Im Mai 2007 wurde der Regierungsentwurf zur Modernisierung des GmbH-Rechtes verabschiedet. Ziel dieser Modernisierung soll die Steigerung der Attraktivität der GmbH im Hinblick auf ausländische Kapitalgesellschaftsformen, die klarere Handhabung der Rechtsvorschriften sowie die Erhöhung des Gläubigerschutzes sein. Bestandteil dieser Arbeit ist die Analyse, ob dieses Ziel durch die Änderungen des Eigenkapitalersatzrechts erreicht worden ist, und welche weiteren Verbesserungen sinnvoll zu erachten sind, wird Bestandteil dieser Arbeit sein.
In dieser Ausarbeitung soll daher im ersten Teil zunächst kurz der Ist-Zustand der deutschen GmbH und der englischen private limited gezeigt werden. Im Anschluss daran erfolgt in zweiten Teil die Darstellung des aktuellen Eigenkapitalersatzrechtes - welches seinen Ursprung in einer Entscheidung des Reichsgerichtes von 1937 hat -, sowie die Neuerungen des Eigenkapitalersatz durch die angestrebte Modernisierung.
Im dritten Teil dieser Arbeit erfolgt anschließend dann eine kritische Würdigung der geplanten Neuerungen sowie die Zusammenführung und Darstellung der möglichen Auswirkungen auch auf die englische Limited.
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
1. Die Vorgehensweise der Bearbeitung
II. Die deutsche GmbH im Vergleich zur englischen Limited
1. Die Gründung
1.1. Die deutsche GmbH
1.2. Die englische Limited
2. Das Kapital
2.1. Das Kapital der deutschen GmbH
2.2. Das Kapital einer englischen Limited
3. Die Liquidation und Insolvenz
3.1. Die Liquidation und Insolvenz einer GmbH
3.2. Die Liquidation und Insolvenz der britischen Limited
4. Die Haftung
4.1. Die Haftung bei einer deutschen GmbH
4.2. Die Haftung bei einer englischen Limited
III. Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen
1. Die Entstehung und Entwicklung
2. Die Zielsetzung und Überblick des MoMiGs
IV. Die geplante Änderung des Eigenkapitalersatzrechtes
1. Das Eigenkapitalersatzrecht
1.1. Der Ist-Zustand
1.2. Das Probleme des Eigenkapitalersatzrechts
2. Die Grundtatbestandsvoraussetzungen
2.1. Die Gesellschaft
2.2. Die Gesellschafter
2.3. Das Kapital
2.4. Die Krisensituation
V. Die kritische Würdigung
1. Der Sanierungsfall
2. Die Nutzungsüberlassung
3. Das bereits getilgte Darlehen
4. Die Anwendbarkeit auf die englische Limited
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Abschlussarbeit analysiert, ob die durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts (MoMiG) geplanten Änderungen des Eigenkapitalersatzrechts das Ziel der Attraktivitätssteigerung der GmbH sowie der Erhöhung des Gläubigerschutzes erreichen können und welche weiteren Optimierungsmöglichkeiten bestehen.
- Vergleich der Gründungs-, Kapital- und Haftungsstrukturen zwischen deutscher GmbH und englischer Limited.
- Darstellung und kritische Bewertung der Modernisierung des GmbH-Rechts (MoMiG).
- Analyse der geplanten Verlagerung des Eigenkapitalersatzrechts in das Insolvenzrecht.
- Untersuchung der Auswirkungen des Eigenkapitalersatzrechts auf ausländische Gesellschaftsformen wie die Limited.
- Beurteilung von Sanierungsprivilegien und der Behandlung von Nutzungsüberlassungen unter den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Auszug aus dem Buch
1.2. Die englische Limited
Zunächst muss die Gesellschaft in England gegründet werden. Sofern die Gesellschaft ausschließlich in Deutschland tätig sein wird, muss eine Zweigniederlassung beim zuständigen deutschen Handelsregister eingetragen werden. Erforderlich ist neben der Eintragung auch die Anmeldung beim Finanzamt, sowie die entsprechende Gewerbeanmeldung.
Trotz einer ausschließlichen Tätigkeit in Deutschland ist für die Gründung, später auch für das Innenverhältnis, das englische Recht gem. CA Nr. 50 anzuwenden.
Für die Gründung der Limited ist es erforderlich folgende Unterlagen dem englischen Registeramt (Companies House) einzureichen:
1. memorandum of association
2. articles of association
3. form 10
4. form 12
Das memorandum of association sowie das Dokument articles of association werden von dem britischen Gesetzgeber als Mustervorlage herausgegeben und bilden die Satzung der Gesellschaft. Das memorandum of association dient der Darstellung des Außenverhältnisses und muss inhaltlich, ähnlich wie dem Gesellschaftsvertrag einer GmbH, u. a. den Sitz und Name der Gesellschaft, Gesellschaftszweck, Haftungsbeschränkung und Höhe des Nominalkapitals, sowie die Nennbeträge und Anzahl der Anteile wiedergeben. Zur Gültigkeit dieses Dokumentes ist die Unterschrift unter Anwesenheit eines Zeugen, sowie die Unterschrift des Zeugen selbst, erforderlich.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Diese Einleitung skizziert das Ziel des MoMiG zur Steigerung der GmbH-Attraktivität und erläutert den Aufbau der Untersuchung zur Reform des Eigenkapitalersatzrechts.
II. Die deutsche GmbH im Vergleich zur englischen Limited: Hier werden die strukturellen Unterschiede bei Gründung, Kapitalanforderungen, Insolvenzverfahren und Haftungsregeln zwischen der deutschen GmbH und der britischen Limited gegenübergestellt.
III. Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen: Dieses Kapitel behandelt den historischen Hintergrund, die Entstehung sowie die Zielsetzungen des MoMiG zur Reform des GmbH-Rechts.
IV. Die geplante Änderung des Eigenkapitalersatzrechtes: Es wird der Übergang vom bisherigen, komplexen Rechtsprechungsrecht zu den geplanten, in die Insolvenzordnung integrierten Regelungen und deren Anwendungsbereiche analysiert.
V. Die kritische Würdigung: Der letzte Teil bewertet kritisch das Sanierungsprivileg, die Behandlung von Nutzungsüberlassungen sowie die Problematik der Anwendbarkeit dieser deutschen Normen auf die englische Limited.
Schlüsselwörter
GmbH, MoMiG, Eigenkapitalersatzrecht, englische Limited, Gläubigerschutz, Insolvenzrecht, Kapitalerhaltung, Sanierungsprivileg, Nutzungsüberlassung, Gesellschaftsrecht, Handelsregister, Haftung, Geschäftsführerhaftung, Insolvenzverschleppung, Niederlassungsfreiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen des MoMiG auf das Eigenkapitalersatzrecht der GmbH und dem damit verbundenen Wettbewerb mit ausländischen Gesellschaftsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen im Vergleich von GmbH und Limited, der Reform des GmbH-Rechts durch das MoMiG, dem neuen Eigenkapitalersatzrecht in der Insolvenzordnung und der Haftungsproblematik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse, ob die gesetzlichen Änderungen das Ziel der Attraktivitätssteigerung der GmbH und des verbesserten Gläubigerschutzes erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine juristische Analyse der aktuellen Rechtslage, der Reformvorschläge des MoMiG sowie der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung und Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Vergleich der Gesellschaftsformen, eine Darstellung der Reforminhalte des MoMiG und eine detaillierte Prüfung der neuen Regelungen zum Eigenkapitalersatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind GmbH, MoMiG, Eigenkapitalersatzrecht, Gläubigerschutz, Insolvenzrecht und die englische Limited.
Wie verändert das MoMiG die Situation für das Eigenkapitalersatzrecht?
Es führt zu einer Verlagerung der Materie in die Insolvenzordnung und beendet das komplizierte Nebeneinander von Richterrecht und speziellen Novellen-Regeln.
Ist das deutsche Eigenkapitalersatzrecht auf die englische Limited anwendbar?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine Anwendung deutscher Normen auf die Limited aufgrund der Niederlassungsfreiheit kritisch zu sehen und weitgehend unzulässig ist.
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- Marita Dinn (Author), 2007, Auswirkung des neuen Eigenkapitalersatzrechtes nach MoMiG auf den Wettbewerb der Gesellschaftsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85728