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Wählen oder nicht Wählen, das ist hier die Frage!

Title: Wählen oder nicht Wählen, das ist hier die Frage!

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Monnard (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Seit mehreren Jahrzehnten versuchen Wahlforscher, ausgehend von unterschiedlichen Handlungstheorien, heraus zu finden, warum bestimmte Personen bestimmte Parteien wählen. Bei der bisherigen Erforschung dieses Wählerverhaltens bei politischen Wahlen lag der Schwerpunkt der Untersuchungen auf der Frage, wer welche Partei wählt. Während dieser Suche nach den relevanten Faktoren zur Entscheidungsfindung der Wähler hat sich allerdings ein weiteres Phänomen entwickelt und ausgebaut, dass der Aufmerksamkeit der Forschung bedarf. Und zwar ist dies die Wahlenthaltung bei politischen Wahlen. Es ist also vielmehr danach zu fragen, warum bestimmte Personen überhaupt wählen gehen und was für andere Menschen die entscheidenden Faktoren sind, der Wahl fern zu bleiben. Dieses Phänomen des „Nichtwählens“ hat sich in sofern auf den Plan der Forschung aufgedrängt, dass bei politischen Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland (im Folgenden kurz BRD), auf die sich diese Arbeit bezieht, auf Bundes-, Länder- und Kommunenebene ein rapider Rückgang der Wahlbeteiligung zu verzeichnen ist (vgl. Falter/ Schumann 1994: 162). Da sich dies nun nicht nur auf bestimmte Wahlen bezieht, sondern auf alle Ebenen der politischen Instanzen, ist davon auszugehen, dass es sich um ein allgemeines Verhalten handelt. Es gilt daher zu betrachten, was die Auslöser dafür sind, dass immer mehr Menschen sich der Wahl enthalten und welche Personen das sind, im Hinblick unter anderem auf deren sozialen Status, Beruf, Bildung und deren Alter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Wählerverhalten

2.1 Die sozialstrukturellen Modelle

2.2 Das sozialpsychologische Modell

2.3 Das rationalistische Modell

3. Entwicklung der Wahlenthaltungen

3.1 Das Paradox der Wahlbeteiligung

3.2 Dealignment

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Ursachen des beobachteten Rückgangs der Wahlbeteiligung bei politischen Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, durch die Analyse etablierter Erklärungsmodelle des Wählerverhaltens zu ergründen, warum zunehmend mehr Bürger auf eine Stimmabgabe verzichten, und zu prüfen, ob diese Modelle als Basis für Prognosen dienen können.

  • Analyse des Wählerverhaltens durch sozialstrukturelle Modelle
  • Untersuchung des sozialpsychologischen Ansatzes und der Parteiidentifikation
  • Anwendung der Rational-Choice-Theorie und ihrer Grenzen
  • Diskussion des Paradox der Wahlbeteiligung
  • Betrachtung von Dealignment-Prozessen und sozialen Strukturveränderungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Paradox des Wählens

Die Frage dabei bleibt nur, ob Downs ein Absinken der Wahlbeteiligung erklären kann oder ob sein Erklärungsansatz die Wahlbeteiligung insgesamt in Frage stellt. Denn wenn „der Ertrag des Wählens subjektiv hoch eingeschätzt werden würde, wäre auch ein geringer zeitlicher Aufwand für den Akt des Wählens relativ hoch, da die eigene Stimme für das Wahlergebnis nur eine marginale Bedeutung hat.“ (Fuchs/ Kühnel 1994: 314) Daher wäre es aus Sicht des rationalen Wählers irrational, sich an Wahlen zu beteiligen und die Kosten einer solchen unsicheren Investition aus sich zu nehmen (vgl. Shahla 2001: 102).

Will man dieses rationalistische Modell von Downs auf die gesamte Wählerschaft anwenden, so hätte man zum Ergebnis, dass die Wahlbeteiligung gleich Null sein müsste. Dagegen sprechen jedoch Wahlbeteiligungszahlen, wie in den siebziger- und achtziger Jahre in der BRD, die zum Teil über 90 % lagen. Diese Tendenz des rationalen Wählers, sich nicht an Wahlen zu beteiligen, im Zusammenhang mit den tatsächlichen Wahlbeteiligungen wird daher „das Paradox des Wählens“ genannt(vgl. Fuchs/ Kühnel 1994:314).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Rückgangs der Wahlbeteiligung in Deutschland ein und skizziert die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung des Nichtwählens.

2. Das Wählerverhalten: Hier werden zentrale theoretische Konzepte wie sozialstrukturelle, sozialpsychologische und rationalistische Erklärungsmodelle zur Analyse des Wählerverhaltens eingeführt.

2.1 Die sozialstrukturellen Modelle: Dieses Kapitel behandelt den mikrosoziologischen Ansatz nach Lazarsfeld sowie den makrosoziologischen Ansatz von Lipset und Rokkan zur Erklärung von Parteipräferenzen.

2.2 Das sozialpsychologische Modell: Hier wird der Fokus auf das Individuum gelegt, insbesondere auf das Konzept der Parteiidentifikation als stabilisierenden Wahrnehmungsfilter für politische Entscheidungen.

2.3 Das rationalistische Modell: Dieses Kapitel analysiert den Ansatz von Anthony Downs, der das Wahlverhalten als Kosten-Nutzen-Kalkül auf Basis der Rational-Choice-Theorie erklärt.

3. Entwicklung der Wahlenthaltungen: Hier wird der empirische Rückgang der Wahlbeteiligung auf verschiedenen Ebenen und über verschiedene Jahrzehnte hinweg dargelegt.

3.1 Das Paradox der Wahlbeteiligung: Dieses Kapitel diskutiert die theoretische Inkonsistenz, warum rationale Individuen überhaupt an Wahlen teilnehmen, obwohl ihre Einzelstimme marginal ist.

3.2 Dealignment: Hier werden gesellschaftliche Strukturveränderungen und die abnehmende Bindung an politische Parteien als Ursachen für die Wahlenthaltung analysiert.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Ansätze zwar wertvolle Hinweise bieten, aber keine eindeutige, prognosefähige Erklärung für das Phänomen der Wahlenthaltung liefern können.

Schlüsselwörter

Wahlverhalten, Wahlenthaltung, Nichtwähler, Wahlbeteiligung, Rational Choice, Parteiidentifikation, Dealignment, Cleavage-Theorie, Demokratie, Politische Partizipation, Deutschland, Sozialstruktur, Wahlparadoxon, Politische Soziologie, Wahlforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Wahlenthaltung bei politischen Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund etablierter politikwissenschaftlicher Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die theoretische Erklärung von Wählerverhalten, den empirischen Rückgang der Wahlbeteiligung sowie soziologische und rationalistische Ursachen für das Fernbleiben von der Wahl.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, warum immer mehr Menschen in Deutschland von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machen und welche Faktoren für dieses "Nichtwählen" maßgeblich sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es erfolgt eine theoretische Literaturanalyse. Der Autor vergleicht verschiedene politikwissenschaftliche Erklärungsmodelle und bezieht sich dabei auf empirische Studien und Längsschnittdaten zur Wahlbeteiligung.

Was ist das zentrale Thema des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der sozialstrukturellen, sozialpsychologischen und rationalistischen Modelle sowie deren Anwendung auf die empirisch beobachtete Entwicklung der rückläufigen Wahlbeteiligung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Wahlenthaltung, Rational Choice, Parteiidentifikation und politische Partizipation charakterisiert.

Wie erklärt das "rationalistische Modell" den Rückgang der Wahlbeteiligung?

Der Ansatz nach Anthony Downs argumentiert, dass Wählen Kosten verursacht. Wenn der erwartete Nutzen aus der Stimmabgabe geringer ist als der Aufwand, ist die Wahlenthaltung aus Sicht des rationalen Wählers eine logische Konsequenz.

Was versteht man in diesem Kontext unter "Dealignment"?

Dealignment beschreibt den Prozess des Abschmelzens traditioneller Bindungen der Bürger an politische Parteien, bedingt durch gesellschaftlichen Wandel und eine schwindende Milieubindung.

Welches Fazit zieht der Autor zur Prognosefähigkeit der Modelle?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die vorgestellten Modelle zwar zur Erklärung von Tendenzen beitragen, jedoch keine exakten Prognosen für das Verhalten bei zukünftigen Wahlen erlauben, da der ausschlaggebende Faktor bei Nichtwählern zu komplex ist.

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Details

Title
Wählen oder nicht Wählen, das ist hier die Frage!
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Moderne Politische Theorie
Grade
1,0
Author
Christoph Monnard (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V87270
ISBN (eBook)
9783638016872
ISBN (Book)
9783638919128
Language
German
Tags
Wählen Frage Moderne Politische Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Monnard (Author), 2005, Wählen oder nicht Wählen, das ist hier die Frage!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87270
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