Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahr 2006 so stark wie zuletzt nur zur Jahrtausendwende und auch gemeldete Stellenangebote der Unternehmen an die Bundesagentur für Arbeit haben einen historischen Höchststand erreicht.
Doch was sind das für ausgeschriebene Beschäftigungsverhältnisse? Schaffen Betriebe neue reguläre Arbeitsplätze, die nachhaltig wirken können, oder nutzen sie bei Einstellungen bzw. Umschichtungen neu reglementierte Möglichkeiten, die die Situation auf dem Arbeitsmarkt verändert haben? Dies sind Fragen, mit denen sich Arbeitsmarktforscher zurzeit beschäftigen. Ziel meiner Arbeit ist es, die Zeitarbeit als eine mögliche Form der atypischen Beschäftigungsverhältnisse zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Zeitarbeit
2.1. Begriffliche Abgrenzung
2.2. Entwicklung in Deutschland
2.3. Heutiges Recht
2.4. Beteiligte auf dem Markt für Zeitarbeit
2.4.1. Verleihunternehmen
2.4.2. Entleihunternehmen
2.4.3. Zeitarbeitnehmer
2.5. Akzeptanz und Image
3 Grundlagen des Kündigungsschutzes
3.1. Entwicklung in Deutschland
3.2. Heutiges Recht
3.3. Gültigkeitsbereich
3.4. Kündigungsschutz als Problem
4 Zusammenwirken von Zeitarbeit und Kündigungsschutz
4.1. Sicht der Entleihunternehmen
4.2. Sicht der Zeitarbeitnehmer
4.3. Bedeutung für den Arbeitsmarkt
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Zeitarbeit als atypische Beschäftigungsform im Kontext des deutschen Kündigungsschutzes. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit Unternehmen Zeitarbeit gezielt einsetzen, um gesetzliche Kündigungsschutzbestimmungen zu umgehen und flexibler auf Marktschwankungen zu reagieren.
- Grundlagen der Zeitarbeit und ihre historische Entwicklung in Deutschland
- Struktur des deutschen Kündigungsschutzes und dessen Auswirkungen auf Unternehmen
- Anreizstrukturen für Unternehmen bei der Nutzung von Zeitarbeit
- Perspektiven der Zeitarbeitnehmer und deren Arbeitsmarktsituation
- Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Zeitarbeit als Flexibilisierungsinstrument
Auszug aus dem Buch
2.1. Begriffliche Abgrenzung
Ganz allgemein spricht man von Leiharbeit, wenn ein Arbeitnehmer seine Leistung nicht in dem Unternehmen erbringt, welches ihn angestellt hat, sondern vorübergehend in einem andern Betrieb eingesetzt wird. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Zeitarbeits- oder Personalleasingfirmen ganz speziell um Arbeitnehmerüberlassung. Hierbei ist von vornherein vereinbart, dass ausschließlich in Betrieben anderer Arbeitgeber gearbeitet wird. Der Verleiher ist zwar de jure Arbeitgeber, die Leistung wird aber de facto beim Kunden der Zeitarbeitsfirma erbracht. Diese Dreieckskonstellation ist der grundlegende Unterschied zu anderen flexiblen Beschäftigungsformen.
Man spricht auch von einer atypischen Beschäftigungsform, da es keine dauerhafte, abhängige und sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung im traditionellen Sinne ist. Im Folgenden wird der in der personalwirtschaftlichen Praxis geprägte Begriff Zeitarbeit verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Fragestellung nach der Rolle der Zeitarbeit in einem durch Wirtschaftsaufschwung und Kündigungsschutz geprägten Arbeitsmarkt.
2 Grundlagen der Zeitarbeit: Dieses Kapitel erläutert die Definition, Historie und rechtlichen Rahmenbedingungen der Arbeitnehmerüberlassung sowie die Akteure auf diesem Markt.
3 Grundlagen des Kündigungsschutzes: Hier werden die historische Entwicklung, das heutige Recht und die ökonomischen Probleme des Kündigungsschutzes für Unternehmen dargestellt.
4 Zusammenwirken von Zeitarbeit und Kündigungsschutz: Das Kapitel analysiert die Motivation von Unternehmen zur Nutzung von Zeitarbeit sowie die Auswirkungen auf Zeitarbeitnehmer und den Arbeitsmarkt insgesamt.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Zeitarbeit als Flexibilisierungsinstrument sowie die zukünftigen Herausforderungen für die Kernbelegschaft.
Schlüsselwörter
Zeitarbeit, Kündigungsschutz, Arbeitnehmerüberlassung, Arbeitsmarktökonomik, Flexibilisierung, Atypische Beschäftigung, Entleihunternehmen, Personal-Service-Agentur, Kündigungsschutzgesetz, Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Tarifverträge, Equal Pay, Equal Treatment, Arbeitsmarktreformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Beschäftigungsform Zeitarbeit und den gesetzlichen Regelungen zum Kündigungsschutz in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Zeitarbeit, die Funktionsweise des Kündigungsschutzes sowie die ökonomischen Beweggründe für Unternehmen, beide Bereiche miteinander zu verknüpfen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Zeitarbeit von Unternehmen als Instrument genutzt wird, um den Kündigungsschutz zu umgehen und flexibler auf konjunkturelle Schwankungen zu reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung bestehender Statistiken (z.B. ANÜSTAT, IAB-Daten) und der Einordnung empirischer Analysen zur Arbeitsmarktökonomik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen der Zeitarbeit, die Analyse des Kündigungsschutzes sowie die Untersuchung der Wechselwirkungen aus der Sicht von Unternehmen und Arbeitnehmern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Zeitarbeit, Kündigungsschutz, Atypische Beschäftigung, Arbeitsmarktreformen und Flexibilisierung.
Welche Bedeutung haben Personal-Service-Agenturen (PSA) im Kontext der Arbeit?
PSA werden als staatlich subventionierte Instrumente zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt vorgestellt, die sich in ihrer Zielsetzung von konventionellen Zeitarbeitsfirmen abgrenzen.
Warum wird Kündigungsschutz laut der Arbeit als "Problem" für Unternehmen betrachtet?
Der Kündigungsschutz wird als Problem gesehen, da er die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen an sich ändernde Marktsituationen erschwert und die Beschäftigung mit zusätzlichen Kosten belegt.
Gibt es eine eindeutige "Sprungbrettfunktion" der Zeitarbeit?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es bis heute keine eindeutige Klarheit oder statistische Bestätigung für eine ausgeprägte Sprungbrettfunktion der Zeitarbeit in reguläre Beschäftigungsverhältnisse gibt.
- Arbeit zitieren
- Christian Kieb (Autor:in), 2007, Ist Zeitarbeit eine Ausweichmöglichkeit zum Kündigungsschutz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83305