Analyse des Theaterstückes The Taming of the Shrew von Shakespeare und Zeffirellis Verfilmung unter Berücksichtigung von stilistischen, gesellschaftlichen und rezeptiven Aspekten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Shakespeares Taming of the Shrew (1593/94)
2.1 Inhalt
2.2 Interpretation
3. Zeffirellis Taming of the Shrew (1967)
3.1 Inszenierung
3.2 Umgang mit Shakespeares Text
3.3 Motive
3.4 Charakterisierung der Hauptfiguren
4. Elizabeth Taylor und Richard Burton
4.1 Starvehikel
4.2 Who’s Afraid of Virginia Woolf? (1966)
5. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Transformation von William Shakespeares Komödie "The Taming of the Shrew" in das Medium Film durch den Regisseur Franco Zeffirelli zu untersuchen und dabei insbesondere die visuelle Inszenierung sowie den Einfluss der Hauptdarsteller auf die Interpretation des Stoffes zu analysieren.
- Vergleichende Analyse des literarischen Originals und der filmischen Adaption von 1967.
- Untersuchung der spezifischen Inszenierungstechniken und visuellen Gestaltungsmittel Zeffirellis.
- Analyse des Umgangs mit Shakespeares Dramentext und der Verschiebung inhaltlicher Motive.
- Erörterung der Rolle von Elizabeth Taylor und Richard Burton als "Starvehikel".
- Einfluss des Films "Who’s Afraid of Virginia Woolf?" auf die Rezeption und Publicity von Zeffirellis Werk.
Auszug aus dem Buch
3.1 Inszenierung
The Taming of the Shrew spielt in Padua im Italien der Renaissance. Zeffirelli, selbst in Florenz geboren, nutzte seine italienische Herkunft und kreierte mit seinem Padua – Set ein italienisches Flair. Sein Padua ist ein attraktiver, dicht besiedelter Ort voller Leben, in dem es von bunt gekleideten Leuten in den engen Gassen wimmelt. Buhler beobachtet, dass die Stadt zu leuchten scheint, als Lucentio zu Beginn des Films auf Padua zureitet. Dieser Eindruck entsteht, weil für den Film ein ocker- oder sepiafarbener Filter verwendet wurde, um einen gelb-goldenen Dunsteffekt zu erzielen. Nach Brode gab Zeffirelli durch den Einsatz des Filters dem gesamten Film den Eindruck einer „dream vision of a real place.“ Schon das erste Filmbild scheint der Renaissancemalerei nachempfunden zu sein. Jorgens beschreibt den Filmanfang folgendermaßen:
From the opening moments when Lucentio and Tranio, riding in a gentle summer rain, spy Padua haloed with a rainbow beyond a pastoral vision with shepherds, sheep, and greenery, the film is a beautiful idyll bathed in a golden and rose-colored light. The central stylistic device, derived from the language of a play uncharacteristically lacking in verbal ornament, is the epic catalogue, the heaping on of detail.
Diese pastorale Idylle in goldenem Licht, wie Jorgens es ausdrückt, entsprang der Inspiration des Kameramanns Ossie Morris, der in Vorbereitung der Lichtsetzung Correggios Reproduktionen studierte. Die lebhaften Grundfarben und das goldene Licht des Films sind den Renaissance Bildern Correggios deutlich nachgebildet. Zeffirellis Italienisierung von Shakespeare brachte ihm den Titel „Shakespirelli“ ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die filmische Transformation von Shakespeares Theaterstück durch Zeffirelli zu analysieren und den Einfluss der Hauptdarsteller darzulegen.
2. Shakespeares Taming of the Shrew (1593/94): Dieses Kapitel bietet eine inhaltliche Zusammenfassung und interpretationstheoretische Grundlagen des Originalstücks.
3. Zeffirellis Taming of the Shrew (1967): Dieser Abschnitt analysiert die filmische Umsetzung, den Umgang mit der Textvorlage, zentrale Motive und die Charakterzeichnung der Protagonisten.
4. Elizabeth Taylor und Richard Burton: Es wird die Rolle der Hauptdarsteller als "Starvehikel" beleuchtet und der Einfluss des vorangegangenen Films "Who’s Afraid of Virginia Woolf?" auf die öffentliche Wahrnehmung untersucht.
5. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit resümiert, dass Zeffirelli trotz inhaltlicher Abweichungen vom Original den Zeitgeist der 1960er Jahre meisterhaft einfängt.
Schlüsselwörter
The Taming of the Shrew, William Shakespeare, Franco Zeffirelli, Elizabeth Taylor, Richard Burton, Who’s Afraid of Virginia Woolf, Filmtransformation, Inszenierung, Farce, Renaissance, Padua, Geschlechterkampf, Starvehikel, Werktreue, Renaissance-Malerei
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den filmischen Transformationsprozess von Shakespeares Theaterstück "The Taming of the Shrew" durch den Regisseur Franco Zeffirelli.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die visuelle Inszenierung, der Umgang mit der Textvorlage, wiederkehrende Motive sowie die Bedeutung des Starpotenzials von Elizabeth Taylor und Richard Burton.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie Zeffirelli das Drama für ein breiteres Publikum in ein zeitgemäßes Filmmedium überführt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine filmwissenschaftliche und vergleichende Analyse, basierend auf Sekundärliteratur zu Shakespeare-Adaptionen und zeitgenössischer Filmkritik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Interpretation des Originals, die Analyse von Zeffirellis Regiestil, den Einsatz von Farbe und Licht sowie die soziokulturelle Einbettung durch das Hauptdarstellerpaar.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Filmtransformation", "Farce", "Renaissance-Ästhetik" und die Rolle der Stars als kulturelles Phänomen der 1960er Jahre.
Wie unterscheidet sich Zeffirellis Inszenierung vom Original?
Zeffirelli priorisiert die visuelle Attraktivität und eine farcehafte Dynamik gegenüber einer strikten Werktreue und integriert Elemente des Zeitgeistes der 1960er Jahre.
Welchen Einfluss hatte "Who’s Afraid of Virginia Woolf?" auf den Film?
Der Film prägte das öffentliche Bild der streitenden Eheleute Burton und Taylor, was die Rezeption ihrer Rollen als Katharina und Petruchio maßgeblich beeinflusste.
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- Vera-Marlene Glubrecht (Author), 2006, "The Taming of the Shrew": William Shakespeare 1593/94 und Franco Zeffirelli 1967, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84125