„Die weltwirtschaftliche Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg ist durch einen stetigen Anstieg der internationalen Verflechtung der Volkswirtschaften und der grenzüberschreitenden Geschäftstätigkeit von Unternehmen gekennzeichnet“. Daraus resultiert das die Managements international aktiver bzw. internationalisierender Unternehmen vor der schwierigen Frage stehen, welche Markteintrittsstrategie sich für die Produktion und den Absatz ihrer Produkte in einem ausländischen Zielmarkt anböte. Waren in den Anfängen der Internationalisierung noch die Formen des Exports und der Direktinvestitionen dominierend, so haben die Unternehmen mittlerweile die Wahl zwischen vielfältigen Ausprägungen und Mischformen. In der Literatur werden die Entscheidungen für Auslandsengagements von Unternehmen jedoch als kritisch betrachtet. Die Entscheidung für eine qualifizierte Markteintrittsstrategie gehört somit zu den fundamentalen Fragen, mit denen sich Unternehmen mit Internationalisierungsambitionen auseinander setzen müssen. Die inländische Wirtschaft hat seit Jahren sowohl mit rückläufigen, bestenfalls stagnierenden Entwicklungen zu kämpfen. Setzen sich diese Entwicklungen weiter fort, wird es künftig für zahlreiche Unternehmen unumgänglich sein, auch im Ausland neue Absatzmärkte zu erschließen. Unterschiedlichste Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte, beispielsweise die Öffnung der Grenzen nach Osteuropa, die EU-Integration, die Liberalisierung der Außenwirtschaftsbeziehungen und die Sättigung der angestammten Inlandsmärkte, haben zu einem Druck des internationalen Wettbewerbs geführt. Eine Internationalisierung stellt für alle Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, eine Option dar, die als Chance betrachtet werden kann, da durch die Entstehung weltweiter Netzwerke und übergreifender Infrastrukturen das Risiko internationaler Aktivitäten spürbar gesunken ist. Die Möglichleiten für den Einstieg in ausländische Märkte haben sich auf Grund neuester technologischer Entwicklungen in den Bereichen Kommunikation und Verkehr deutlich verbessert und zu dem Trend geführt, trotz geringer personeller und finanzieller Ressourcen, zunehmend den Weg zu einer Auslandsmarktbearbeitung einzuschlagen. Um auch in Zukunft in dem immer härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können, sind demnach immer mehr Unternehmen gezwungen, ihre Aktivitäten über die heimischen Grenzen hinaus zu erweitern
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Die Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Abgrenzung
1.3 Der Verlauf der Untersuchung
2. Die theoretischen Grundlagen
2.1 Der Begriff der Internationalisierung
2.2 Der Begriff der Internationalisierungsstrategie
2.3 Der Begriff des Markteintritts
2.4 Der Begriff der internationalen Markteintrittsstrategie
3. Die internationalen Marketingstrategien
3.1 Die Darstellung der internationalen Marketingstrategien
3.2 Die Grundorientierungen im internationalen Marketing
3.2.1 Die Übersicht der Orientierungssysteme des Managements
3.2.2 Die Ethnozentrische Orientierung
3.2.3 Die Polyzentrische Orientierung
3.2.4 Die Regiozentrische Orientierung
3.2.5 Die Geozentrische Orientierung
3.3 Die Systematisierungsmöglichkeiten der Markteintrittsstrategien
4. Darstellung und Beurteilung ausgewählter Markteintrittsstrategien
4.1 Der Export
4.1.1 Die allgemeine Darstellung des Exports
4.1.2 Der indirekte Export
4.1.3 Der direkte Export
4.2 Die vertraglichen Markteintrittsstrategien
4.2.1 Die allgemeine Darstellung der vertraglichen Markteintrittsstrategien
4.2.2 Die Lizenzvergabe
4.2.3 Das internationale Franchising
4.3 Die Direktinvestitionen
4.3.1 Die allgemeine Darstellung der Direktinvestitionen
4.3.2 Das Joint Venture
4.4 Die Vor- und Nachteile der dargestellten Markteintrittsstrategien
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der Arbeit ist es, einen fundierten Überblick über verschiedene internationale Markteintrittsstrategien zu geben und deren Zweckmäßigkeit sowie Vor- und Nachteile im Kontext unternehmerischer Internationalisierungsbestrebungen zu beurteilen, um Unternehmen bei der strategischen Planung zu unterstützen.
- Grundbegriffe der Internationalisierung und des Markteintritts
- EPRG-Modell als theoretischer Rahmen der Grundorientierungen
- Differenzierung und Klassifizierung von Markteintrittsformen
- Analyse und Bewertung von Exportstrategien
- Analyse und Bewertung vertraglicher Kooperationen (Lizenzvergabe, Franchising)
- Analyse und Bewertung von Direktinvestitionen und Joint Ventures
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Der indirekte Export
Eine Vielzahl von Unternehmen, die noch am Anfang ihrer Internationalisierung stehen, entschließen sich für die indirekte Exportstrategie, da sie die einfachste Form darstellt, Produkte ins Ausland zu vertreiben. Von indirektem Export wird dann gesprochen, wenn die Herstellerfirma nicht in direkten Kontakt mit dem Abnehmer in einem ausländischen Zielmarkt tritt. Der inländische Produzent bedient sich bzgl. des Verkaufs und der Lieferung seiner Produkte ins Ausland, unabhängigen inländischen Absatzorganen, die eine Mittlerfunktion zwischen dem Hersteller der Erzeugnisse und dem Kunden wahrnehmen.
Nach Weihermüller ist der Grund für ihre Einschaltung „[eine] solide Marktkenntnis, langjährige Bindungen an ausländische Kunden, Flexibilität in der Akquisition und [ein] allgemeines Problemverständnis für die Gestaltung von Außenhandelsgeschäften [...]“. Für die Organisation solcher Außenhandelsgesellschaften, deren Aufgabe die Ausfuhr der Erzeugnisse darstellt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie z.B. Exportkommissionäre, inländische Exporteure, Exportmakler, Importmakler, ausländische Importeure, Exporteigenhändler sowie Exportkooperationen u.a.m. Durch die Zwischenschaltung der Absatzmittler überträgt der Produzent sämtliche aus dem Auslandsgeschäft resultierenden Kosten und Risiken politischer und wirtschaftlicher Art auf das selbstständig agierende Absatzorgan, welches im Gegenzug dazu einen Kalkulationsaufschlag erhebt.
Die Herstellerfirma begrenzt ihre Aktivitäten auf die Bereitstellung der zu exportierenden Waren und Dienstleistungen, wohingegen die Außenhandelsunternehmen die Vermarktung der Produkte in dem jeweiligen Auslandsmarkt übernehmen. Im Allgemeinen schließen die beteiligten Firmen dabei kurzfristige Kaufverträge ab, bei denen beide Vertragspartner ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit behalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, erläutert die Problemstellung der Internationalisierung und steckt den Rahmen sowie den Verlauf der Untersuchung ab.
2. Die theoretischen Grundlagen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe wie Internationalisierung, Internationalisierungsstrategie, Markteintritt und internationale Markteintrittsstrategie definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Die internationalen Marketingstrategien: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Grundorientierungen im internationalen Marketing (EPRG-Modell) und zeigt Möglichkeiten zur Systematisierung von Markteintrittsstrategien auf.
4. Darstellung und Beurteilung ausgewählter Markteintrittsstrategien: Es erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Strategien wie Export, Lizenzvergabe, Franchising, Direktinvestitionen und Joint Ventures, einschließlich einer kritischen Betrachtung ihrer Vor- und Nachteile.
5. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Aspekte der strategischen Markteintrittsplanung zusammen und reflektiert die mit dem internationalen Geschäft verbundenen Risikofaktoren.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Markteintrittsstrategie, Export, Lizenzvergabe, Franchising, Direktinvestition, Joint Venture, EPRG-Modell, Internationales Marketing, Außenhandel, Markterschließung, Wettbewerbsvorteile, Risikomanagement, Absatzmarkt, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Möglichkeiten für Unternehmen, in ausländische Märkte einzutreten, und bewertet die strategischen Optionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Export, vertragliche Markteintrittsformen wie Lizenzen und Franchising sowie Direktinvestitionen und Joint Ventures.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über Markteintrittsstrategien zu verschaffen und deren Eignung unter verschiedenen Rahmenbedingungen für Unternehmen zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer systematischen Darstellung theoretischer Modelle und Strategieformen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des internationalen Marketings und prüft im Detail die Vor- und Nachteile ausgewählter Markteintrittsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Internationalisierung, Markteintrittsstrategie, Export, Direktinvestition, Joint Venture und das EPRG-Modell.
Welche Bedeutung hat das EPRG-Modell in dieser Arbeit?
Das EPRG-Modell dient als theoretisches Fundament, um die verschiedenen Management-Grundorientierungen (ethno-, poly-, regio- und geozentrisch) und deren Einfluss auf die Internationalisierungsstrategie zu verstehen.
Wann ist ein indirekter Export für Unternehmen besonders geeignet?
Besonders für Unternehmen, die am Anfang ihrer Internationalisierung stehen und über wenig Auslandserfahrung oder begrenzte Ressourcen verfügen, ist der indirekte Export attraktiv, da Absatzmittler die Risiken und den Aufwand übernehmen.
- Citar trabajo
- Isabell Junglen (Autor), 2005, Darstellung und Beurteilung internationaler Markteintrittsstrategien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87029