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Vielseherforschung und Kultivierungshypothese

Title: Vielseherforschung und Kultivierungshypothese

Term Paper , 2003 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl. Germ. Univ. Nikolai Sokoliuk (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Das Fernsehen ist in den letzten fünf Jahrzehnten immer mehr zu einem Massenmedi-um geworden. Besonders in den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich dieses neue Medi-um schnell durchgesetzt, und es wurde zu einem neuen Lebensstil, ja zu einem Lebensgefühl. Bereits kleine Kinder verbringen dort mehrere Stunden pro Tag vor dem Fernseher, der in vie-len Fällen die Rolle eines Babysitters einnimmt. Gleichzeitig ist beinahe überall auf der Welt, aber auch wieder besonders stark in den USA, die Kriminalitätsrate, vor allem in den großen Städten, immens angestiegen. Der Schluss liegt also nicht fern, dass diese beiden Phänomene auf irgendeine Art miteinander verknüpft sind.
Wissenschaftler vieler Disziplinen befassen sich spätestens seit den sechziger Jahren zunehmend mit diesen Erscheinungen, und versuchen immer wieder nachzuweisen, dass das Fernsehen ein Grund für die angestiegene Gewalt ist, bzw. einen Zusammenhang der beiden Bestandteile unserer heutigen Gesellschaft zu beweisen. Es stellt sich also die zentrale Frage, in wie weit die heutige Funktion des Fernsehens als Informationsvermittler einen wie auch immer gearteten Einfluss auf die Meinungsbildung des Publikums hat.
Diese Arbeit wird sich mit dem Ansatz George Gerbners und seinem Team der Annenberg School of Communication in Philadelphia auseinandersetzen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Violence Profile

2.1 Die Message-System-Analysis

2.2 Problematik der Message-System-Analysis

2.3 Victimization Score und Killer-Killed Ratio

3. Die Kultivierungsanalyse

3.1 Die Vielseherforschung

3.2 Verbesserungen und Weiterentwicklungen

4. Mainstreaming und Resonance

4.1 Methoden und Fragestellungen des Mainstreaming-Konzepts

4.2 Ergebnisse des Mainstreaming-Konzepts

5. Kritik an der Kultivierungsanalyse

5.1 Kritik an der Methodik

5.2 Kritik am Ansatz

5.3 Kritik an der Interpretation der Ergebnisse

5.4 Das interaktive Kompensations- und Verstärkungsmodell

5.4.1 Hilflosigkeit, Kontrollverlust, Entfremdung

5.4.2 Die defensive Angstbewältigung

5.4.3 Interne Kontrollüberzeugung und nicht-defensive Angstbewältigung

6. Schluss

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Kultivierungshypothese von George Gerbner, welche den Einfluss des Fernsehkonsums auf die Wahrnehmung der sozialen Realität des Publikums thematisiert, und hinterfragt diese kritisch unter Einbeziehung des interaktiven Kompensations- und Verstärkungsmodells von Peter Vitouch.

  • Grundlagen der Inhaltsanalyse von Fernsehsendungen (Violence Profile)
  • Die Kultivierungsanalyse und der Effekt der Vielseherforschung
  • Weiterentwicklung durch das Mainstreaming-Konzept und den Begriff der Resonance
  • Methodische und inhaltliche Kritik an den Forschungsansätzen von Gerbner
  • Psychologische Aspekte der Angstbewältigung bei Fernsehzuschauern

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Message System Analysis

Um den Inhalten der Fernsehsendungen eine messbare Größe zuordnen zu können, entwickelte das Gerbner-Team ein System, in dem es bestimmte Sendungen und Programme auf die Häufigkeit und die Dauer der dargestellten Gewalt hin überprüfte. Die dabei gewonnenen Daten wurden in eine Tabelle (siehe Abb.1, S. 19) übertragen, um so am Schluss den Violence Index herauszubekommen. (vgl. Schenk 2000, S. 542 ff)

Die Tabelle setzt sich wie folgt zusammen: zunächst wird aufgezählt, wie viele Sendungen (plays), Sendestunden (program hours) und Hauptrollen (leading characters) analysiert wurden. In den Zeilen darunter befinden sich Prozentangaben (%P), die veranschaulichen, wie viel Prozent der Sendungen, bzw. der Sendestunden Gewaltszenen enthalten. Im Folgenden werden einzelne Gewaltszenen gezählt – zunächst die Gesamtanzahl (number of violent episodes), dann die durchschnittliche Zahl pro Sendung (R/P) und pro Sendestunde (R/H). Unter dem Begriff Roles werden schließlich die Hauptrollen analysiert. Besonders zu beachten hierbei sind die in irgendeine Art von Gewalt verwickelten (%V), und die in Morde verwickelten (%K) Charaktere. In den letzten drei Zeilen wird schließlich der Program Score, der Character-V Score und der Violence Index ermittelt (Berechnung siehe Tabelle). (vgl. Schenk 2000, S. 542 ff)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Zunahme des Fernsehkonsums ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach dessen Einfluss auf die Meinungsbildung, wobei der Fokus auf den Arbeiten von George Gerbner liegt.

2. Das Violence Profile: Dieses Kapitel erläutert die von Gerbner entwickelte Methode zur Messung von Gewalt im Fernsehen und die daraus abgeleiteten Indizes, während gleichzeitig die Willkürlichkeit dieser Berechnungen hinterfragt wird.

3. Die Kultivierungsanalyse: Hier wird der Kultivierungseffekt untersucht, wobei die Differenzierung zwischen Vielsehern und Wenigsehern im Zentrum der Analyse steht.

4. Mainstreaming und Resonance: Das Kapitel beschreibt die Weiterentwicklung der Kultivierungshypothese durch die Konzepte des Mainstreamings und der Resonance, die versuchen, gesellschaftliche Gruppenphänomene besser zu erklären.

5. Kritik an der Kultivierungsanalyse: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der methodischen und inhaltlichen Kritik an Gerbners Arbeiten, ergänzt durch das Modell von Peter Vitouch zur Angstbewältigung.

6. Schluss: Das Fazit stellt fest, dass die Kultivierungshypothese trotz ihrer wissenschaftlichen Relevanz methodisch nicht zweifelsfrei belegbar ist.

Schlüsselwörter

Kultivierungsanalyse, Gerbner, Violence Profile, Fernsehkonsum, Vielseherforschung, Mainstreaming, Resonance, Gewalt, Medienwirkungsforschung, Mean World Syndrom, Angstbewältigung, Vitouch, Mediensoziologie, Rezipientenforschung, Kommunikationswissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kultivierungshypothese nach George Gerbner, die einen Zusammenhang zwischen dem Fernsehkonsum und der Wahrnehmung der sozialen Realität durch den Zuschauer postuliert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören das Violence Profile, das Kultivierungskonzept, die Konzepte Mainstreaming und Resonance sowie die kritische Reflexion dieser Ansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Haltbarkeit der Kultivierungshypothese zu prüfen und zu bewerten, inwieweit das Fernsehen die Meinungsbildung und Persönlichkeitsstruktur beeinflussen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Untersuchung der methodischen Vorgehensweise von Gerbner, insbesondere dessen Inhaltsanalysen und Befragungsdaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Modelle von Gerbner erläutert, die Kritik an seiner Methodik und Interpretation diskutiert sowie das komplementäre Modell von Peter Vitouch vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Kultivierung, Vielseher, Violence Index, Mainstreaming, Resonance, Gewalt und Angstbewältigung.

Was versteht man unter dem Mean World Syndrom?

Es beschreibt den Zustand, in dem Vielseher die Welt als gefährlich, erbärmlich und böse wahrnehmen, was oft zu Misstrauen gegenüber Mitmenschen führt.

Wie unterscheidet Vitouch zwischen Repressern und Sensibilisierern?

Vitouch differenziert darin, wie Personen ihre Ängste bewältigen: Represser fliehen in die heile Fernsehwelt, während Sensibilisierer verstärkt nach Gefahrenreizen suchen, was bei beiden zu einer negativen Verstärkung führen kann.

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Details

Title
Vielseherforschung und Kultivierungshypothese
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
Dipl. Germ. Univ. Nikolai Sokoliuk (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V86215
ISBN (eBook)
9783638016537
ISBN (Book)
9783640612703
Language
German
Tags
Vielseherforschung Kultivierungshypothese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Germ. Univ. Nikolai Sokoliuk (Author), 2003, Vielseherforschung und Kultivierungshypothese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86215
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