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Wählerverhalten

Título: Wählerverhalten

Trabajo de Seminario , 1999 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: M.A. Saskia Gerber (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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Keine Form der politischen Beteiligung wird in modernen Demokratien von mehr Bürgern ausgeübt als die Stimmabgabe am Wahltag. Dabei bezeichnet der Wahlakt sowohl den geringsten als auch den höchsten Grad politischer Partizipation. Mit seiner Entscheidung setzt der Wähler seine Stimme bei Wahlen in politische Macht um, da er in den demokratischen Prozeß der Herstellung gesamt- gesellschaftlich verbindlicher Entscheidungen eingreift. Indem er sich auf eines von mehreren Bündeln sach- und personalpolitischer Alternativen festlegt, übt der Wähler einen wichtigen Einfluß auf das politische Geschehen aus. Die Bemühungen der Regierungs- wie auch der Oppositionsparteien gelten dem Wähler. Aber was weiß man über ihn?
Aufgrund der vielfältigen politischen Konsequenzen von Wahlen will die Wahlforschung die politische Verhaltensstruktur in der Demokratie erklären und Rückschlüsse auf ihr Funktionieren ziehen1. Im engeren Sinne befaßt sich die Wahlforschung dabei mit der Analyse der Wählerschaft. Sie beschäftigt sich mit der Dokumentation von Wahlkämpfen und der Prognose von Wahlergebnissen, analysiert die Grundlagen und Bestimmungsfaktoren des Wahlverhaltens. Sie versucht, das Wählerverhalten von Individuen und Gruppen zu beschreiben und zu erklären. Bei der Erforschung des komplexen Gegenstandes des Wählerverhaltens stellen sich etwa folgende Fragen: Welche Personengruppen wählen welche Parteien, und aus welchen Gründen entscheiden sie sich für diese oder jene Partei. Wie bildet der Einzelne seine politische Meinung und welche Gründe sind für die Wahlentscheidung ausschlaggebend?
Von Bundestagswahl zu Bundestagswahl kann man eine stetig steigende Anzahl von Publikationen zum Thema “Erforschung von Wählerverhalten“ ausmachen. Bei deren Durchsicht läßt sich feststellen, daß die empirische Wahlforschung, aufgrund eines großen Interesses an den Ergebnissen, hoch entwickelt und methodisch differenziert ist. Die Erforschung der Wahlen ist ein zentraler Gegenstand mehrerer Disziplinen, so der Politikwissenschaft, der Soziologie, der Kommunikationswissenschaft und der neueren Geschichte. Die interdisziplinäre, empirische Wahlforschung beschäftigt sich mit der Kernfrage: Wer wählt wie, was, warum und mit welcher Wirkung?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Bestimmungsfaktoren der Wahlentscheidung

3. Theorien des Wählerverhaltens: drei Erklärungsansätze der empirischen Wahlforschung

3. 1. Der soziologische Erklärungsansatz

3. 1. 1. Die mikrosoziologische Perspektive

3. 1. 2. Die makrosoziologische Perspektive

3. 2. Der individualpsychologische Erklärungsansatz

3. 3. Das Modell des rationalen Wählers

4. Wandel im Wählerverhalten - Veränderung des Partizipationsverhaltens

4. 1. Die These vom Wandel der Sozialstruktur

4. 2. Die Realignment - These

4. 3. Die Dealignment - These

5. Das Wählerverhalten in Ostdeutschland

5. 1. Interpretationen zum Wählerverhalten in den östlichen Bundesländern

5. 1. 1. Die Kontinuitätsthese

5. 1. 2. Die Tabula – Rasa – These

5. 1. 3. Die Konvergenzthese

5. 1. 4. Die Kristallisationsthese

5. 2. Die Bundestagswahl 1998 – Analyse des ostdeutschen Wählerverhaltens

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Konzepte und Erklärungsansätze der empirischen Wahlforschung, um das Wählerverhalten in der Bundesrepublik Deutschland sowie dessen Wandlungstendenzen zu analysieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der differenzierten Betrachtung des ostdeutschen Wählerverhaltens nach der deutschen Wiedervereinigung.

  • Klassische Erklärungsmodelle des Wählerverhaltens (soziologisch, psychologisch, ökonomisch)
  • Prozesse des Wandels in Parteibindungen und Partizipationsverhalten
  • Die Spezifika ostdeutschen Wahlverhaltens und dessen theoretische Einordnung
  • Analyse der Bundestagswahl 1998 in Ost-West-Perspektive

Auszug aus dem Buch

3. 2. Der individualpsychologische Erklärungsansatz

Die soziale Verankerung der politischen Meinungsbildung betont ebenso der zweite klassische Ansatz – der individualpsychologische Erklärungsansatz. Angus Campbell und seine Mitarbeiter von der University of Michigan, Ann Arbor, entwickelten allerdings in ihren Untersuchungen der amerikanischen Präsidentschaftswahlen der fünfziger Jahre ein dynamischeres Modell, in dem die Wahlentscheidung weniger auf die Mitgliedschaft in sozialen Gruppen als auf individualpsychologische Faktoren zurückgeführt wurde. Der Mensch entwickelt in der Auseinandersetzung mit der sozialen Umwelt Einstellungen, die sein Wahlverhalten bestimmen. Der Ansatzpunkt der sozialpsychologischen Perspektive war, “daß die Sozialstruktur nicht direkt auf politisches Verhalten wirke, sondern vermittelt über politische Einstellungen.” Die wichtigsten Einstellungen sind hierbei die • Parteiidentifikation, • Kandidatenorientierung und • politische Sachfragen. Diese drei Kräfte steuern im persönlichen Entscheidungsprozeß das Wahlverhalten. Bezugspunkt des Wählerverhaltens sind für die Michigan School nicht die sozialen Gruppen und sozio-kulturelle Milieus, sondern die Partei mit der man sich identifiziert, als Langzeitfaktor sowie die Einstellung zu Kandidaten und Sachthemen als politische Kurzzeiteinflüsse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Bedeutung von Wahlen als demokratische Partizipation und Einführung in die Ziele der wissenschaftlichen Wahlforschung.

2. Bestimmungsfaktoren der Wahlentscheidung: Erläuterung der vier Kategorien, die das Wählerverhalten beeinflussen, von langfristigen strukturellen Determinanten bis zu kurzfristigen politischen Einflüssen.

3. Theorien des Wählerverhaltens: drei Erklärungsansätze der empirischen Wahlforschung: Detaillierte Vorstellung der klassischen Modelle (soziologisch, psychologisch, rationaler Wähler) zur Erklärung komplexer Wahlentscheidungsprozesse.

4. Wandel im Wählerverhalten - Veränderung des Partizipationsverhaltens: Diskussion der Thesen zur schwindenden Stabilität der Parteibindungen und der veränderten Mobilisierung der Wählerschaft seit den späten sechziger Jahren.

5. Das Wählerverhalten in Ostdeutschland: Analyse der spezifischen Bedingungen und theoretischen Erklärungsansätze für das Wahlverhalten in den neuen Bundesländern seit 1990.

6. Zusammenfassung: Fazit über die Perspektiven des Wahlverhaltens und die Notwendigkeit einer stärkeren demokratietheoretischen Rückbindung der Wahlforschung.

Schlüsselwörter

Wählerverhalten, Wahlforschung, Parteiidentifikation, Bundestagswahl, politische Partizipation, Ostdeutschland, Sozialstruktur, Rational-Choice, Realignment, Dealignment, Cleavages, demokratisches System, Wahlsoziologie, politische Einstellungen, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zur Erklärung des Wählerverhaltens und untersucht, wie sich die Faktoren der Wahlentscheidung in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere nach der Wende, verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Erklärungsmodelle der Wahlforschung, den sozio-ökonomischen Wandel der Wählerschaft sowie die spezifische Analyse des ostdeutschen Wahlverhaltens im Kontext der Bundestagswahl 1998.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die bestehenden Konzepte der Wahlforschung auf ihre Eignung zur Erklärung von Wandlungstendenzen zu prüfen und das spezifische Wählerverhalten in Ostdeutschland einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literatur- und Theorieanalyse, um die klassischen Ansätze (soziologisch, individualpsychologisch und ökonomisch) systematisch gegenüberzustellen und auf aktuelle Wahldaten anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Theorieansätze, die Diskussion über den allgemeinen Wandel des Parteiensystems (Realignment/Dealignment) sowie eine tiefergehende Untersuchung der vier Thesen zum ostdeutschen Wahlverhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wahlforschung, Parteiidentifikation, Wählerverhalten, Ostdeutschland, Cleavages und der Prozess der Systemtransformation.

Wie unterscheiden sich die Ansätze von Lipset/Rokkan von der Michigan School?

Während Lipset/Rokkan den Fokus auf langfristige, sozialstrukturelle Gruppenbindungen und historische Konfliktlinien legen, betont die Michigan School die Bedeutung individueller psychologischer Faktoren, wie die Parteiidentifikation als "filternde Brille" für situative Entscheidungen.

Welche Rolle spielt die PDS im ostdeutschen Kontext laut der Arbeit?

Die PDS wird als ein entscheidender Faktor für die ostdeutsche Wählerlandschaft identifiziert; ihre Rolle bei der Herausbildung einer eigenen territorialen Konfliktlinie wird besonders im Kapitel zur Kristallisationsthese thematisiert.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Wählerverhalten
Universidad
Dresden Technical University  (Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Seminar: Der deutsche Bundestag im Wahljahr 1998
Calificación
1,0
Autor
M.A. Saskia Gerber (Autor)
Año de publicación
1999
Páginas
21
No. de catálogo
V8599
ISBN (Ebook)
9783638155328
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wählerverhalten Seminar Bundestag Wahljahr
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Saskia Gerber (Autor), 1999, Wählerverhalten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8599
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