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Mehrsprachigkeit in Zimbabwe

Title: Mehrsprachigkeit in Zimbabwe

Term Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Kristina Lubahn (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
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Ein Drittel aller menschlichen Sprachen wird auf dem afrikanischen Kontinent gesprochen. In Afrika gibt es rund 1500 verschiedene, gegenseitig nicht verständliche Sprachen. Die Sprecherzahl liegt zwischen ca. 60 Millionen und wenigen Hundert. Alle afrikanischen Staaten beherbergen mindestens eine, meist jedoch mehrere Sprachen innerhalb ihrer Grenzen. Dies resultiert aus der Kolonialzeit, in der die Grenzen ohne Rücksicht auf die einheimischen gesellschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Verhältnisse am „Reißbrett“ festgelegt wurden. In dieser Zeit wurde die Sprache der Kolonialmacht als allgemeines Kommunikationsmittel eingeführt und gefördert. Die Pflege der einheimischen Sprachen wurde jedoch vernachlässigt. Die Sprache der ehemaligen Kolonialherren wurde nach der Unabhängigkeit meist als offizielle Sprache beibehalten. Erst langsam wird in einer Reihe von Staaten dazu übergegangen, wenigstens im Grundschulbereich die afrikanischen Sprachen zu fördern.
Noch immer fällt es den Regierungen und Eliten schwer, Mehrsprachigkeit als Reichtum und Ressource zu begreifen. Afrikanische Sprachen werden als Problem und Entwicklungshindernis wahrgenommen.
Myers-Scotton fragt:
“Who becomes a bilingual in Africa? The simple answer is, almost everyone who is mobile, either in a socio-economic or a geographic sense. While there are monolinguals in Africa, the typical person speaks at least one language in addition to his/her first language, and persons living in urban areas often speak two or three additional languages.”

Auch in Zimbabwe findet man eine mehrsprachige Situation vor. Die ehemalige Kolonialsprache hat auch hier einen hohen Prestigewert. Für die Analyse des Variationsraumes der Mehrsprachigkeit in Zimbabwe wird in dieser Arbeit das Schema nach George Lüdi verwendet. Mit Hilfe dieses Schemas ist es möglich, die Diglossie oder Mehrsprachigkeit zu differenzieren und die verschiedenen Typen der Diglossie zu bestimmen. Dazu stehen laut dem Schema sechs Variablen zur Verfügung: der sprachliche Abstand, der Sprachgemeinschaftstyp, die funktionale Komplementarität, die Standardisierung, der Erwerbstyp und das Sprachprestige.

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Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Sprachlicher Abstand

2.1 Übersicht über die Sprachen in Zimbabwe

2.2 Sprachfamilie und Entstehung

2.3 Dialekte und Pidginsprachen

2.4 Entlehnungen

3.0 Prestigeunterschiede

4.0 Sprachgemeinschaftstyp

4.1 Räumliche Erstreckung der Zwei- oder Mehrsprachigkeit

4.2 Soziale Erstreckung der Zwei- oder Mehrsprachigkeit

5.0 Funktionale Komplementarität

5.1 Arten der Funktionstrennung

5.1.1 Informelle Domäne

5.1.2 Kulturelle Domäne

5.1.3 Wirtschaftliche Domäne

5.1.4 Bildungsdomäne

5.1.5 Politische und administrative Domäne

5.1.6 Rechtliche Domäne

5.1.7 Domäne der Massenmedien

5.1.8 Internationale Domäne

5.2 Stabilität der Funktionstrennung

6.0 Standardisierung

6.1 Entwicklung der Standartsprache und eines Schriftsystems

6.2 Sprachlicher Ausbau und normative Institutionen

7.0 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die mehrsprachige Situation in Zimbabwe unter Anwendung des Schemas nach George Lüdi, um die Diglossie und Sprachkontakte innerhalb des Landes zu untersuchen und zu differenzieren.

  • Sprachpolitik und der Einfluss der ehemaligen Kolonialsprache Englisch
  • Soziale und räumliche Faktoren der Mehrsprachigkeit
  • Funktionale Komplementarität in verschiedenen gesellschaftlichen Domänen
  • Prozesse der Sprachstandardisierung und der Einfluss auf die Schriftsprache
  • Phänomene des Code-Switching im Alltag

Auszug aus dem Buch

4.2 Soziale Erstreckung der Zwei- oder Mehrsprachigkeit

Die Mehrzahl der Einwohner Zimbabwes ist heute zwei- oder mehrsprachig. Auf der sozialen Ebene ist Mehrsprachigkeit vom Bildungsstand, vom Alter und vom Grad der Formalität abhängig.

Das gängigste Muster der Mehrsprachigkeit ist das Sprechen der eigenen Muttersprache und einer einheimischen lingua franca, Shona oder Ndebele. Hinzu kommt Englisch als Unterrichtssprache als eine fremde lingua franca.

Generell gilt, je mehr Bildung eine Person genossen hat, desto mehrsprachiger ist sie. Ein weiterer Faktor ist das Geschlecht. Männer sind eher mehrsprachig als Frauen, sie bekommen oft eine bessere Ausbildung. Auch das Alter spielt eine Rolle. Unter 35-jährige sind mit größerer Wahrscheinlichkeit besser ausgebildet und damit auch eher mehrsprachig.

Das Festhalten an der Muttersprache in der Großstadt ist darin begründet, dass multiethnische afrikanische Großstädte wie Harare sich noch nicht durch offene Netzwerke auszeichnen. Stattdessen bleiben die einzelnen Ethnien in Bezug auf Wohnort und Freizeitgestaltung weitestgehend unter sich.

Mit Mitgliedern anderer ethnischer Gruppen ist die Verwendung einer neutralen lingua franca üblich. In Harare handelt es sich dabei um Shona und Englisch. Eine gebildete Person in Harare wird die meiste Zeit Englisch sprechen. Menschen, die Shona nicht als erste Sprache sprechen, verwenden Shona oder Englisch häufiger als ihre eigene Muttersprache. Englisch wird deutlich mit formalen öffentlichen Interaktionen assoziiert. In informalen Situationen wird sie hingegen nicht verwendet. Dennoch benutzt nahezu jeder Zimbabwer Englisch im täglichen Leben.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Mehrsprachigkeit in afrikanischen Staaten ein und legt das methodische Vorgehen basierend auf George Lüdi für den Kontext Zimbabwe fest.

2.0 Sprachlicher Abstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Bantu-Sprachen in Zimbabwe, deren Entstehung sowie die Rolle von Minderheitensprachen, Dialekten und Pidginsprachen wie Chilapalapa.

3.0 Prestigeunterschiede: Hier wird untersucht, wie Englisch als ehemalige Kolonialsprache eine hohe Prestigeposition einnimmt, während einheimische Sprachen oft als niedrigere Varietäten wahrgenommen werden.

4.0 Sprachgemeinschaftstyp: Das Kapitel behandelt die räumliche und soziale Verteilung der Mehrsprachigkeit, wobei Bildungsstand, Alter und Geschlecht als entscheidende Variablen für die Sprachwahl identifiziert werden.

5.0 Funktionale Komplementarität: Der Autor erläutert, wie sich Sprachen in unterschiedlichen Domänen wie Familie, Politik, Bildung und Medien funktional ergänzen oder verdrängen.

6.0 Standardisierung: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung der Standardsprachen Shona und Ndebele sowie die Rolle institutioneller Förderungen durch das Literature Bureau.

7.0 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die unausgewogene sprachliche Situation, die durch die dominante Rolle des Englischen trotz offizieller Mehrsprachigkeit geprägt ist.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Zimbabwe, Diglossie, Shona, Ndebele, Englisch, Sprachpolitik, Funktionale Komplementarität, Code-Switching, Bantu-Sprachen, Sprachprestige, Sprachstandardisierung, Kolonialzeit, Minderheitensprachen, Varietäten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen sprachlichen Situation in Zimbabwe, die durch ein Nebeneinander von indigenen Sprachen und der ehemaligen Kolonialsprache Englisch gekennzeichnet ist.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Sprachpolitik, die soziale und funktionale Verteilung der Sprachen, der Prozess der Standardisierung indigener Sprachen sowie die Auswirkungen von Sprachkontakt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Analyse der zimbabwischen Mehrsprachigkeit anhand von sechs spezifischen Variablen (u.a. Sprachabstand, Prestige, funktionale Komplementarität), um die Diglossie-Struktur des Landes zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt das theoretische Schema von George Lüdi, um die verschiedenen Typen der Diglossie und Mehrsprachigkeit in Zimbabwe systematisch zu differenzieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des sprachlichen Abstands, der Prestigeunterschiede zwischen den Sprachen, des Sprachgemeinschaftstyps, der funktionalen Domänen sowie der Standardisierungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hauptbegriffe sind unter anderem Mehrsprachigkeit, Diglossie, Shona, Ndebele, Englisch, funktionale Komplementarität und Code-Switching.

Warum spielt Englisch in Zimbabwe eine so dominante Rolle?

Englisch fungiert nicht nur als Medium für internationale Kommunikation und Bildung, sondern besitzt ein hohes Prestige und hat sich in formalen Bereichen wie Verwaltung und Wirtschaft fest etabliert.

Wie beeinflusst die Sprachpolitik den Erhalt indigener Sprachen?

Die Arbeit verdeutlicht, dass trotz der offiziellen Anerkennung von Shona und Ndebele die Vernachlässigung der Förderung im Bildungswesen dazu führt, dass Englisch diese Sprachen selbst in informellen Kontexten zunehmend beeinflusst oder ersetzt.

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Details

Title
Mehrsprachigkeit in Zimbabwe
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Lehrstuhl für Sprachwissenschaft)
Course
Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt
Grade
1,7
Author
Bachelor of Arts Kristina Lubahn (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V83842
ISBN (eBook)
9783638001205
Language
German
Tags
Mehrsprachigkeit Zimbabwe Mehrsprachigkeit Sprachkontakt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Kristina Lubahn (Author), 2006, Mehrsprachigkeit in Zimbabwe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83842
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