikalischen Bereich der romanischen Sprachen: Die Analyse konzentriert sich auf die Wortebene und feste Höflichkeitsformeln als Ausdrucksmittel von (Un-)Höflichkeit.

6. Anredereferenz und Pronominalreferenz im Japanischen: Dieses Kapitel führt in das japanische System ein, das zwischen höflicher Anredereferenz (zum Hörer) und Pronominalreferenz (zum Referenten) unterscheidet.

7. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Morphologie: Die Verwendung von honorativen Präfixen wie (g)o- und verschiedenen Suffixen zur Ausdruck von Höflichkeit wird detailliert dargestellt.

8. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der (verbalen) Lexik: Es werden suppletive Höflichkeitsverben analysiert, die Respekt oder Bescheidenheit ausdrücken.

9. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Syntax: Die Verwendung von Verb-Verb-Konstruktionen (Benefaktiv) und das System nominaler Pro-Formen zur Personalreferenz bilden den Schwerpunkt.

10. Romanisch-japanische Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Ein zusammenfassender Vergleich führt beide Sprachsysteme auf eine zugrundeliegende Gemeinsamkeit zurück: die Nutzung personalreferentieller Systeme.

11. Universalien beim Ausdruck von Höflichkeit?: Abschließende Überlegungen dazu, ob der Ausdruck von Höflichkeit über personalreferentielle Systeme eine universale sprachliche Eigenschaft darstellt.

Schlüsselwörter

Höflichkeit, Honorifikation, Personalreferenz, Romanische Sprachen, Japanisch, Modalverben, Pronominalsystem, Anredesystem, Syntax, Morphologie, Lexikologie, face-Modell, Sprechakte, Soziolinguistik, Grammatikalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie in den romanischen Sprachen (Italienisch/Portugiesisch) und im Japanischen sprachliche Mittel genutzt werden, um soziale Distanz, Nähe und Höflichkeit auszudrücken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Anredesysteme, Modalsysteme, lexikalische Höflichkeitsformeln sowie morphologische und syntaktische Strategien zur Honorifikation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die morphosyntaktische Analyse von Höflichkeitsmitteln und die Beantwortung der Frage, ob es trotz der unterschiedlichen Systeme (romanisch vs. japanisch) gemeinsame universale Strukturen, wie z.B. personalreferentielle Systeme, gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen synchronen, grammatikorientierten Ansatz, um Strukturen zu identifizieren, die über rein soziolinguistische oder pragmatische Erklärungsmodelle hinausgehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst werden die romanischen Sprachen (Anrede, Modalität, Lexik) detailliert, anschließend folgt eine systematische Untersuchung des Japanischen in den Bereichen Morphologie, Lexik und Syntax.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Höflichkeit, Honorifikation, Personalreferenz, Pronominalsystem und den Vergleich zwischen romanischen Sprachen und Japanisch geprägt.

Warum ist das "Imperfekt der Höflichkeit" in romanischen Sprachen relevant?

Es dient der zeitlichen Distanzierung vom Sprechzeitpunkt, was metaphorisch als interpersonale Distanz interpretiert wird und somit eine höfliche Abschwächung von Aufforderungen ermöglicht.

Wie unterscheidet sich die japanische Pronominalreferenz von der europäischen?

Während in europäischen Sprachen Pronomina NP-Status haben, verhalten sich japanische Pronomina wie nominale Köpfe und werden deutlich seltener verwendet; Personalreferenz wird im Japanischen häufiger durch Verben (z.B. Benefaktiv-Konstruktionen) kodiert.

Excerpt out of 155 pages  - scroll top

Details

Title
Formen der Höflichkeit in den romanischen Sprachen und im Japanischen
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Allgemeine Linguistik)
Grade
1,1
Author
Thomas Strobel (Author)
Publication Year
2005
Pages
155
Catalog Number
V81940
ISBN (eBook)
9783638839983
ISBN (Book)
9783638840415
Language
German
Tags
Formen Höflichkeit Sprachen Japanischen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Strobel (Author), 2005, Formen der Höflichkeit in den romanischen Sprachen und im Japanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81940
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