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Der Lebensraum Lima

Kindheit in der peruanischen Metropole

Title: Der Lebensraum Lima

Seminar Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Probst (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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Am Anfang dieser Arbeit stand die Stadt Lima als einziges verbindendes Element der von mir ausgewählten Quellen im Vordergrund. Nach eingehender Beschäftigung mit dem Thema Lebensraum Lima ließen sich jedoch weitere, tiefgründigere Parallelen zwischen den Publikationen erkennen, so dass die Betrachtung der Metropole zu einer Betrachtung der Lebensumstände der urbanen Gesellschaft mit den damit einhergehenden sozialen Problemen und Positionskämpfen ihrer Mitglieder wurde.
Im Folgenden werde ich den Lebensraum Lima aus unterschiedlichen Perspektiven und unter dem Aspekt der Kindheit und des Heranwachsen betrachten. Dieses soll vordergründig veranschaulicht werden durch die literarischen Großstadtdarstellungen La ciudad y los perros von Mario Vargas Llosa und Un mundo para Julius von Alfredo Bryce Echenique und ergänzt werden durch die Filmtrilogie der Grupo Chaski.
Allen gemein ist ein Leben in einem, den Verhältnissen der realen peruanischen Welt entsprechenden, Mikrokosmos sowie eine zunehmende Marginalisierung der kindlichen Protagonisten im Bezug auf die urbane Gesellschaft und deren vorherrschenden Strukturen. Die unterschiedlichen Aspekte des Zusammenlebens und Überlebens lassen ein individualitätsfeindliches Bild von der Großstadt Lima entstehen, das ich im Folgenden näher erläutern möchte.
Schauplatz des 1962 erschienenen Romans La ciudad y los perros ist die Militärakademie Leoncio Prado in La Perla, einem Stadtteil Limas. Die Kadetten der Anstalt stammen nicht nur aus verschiedenen Bezirken der Stadt und des Landes, sondern weisen auch unterschiedliche Familienverhältnisse auf.
Die Akademie genießt den Ruf einer traditionsreichen Institution, in der männliche Jugendliche eine autoritäre Erziehung und Disziplinierung erhalten. Die vorherrschenden reellen Zustände erweisen sich jedoch als eine menschenverachtende Akkumulation aus gewaltsamer Hierarchie, Machismo und Sadismus. Die Schüler der dritten Klasse, von höherrangigen Kadetten und Anstaltspersonal auch die perros genannt, müssen schnell erkennen, dass in der Anstalt interne Regeln gelten, denen es sich anzupassen gilt. Ohne das Wissen der Offiziere und der Anstaltsleitung werden Zigaretten und Alkohol geschmuggelt, konsumiert und weiterverkauft, Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände entwendet und es kommt zu gewaltsamen und sexuellen Übergriffen unter den Kadetten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mario Vargas Llosas Roman La ciudad y los perros

2.1. Der Mikrokosmos Leoncio Prado

2.2. Die Militärakademie als Lebensraum

2.3. Personen und Personengefüge

2.3.1. Alberto Fernández

2.3.2. Ricardo Arena

2.3.3. Jaguar

3. Alfredo Bryce Echeniques Roman Un mundo para Julius

3.1. Die verschiedenen Welten des Romans

3.2. Die Oberschicht

3.2.1. Julius und die Oberschicht

3.2.1.1. Juan Lucas

3.2.1.2. Susan

3.2.1.3 Die Geschwister Santiago und Bobby

3.2.1.4. Cinthia

3.3. Die Dienerschaft

3.3.1. Julius und die Dienerschaft

3.4. Die Entwicklung Julius’

4. Die Trilogie der Grupo Chaski

4.1. Der Film Gregorio

4.2. Der Film Juliana

4.3. Der Film Gregorio und Juliana: Anda, Corre, Vuela...

4.4. Die Realitätsnähe der Trilogie

4.4.1. Die Straße als Lebensraum

4.4.2. Die Kultur der Straße

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen in der peruanischen Metropole Lima. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen sozialer Hierarchien und Lebensräume auf die Identitätsbildung und Marginalisierung junger Protagonisten in Literatur und Film.

  • Die Großstadt Lima als prägender Lebensraum
  • Kindheit und Adoleszenz unter Bedingungen von Marginalisierung
  • Soziale Hierarchien in Militärakademie, Oberschicht und auf der Straße
  • Identitätskonstruktion durch Gruppenzugehörigkeit und Rückzugsräume
  • Wechselbeziehungen zwischen den sozialen Schichten der peruanischen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Ricardo Arena

Ricardo stammt aus der Provinz Chiclayo und reist mit seiner Mutter nach Lima um dort bei seinem Vater zu wohnen, der ihm vorher gänzlich unbekannt war. Die neue Umgebung ist Ricardo fremd, „Lima le daba miedo“ (Vargas Llosa 1987: 171), er fühlt sich vernachlässigt und einsam und macht seinen Vater für die veränderte Situation verantwortlich.

Al día siguiente de llegar a Lima, su padre vino hasta su cama y, sonriendo, le presentó el rostro. „Buenos días”, dijo Ricardo, sin moverse. Una sombra cruzó los ojos de su padre. Ese mismo día comenzó la guerra invisible. [...] Ha olvidado los hechos minúsculos, idénticos, que constituían su vida, esos días que siguieron al descubrimiento de que tampoco podia confiar en su madre, pero no ha olvidado el desánimo, la amargura, el rencor, el miedo que reinaban en su corazón y ocupaban sus noches. (Vargas Llosa 1987: 80, 170)

In der Militärschule wird Ricardo auf Grund seines sensiblen und ängstlichen Verhaltens schnell zum Außenseiter und bekommt den Namen Esclavo. Es fällt ihm schwer, sich in das disziplinorientierte Leben der Anstalt einzufinden und er leidet besonders unter den gewaltsamen Angriffen seiner Kameraden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Stadt Lima als zentrales Element der Arbeit sowie Erläuterung des Fokus auf die Lebensumstände kindlicher Protagonisten in verschiedenen peruanischen Medienquellen.

2. Mario Vargas Llosas Roman La ciudad y los perros: Analyse der Militärakademie Leoncio Prado als Mikrokosmos, der durch ein System von Gewalt, Hierarchie und Marginalisierung die Identität der Kadetten formt.

3. Alfredo Bryce Echeniques Roman Un mundo para Julius: Untersuchung der Zerrissenheit des Protagonisten Julius zwischen der Welt der Oberschicht und der Dienerschaft im Kontext gesellschaftlicher Strukturen.

4. Die Trilogie der Grupo Chaski: Betrachtung der Lebensrealität von Straßenkindern in Lima und deren Überlebensstrategien in einer von Armut und Ausgrenzung geprägten Umwelt.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der identitätsbildenden Wirkung der verschiedenen untersuchten Lebensräume und der Bedeutung sozialer Zusammenschlüsse für die Betroffenen.

Schlüsselwörter

Lima, Kindheit, Adoleszenz, Marginalisierung, soziale Hierarchie, La ciudad y los perros, Un mundo para Julius, Grupo Chaski, Militärakademie, Oberschicht, Straßenkinder, Identitätsbildung, Peruanische Literatur, Peruanischer Film, Lebensraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in der peruanischen Metropole Lima und analysiert, wie deren Identität durch die Stadt und ihre sozialen Strukturen geprägt wird.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf Kindheit, soziale Marginalisierung, die Dynamik von Gruppenzugehörigkeiten sowie die Auswirkungen von Armut und Gewalt auf Heranwachsende.

Was ist die primäre Zielsetzung der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse literarischer und filmischer Werke aufzuzeigen, wie unterschiedliche soziale Lebensräume (Militärakademie, Oberschicht, Straße) die Entwicklung und Anpassung von Kindern in der Gesellschaft beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literatur- und medienwissenschaftliche Analyse, um die im Roman und Film dargestellten soziologischen Aspekte der peruanischen Gesellschaft herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte: die Militärakademie bei Mario Vargas Llosa, die Oberschicht bei Alfredo Bryce Echenique und die Realität der Straßenkinder in der Filmtrilogie der Grupo Chaski.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lebensraum, Marginalisierung, Identitätsbildung, peruanische Gesellschaft und soziale Hierarchie definieren.

Wie unterscheidet sich Julius von den Kadetten bei Vargas Llosa?

Während die Kadetten durch ein hartes, militärisches System zur Anpassung oder zum Widerstand gezwungen werden, leidet Julius primär unter der emotionalen Vernachlässigung durch seine Familie und sucht Schutz in der Welt der Dienerschaft.

Welche Rolle spielt der Begriff "Dublizitäten" im Kontext der Kadetten?

Der Begriff beschreibt die veränderte Identität der Jugendlichen in der Militärakademie, wo bürgerliche Namen durch Spitznamen ersetzt werden, die ihren Status innerhalb der gewaltgeprägten Hierarchie widerspiegeln.

Warum wird die Straße in der Trilogie der Grupo Chaski als Lebensraum interpretiert?

Die Straße dient den Kindern einerseits als Überlebensraum für Arbeit und Einkommen, andererseits als Ort der Gemeinschaft, der ein familiäres Defizit ausgleicht, aber auch mit Stigmatisierung und Kriminalität verbunden ist.

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Details

Title
Der Lebensraum Lima
Subtitle
Kindheit in der peruanischen Metropole
College
Martin Luther University  (Institut für Romanistik)
Course
Die Stadt in der lateinamerikanischen Literatur
Grade
1,0
Author
Nina Probst (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V86437
ISBN (eBook)
9783638021029
Language
German
Tags
Lebensraum Lima Stadt Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Probst (Author), 2006, Der Lebensraum Lima, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86437
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