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Kritischer Rationalismus

Title: Kritischer Rationalismus

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Thomas Anschütz (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Im Rahmen des Seminars "Probleme pädagogischer Wissenschaftstheorie" haben wir verschiedene Auffassungen von Wissenschaft und deren Problematik behandelt. Wir haben uns besonders mit den Fragen: Was ist Wissenschaft? Wissenschaft beginnt mit Problemen und sucht nach Lösungen. Wissenschaft löst Fragen, bei denen neue Fragen auftauchen. Wissenschaft ist also eine Art körperlicher und geistiger Tätigkeit (auch in Verbindung mit Kultur). Sie ist dadurch bestimmt, dass sie in einem begrenzten Bereich stattfindet, d. h. die Art der Tätigkeit wird genau beschrieben. Fragen nach Sprache und Logik der Wissenschaft, dabei sollen sprachliche Tätigkeiten, wie z. B. Bewertungen, Analysen oder Argumente, unter dem Anspruch der Wahrheit stehen. Man unterscheidet Sprachen, weil sie Schwierigkeiten bereiten, z. B. kann man keine wissenschaftliche Aussage treffen, wenn man sie in Alltagssprache übermittelt. Man unterscheidet also Bildungssprache von Formalsprache, Fachsprache, Wissenschaftssprache, Umgangssprache, usw. In der Sprache kommt es oft zu Missverständnissen, deshalb müssen Relationen eingehalten werden. Wenn ich z. B. sage: "Das Haus ist klein!", dann ist das eine Ermessensfrage, in welcher Relation zu welchem anderen Haus ist dieses Haus klein? Wir unterscheiden auch analytische von synthetischen Sätzen. Ein synthetischer Satz wäre: "Der Hund ist fast braun!", dieser Satz wäre nicht logisch (synthetisch). Der Satz: "Ein Dreieck hat drei Schenkel." wäre hingegen ein logischer (analytischer) Satz. Man einigt sich zur Präzisierung auf eine Fachsprache. Logik und Sprache sind somit Werkzeuge der Wissenschaft. Weiterhin beschäftigten wir uns mit den Methodologien , also den Methoden, über die Wissenschaften bzw. Wissenschaftler ihr Wissen erwerben. Um letzteren Punkt, die Frage nach der Methodenlehre soll es in dieser Arbeit gesondert gehen, denn es gilt die Frage zu klären, warum die Erziehungswissenschaft im Sinne des kritischen Rationalismus als eine "technologische Wissenschaft" bezeichnet werden kann. Ich stütze mich in meiner Arbeit besonders auf Wolfgang Brezinka, der sich stark auf den kritischen Rationalismus bezieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der kritische Rationalismus

2.1. Geschichtliche Entwicklung

2.2. Die Grundgedanken des kritischen Rationalismus

2.3. Das Prinzip der kritischen Prüfung

2.4. Das Hempel – Oppenheim - Schema

3. Die Rezeption des kritischen Rationalismus durch Wolfgang Brezinka

3.1. Der Begriff der Erziehung

3.2. Der Gegenstand der Erziehungswissenschaft

4. Kritik am technologischen Wissenschaftsverständnis

5. Schlussbetrachtung und eigene Stellungnahme

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Fundierung der Erziehungswissenschaft im Kontext des kritischen Rationalismus und geht insbesondere der Frage nach, warum diese Disziplin nach Auffassung von Wolfgang Brezinka als „technologische Wissenschaft“ bezeichnet werden kann.

  • Grundlagen des kritischen Rationalismus nach Karl Popper
  • Methodik des Hempel-Oppenheim-Schemas
  • Wolfgang Brezinkas Verständnis von Erziehung und Erziehungswissenschaft
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem technologischen Wissenschaftsverständnis

Auszug aus dem Buch

3. 1. Der Begriff der Erziehung

Um den Begriff „Erziehung“ zu erklären, stellt sich Brezinka zunächst die Frage: „Wodurch unterscheidet sich erzieherisches Handeln von anderen Handlungen?“ Es handelt sich hier um den Zweck und die Wirkung, die erreicht werden soll. D. h. der „Erziehende“ (der Autor betitelt ihn als „Erzieher“) verfolgt einen bestimmten Zweck, um bei dem „Zu Erziehenden“ (hierfür nennt der Pädagoge den Begriff „Educand“) eine Wirkung zu erreichen. Brezinka spricht in diesem Zusammenhang vom „sozialen Handeln“.

Der „Erziehende“ versucht dem „Zu Erziehenden“ bestimmte Fertigkeiten, Fähigkeiten, Einstellungen, Erfahrungen mitzugeben. Brezinka nennt es in seinem Buch die „psychischen Dispositionen“. Unter psychischen Dispositionen wird dabei von ihm eine dauerhafte Bereitschaft zum Vollzug bestimmter Erlebnisse und Verhaltensweisen verstanden. Der „Erziehende“ nimmt Einfluss auf die psychischen Dispositionen und möchte sie formen. Diejenigen, die als negativ vom „Erziehenden“ gewertet werden, sollen unterlassen werden und die Dispositionen, die noch nicht oder nur zum Teil erworben worden sind, sollen ausgebaut und erweitert werden. Brezinka macht damit die Kausalität zwischen „erziehendem“ und „Zu Erziehenden“ deutlich, ohne die Erziehung nicht möglich ist. „Erziehung ist der Versuch, ... an einem Menschen etwas zu ändern“ zitiert er Ziller. Der „Erziehende“ möchte mit dem Formen des „Zu Erziehenden“ erreichen, dass dieser besser wird, als er selber ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik pädagogischer Wissenschaftstheorie ein und erläutert die zentrale Fragestellung zur „technologischen Wissenschaft“.

2. Der kritische Rationalismus: Hier werden die geschichtliche Genese, die Kernprinzipien der kritischen Prüfung und das Hempel-Oppenheim-Schema erörtert.

3. Die Rezeption des kritischen Rationalismus durch Wolfgang Brezinka: Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition von Erziehung sowie dem Gegenstand der Erziehungswissenschaft nach Brezinka.

4. Kritik am technologischen Wissenschaftsverständnis: Dieser Abschnitt thematisiert die Auseinandersetzung mit der Einengung erziehungswissenschaftlicher Aussagen und anderen Kritikpunkten am Brezinka'schen Ansatz.

5. Schlussbetrachtung und eigene Stellungnahme: Der Autor resümiert die Bedeutung des Brezinka'schen Ansatzes und betont die Notwendigkeit des wissenschaftlichen Diskurses.

Schlüsselwörter

Kritischer Rationalismus, Erziehungswissenschaft, Wolfgang Brezinka, Technologische Wissenschaft, Hempel-Oppenheim-Schema, Falsifizierbarkeit, Zweck-Mittel-Beziehung, Empirische Forschung, Pädagogische Theorie, Wertfreiheit, Erziehungswirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die wissenschaftstheoretische Begründung der Erziehungswissenschaft als technologische Disziplin unter Einbeziehung des kritischen Rationalismus.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Wissenschaftstheorie nach Popper, die Methodologie der Erziehungswissenschaft und die spezifische pädagogische Theoriebildung nach Wolfgang Brezinka.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, aus welchen Gründen die Erziehungswissenschaft im Sinne des kritischen Rationalismus als „technologische Wissenschaft“ bezeichnet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse und Literaturrecherche angewandt, die sich primär auf die Konzepte von Wolfgang Brezinka und Karl Popper stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der kritische Rationalismus, das Hempel-Oppenheim-Schema, Brezinkas Begriff der Erziehung sowie die Kritik am technologischen Wissenschaftsverständnis detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kritischer Rationalismus, Erziehungswirklichkeit, Technologische Wissenschaft und Zweck-Mittel-Beziehung charakterisiert.

Was versteht Brezinka unter dem Begriff der Erziehung?

Brezinka definiert Erziehung als soziales Handeln, bei dem ein Erziehender versucht, die psychischen Dispositionen eines zu Erziehenden zielgerichtet zu formen.

Warum wird Brezinkas Verständnis von Erziehung kritisiert?

Die Kritik richtet sich unter anderem gegen den Vorwurf des Reduktionismus, die Vernachlässigung lebensweltlicher Bezüge und die Einseitigkeit eines rein technologischen Erziehungsverständnisses.

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Details

Title
Kritischer Rationalismus
College
University of Lüneburg  (FB Pädagogik)
Course
Seminar: Probleme pädagogischer Wissenschaftstheorien
Grade
sehr gut
Author
Thomas Anschütz (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V8623
ISBN (eBook)
9783638155519
Language
German
Tags
Brezinka kritischer Rationalismus technische Wissenschaft Pädagogik Theorie und Praxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Anschütz (Author), 2002, Kritischer Rationalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8623
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