Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale

Das Nibelungenlied in den Illustrationen der Hundeshagenschen Handschrift MS. germ. fol. 885

Titre: Das Nibelungenlied in den Illustrationen der Hundeshagenschen Handschrift MS. germ. fol. 885

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 22 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Daniel Schygulla (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Das Nibelungenlied gehört zu den bekanntesten Heldenepen des klassischen Hochmittelalters und markiert als Hauptwerk der höfischen Periode der Literatur einen literarischen Neubeginn um 1200. Die Entstehung ist zwischen 1170 und 1230 sehr unsicher datiert und die Überlieferung umreißt einen Zeitraum von rund 300 Jahren. Zwischen dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts bis zum zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts ist das Nibelungenlied in 35 Schriften nachzuweisen. Dabei zeigt die Überlieferung von rund elf fast vollständig und 24 in Bruchstücken erhaltenen Zeugnissen, dass das Nibelungenlied auf eine hohe zeitgenössische Resonanz stieß.1 Die Klage, die des öfteren von der Handlung des Epos abweicht und als eigenständige Dichtung zu verstehen ist folgt in den meisten Fällen dem Nibelungenlied nach.
Die Hundeshagensche Handschrift ist also eine von vielen überlieferten Handschriften, doch sie ist die einzige, die farbige Illustrationen enthält. Sie zählt zu der sogenannten Not-Guppe.2 Da dieser Kodex eine einmalige Stellung in der Überlieferung einnimmt, bedarf sie einer eigenständigen Untersuchung.
Hierbei sollen als erstes die Basisinformationen erörtert werden. Dazu zählt zu aller erst die Erläuterung zur Faksimileausgabe Hans Hornungs, der als Erster und bisher Einziger die Illustrationen in Originalgröße und an ihrer angestammten Positionen innerhalb der Hundeshagenschen Handschrift veröffentlichte. Zuvor hatte schon Hermann Degering die Abbildungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, allerdings nutzte er dazu die Übersetzung Simrocks und löste die Miniaturen von ihren ursprünglichen Stellen an den Aventuirenenden oder Anfängen.
Zweitens soll dann der Aufbau des Hundeshagenschen Kodex und anschließend die Schrift des Kodex betrachtet werden. Abschließend soll versucht werden die Handschrift zeitlich einzuordnen und den Entstehungsort zu entschlüsseln. Dazu werden diverse Fakten wie Dialektik, Papier, Schrift und Schreiber sowie Namenseinträge und mögliche Aufbewahrungsorte zur Hilfe herangezogen.
Anschließend werden dann drei Illustrationen der Handschrift exemplarisch betrachtet. Da nicht alle Miniaturen durchleuchtet werden können, werden lediglich die Bildseiten Nummer drei, zwölf und vierzehn genauer beschrieben. Die Wahl fiel auf diese drei Bildseiten, da sie meiner Meinung nach entweder wichtige Aspekte des Nibelungenliedes darstellen, weil sie in der Betrachtung schwer zu deuten sind oder darstellerische Besonderheiten aufweisen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Angaben zur Faksimileausgabe Hans Hornungs

3. Der Hundeshagensche Kodex

4. Aufbau des Hundeshagenschen Kodex

5. Die Schrift des Hundeshagenschen Kodex

6. Datierung, Herkunft und Verortung des Hundeshagenschen Kodex

6.1. Die Dialektik

6.2. Die Herkunft des Papiers

6.3. Namenseinträge und Aufbewahrungsorte

6.4. Schrift und Schreiber

7. Die Illustrationen des Hundeshagenschen Kodex

7.1. Allgemeine Angaben zu den Illustrationen

7.2. Bildseite Nr. 3; fol. 17 verso: Siegfrieds erste Begegnung mit Kriemhild

7.3. Bildseite Nr. 12; fol. 51 verso: Der Streit der Königinnen

7.4. Bildseite Nr. 14; fol. 58 verso: Siegfrieds Tod

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Hundeshagenschen Kodex (MS. germ. fol. 855) hinsichtlich seiner Entstehungsgeschichte, materiellen Beschaffenheit sowie der Funktion und Bedeutung seiner 37 farbigen Illustrationen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die Miniaturen in Bezug zum Nibelungenlied-Text stehen und ob sie als politisierte Darstellungen oder narrative Momentaufnahmen interpretiert werden können.

  • Historische Einordnung und Herkunft des Hundeshagenschen Kodex
  • Analyse der paläographischen Merkmale und der Schreiberschaft
  • Untersuchung der Entstehungsregion anhand von Dialektik und Papierherkunft
  • Exemplarische Deutung ausgewählter Illustrationen (Siegfrieds Begegnung, Königinnenstreit, Siegfrieds Tod)
  • Diskussion über das Verhältnis von Text und Bild innerhalb der Handschrift

Auszug aus dem Buch

7.4 Bildseite Nr. 14; fol. 58 verso: Siegfrieds Tod

Die nächste Illustration, die näher betrachtet werden soll, ist die Darstellung des Todes Siegfrieds. In der linken hinteren Ecke sind die Mitglieder der Jagdgesellschaft zu erkennen. Des Weiteren verfolgen im Hintergrund Jagdhunde einen flüchtenden Hirsch und ein Wildschwein. Selbst der Bär, den Siegfried des Textes nach eigenhändig gebändigt hat, ist schemenhaft in der rechten hinteren Ecke zwischen Bäumen und Sträuchern zu erkennen. Im Vordergrund und somit im Zentrum der Miniatur steht der Augenblick, in dem Siegfried beim Trinken getötet wird. Siegfrieds Mörder steht hinter ihm. Beide Personen sind lediglich im Unterhemd gekleidet, wobei Siegfrieds Kleidung, Schild und Waffen am Baum neben ihm stehen. So orientiert sich das Bild wiederum an der entsprechenden Textstelle.

In dieser Darstellung fallen zwei Aspekte besonders auf. Zum einen ist die Mordwaffe nicht ein Speer, sondern ein Pfeil, der zwischen Siegfrieds Schulterblättern hervorragt. Der Täter steht mit einem Bogen hinter dem Opfer. Der Illustrator hat sich bezüglich dieses Details nicht an den Wortlaut des Textes gehalten. In den Strophen 980, 3 bis 982,1 wird ein Speer als Tatwaffe beschrieben. Zum anderen fällt die Zeichnung des Mörders auf. Die dargestellte Person trägt einen Bart und einen auffälligen Kopfschmuck. Bart und Helmbusch sind nachträglich eingezeichnet worden. Dafür ist, wie schon vorhergehend angedeutet, vermutlich Ernst von First verantwortlich. Wenn nun Bart und Helmbusch ausgespart werden, bleibt dem mutmaßlichen Mörder ein weiterer Kopfschmuck, der einer Krone ähnelt. Die Konturen sind sehr schwach, aber es könnte sich um eine Krone handeln, die, wie in anderen Miniaturen gezeigt wurde, vom Illustrator einem König zugesprochen wird. Des Textes nach ist Hagen der Mörder Siegfrieds, doch Hagen ist keine königliche Figur und trägt im Normalfall keine Krone. Daher lässt diese Vermutung nur einen Schluss zu, nämlich den, dass der Illustrator eventuell König Gunther als Mörder dargestellt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Hundeshagenschen Handschrift als einzige illustrierte Nibelungen-Handschrift ein und benennt die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.

2. Allgemeine Angaben zur Faksimileausgabe Hans Hornungs: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Faksimileausgabe von Hans Hornung als wissenschaftliche Quellengrundlage und grenzt sie von der älteren Degering-Ausgabe ab.

3. Der Hundeshagensche Kodex: Hier wird die Entdeckungsgeschichte durch Helfrich Bernhard Hundeshagen im 19. Jahrhundert sowie sein persönlicher Einsatz für die Erhaltung der Handschrift beleuchtet.

4. Aufbau des Hundeshagenschen Kodex: Dieses Kapitel beschreibt den physischen Zustand der Handschrift und analysiert Besonderheiten wie Textverluste, Einschübe und ein spezielles Schwankmotiv am Ende.

5. Die Schrift des Hundeshagenschen Kodex: Der Fokus liegt auf der Analyse der verwendeten Bastardenschrift, die als professionelle Buchschrift des Spätmittelalters charakterisiert wird.

6. Datierung, Herkunft und Verortung des Hundeshagenschen Kodex: Mittels Dialekt- und Papieranalysen sowie Namenseinträgen wird der Versuch unternommen, den Entstehungszeitraum und den Ort (Augsburg/Schwaben) einzugrenzen.

7. Die Illustrationen des Hundeshagenschen Kodex: Dieser Hauptteil befasst sich mit der Entstehung und Deutung der Miniaturen, wobei drei spezifische Bildseiten als Fallbeispiele für verschiedene Erzähltypen detailliert analysiert werden.

8. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei die Schwierigkeit einer einheitlichen Deutung der Illustrationen betont und auf offene Fragen zur Intention der Zeichnungen hingewiesen wird.

Schlüsselwörter

Hundeshagensche Handschrift, Nibelungenlied, Mittelalter, Buchmalerei, Illustrationen, Siegfried, Kriemhild, Kodex, Augsburg, Bastarda, Faksimile, Literaturgeschichte, Heldenepos, Mittelalterliche Handschriften, Ikonographie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Hundeshagenschen Handschrift des Nibelungenliedes, einer besonderen Quelle des Spätmittelalters, die durch ihre 37 farbigen Illustrationen eine Sonderstellung in der Überlieferung einnimmt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der materiellen Beschreibung des Kodex, der Datierung und Verortung der Entstehung sowie der kunsthistorischen und inhaltlichen Analyse der Illustrationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Entstehungsort und die Zeit einzugrenzen und zu verstehen, in welchem Verhältnis die Bilder zum Text stehen und welche Intention hinter ihrer Erstellung im späten 15. Jahrhundert steckte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Methode: Sie kombiniert literaturwissenschaftliche Textanalysen mit kodikologischen Untersuchungen (Papieranalyse, Schriftvergleich) und bildanalytischen Methoden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der physischen Beschaffenheit der Handschrift, eine historisch-philologische Verortung sowie eine detaillierte Einzelanalyse von drei ausgewählten Bildseiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Hundeshagensche Handschrift, Nibelungenlied, Buchmalerei, Entstehungsgeschichte, Ikonographie und spätmittelalterliche Buchkultur.

Warum ist die Hundeshagensche Handschrift so bedeutend für die Forschung?

Sie ist die einzige unter den überlieferten Nibelungen-Handschriften, die eine reiche farbige Illustration enthält, was sie zu einem einzigartigen Zeugnis für die Rezeption des Epos im Mittelalter macht.

Welche Rolle spielt die Person Hundeshagen bei der Überlieferung?

Helfrich Bernhard Hundeshagen entdeckte das Werk 1816, bewahrte es durch eigene Restaurierungsarbeiten vor dem Verfall und fertigte Abschriften und Zeichnungen an, die heute wichtige Indizien für die Forschung liefern.

Fin de l'extrait de 22 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Das Nibelungenlied in den Illustrationen der Hundeshagenschen Handschrift MS. germ. fol. 885
Université
University of Münster  (Germanistisches Institut; Abteilung Literatur des Mittelalters)
Cours
Hauptseminar: Das Nibelungenlied
Note
2,0
Auteur
Daniel Schygulla (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
22
N° de catalogue
V84794
ISBN (ebook)
9783638011372
ISBN (Livre)
9783638916141
Langue
allemand
mots-clé
Nibelungenlied Illustrationen Hundeshagenschen Handschrift Hauptseminar Nibelungenlied
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniel Schygulla (Auteur), 2007, Das Nibelungenlied in den Illustrationen der Hundeshagenschen Handschrift MS. germ. fol. 885, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84794
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint