Die Verfahren zur Ermittlung von Grundstückswerten sind in vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten entwickelt worden. Da Grundstückswerte regelmäßig benötigt wurden, um Steuern zahlen zu müssen oder Kontrollen für Marktereignisse durchführen zu können, mussten auch Verfahren und Methoden zur Bewertung von Grundstücke entwickelt werden. Mit den komplizierter werdenden Einflüssen auf die Grundstückswerte durch öffentliche, wirtschaftliche oder rechtliche Ereignisse und Vorschriften wurden die Verfahren und Methoden verfeinert, den Ereignissen angepasst und nach den Bedürfnissen konkretisiert. In der Welt entstanden unterschiedliche Rechtsformen des Immobilieneigentums, verschiedene Wirtschaftsmodelle mit eigenen Wertfindungen und eigenständige Grundstücksmärkte, die zu unterschiedlichen Wertermittlungsverfahren führten. Mit der Internationalisierung des Grundstücksverkehrs, dem Zusammenwachsen von Märkten und der Bildung von wirtschaftlichen Einheiten wie der Europäischen Union bestand die Notwendigkeit, regionale Wertermittlungsverfahren zu internationalisieren oder zu harmonisieren.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Eingrenzung von Investment Properties
2.1-Definition
3. Folgebewertung
3.1. Wahlrecht in der Folgebewertung
3.1.1. Fortgeführte Anschaffungs.- od. Herstellungskosten
3.1.2. Beizulegender Wert
3.2. Immobilienbewertungsverfahren im Vergleich
3.3. Normierte deutsche Immobilienbewertungsverfahren
3.3.1. Vergleichsverfahren
3.3.1.1. Voraussetzungen für die Anwendung
3.3.1.2. Darstellung
3.3.1.3. Kritische Würdigung
3.3.2. Ertragsverfahren
3.3.2.1. Voraussetzungen für die Anwendung
3.3.2.2. Darstellung
3.3.2.3. Kritische Würdigung
3.3.3 Sachwertverfahren
3.3.3.1. Darstellung
3.3.3.2. Kritische Würdigung
3.4. Vergleichbare angelsächsische Bewertungsverfahren
3.4.1. Discounted-Cash- Flow-Verfahren
3.4.2. Sales Comparison Approach
3.4.2.1 Fully-let
3.4.2.2 Reversionary
3.4.2.3 Overrented
3.4.3. Investment Approach
3.4.4 Cost Approach
3.5. Alternative Bewertungsverfahren
3.5.1. Profits Method
3.5.2. Residual Method
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Folgebewertung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (Investment Properties) nach IAS 40. Ziel ist es, die Auswirkungen der Wahl zwischen dem Fair Value Model und dem Anschaffungskostenmodell auf den Jahresabschluss zu analysieren und verschiedene internationale Immobilienbewertungsverfahren einer kritischen Würdigung zu unterziehen.
- Bilanzielle Behandlung von Investment Properties nach IAS 40
- Vergleich deutscher (normierter) und angelsächsischer Bewertungsverfahren
- Analyse des Fair Value Models versus Anschaffungskostenmodell
- Rolle der Immobilienbewertung im Unternehmensbeitrag
- Kritische Würdigung der Aussagekraft verschiedener Bewertungsmethoden
Auszug aus dem Buch
3.4.2.1 Fully let
In diesem Fall ist davon auszugehen, dass das zu bewertende Objekt zu 100% vermietet ist „und die von den Mietern gezahlte Miete der Miete entspricht, die von neuen Mietern zum Bewertungsstichtag theoretisch für diese Fläche zu erzielen wäre.“ Diese würde dann der aktuellen Marktmiete entsprechen. Dieser Rohertrag des Grundstücks wird dann mit einem angemessenen Kapitalisierungsfaktor multipliziert, der aus realisierten Transaktionen abgeleitet wird.
Bei der Fully let Methode wird während des gesamten Investitionszeitraums von konstanten Mieteinnahmen auf Marktniveau ausgegangen. Dies entspricht allerdings nicht den realen Gegebenheiten des Immobilienmarktes. In den nächsten beiden Methoden finden daher Mietabweichungen in Form von Mehr- oder Mindermieten besondere Berücksichtigung.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Immobilienwertermittlung im Kontext internationaler Märkte und Einführung in die Fragestellung der Folgebewertung von Investment Properties nach IAS 40.
2. Eingrenzung von Investment Properties: Definition von Investment Properties als Finanzanlagen und Abgrenzung zu betriebsnotwendigen Immobilienbeständen.
3. Folgebewertung: Analyse der Wahlrechte zwischen dem Fair Value Model und dem Anschaffungskostenmodell sowie detaillierte Untersuchung diverser nationaler und internationaler Bewertungsverfahren.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der bilanziellen Auswirkungen durch die Wahl der Bewertungsmethode und der Volatilität im Jahresabschluss.
Schlüsselwörter
Investment Properties, Folgebewertung, Fair Value Model, Anschaffungskostenmodell, Immobilienbewertung, IAS 40, Ertragswertverfahren, Vergleichswertverfahren, Sachwertverfahren, Discounted Cashflow Methode, Kapitalisierung, beizulegender Zeitwert, Immobilienmarkt, Bilanzierung, Anlageimmobilien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Folgebewertung von Investment Properties (als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien) gemäß der internationalen Rechnungslegungsnorm IAS 40.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind das Wahlrecht zwischen dem Fair Value Model und dem Anschaffungskostenmodell, der Vergleich verschiedener nationaler und internationaler Bewertungsmethoden sowie die kritische Würdigung dieser Verfahren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der Wahl der Folgebewertungsmethode auf die Darstellung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage bilanzierender Unternehmen zu analysieren.
Welche wissenschaftlichen Bewertungsmethoden werden behandelt?
Es werden deutsche normierte Verfahren (Vergleichs-, Ertrags- und Sachwertverfahren) sowie angelsächsische und internationale Ansätze (Comparison Approach, Investment Approach, DCF-Methode, Cost Approach, Profits Method, Residual Method) untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Investment Properties, die Erläuterung der Folgebewertungsmethoden inkl. konkreter Buchungsbeispiele sowie die detaillierte Darstellung und kritische Analyse verschiedener Immobilienbewertungsverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Investment Properties, IAS 40, Fair Value, Anschaffungskostenmodell, Folgebewertung und diverse Immobilienbewertungsverfahren.
Warum ist die Wahl zwischen Fair Value und Cost Model für Unternehmen so bedeutend?
Die Entscheidung beeinflusst massiv die Bilanzsumme, die Höhe der Eigenkapitalquote durch die Aufdeckung stiller Reserven und führt bei Wahl des Fair Value Models zu einer höheren Volatilität des Periodenergebnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Welche Rolle spielt die "Sunshine AG" im Text?
Die Sunshine AG dient als Beispielunternehmen, anhand dessen die Buchungssätze für die Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert (MBZ) und zum Anschaffungskostenmodell (AKM) inklusive latenter Steuern praktisch verdeutlicht werden.
Warum wird die DCF-Methode in der Fachwelt kontrovers diskutiert?
Der Methode wird häufig vorgeworfen, dass sie mit "Scheingenauigkeiten" arbeitet, da die Bewertungsgrundlage auf einer Vielzahl von weit in die Zukunft reichenden Informationen und Schätzungen basiert.
- Quote paper
- N. Meteleva (Author), J. Bedinger (Author), E. Dickmann (Author), 2006, Die Folgebewertung von Investment Properties – Darstellung und kritische Würdigung anhand von Beispielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84316