Die Situation im Eisenbahnverkehr in der Bundesrepublik Deutschland hat sich durch die weitreichenden gesetzlichen Neuordnungen grundlegend gewandelt. Der politische Wille zur Privatisierung und Öffnung des Eisenbahnverkehrs-marktes für den Wettbewerb ist mit dem Eisenbahnneuordnungsgesetz, der Novellierung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG), der dazugehörigen Regionalisierungsgesetze der Länder, sowie der Umwandlung der deutschen Bundesbahn in eine Kapitalgesellschaft zur Deutschen Bahn AG in die entspre-chenden gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen umgesetzt worden. Auf dieser Grundlage ist erstmals seit dem Bestehen der Bundesrepu-blik Deutschland für diesen Bereich öffentlicher Dienstleistungen die Erbringung von Verkehrsleistungen unter Wettbewerbsbedingungen möglich, d.h. Angebot und Nachfrage können sich unter Marktmechanismen entwickeln.
In der vorliegenden Arbeit wird ein kurzer Rückblick auf die Ursachen der Bahnreform und deren Beeinflussung auf die Wettbewerbssituation gegeben, sowie das natürliche Monopol, die Deutsche Bahn, vorgestellt. Des Weiteren werden die Liberalisierung und Deregulierung, die Marktöffnung und der Markteintritt neuer Unternehmen thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE BAHNREFORM
2.1 REFORMURSACHEN
2.2 DAS REFORMMODELL
2.3 ZIELE DER BAHNREFORM
2.4 FAZIT DER BAHNREFORM
3. DIE BAHN ALS NATÜRLICHES MONOPOL
4. DEREGULIERUNG UND LIBERALISIERUNG DES SCHIENENVERKEHRS
5. MARKTEINTRITT UND WETTBEWERB
5.1 WETTBEWERBER IM SPNV
5.2 DAS ALLGEMEINE EISENBAHNGESETZ UND DIE KONTROLLORGANE
5.3 AUSSCHREIBUNGSPRAXIS IM SPNV AM BEISPIEL MECKLENBURG-VORPOMMERN
5.4 DIE METRONOM EISENBAHNGESELLSCHAFT MBH
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der deutschen Bahnreform auf die Wettbewerbssituation im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und analysiert den Markteintritt neuer Eisenbahnunternehmen sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen zur Öffnung des Schienennetzes.
- Historische Entwicklung und Ursachen der Bahnreform
- Die Deutsche Bahn AG als natürliches Monopol
- Regulatorische Grundlagen der Liberalisierung und Deregulierung
- Mechanismen des Wettbewerbs durch Ausschreibungen im SPNV
- Fallbeispiel der metronom Eisenbahngesellschaft mbH
Auszug aus dem Buch
5.4 Die metronom Eisenbahngesellschaft mbH
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) ist eine 100%ige Tochter des Landes Niedersachsen und wurde im März 1996 gegründet. Sie erfüllt im straßengebundenen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Aufgaben, die dem Land Niedersachsen durch Bahnreform und Regionalisierung übertragen wurden. Dabei unterliegt sie den Bestimmungen des Niedersächsischen Nahverkehrsgesetzes. Mit den dafür bereit gestellten Mitteln will die LNVG im Auftrag des Landes den öffentlichen Nahverkehr attraktiver und kundenfreundlicher gestalten.
Ihre Ziele sind daher folgende:
• mehr Nahverkehr zum gleichen Preis,
• mehr Wettbewerb und Anbieter auf der Schiene,
• Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur,
• mehr und bessere Qualität im SPNV22.
Nach Zuschlag an die Bietergemeinschaft aus
• Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE),
• Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe Weser GmbH (EVB),
• Hamburger Hochbahn AG ( HOCHBAHN) und
• Bremer Straßenbahn AG (BSAG)
durch die LNVG wurde im Februar 2002 nach einer „freihändigen Vergabe23“ durch die vier Gesellschafter die metronom24 Eisenbahngesellschaft mbH (metronom) mit Sitz in Uelzen gegründet (Hahn 2006/07, S.42).
Der Betrieb ist bis Ende 2010 an die metronom Eisenbahngesellschaft mbH vergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der gesetzlichen Neuordnungen im Eisenbahnsektor und deren Ziel, Wettbewerb unter Marktmechanismen zu ermöglichen.
2. DIE BAHNREFORM: Analyse der Reformursachen, des Strukturmodells sowie der Ziele zur Effizienzsteigerung und Entlastung des Staatshaushalts.
3. DIE BAHN ALS NATÜRLICHES MONOPOL: Erläuterung der ökonomischen Bedingungen, unter denen die Deutsche Bahn AG als natürliches Monopol agiert.
4. DEREGULIERUNG UND LIBERALISIERUNG DES SCHIENENVERKEHRS: Beschreibung des EU-weiten Prozesses zur Öffnung der Märkte und Trennung von Netz und Betrieb.
5. MARKTEINTRITT UND WETTBEWERB: Untersuchung der Wettbewerbsdynamik im SPNV, der Rolle der Kontrollorgane und der praktischen Umsetzung durch Ausschreibungen am Beispiel der metronom Eisenbahngesellschaft mbH.
6. FAZIT: Resümee zur aktuellen Marktstellung der ehemaligen Staatsbahn und zum Bedarf an Wettbewerb zur Förderung von Innovation und Qualität.
Schlüsselwörter
Bahnreform, SPNV, Regionalisierung, Wettbewerb, Liberalisierung, Deregulierung, natürliches Monopol, Infrastruktur, Eisenbahnbundesamt, metronom, Ausschreibung, Verkehrsvertrag, Deutsche Bahn AG, Marktöffnung, Schienenverkehr
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die grundlegende Umstrukturierung des deutschen Eisenbahnwesens ab 1994 und deren Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und Marktstruktur im Schienenpersonennahverkehr.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen und Zielen der Bahnreform, der ökonomischen Theorie des natürlichen Monopols im Schienennetz sowie den rechtlichen und praktischen Aspekten der Marktliberalisierung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Regionalisierung und das Ausschreibungsverfahren Wettbewerb im SPNV initiiert werden konnte und welche Rolle neue Akteure dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer Auswertung wirtschaftswissenschaftlicher Literatur, gesetzlicher Rahmenbedingungen und praxisnaher Fallbeispiele basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Im Hauptteil stehen die theoretische Einordnung der Bahn als Monopol, die EU-Richtlinien zur Liberalisierung sowie die konkrete Ausgestaltung von Vergabeverfahren im Fokus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Bahnreform, SPNV, Wettbewerb, Liberalisierung, natürliches Monopol sowie die Regionalisierung des Schienenverkehrs.
Welche besondere Bedeutung hat das Fallbeispiel "metronom"?
Die metronom Eisenbahngesellschaft dient als konkretes Beispiel für den Erfolg durch Regionalisierung und den Markteintritt privater bzw. landeseigener Verkehrsgesellschaften im Wettbewerb.
Warum wird die Deutsche Bahn AG im Dokument als natürliches Monopol bezeichnet?
Aufgrund der Unteilbarkeit des Schienennetzes und der damit verbundenen Kostenstruktur ist es effizienter, das Netz zentral zu verwalten, statt konkurrierende Netzinfrastrukturen aufzubauen.
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- Claudia Martin (Author), 2007, Markteintritt und Wettbewerb durch neue Eisenbahnunternehmen im SPNV, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85410