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"Mit drei Hurras auf Kaiser und Vaterland" - Wirtschaftsbürgertum im Ersten Weltkrieg

Titre: "Mit drei Hurras auf Kaiser und Vaterland" - Wirtschaftsbürgertum im Ersten Weltkrieg

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 22 Pages , Note: 1

Autor:in: Matthias Rouwen (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Première Guerre mondiale, République de Weimar
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Mit drei Hurras auf Kaiser und Vaterland“ reitet Kurt Klamroth, ein Vertreter des Wirtschaftsbürgertums im deutschen Kaiserreich am 1. August 1914, dem Tag der deutschen Mobilmachung als Rittmeister der Reserve in den folgenschwersten europäischen und in eine bis dahin nicht gekannten Gewalt ausufernden Krieg. Wie wurde dieser Krieg also innerhalb des gehobenen Wirtschaftsbürgertums aufgenommen? Wie ging man in solchen großkaufmännischen Kreisen mit der Realität des Krieges um? Und was sind die Gründe dafür? Das sind die Fragen, die in dieser Arbeit bearbeitet werden sollen.
Die Forschung hat sich bei der Bearbeitung dieser Fragen bislang zurückgehalten. Es gibt keine Monografie, die sich explizit mit dem Leben von Wirtschaftsbürgern im Ersten Weltkrieg auseinandersetzt. Es gibt also kaum die Möglichkeit der Berufung auf einschlägige Literatur zu diesem Thema. Daher soll in dieser Arbeit der Versuch unternommen werden, auf der Grundlage einer Familienbiographie Stellung zu diesem Thema zu beziehen. Im Jahr 2004 wurde die kommerziell erfolgreiche Biographie „Meines Vaters Land – Geschichte einer deutschen Familie“ von der als erste „heute“-Nachrichtensprecherin bekannt gewordenen Journalistin Wibke Bruhns veröffentlicht. Anhand von privaten Tagebüchern und Briefen beschreibt sie dort die Geschichte ihrer eigenen Familie und setzt den Schwerpunkt dabei auf die Darstellung des Lebens ihres Vaters Hans Georg Klamroth, der als Verräter des 20. Juli am 26. August 1944 hingerichtet wurde. Um ihren Vater, seine Begeisterung für das Militär und seine erst sehr spät erfolgte Entwicklung einer wirklich kritischen Einstellung zum NS-Regime nachvollziehen zu können, setzt sie mit ihren Beschreibungen schon im Kaiserreich an. Die biographische Erzählung bietet interessante Einblicke in das Leben und die Haltungen einer großbürgerlichen Familie zu Zeiten von Kaiserreich und Erstem Weltkrieg. Alle Darstellungen werden dabei auf Zitate aus Briefen und Tagebüchern gestützt, so dass eine eigene nicht zu subjektive Betrachtung der geschilderten Umstände möglich wird.
Es ist zwar problematisch, eine Arbeit in erster Linie auf ein populärwissenschaftliches Buch zu stützen, besonders weil in diesem Fall eine eigene Einsicht der Quellen nicht möglich ist, weswegen ich hier auf streng wissenschaftliche Quellenangaben verzichten muss.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herr im Haus – Wirtschaftsbürgertum und Monarchie

3. Mit drei Hurras – Kriegsbegeisterung beim Wirtschaftsbürgertum

4. Ein fröhliches Stück Krieg –. Wirtschaftsbürger im Kriegsdienst

5. Marzipan und Zigarren – Bürgerliches Leben im Krieg

6. Erschreckendes Ende – Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Leben und die Weltanschauung des Wirtschaftsbürgertums im Ersten Weltkrieg. Anhand der Familienbiographie der Kaufmannsfamilie Klamroth wird analysiert, wie diese gesellschaftliche Schicht auf den Kriegsausbruch reagierte, welche Rolle die Nähe zur Monarchie spielte und wie sich der Alltag sowie die politische Einstellung der Familienmitglieder während des Kriegsverlaufs veränderten.

  • Verhältnis von Wirtschaftsbürgertum und autoritärem Staat
  • Kriegsbegeisterung und der „Geist von 1914“
  • Wahrnehmung des Kriegsdienstes zwischen Heldentum und Pragmatismus
  • Einfluss von Entbehrungen auf das bürgerliche Leben
  • Politische Desillusionierung beim Zusammenbruch der Monarchie

Auszug aus dem Buch

4. Ein fröhliches Stück Krieg –. Wirtschaftsbürger im Kriegsdienst

So sehr Kurt Klamroth von dem Mythos einer gegen den äußeren Feind kämpfenden Volksgemeinschaft eingenommen ist, so deutlich wird an dessen eigenen militärischen Aufgaben, dass im Krieg die Ungleichheit in der Gesellschaft in aller Selbstverständlichkeit übernommen wird. Der Status als Bürger wird deutlich daran, dass er eine Führungsrolle übernimmt. Die Zugehörigkeit zum Wirtschaftsbürgertum schlägt sich in seinen Aufgaben nieder, in denen Verwaltungs- und Kaufmannsqualitäten gefragt sind.

Er übernimmt die Führung einer Versorgungseinheit in Frankreich. Im Kampf von „Deutscher Kultur“ gegen „Westliche Zivilisation“, den nicht zuletzt auch Thomas Mann rechtfertigte, leistete er seinen eigenen bürgerlichen Beitrag, indem er für saubere Straßen durch das Einrichten von Müllsammelstellen und für den Bau von Sitzklos statt der in Frankreich verbreiteten „Boden-Kloaken“ sorgt.

Seine Kaufmannsqualitäten sind später vor allem im Osten Polens gefragt, wo er der Besatzungsverwaltung zugeteilt wird. Hindenburgs und Ludendorffs Beschluss, die besetzten Gebiete zu Kriegswecken ausbeuten zu lassen, stellt ihn vor Probleme moralischer Art gegenüber der einheimischen Bevölkerung, die er löst, indem er sich mit einem halblegalen Handel mit den Schwarzhändlern der Stadt einlässt. Dieser Handel erfordert kaufmännisches Fingerspitzengefühl, da sich weder die OHL in Deutschland noch seine örtlich ansässigen Handelsgenossen um ihre Pfründe betrogen fühlen dürfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie das Wirtschaftsbürgertum den Ersten Weltkrieg wahrnahm und welche Rolle die Familie Klamroth als Fallstudie für diese gesellschaftliche Schicht spielt.

2. Herr im Haus – Wirtschaftsbürgertum und Monarchie: Dieses Kapitel analysiert die tiefe Verbundenheit des Wirtschaftsbürgertums mit monarchischen Hierarchien und die daraus resultierende Ablehnung sozialdemokratischer Tendenzen.

3. Mit drei Hurras – Kriegsbegeisterung beim Wirtschaftsbürgertum: Der Fokus liegt hier auf der anfänglichen Kriegsbegeisterung und dem Glauben an den „Geist von 1914“, der als verbindendes Element der Gesellschaft missverstanden wurde.

4. Ein fröhliches Stück Krieg –. Wirtschaftsbürger im Kriegsdienst: Hier wird beleuchtet, wie Familienmitglieder wie Kurt und Hans-Georg Klamroth ihren Kriegsdienst wahrnahmen, wobei ihre ökonomischen und administrativen Rollen ihre Sichtweise prägten.

5. Marzipan und Zigarren – Bürgerliches Leben im Krieg: Dieses Kapitel beschreibt die Auswirkungen der Mangelwirtschaft auf die Oberschicht und zeigt, dass das Wirtschaftsbürgertum den Krieg trotz gewisser Entbehrungen vergleichsweise unbeschadet überstand.

6. Erschreckendes Ende – Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Familie den Krieg weniger als Trauma denn als Abenteuer empfand und erst der politische Zusammenbruch der Monarchie zur eigentlichen Krisenerfahrung wurde.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsbürgertum, Erster Weltkrieg, Kaiserreich, Monarchie, Familienbiographie, Kriegsbegeisterung, Patriotismus, Sozialdemokratie, Klamroth, Volksgemeinschaft, Mangelwirtschaft, Kriegsdienst, Obrigkeitsdenken, Revolution, Untertan

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Haltung und Lebensrealität des deutschen Wirtschaftsbürgertums während des Ersten Weltkriegs am Beispiel der Familie Klamroth.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die monarchische Treue des Bürgertums, die Kriegsbegeisterung, die Anpassung an den Militärdienst sowie die sozialen Unterschiede während der Kriegszeit.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das gehobene Wirtschaftsbürgertum den Krieg aufnahm, mit dessen Realitäten umging und was die Gründe für ihre spezifische Einstellung waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Einzelstudie, die primär auf der Auswertung einer Familienbiographie (Wibke Bruhns) sowie korrespondierenden Briefen und Tagebüchern basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Mentalität, die Kriegsbegeisterung, die militärischen Erfahrungen der Familienmitglieder und den Alltag im Zeichen der Mangelwirtschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wirtschaftsbürgertum, Monarchie, Patriotismus, Obrigkeitsdenken, Kriegsalltag und gesellschaftliche Umbrüche.

Inwiefern unterschied sich der Kriegsdienst von Hans-Georg Klamroth von dem der Frontsoldaten?

Während normale Soldaten extreme körperliche und psychische Belastungen an der Front ertragen mussten, erlebte Hans-Georg Klamroth den Dienst vorwiegend als eine Art priviligiertes Abenteuer, das ihm sogar Bildungsmöglichkeiten bot.

Wie reagierte die Familie auf das Ende des Krieges?

Die Familie empfand nicht den verlorenen Krieg als das größte Trauma, sondern den politischen Zusammenbruch des Kaiserreichs und die damit einhergehende neue Staatsform.

Warum wird die Familie Klamroth als repräsentativ für das Wirtschaftsbürgertum angesehen?

Die Familie vereinte typisch bürgerliche Merkmale wie protestantische Wurzeln, ein erfolgreiches Unternehmen, eine konservative politische Einstellung und die Verpflichtung zum Militärdienst.

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Résumé des informations

Titre
"Mit drei Hurras auf Kaiser und Vaterland" - Wirtschaftsbürgertum im Ersten Weltkrieg
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Note
1
Auteur
Matthias Rouwen (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
22
N° de catalogue
V87255
ISBN (ebook)
9783638016773
ISBN (Livre)
9783638918596
Langue
allemand
mots-clé
Hurras Kaiser Vaterland Wirtschaftsbürgertum Ersten Weltkrieg
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Matthias Rouwen (Auteur), 2005, "Mit drei Hurras auf Kaiser und Vaterland" - Wirtschaftsbürgertum im Ersten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87255
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Extrait de  22  pages
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