Der Verfasser beschäftigt sich mit dem Thema „Widersprüchlichkeiten in der Rolle von Führungskräften – Dilemma oder Voraussetzung“.
Nach den Definitionen der Begriffe „Führungskraft“ und „Rolle“ nennt der Verfasser die verschiedenen Rollen, die eine Führungskraft einnimmt. Aufgrund der unterschiedlichen Rollen, die eine Führungskraft innehat, und den Erwartungen, die an sie geknüpft sind, kann es zu Konflikten kommen. Kahn hat die auftretenden Rollenkonflikte in 6 Kategorien geteilt, die der Verfasser darstellt.
Im weiteren Kapitel folgen die 13 Dilemmata der Führung von Neuberger.
Neuberger geht von der These aus, „dass Vorgesetzte notwendig in Widersprüchen leben müssen, aus denen es keinen eindeutigen und gesicherten Ausweg gibt.“
Im Fazit zieht der Verfasser Resümee und geht auf die Frage ein, ob Widersprüchlichkeiten ein Dilemma oder Voraussetzung für Führungskräfte sind.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
2. DEFINITIONEN „FÜHRUNGSKRAFT“, „ROLLE“
3. ROLLEN EINER FÜHRUNGSKRAFT
4. ROLLENKONFLIKTE NACH KAHN
5. ROLLENDILEMMATA NACH NEUBERGER
5.1 Mitarbeiter als Mittel - Mitarbeiter als Zweck
5.2 Gleichbehandlung - Eingehen auf den Einzelfall
5.3 Distanz - Nähe
5.4 Fremdbestimmung - Selbstbestimmung
5.5 Spezialisierung - Generalisierung
5.6 Gesamtverantwortung - Einzelverantwortung
5.7 Bewahrung - Veränderung
5.8 Konkurrenz - Kooperation
5.9 Aktivierung - Zurückhaltung
5.10 Innenorientierung - Außenorientierung
5.11 Zielorientierung - Verfahrensorientierung
5.12 Belohnungsorientierung - Wertorientierung
5.13 Selbstorientierung - Gruppenorientierung
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die in der Rolle von Führungskräften auftretenden Widersprüchlichkeiten als unlösbare Dilemmata zu betrachten sind oder ob sie eine notwendige Voraussetzung für die Ausübung von Führungsfunktionen darstellen. Ziel ist es, den Balanceakt zwischen divergierenden Anforderungen zu beleuchten.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen von Führungskraft und Rolle
- Klassifizierung von Rollenkonflikten nach Kahn
- Analyse der 13 Rollendilemmata nach Neuberger
- Die Rolle der Führungskraft als Puffer zwischen Management und Mitarbeitern
- Diskussion über die Daseinsberechtigung von Führung durch Widersprüche
Auszug aus dem Buch
5. Rollendilemmata nach Neuberger
„Die Führung ist eine komplexe Aufgabe, die sich aus mehreren, einzelnen Elementen (Führungsfunktionen) zusammensetzt.“
In der Ausübung von Führungsfunktionen treten zwangsläufig Widersprüchlichkeiten auf. „Im Kern aber handelt es sich um das Problem eskalierender Unvereinbarkeit zwischen dem Zuschnitt der subjektiven Orientierungen und den betrieblichen Verhaltensstandards und Organisationsformen. Es konkurrieren die verinnerlichten, in beruflichen und politischen Selbstbildern verankerten Vorstellungen einerseits, mit den als legitim anerkannten Ansprüchen des persönlichen, sozialen Umfelds andererseits. […] Diese prekär gewordene Konstellation ist es, die wir als Führungskräfte-Dilemma bezeichnen […]“
Neuberger hat 13 Dilemmata ausgearbeitet, die im Folgenden dargestellt und erläutert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Der Verfasser stellt die Thematik der Widersprüchlichkeiten in der Führungsrolle vor und führt in die zentralen Modelle von Kahn und Neuberger ein.
2. DEFINITIONEN „FÜHRUNGSKRAFT“, „ROLLE“: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch die Definition der Begriffe Führungskraft und soziale Rolle geschaffen.
3. ROLLEN EINER FÜHRUNGSKRAFT: Es wird dargestellt, dass Führungskräfte verschiedene interpersonelle, informationelle und Entscheidungsrollen einnehmen, wie sie etwa bei Mintzberg beschrieben werden.
4. ROLLENKONFLIKTE NACH KAHN: Das Kapitel kategorisiert auftretende Rollenkonflikte, wie den Intra-Sender- oder Person-Rollen-Konflikt, um die Komplexität der Erwartungen aufzuzeigen.
5. ROLLENDILEMMATA NACH NEUBERGER: Hier werden 13 spezifische Spannungsfelder erläutert, in denen sich Führungskräfte täglich bewegen müssen, von der Distanz-Nähe-Problematik bis zur Selbst- und Gruppenorientierung.
6. FAZIT: Das Fazit resümiert, dass Widersprüchlichkeiten ein unvermeidbarer Teil der Führungsaufgabe sind und erst die Voraussetzung für die Pufferfunktion von Führungskräften schaffen.
Schlüsselwörter
Führungskraft, Rollenkonflikt, Rollendilemma, Neuberger, Kahn, Führungsfunktionen, Unternehmensführung, Mitarbeiterführung, Soziale Rolle, Management, Organisationsform, Zielorientierung, Entscheidungsfindung, Führungskompetenz, berufliche Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die inhärenten Widersprüche und Rollenkonflikte, mit denen Führungskräfte in ihrem Berufsalltag konfrontiert sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit konzentriert sich auf Begriffsdefinitionen, verschiedene Rollenmodelle für Führungskräfte sowie eine detaillierte Analyse von Konflikten und Dilemmata in der Führung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob die in der Rolle von Führungskräften auftretenden Widersprüche ein reines Dilemma darstellen oder vielmehr eine notwendige Voraussetzung für das Funktionieren von Führung sind.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Rollenkonflikt-Kategorisierung nach Kahn sowie die 13 spezifischen Führungsdilemmata nach Oswald Neuberger.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Rollendefinition, die Einordnung von Konflikten nach Kahn und die ausführliche Darlegung der 13 Dilemmata der Führung nach Neuberger.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Zentrale Begriffe sind Führung, Rollenkonflikte, Dilemmata, Organisationsmanagement und die Vermittlerrolle der Führungskraft.
Was unterscheidet die Belohnungsorientierung von der Wertorientierung?
Bei der Belohnungsorientierung erfolgt die Motivation durch externe Anreize wie Geld, während bei der Wertorientierung der Anreiz direkt in der Tätigkeit selbst liegt.
Warum ist die Distanz-Nähe-Problematik für Führungskräfte relevant?
Distanz dient dem Selbstschutz und der Sachlichkeit, während Nähe Beliebtheit und Entlastung schafft; die Führungskraft muss hier ein schwieriges Gleichgewicht halten.
Warum kommt der Autor zu dem Schluss, dass Führungskräfte notwendig sind?
Der Autor argumentiert, dass ohne diese Widersprüche die Funktion als Puffer und Mittler zwischen Management und Belegschaft nicht existieren könnte.
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- Marko Haselböck (Author), 2007, Widersprüchlichkeiten in der Rolle von Führungskräften - Dilemma oder Voraussetzung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83246