Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Biology - Botany

Der Asiatische Laubholzbockkäfer als Gefahr für das urbane Grün in Deutschland

Title: Der Asiatische Laubholzbockkäfer als Gefahr für das urbane Grün in Deutschland

Bachelor Thesis , 2006 , 47 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Markus Oeste (Author)

Biology - Botany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Gebietsfremde Arten werden sowohl absichtlich als auch
unbeabsichtigt in andere Länder verschleppt. Dadurch kann es im schlimmsten Fall zu
Störungen empfindlicher Ökosysteme kommen.
Nur den Wenigsten ist bekannt, dass allein durch den Menschen ca. 12.000 gebietsfremde Arten in Deutschland eingebracht wurden. Seit Mai 2004 tritt in der Bundesrepublik Deutschland (2004 in Neukirchen am Inn, 2005 in Bornheim/Roisdorf) vermehrt ein Käfer auf, dessen ursprüngliche Heimat der ostasiatische Raum ist. Hierbei handelt es sich um den Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis, ALB, MOTSCHULSKY, 1853). Dieser gefährliche Quarantäneschädling ist das erste Mal außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebietes 1996 in den USA aufgetreten. In Europa wurden erste Befallsnachweise 2001 aus Braunau in Österreich gemeldet. Als Medium der Verschleppung wird Verpackungsholz aus dem asiatischen Raum angenommen. Der ALB gilt als besonders gefährlich, da im Gegensatz zu anderen Bockkäfern fast alle Laubbäume jeden Alters zu seinen Wirtsbaumarten zählen. Zudem befällt er nicht nur kranke, sondern oft auch völlig vitale Bäume. Gefährdet sind vor allem Ahornarten(Acer spp.), Pappeln (Populus spp.), Weiden (Salix spp.), Eschen (Fraxinus spp.), Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) und Birken (Betula spp.). Sämtliche Meldungen über ALB-Funde stammen bisher von Laubbäumen des urbanen Grüns. Der Befall des ALB verursacht das Absterben von Ästen und Kronenteilen. Dies kann zur Bruchgefährdung und im schlimmsten Fall zum Tod der Bäume führen. Insbesondere der Larvenfraß stellt für den infizierten Baum eine erhebliche Bedrohung dar. Die einzige derzeit wirkungsvolle Bekämpfungsmethode ist die Vernichtung der Pflanze (KREHAN, 2002). Trotz weit reichender Quarantäne- und Eradikationsmaßnahmen ist es bisher weder in den USA noch in Europa gelungen, den Käfer erfolgreich zu bekämpfen und auszurotten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Themenstellung

2. Biologie und Verbreitung des ALB

2.1 Taxonomische Stellung

2.2 Entwicklungszyklus

2.3 Natürliches Verbreitungsgebiet

2.4 Wirtswahl

2.5 Schadbild

2.6 Vektoren sowie Verbreitungswege

2.7 Ausbreitung in Nordamerika und in Europa

2.8 Verwechslung mit anderen Käferarten

3. Gesetzliche Regelungen zum ALB

4. Gegenmaßnahmen

4.1 Natürliche Gegenspieler

4.2 Biotechnische Maßnahmen

4.3 Chemische Maßnahmen

4.4 Bekämpfungsmaßnahmen im natürlichen Verbreitungsgebiet

4.5 Erfahrungen mit Eradikationsmaßnahmen in Nordamerika und Europa

5. Aktuelle Situation in Deutschland

5.1 Käferfunde in Verpackungsholz

5.2 Freilandfunde mit Befall von Bäumen

5.3 Eradikationsmaßnahmen

6. Einschätzung der künftigen Entwicklung in Deutschland

6.1 Wirksamkeit von Präventions- und Eradikationsmaßnahmen

6.2 Gefährdung von Waldbäumen

6.3 Gefährdung von Bäumen im Urbanen Grün

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Biologie des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB), analysiert die aktuelle Befallssituation innerhalb Deutschlands und bewertet das zukünftige Gefährdungspotenzial für städtische und forstliche Baumbestände.

  • Biologische Grundlagen und Verbreitungswege des ALB
  • Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Quarantänemaßnahmen
  • Evaluation internationaler und nationaler Bekämpfungsstrategien
  • Untersuchung der Gefährdung für das urbane Grün und Waldbestände

Auszug aus dem Buch

2.5 Schadbild

Im Gegensatz zu vielen anderen Bockkäferarten befällt A. glabripennis nicht nur kranke, sondern auch völlig vitale Bäume jeder Altersklasse (I.:1).

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die auf den Befall hindeuten. Erste Anzeichen für einen Befall sind die für die Eiablage angelegten Gruben auf der Rindenoberfläche. Das Weibchen ritzt mit seinen Mundwerkzeugen kleine Löcher in die Rinde (TOMICZEK, 2006). Die trichterförmigen Gruben sind etwa 1 cm breit und befinden sind vorrangig an ostseitigen Stämmen oder Ästen (I.:12). An den Eiablagestellen ist der austretende Exsudatsaft des Baumes bei trockenem Wetter erkennbar. Der ausfließende Pflanzensaft zieht Wespen und Hornissen an, die sich dann um die Austrittspforte scharen (I.:12). An den Eiablagestellen bohrt sich später die ausgeschlüpfte Larve ins Innere ihrer Wirtspflanze und hinterlässt ein ovales Einbohrloch im Bereich des Eitrichters (I.:1). Die Folge des Larvenfraßes im Holz ist grobes körniges bis faseriges Bohrmehl, welches aus dem Einbohrloch austritt. Es sammelt sich an Astgabeln oder am Stammfuß (I.:12).

Der Larvenfraß beginnt zunächst im Kambialgewebe direkt unterhalb der Rindenoberfläche (KREHAN und TOMICZEK, 2005). Hier verbringt die Larve ihre ersten Lebensmonate und stößt erst im dritten Larvenstadium in untere Holzschichten vor (I.:6). In ihren 11 Larvenstadien zerstört sie durch ihren Minierfraß Kambium-, Phloem- und Xylemteile (I.:11). Obwohl die Larve die späteren Stadien hauptsächlich im Kernholz verbringt, stößt sie hin und wieder zur Nahrungsaufnahme in die äußeren Phloemschichten vor (I.:6). Die ovalen Fraßgänge können einen Durchmesser von bis zu 3 cm erreichen (I.:12).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Themenstellung: Einführung in das Problem invasiver Arten und Vorstellung des Asiatischen Laubholzbockkäfers als Quarantäneschädling in Deutschland.

2. Biologie und Verbreitung des ALB: Detaillierte Darstellung der taxonomischen Einordnung, des Lebenszyklus, der Wirtswahl und der weltweiten Ausbreitung des Käfers.

3. Gesetzliche Regelungen zum ALB: Erläuterung internationaler und nationaler rechtlicher Abkommen sowie Standards zur Eindämmung von Schadorganismen durch Verpackungsholz.

4. Gegenmaßnahmen: Analyse natürlicher Feinde sowie biotechnischer und chemischer Ansätze zur Bekämpfung sowie Erfahrungen aus Eradikationsprojekten.

5. Aktuelle Situation in Deutschland: Dokumentation der bisherigen Funde in Verpackungsholz und im Freiland sowie der durchgeführten Maßnahmen an den Standorten Neukirchen am Inn und Bornheim-Roisdorf.

6. Einschätzung der künftigen Entwicklung in Deutschland: Bewertung der Wirksamkeit bisheriger Strategien und Risikoanalyse für die forstliche sowie städtische Baumpflege.

7. Zusammenfassung: Zusammenfassende Betrachtung der Bedrohungslage durch den ALB und das Fazit zur Notwendigkeit präventiver Maßnahmen.

Schlüsselwörter

Asiatischer Laubholzbockkäfer, Anoplophora glabripennis, Quarantäneschädling, Invasive Arten, Urbanes Grün, Forstschutz, Bekämpfungsmaßnahmen, Eradikation, Verpackungsholz, ISPM 15, Baumgesundheit, Monitoring, Imidacloprid, Pflanzenbeschauverordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit?

Die Arbeit analysiert die Bedrohung, die der Asiatische Laubholzbockkäfer für das urbane Grün und deutsche Wälder darstellt, basierend auf seinem biologischen Profil und der aktuellen Befallssituation.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der Biologie des Käfers stehen die gesetzlichen Regelungen zum Pflanzenschutz, konkrete Gegenmaßnahmen und das Risiko der Einschleppung durch den globalen Handel im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, den ALB wissenschaftlich zu beschreiben, die aktuelle Situation in befallenen deutschen Gebieten aufzuzeigen und eine Einschätzung der künftigen Gefährdung vorzunehmen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Fachpublikationen, Berichten von Pflanzenschutzdiensten, offiziellen Statistiken und persönlichen Mitteilungen von Experten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biologischen Grundlagen, gesetzliche Rahmenbedingungen, verschiedene Bekämpfungsstrategien sowie die detaillierte Analyse der Standorte Neukirchen am Inn und Bornheim-Roisdorf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Asiatischer Laubholzbockkäfer", "Quarantäneschädling", "Eradikation", "Verpackungsholz" und "urbanes Grün" geprägt.

Warum stellt der Käfer ein so hohes Risiko für deutsche Städte dar?

Aufgrund der einseitigen Artenwahl in vielen Städten – insbesondere die häufige Verwendung von Ahorn – wären bei einer erfolgreichen Ausbreitung massenhafte Baumbestände akut gefährdet.

Warum ist eine vollständige Ausrottung in Deutschland bisher schwierig?

Das Monitoring in großen Beständen ist logistisch und finanziell kaum zu bewältigen, und die einzige wirksame Methode ist bisher das radikale Fällen und Vernichten befallener Bäume.

Spielte der Welthandel bei der Einschleppung eine Rolle?

Ja, der Handel mit Waren aus Asien, die in qualitativ minderwertigem und unbehandeltem Holz verpackt sind, ist der Hauptvektor für die Verschleppung der Larven nach Europa und Nordamerika.

Excerpt out of 47 pages  - scroll top

Details

Title
Der Asiatische Laubholzbockkäfer als Gefahr für das urbane Grün in Deutschland
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Grade
1,7
Author
Markus Oeste (Author)
Publication Year
2006
Pages
47
Catalog Number
V85348
ISBN (eBook)
9783638900263
Language
German
Tags
Asiatische Laubholzbockkäfer Gefahr Grün Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Oeste (Author), 2006, Der Asiatische Laubholzbockkäfer als Gefahr für das urbane Grün in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85348
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  47  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint