Unterrichtsstunde: Evaluating Theatre Performances (Klasse 12, Englisch)


Unterrichtsentwurf, 2004
9 Seiten, Note: 1.5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

Sachanalyse

Didaktische Analyse

Didaktisches Zentrum der Unterrichtsstunde

Lernziele gemäß des Stundenverlaufs

Methodische Überlegungen

Literaturverzeichnis

Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

Das Thema dieser Stunde ist die kritische Auswertung unseres Theaterbesuches[1] anhand der Ergebnisse des kritischen Reviews und die damit verbundene Debatte zur Relevanz des Stückes, bzw. zur allgemeinen Relevanz von Theater/Drama in weiterführenden Schulen. Dieser Exkurs zum Thema Evaluating Theatre Performances ist in die Lektürephase des 3. Kurshalbjahres zu Shakespeares Drama Romeo and Juliet eingebettet und bildet ihren Abschluss. Die vorausgegangene Unterrichtseinheit von 5 Stunden hat sich zunächst mit der Informationsgewinnung zum Thema Shakespearean Theatre Performances[2] und mit der Erarbeitung von Bewertungskriterien für eine Theatervorstellung unter Berücksichtigung der Charakteristika des Shakespearean Theatre befasst. Die Schüler entwickelten in Gruppenarbeit ein Observation Sheet für die Theatervorstellung, das sie nach der Vorstellung ausfüllten. Dieses Observation Sheet wurde zur Grundlage für die Bewertung der Aufführung (im Anhang zu finden). Die Bewusstmachung der Bewertungskriterien erfolgte über die kreative Erstellung einer imaginären Programmheftseite. In der der heutige Stunde vorausgehenden Doppelstunde wurde zunächst das Observation Sheet ausgewertet und dann mit der Arbeit an den Reviews in Gruppenarbeit begonnen. Als Mustervorlage dienten zwei dem Internet entnommene Reviews zu „Romeo und Julia“-Vorstellungen derselben Theatergruppe[3], anhand derer wir einen Überblick über mögliche Inhalte und die Struktur eines Reviews erhielten und einige als verbindlich festlegten. Die heutige Stunde bildet gleichzeitig den Abschluss meiner Unterrichtseinheit und der Kursphase zum Thema „Drama – Romeo and Juliet“. In der der UB- Einheit vorausgegangenen Unterrichtseinheit wurde das Stück Romeo and Juliet gelesen, sowie sprachlich und inhaltlich anhand einiger Schlüsselszenen erarbeitet.

Sachanalyse

Paul Stebbings konventionelle, moderne und, meines Erachtens, schülerorientierte Inszenierung von „Romeo and Juliet“ im Parktheater Bensheim[4], aufgeführt von der „American Drama Group Europe“ in Zusammenarbeit mit TNT Theatre Britain, hat sehr kontroverse Reaktionen ausgelöst. Einerseits haben die Schüler (wie die Kritiker) immer wieder die schauspielerische Qualität und kreative Umsetzung des Stückes betont,[5] andererseits empfanden sie die klamaukhafte Stimmung der Inszenierung,[6] die die Romantik von Shakespeares Stück effekthascherisch zerstörte und damit auch letztlich die Tragik des Dramas herabsetzte, enttäuschend. Auch die Tatsache, dass einige Charaktere in der Aufführung, allen voran die Nurse, die shakespearegemäß von einem Mann gespielt,[7] aber eher wie eine dümmliche „Tunte“ wirkte, total überzeichnet dargestellt waren, trug nicht zur Glaubwürdigkeit des Stückes bei. Paris beispielsweise trug einen Marineanzug, in dem er total lächerlich aussah (und ebenso spielte), eine Geigenspielerin hüpfte breitbeinig und in Unterwäsche gekleidet – für einige Schülerinnen, wie ich erfuhr, sehr befremdlich - über die Bühne, Juliet, in Shakespeares Drama 14-jährig,[8] wurde von einer vielleicht 38-40 jährigen Schauspielerin dargestellt, Romeo von einem schlacksigen Jüngling,[9] der wenig handsome aussah, und in Szene 3, Akt III in Friar Laurence’s Cell schockte eine am Kreuz über dem Altar hängende lebendige Jesusfigur, während Maria und Josef, beide in schrill-bunte Gewändern gehüllt, die Szene „effektvoll“ (aber leider nicht treffend) einrahmten. Das Bühnenbild war trickreich, wandlungsfähig und schlicht gestaltet, die Requisiten eher spärlich, wie auch zur Zeit Shakespeares.[10] Kostüme und Maskenbild entsprachen etwa der Mode der 50er Jahre. Szenenüberleitungen erfolgten mittels der im Text (wie bei Shakespeare) gegebenen hints oder durch Heraustreten neuer Personen aus der Vorderseite des minimalistisch gebauten Bühnenhauses (... they have their exits and their entrances ... (As you like it, Akt II, Szene 7), Vorne der Ausgang, seitlich der Eingang für die Schauspieler). Bühnenbeleuchtung, ebenso wie die von Thomas Johnson für Geige und Klarinette komponierte Musik waren minimalistisch, ganz im Sinne von William Shakespeare. Ebensolches könnte in den 6 kritischen Reviews zum Ausdruck kommen, die der LK in Gruppenarbeit zur heutigen Stunde erarbeitet hat. Zwei bis drei Reviews werden exemplarisch sprachlich wie inhaltlich ausgewertet, d.h. auf ihre Vollständigkeit hin geprüft und die Ergebnisse mittels einer Folie dem Plenum zugängig gemacht. Anhand der zwei gelesenen Muster reviews (siehe Anhang) hatten wir uns auf die inhaltlichen Punkte „Einleitungssatz“, Ort, Zeit, künstlerischer Zugang zum Stück (approach), Herstellung der gewünschten Effekte und Beschreibungen der Hauptdarsteller oder einer Schlüsselszene geeinigt. Sprachlich wird das Vokabular einer Theaterkritik (als Beispiele dienten die zwei Vorlagen) und die allgemeine Ausdrucksfähigkeit geübt, inhaltlich wird eine aufmerksame (auf Kenntnissen des Dramas und der zeitgenössischen wie Shakespearean Aufführungspraxis beruhende) Analyse einiger Aspekte der Aufführung und ihre Bewertung gefordert. In der sich daran anschließenden Debatte[11] beziehen 8 Schüler in verteilten Rollen mündlich Stellung zu dem Antrag (motion) This house believes that this staging of “Romeo and Juliet“ is suitable for young people, ein Diskussionsthema, das für die Schüler nachvollziehbar und griffig genug sein dürfte. Ein Vorsitzender (chairperson) übernimmt die Leitung der Debatte, stellt das Thema vor und führt vor und nach den Vorstellungen der einzelnen Positionen eine Abstimmung durch, um das Meinungsbild des floors (Zuhörer) zu ermitteln. Folgende Positionen werden unterstützt durch palm cards (siehe Anhang) vertreten[12]: die der konservativen (etwas prüden) Mutter, die die Inszenierung aufgrund ihrer Obszönität ablehnt, des progressiven, liberalen Vaters, der die Inszenierung vorbildlich für die kritische Auseinandersetzung der Schüler mit eigenen Erlebnissen findet, die des begeisterten Schülers der Spaßkultur, der das Stück „cool und kreativ“ findet und die des piniblen Strebers, der das ganze „gar nicht witzig“ findet und „schwerwiegende“ Bedenken bei der ganzen Sache hat. Theaterspezifisches, ebenso wie debattenspezifisches Vokabular[13] werden geübt und die Ergebnisse ausgewertet, inhaltlich kommt es auf die schlüssige Argumentation zum Thema an. Die Hausaufgabe[14] beschäftigt sich abschließend mit einer real-life Version zum Thema Star-crossed lovers, die sich in Pakistan abspielt(e) und noch einmal auf dramatische Weise die Aktualität des Shakespearestoffes in einem ethnisch geteilten Land verdeutlicht. Die Hausaufgabe Write a letter to the editor fordert noch einmal mit der kritischen und persönlichen, dieses Mal aber aktuellen Auseinandersetzung mit dem „Romeo und Julia“-Stoff auf.

[...]


[1] Romeo and Juliet -Vorstellung der American Drama Group in cooperation with TNT Theatre Britain im Parktheater Bensheim am 1. Dezember 2004.

[2] Hierfür wurden einige Kapitel (S. 60-90) des Buches Shakespeare, Court, Crowd and Playhouse (London 1997) gelesen, zusammengefasst und besprochen.

[3] Www.adg-europe.com

[4] Die im Anhang befindliche Theaterkritik vom 2.12.04 stammt aus dem „Bergsträßer Anzeiger“.

[5] So ja auch die Theaterkritiker, siehe Fußnote 5.

[6] Meine Meinung entspricht dabei weitgehend der der Schüler.

[7] Siehe dazu Shakespeare – Court, Crowd and Playhouse, S. 74.

[8] Gelesen wurde Herbert Geisens Bearbeitung von Romeo and Juliet (Reclam 1994), mit Anmerkungen und Nachwort versehen.

[9] Hier widersprechen wir alle der beigelegten Theaterkritik.

[10] Siehe dazu Shakespeare – Court, Crowd and Playhouse, S. 68-77.

[11] Siehe dazu skyline – advanced level, Ausgabe A, Schülerheft, S. 131 und Teacher’s Book (Hrsg. Pasch, Pongratz, Selz, etc.; Klett 2003), S. 220-21.

[12] Raabitsordner (aus Unibibliothek Frankfurt), Januar 2004.

[13] Dazu erhielt ich einige Übersichtsblätter von der Kursleiterin.

[14] Artikel aus: TIME, February 23, 1998, S. 45.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Evaluating Theatre Performances (Klasse 12, Englisch)
Veranstaltung
Referendariat Lehramt Gymnasium
Note
1.5
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V87320
ISBN (eBook)
9783638035873
ISBN (Buch)
9783640235957
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Evaluating, Theatre, Performances, Englisch), Referendariat, Lehramt, Gymnasium
Arbeit zitieren
Mechthild Fuchs (Autor), 2004, Unterrichtsstunde: Evaluating Theatre Performances (Klasse 12, Englisch), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87320

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