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Land-Stadt-Migration: Ein erweitertes Todaro Modell

Title: Land-Stadt-Migration: Ein erweitertes Todaro Modell

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nils Kompe (Author)

Economics - Job market economics
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Summary Excerpt Details

Unter Migration versteht man im weitesten Sinne jeden längerfristigen
Wohnortswechsel eines Menschen, sei es innerhalb eines Landes oder
grenzüberschreitend. Findet Migration innerhalb eines Landes zwischen
ländlichen und städtischen Regionen statt, spricht man von Stadt– Land-Migration. Seit den 50er Jahren kann eine zunehmende Urbanisierung, zum großen Teil verursacht durch Migration, innerhalb der Entwicklungsländer beobachtet werden. Als einer der ersten Ökonomen hat William Arthur Lewis in den 50er Jahren dieses Phänomen im Rahmen seiner Arbeiten zur Dualismustheorie untersucht. Kritische Grundannahme seiner Untersuchung ist die zumindest langfristig irrationale Annahme der Vollbeschäftigung innerhalb des städtischen, industriellen Sektors.
Darauf aufbauend entwickelte Michael Todaro zusammen mit John Harris
1970 ein Migrationsmodell, welches für mehr als ein Jahrzehnt ein weit akzeptiertes Grundmodell darstellte. Dieses erklärte die massiven Migrationsströme innerhalb der Entwicklungsländer zwischen ländlichen und städtischen Gebieten. Todaro und Harris wollten damit das vermeintlich irrationale Handeln derjenigen Arbeitssuchenden, die in offene Arbeitslosigkeit migrieren, erklären.
Nach der Erläuterung der grundlegenden Elemente dieses Modells, werden die Ergänzungen durch Gary S. Fields dargestellt. Jener hat das Grundmodell von Harris-Todaro um Aspekte der Bildung, des Job–Such–Prozesses sowie des informellen Sektors komplettiert. Abschließend wird die Frage betrachtet, in welchem Maße die Erweiterungen von Fields im Vergleich zu Harris–Todaro neue quantitative sowie qualitative Ergebnisse geliefert haben. Des Weiteren wird betrachtet, welche Einflussfaktoren zudem von Fields nicht berücksichtigt wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Harris–Todaro Migrationsmodell

2.1 Modellannahmen

2.2 Formale Herleitung

2.3 Graphische Darstellung und Modellimplikationen

3 Erweiterung des Harris–Todaro Modells durch Fields

3.1 Erweiterung des Job–Such–Prozesses

3.2 Erweiterung um einen informellen Sektor

3.3 Erweiterung um unterschiedliche Bildungsniveaus

3.4 Ein generelles Modell zu Migration

4 Bewertung der Erweiterungen durch Fields

4.1 Qualitative und Quantitative Ergebnisse des generellen Modells von Fields und Hosek

4.2 Berücksichtigung unterschiedlicher Bildungsniveaus

4.3 Berücksichtigung eines informellen Sektors

4.4 Zusätzliche Erweiterungen

5 Ergebnisse

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Harris-Todaro-Migrationsmodell und analysiert die Erweiterungen durch Gary S. Fields, um zu klären, in welchem Maße diese Modifikationen die theoretische Erklärungsqualität von Migrationsprozessen und Arbeitslosigkeit in Entwicklungsländern verbessern.

  • Grundlagen des Harris-Todaro-Migrationsmodells und dessen ökonomische Annahmen.
  • Erweiterung des Modells um den Job-Such-Prozess, informelle Sektoren und Bildungsniveaus.
  • Quantitative und qualitative Bewertung der erweiterten Modelle im Vergleich zum Grundmodell.
  • Diskussion über die Relevanz von Politikempfehlungen zur Verringerung städtischer Arbeitslosigkeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Erweiterung des Job–Such–Prozesses

Im Harris–Todaro Modell wird den Bewohnern ländlicher Gebiete modellimplizit jede Möglichkeit abgesprochen, einen Job innerhalb der Stadt zu finden. Dies ist eine kritische Annahme, da viele Jobs über persönliche Netzwerke vermittelt werden. Ferner existieren Arbeitsvermittlungsagenturen, bei denen sich Landarbeiter melden können. Ebenso können sich Landarbeiter, z.B. an Markttagen, berufsbedingt in der Stadt aufhalten. Es existieren daher auch für Landbewohner realistische Möglichkeiten, eine städtische Beschäftigung ohne Wohnsitz in der Stadt zu erlangen. Nach Fields ergibt sich, ausgehend vom Harris–Todaro Grundmodell, eine neue gleichgewichtige Beschäftigungsquote.

Da nun auch die Landarbeiter La mit der Wahrscheinlichkeit n einen Job innerhalb der Stadt finden können, erweitert sich der Personenkreis, der um eine Beschäftigung im modernen Sektor konkurriert.

Die Wahrscheinlichkeit, einen Job in der Stadt zu bekommen liegt nun bei: Pu = Eu / Ju ; wobei Ju = Lu + nLa .

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Migrationsbegriff und stellt die historische Entwicklung der ökonomischen Migrationsforschung, beginnend bei Lewis bis hin zu Harris und Todaro, dar.

2 Harris–Todaro Migrationsmodell: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen und die formale Herleitung des klassischen Harris-Todaro-Modells, das Migration als rationalen Mengenanpassungsmechanismus beschreibt.

3 Erweiterung des Harris–Todaro Modells durch Fields: Hier werden spezifische Erweiterungen wie der Suchprozess, der informelle Sektor, unterschiedliche Bildungsniveaus und ein generelles Modell zur Migration detailliert formal und inhaltlich dargestellt.

4 Bewertung der Erweiterungen durch Fields: Dieses Kapitel analysiert kritisch, wie die Erweiterungen die Vorhersagen über Arbeitslosenquoten verändern und wo die theoretischen Grenzen der Modelle liegen.

5 Ergebnisse: Das Fazit stellt fest, dass die Erweiterungen von Fields das Modell realitätsnäher machen, jedoch qualitativ keine neuen Erkenntnisse über die grundlegende ökonomische Motivation von Migration liefern.

Schlüsselwörter

Migration, Harris-Todaro-Modell, Gary S. Fields, Entwicklungsländer, Arbeitslosigkeit, informeller Sektor, Bildungsniveau, Job-Such-Prozess, städtische Beschäftigung, ökonomische Modelle, Grenzproduktivität, Migrationsentscheidung, Urbanisierung, Arbeitsmarktsegmentierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen ökonomischen Modellierung von Land-Stadt-Migrationsprozessen in Entwicklungsländern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Harris-Todaro-Grundmodell und dessen Erweiterungen durch Gary S. Fields, insbesondere hinsichtlich Arbeitslosigkeit und verschiedenen Arbeitsmarktsegmenten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Analyse, inwiefern die Erweiterungen von Fields die Genauigkeit und Aussagekraft des klassischen Migrationsmodells verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und formale mathematische Modellierung (Gleichgewichtsanalyse) zur Untersuchung der Migrationsmechanismen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der formalen Herleitung der Modelle, der Einbeziehung des informellen Sektors und der Berücksichtigung von Qualifikationsunterschieden der Arbeitnehmer.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind das Harris-Todaro-Modell, Migration, städtische Arbeitslosigkeit und informeller Sektor.

Inwiefern beeinflusst der informelle Sektor die Migrationsvorhersage?

Der informelle Sektor absorbiert einen Teil der Arbeitskräfte, was die offiziell gemessene Arbeitslosigkeit verringert und das Modell realistischer macht.

Warum ist das Bildungsniveau für die Migrationsrate relevant?

Höher gebildete Migranten haben bessere Aussichten auf eine Anstellung im modernen Sektor, was ihren Erwartungswert bezüglich des Einkommens und damit ihre Migrationswahrscheinlichkeit erhöht.

Wie verändern Investitionen in die Stadtinfrastruktur nach dem Modell die Migration?

Investitionen in die Stadt erhöhen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit und damit den Erwartungswert des städtischen Einkommens, was paradoxerweise zu einer noch stärkeren Zuwanderung und höherer Arbeitslosigkeit führen kann.

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Details

Title
Land-Stadt-Migration: Ein erweitertes Todaro Modell
College
University of Hamburg
Course
Entwicklungsökonomie
Grade
1,3
Author
Nils Kompe (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V83306
ISBN (eBook)
9783638894456
Language
German
Tags
Land-Stadt-Migration Todaro Modell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Kompe (Author), 2006, Land-Stadt-Migration: Ein erweitertes Todaro Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83306
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