Diese Magisterarbeit stützt sich auf mein selbstorganisiertes Feldforschungspraktikum im Rahmen des Magisterstudienganges Ethnologie, dass ich im Jahr 2002 durchgeführt habe. Im Mittelpunkt stehen die alltäglichen Austauschbeziehungen zwischen kubanischen MigrantInnen in Deutschland und ihren Angehörigen in Kuba. Ziel der Studie ist, anhand einer empirischen Untersuchung alltagsweltlicher Lebenspraxen transnationale soziale Räume ausfindig zu machen, die Aufschluss über die Prozesshaftigkeit von Migration geben, sowie die Reziprozität von Austauschprozessen offenlegen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Theorie: Migrationsforschung
- 2.1 Die Transmigrationstheorie
- 2.2 „Multi-sited Ethnography“: Feldforschung unter Mobilitätsdruck
- 3. Landeskunde: Kuba
- 3.1 Kuba und der período especial
- Exkurs: Jineterismo in Kuba - eine Alternative für die kubanische Jugend?
- 3.2 Emigrationsbewegungen in Kuba seit 1959
- 3.3 Kubanische Familien und der período especial
- 4. Feldforschungsbericht: Brücken nach Kuba - Thesen, Fragestellungen, Vorgehensweise und Methoden
- 4.1 Thesen und Fragestellungen
- 4.2 Vorgehensweise
- 4.3 Methoden
- 5. Forschungsverlauf
- 5.1 Erster Forschungsabschnitt: Deutschland
- 5.2 Zweiter Forschungsabschnitt: Kuba
- 5.3 Probleme
- 6. Forschungsergebnisse
- 6.1 Erster Abschnitt: Deutschland
- 6.1.1 Migrationsgeschichte
- 6.1.2 Der Alltag in Deutschland
- 6.1.3 Kommunikationskanäle
- 6.2 Zweiter Abschnitt: Kuba
- 6.2.1 Der Alltag in Kuba
- 6.2.2 Kommunikationskanäle
- 7. Ergebnisanalyse
- 7.1 THESE 1: „Migration ist ein Prozess“
- 7.2 THESE 2: „Die Austauschbeziehungen sind reziprok“
- 7.3 THESE 3: „Transnationale Migration nach Europa als Überlebensstrategie“
- 8. Resumée
- 9. Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Magisterarbeit untersucht die alltäglichen familiären Austauschbeziehungen zwischen kubanischen MigrantInnen in Deutschland und ihren Familien im Heimatland. Sie konzentriert sich auf die Kommunikationskanäle und Reisewege, um die Prozesshaftigkeit von Migration und die Reziprozität der Austauschbeziehungen zu beleuchten. Die Arbeit analysiert insbesondere die Entwicklungen seit 1990 in Kuba, die zu einer verstärkten Emigration nach Europa geführt haben.
- Transnationale Familienbeziehungen
- Kommunikationskanäle und Reisewege
- Prozesshaftigkeit von Migration
- Reziprozität der Austauschbeziehungen
- Emigration aus Kuba nach Europa
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und schildert die alltäglichen Austauschbeziehungen zwischen kubanischen MigrantInnen und ihren Familien in Kuba anhand von persönlichen Erfahrungen. Kapitel 2 beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Migrationsforschung, insbesondere die Transmigrationstheorie. Das dritte Kapitel widmet sich der Landeskunde Kubas mit Fokus auf den período especial und die Emigrationsbewegungen seit 1959. Kapitel 4 beschreibt die Feldforschung, die Thesen, Fragestellungen, Vorgehensweise und Methoden. Kapitel 5 erläutert den Forschungsverlauf und die Herausforderungen der Datenerhebung. Die Kapitel 6 und 7 präsentieren die Ergebnisse der Feldforschung in Deutschland und Kuba, einschließlich der Analyse der Kommunikationskanäle und der Auswirkungen der Migration auf den Alltag.
Schlüsselwörter
Kubanische Migration, Transnationale Familienbeziehungen, Kommunikation, Reisewege, Austauschbeziehungen, período especial, Reziprozität, Überlebensstrategie, Feldforschung, Ethnologie.
Häufig gestellte Fragen
Was sind "transnationale soziale Räume" in der Migrationsforschung?
Es handelt sich um soziale Geflechte, die über Staatsgrenzen hinweg bestehen und durch ständigen Austausch von Geld, Gütern, Informationen und Besuchen zwischen Migranten und ihren Familien gepflegt werden.
Was bedeutet der Begriff "período especial" für Kuba?
Der "período especial" bezeichnet die schwere Wirtschaftskrise in Kuba nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ab 1990, die zu massiven Versorgungsengpässen und verstärkter Emigration führte.
Wie halten kubanische Migranten in Deutschland Kontakt zu ihrer Familie?
Die Arbeit untersucht verschiedene Kommunikationskanäle und Reisewege, die als "Brücken" dienen, um die familiären Bindungen trotz der Distanz aufrechtzuerhalten.
Was ist "Jineterismo"?
Jineterismo bezeichnet informelle wirtschaftliche Aktivitäten in Kuba, oft im Tourismussektor, die als Überlebensstrategie der Jugend im Krisenkontext des período especial entstanden sind.
Ist kubanische Migration nach Europa eine reine Überlebensstrategie?
Eine der Thesen der Arbeit ist, dass die Migration nach Europa oft eine kollektive Überlebensstrategie der Familie ist, um durch Rücksendungen (Remittances) die Existenz in Kuba zu sichern.
- Citar trabajo
- Jennifer Eggert (Autor), 2006, Brücken nach Kuba - Transnationale Austauschbeziehungen kubanischer MigrantInnen in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86963