Der erfolgreich in die Tat umgesetzte Unterrichtsentwurf inklusive Strukturskizze und Anlagen fragt nach den Faktoren, die die innere und äußere Welt sterbender Kinder bestimmen, und danach welche Möglichkeiten und Grenzen der Seelsorge an sterbenden Kindern gesetzt sind. Allgemeine Ziele der Unterrichtsstunde sind dabei u. a. 1. nicht nur die Kenntnis der fünf Bewusstheitsstufen sterbender Kinder, sondern auch die Fähigkeit, sie einem konkreten Fall zuordnen zu können. 2. Die Schüler sollen ansatzweise für den Prozess des Sterbens sensibilisiert werden, um in einem wirklichen Fall nicht tatenlos „daneben“ stehen zu müssen.
Die Schüler einer 9. Klasse Gymnasium arbeiteten dank des authentischen Beispiels sehr interessiert am Unterricht mit.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
2. Didaktische Analyse
2.1 Bezug zum Lehrplan
2.2 Gegenwartsbedeutung
2.3 Zukunftsbedeutung
2.4 Lernziele
2.4.1 Allgemeine und Stundenziele
2.5 Lernzielbereiche
2.5.1 Kognitive Lernziele
3. Methodische Überlegungen
3.1 Einstieg
3.2 Erarbeitungsphase
3.3 Präsentation
3.4 Schlussdiskussion
4. Strukturskizze
5. Literaturverzeichnis
6. Anlagen
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülern der 9. Klasse die psychologischen Phasen der Bewusstheitsstufen sterbender Kinder auf Basis der Theorie von Myra Bluebond-Langner sowie anhand der authentischen Lebensgeschichte von Isabell Zachert zu vermitteln, um sie für einen einfühlsamen Umgang mit Sterbenden zu sensibilisieren.
- Theoretische Grundlagen zu den fünf Bewusstheitsstufen sterbender Kinder.
- Analyse authentischer Quellen (Tagebuchaufzeichnungen und Briefe).
- Verbindung von medizinisch-psychologischen Aspekten mit ethischer Seelsorge.
- Förderung der Urteilsbildung im Umgang mit Leid, Krankheit und Tod.
- Reflexion über angemessenes zwischenmenschliches Verhalten gegenüber Schwerkranken.
Auszug aus dem Buch
1.1 Welche Faktoren bestimmen die äußere und innere Welt sterbender Kinder?
Jede Sterbeform ist das Resultat einer wechselseitigen Bedingung von personalen und sozialen bzw. situationalen Aspekten.
Was zu beachten ist: Das Sterbealter des Kindes; (0 - 15 Jahre). Die Todesursache; bzw. Unfall, gewaltsam herbeigeführte Lebenskrise, zum Tode führende Grunderkrankung, welche fortschreitend persönlichkeitsverändernd wirkt. Die Krankheitsart; erstens Krankheiten, die den Körper beeinträchtigen und zweitens solche, die sowohl den Körper als auch den Geist in Mitleidenschaft ziehen und dem Kind eine bewusste Auseinandersetzung mit einer tödlich verlaufenden Krankheit erschweren bzw. verhindern.
Grundsätzliche Frage: Wie empfinden und verarbeiten Kinder medizinische Eingriffe und häufiger und länger werdende Krankenhausaufenthalte? (Zwangs-) Maßnahmen diagnostischer und therapeutischer Art werden als massive Verletzung der kindlichen Persönlichkeitsrechte wahrgenommen. Aufgrund häufiger (werdender) Krankenhausaufenthalte kommen starke Trennungsgefühle und –ängste auf. Die nicht aufzuhaltenden Verschlechterungen (Rezidiven) des Gesundheits- bzw. Krankheitsstandes führen beim Kind häufig dazu, dass es seinen Körper mehr und mehr als feindliches, schwächendes und attackierendes Gegenüber erfährt. Weil medizinische Eingriffe oft auch als Angriffe empfunden werden, werden sie nicht bejaht, sondern abgewehrt. Damit wird der Kampf des Kindes gegen die Krankheit zum Kampf gegen sich selbst und kann zu depressiven Zusammenbrüchen oder aggressiven Ausbrüchen führen. Aufgrund der ständigen Verbesserungen (Remissionen) und Verschlechterungen im Krankheitsverlauf finden durch das damit verbundene Hoffen und Bangen Veränderungen im Selbstkonzept des betroffenen Kindes statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Erläutert die psychosozialen Faktoren, die das Sterben von Kindern prägen, inklusive des Einflusses von Krankheitsverläufen und medizinischen Interventionen auf das kindliche Selbstkonzept.
2. Didaktische Analyse: Begründet die Auswahl des Themas innerhalb des Lehrplans und reflektiert die Aktualität sowie die angestrebten Lernziele für die Schülerinnen und Schüler.
3. Methodische Überlegungen: Beschreibt das geplante methodische Vorgehen, von der Stuhlkreis-Einführung bis zur Gruppenarbeit mit Primärquellen und der abschließenden Diskussion.
4. Strukturskizze: Bietet einen tabellarischen Überblick über den zeitlichen Ablauf, die Lehrertätigkeiten und die eingesetzten Lernmittel der Unterrichtsstunde.
5. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Seelsorge und den psychologischen Modellen auf.
6. Anlagen: Enthält die Arbeitsmaterialien für die Gruppen, bestehend aus biographischen Texten der Isabell Zachert und Aufgabenstellungen zur Analyse.
Schlüsselwörter
Sterbende Kinder, Bewusstheitsstufen, Isabell Zachert, Seelsorge, Religionsunterricht, Palliativbegleitung, Trauerarbeit, Selbstkonzept, Krankheitsverlauf, Diagnostik, Ethik, Pädagogik, Todesangst, Remission, Rezidiv.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen und seelsorgerischen Begleitung sterbender Kinder und der theoretischen Aufarbeitung ihrer Bewusstheitsstufen im Religionsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die psychologische Sachanalyse kindlicher Sterbeprozesse, didaktische Planungen sowie die Auseinandersetzung mit dem Tod im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Schülern ein Verständnis für das Erleben schwerstkranker Kinder zu vermitteln und sie zu einem empathischen und reflektierten Umgang mit Betroffenen zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein didaktisches Konzept entworfen, das fachwissenschaftliche Theorien (Bluebond-Langner) mit schülerzentrierten Methoden wie Gruppenarbeit und Analyse von Selbstzeugnissen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der Sterbephasen, eine didaktische Begründung der Unterrichtseinheit und eine detaillierte methodische Ablaufplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bewusstheitsstufen, Isabell Zachert, Sterbebegleitung, kindliches Selbstkonzept und religiöse Bildung im Angesicht des Todes.
Welche Rolle spielt Isabell Zachert in diesem Konzept?
Sie dient als authentisches Fallbeispiel, anhand dessen die Schüler die theoretischen Bewusstheitsstufen in der Praxis nachvollziehen und persönlich einordnen können.
Warum wird die Methode der Gruppenarbeit gewählt?
Die Gruppenarbeit soll die Eigenverantwortung der Schüler stärken und den Austausch über sensible Themen fördern, um eine aktive Auseinandersetzung mit dem Sterben zu erzwingen.
- Quote paper
- Frank Rückert (Author), 2005, Unterrichtseinheit: "Bewusstheitsstufen sterbender Kinder" im Rahmen der LPE 10.3 P: Stärker als der Tod, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82914