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Der Journalist als Mediator - nahe Zukunft oder futuristische Vision?

Friedensjournalismus im Zeichen der Vermittlung

Title: Der Journalist als Mediator - nahe Zukunft oder futuristische Vision?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Melanie Lüdtke (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Spätestens mit dem beginnenden 19. Jahrhundert wurde weitgehend anerkannt, dass die einzelnen Disziplinen der Wissenschaft nicht mehr als rein objektive, rationelle Lehren abgehandelt werden können. Ein signifikantes Beispiel hierfür stellt die Transformation der Geschichtswissenschaft dar.
Gingen frühe Vertreter dieser Disziplin davon aus, dass Geschichte einzig objektiv zu betrachten ist, indem man mittels Zeugnissen auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge schließen kann, brachte der deutsche Philosoph und Historiker Wilhelm Dilthey Subjektivität und Geschichtswissenschaft in einen unmittelbaren Zusammenhang. Zentrale Annahme seiner Geschichtsauffassung war, dass die
individuelle Lebensgeschichte zum Ausgangspunkt der historischen Erfahrung des Subjektes wird. „Was das Leben sei, soll die Geschichte lehren. Und diese ist auf das Leben angewiesen, dessen Verlauf in der Zeit sie doch ist […].“ (Patzel‐Mattern: 2002: 171) Mit seiner Theorie baute er nicht nur auf den Erkenntnissen der Geschichtswissenschaft auf, sondern vereinte auch psychologische und
philosophische Erkenntnisse.
Interdisziplinarität ist besonders in den letzten Jahrzenten zu einem Schlüsselbegriff innerhalb der Wissenschaften geworden. Diesem Anspruch hat sich auch diese Arbeit verschrieben, indem sie versucht Zusammenhänge und Dissonanzen zwischen dem Tätigkeitsbereich des Journalismus und dem Wissenschaftsbereich der Mediation aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mediation – im Zeichen interkultureller Vermittlung

2.1 Ziele und Interdisziplinarität

2.2 Meditative Konzepte und Strategien der Konfliktbewältigung

3. Berichterstattung in Zeiten von Konflikten und gewaltsamer Auseinandersetzungen

3.1 Ethische Grundpfeiler des Journalismus

3.2 Medialisierung des Kriegsschauplatzes – ein historischer Überblick

3.3 Kriegsjournalismus

3.3.1 Kennzeichen und Wirkung der Kriegsberichterstattung

3.3.2 Bsp. Nicaragua / Radio Liberacion

3.4 Friedensjournalismus

3.4.1 Friedensjournalistische Grundideen und Konzepte

3.4.2 Bsp. Liberia/ Talking Drum Studio (Radio)

4. Der meditative Aspekt friedensorientierter Berichterstattung – eine Zusammenfassung

5. Abstract

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Schnittmengen zwischen der Mediation als Konfliktbewältigungsverfahren und dem Friedensjournalismus. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern der meditative Ansatz der Konflikttransformation auf journalistische Prozesse übertragen werden kann, um eine deeskalierende Wirkung in Krisengebieten zu erzielen.

  • Interdisziplinäre Verbindung von Mediation und Journalismus
  • Ethische Grundlagen und historische Entwicklung der Kriegsberichterstattung
  • Kritische Analyse des Kriegsjournalismus und dessen Wirkungsweise
  • Konzept des Friedensjournalismus nach Johan Galtung
  • Praxisbeispiele für friedensorientierte Medienarbeit (Talking Drum Studio in Liberia)

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Kennzeichen und Wirkung der Kriegsberichterstattung

Der Schweizer Journalist und Berater der Hirondelle Stiftung konstatiert eine mediale Explosion an blutigen und gewaltorientierten Bildern. Das mediale Interesse an Krisen und Konflikten führt er auf zwei Bedingungen zurück:

1. Die Logik des Marktes und die Konkurrenz innerhalb der Medien wandeln Informationen in Ware um. Die kommerzielle Dynamik spektakulärer bewegter Bilder ist das Resultat aus den Einschaltquoten, die zumeist auf emotionaler Ebene angesiedelt sind und zu Lasten der Qualität gehen.

2. Die Benutzung der Medien durch Kriegsführende als Mittel der Meinungsprägung. Gruppen, Staaten der Allianzen bedienen sich des Mediums, um der öffentlichen Meinung „ihren“ Krieg zu verkaufen. (vgl. Domeniconi: 2000: 45)

Die emotionale Aufladung von Bildern, welche von Medien verstärkt aufgegriffen wird, erklärt sich durch deren unmittelbare Wirkung auf unser Gedächtnis. Gemäß Maurice Halbwachs nährt sich die individuelle Erinnerung weniger an Bildern, die in unserem Bildarchiv bereits vorhanden sind, sondern unser Gedächtnis erneuert sich anhand aktueller Anhaltspunkte und überarbeitet bzw. vervollständigt unsere Erinnerungen mit diesen neu gewonnenen Erkenntnissen. Weitaus bedeutender als die expliziten Gedächtnisinhalte sind die impliziten, d.h. emotional gebundene Ansatz und Verankerungspunkte. Übertragen auf die mediale Bildpolitik beeinflussen uns laut Halbwachs diejenigen Bilder, die uns auf emotionaler Ebene besonders bewegen. Die Funktion des Gedächtnisses ist es zu beobachten bzw. wahrzunehmen, um aus den internalisierten Reizen Schlüsse zu ziehen. Das Gedächtnis setzt demzufolge Erinnerungen voraus, um vergangene Erlebnisse in früheren Verhaltenssituationen mit hinzugewonnenen Erkenntnissen zu verknüpfen und einen Sinn zu geben. (vgl. Brühl: 2000: 124ff)

Die Nachhaltigkeit mit der Bilder auf unser Gedächtnis wirken, wird daran deutlich, dass uns besonders jene Ereignisse prägen, von denen es eindrucksvolle Bilder gibt. Dies unterstreicht, wie stark unsere Wahrnehmungen und Erinnerungen medial geprägt sind. (vgl. Wischermann: 1996: 15)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Interdisziplinarität von Journalismus und Mediation ein und erläutert den Fokus auf den Friedensjournalismus als Alternative zum klassischen Kriegsjournalismus.

2. Mediation – im Zeichen interkultureller Vermittlung: Es werden die theoretischen Grundlagen der Mediation, deren Ziele und Anwendungsgebiete sowie die Rolle des Mediators als neutrale Instanz zur Konfliktbeilegung dargelegt.

3. Berichterstattung in Zeiten von Konflikten und gewaltsamer Auseinandersetzungen: Dieses Hauptkapitel analysiert den Einfluss von Medien auf Konflikte, kritisiert die Mechanismen des Kriegsjournalismus und kontrastiert diese mit den Ansätzen des Friedensjournalismus anhand des Beispiels Talking Drum Studio in Liberia.

4. Der meditative Aspekt friedensorientierter Berichterstattung – eine Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Mediatoren und Friedensjournalisten in Bezug auf Neutralität, Objektivitätsanspruch und Einflussnahme gegenübergestellt werden.

5. Abstract: Eine englischsprachige Zusammenfassung der wissenschaftlichen Zielsetzung und der wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit.

Schlüsselwörter

Friedensjournalismus, Mediation, Kriegsberichterstattung, Konflikttransformation, Talking Drum Studio, Medienethik, Interkulturelle Vermittlung, Gewaltprävention, Krisenkommunikation, Objektivität, Meinungsbildung, Konfliktbewältigung, Johan Galtung, Propaganda, Medienwirkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie journalistische Berichterstattung in Krisengebieten als mediativ wirkendes Instrument zur friedlichen Konfliktlösung eingesetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Friedens- und Konfliktforschung, journalistischer Ethik und den praktischen Methoden der interkulturellen Mediation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu analysieren, ob und wie der Friedensjournalismus durch meditative Konzepte eine deeskalierende Wirkung entfalten kann, anstatt bestehende Feindbilder durch die Logik des Kriegsjournalismus zu verstärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Analyse, die sozialwissenschaftliche Kommunikationstheorien mit Fallbeispielen aus der journalistischen Praxis (insbesondere Liberia) vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil differenziert zwischen Kriegsjournalismus und Friedensjournalismus, analysiert deren Wirkungsweisen und beleuchtet die Rolle des Journalisten als indirekten Vermittler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Friedensjournalismus, Konflikttransformation, Mediation, Medienwirkung, objektive Berichterstattung und Krisenkommunikation.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Friedensjournalisten von der eines Mediators?

Während Mediatoren in einem strukturierten Verfahren direkt zwischen Konfliktparteien vermitteln, agiert der Friedensjournalist als Akteur, der durch eine wahrheitsgemäße und menschenzentrierte Berichterstattung indirekt zur Deeskalation beiträgt.

Warum wird das Beispiel des Talking Drum Studios in Liberia hervorgehoben?

Es dient als praktisches Modell für ein Friedensmedium, das durch die Einbeziehung lokaler Perspektiven und den Verzicht auf ereignisfixierte Gewaltberichterstattung zur gesellschaftlichen Versöhnung und zum Wiederaufbau beiträgt.

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Details

Title
Der Journalist als Mediator - nahe Zukunft oder futuristische Vision?
Subtitle
Friedensjournalismus im Zeichen der Vermittlung
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Course
Interkulturelle Mediation
Grade
1,0
Author
Melanie Lüdtke (Author)
Publication Year
2007
Pages
29
Catalog Number
V83723
ISBN (eBook)
9783638000840
ISBN (Book)
9783638910637
Language
German
Tags
Journalist Mediator Zukunft Vision Interkulturelle Mediation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Lüdtke (Author), 2007, Der Journalist als Mediator - nahe Zukunft oder futuristische Vision?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83723
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