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Das psychobiographische Pflegemodell nach Erwin Böhm

Title: Das psychobiographische Pflegemodell nach Erwin Böhm

Term Paper , 2005 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom Pflegewirt Martin Hilgert (Author), Rajko Schallhorn (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Ein weiteres unbrauchbares Pflegemodell oder vielleicht das Parademodell?
Als fortgeschrittene, bereits dem sechsten Semester Pflegeleitung angehörende Studenten, haben wir uns gefragt wie viele Pflegemodelle wir uns noch betrachten dürfen, die erst einmal konsumiert, dann fein säuberlich in ihre Einheiten zerlegt und seziert werden, die auf Sinn- oder Unsinnhaftigkeit überprüft werden, die selbst bei Sinnhaftigkeit in den der Vorlesung anhaftenden Diskussionen widerlegt oder diskutiert werden, oder die und das ist noch schlimmer, das Etikett „unbrauchbar, da nicht finanzierbar“ erhalten haben. Warum in aller Welt sollte das Modell Erwin Böhms hier eine Ausnahme darstellen?
Wir müssen zugeben, das unsere Unvoreingenommenheit dieser Materie gegenüber sich in Grenzen hielt und gerade das hat es uns vielleicht letztendlich ermöglicht doch noch zu einem „Aha Erlebnis“ zu gelangen.
Das Modell Erwin Böhms ist alles andere als konventionell. Es beruft sich nämlich darauf kein Modell im herkömmlichen Sinne zu sein, da es alles andere ist als statisch, sondern dynamisch, vital wie der Lebensbaum des Lebens.
Der Autor distanziert sich von der schulmedizinisch geprägten Sozialisation der Pflegeberufe, die bis zu dem heutigen Tag in den Krankenpflegeschulen zu Hause ist und damit auch in den Köpfen der Pflegenden. Böhm ruft in seinem Modell indirekt zur Emanzipation der Pflegeberufe auf, zur Loslösung von somatisch orientierter Behandlungspflege oder starrer ATL - Bedürfnispflege. Er spricht sich für eine ganzheitliche Sichtweise aus, die eine individuelle Biographie des Klienten mit einschließt und in der die ärztliche Diagnose zur Behandlung der Symptome auf ein Minimum reduziert ist, und stattdessen weitgehend der persönlichen Anamnese weicht. Und dennoch erscheint uns der Autor nicht gänzlich unwissenschaftlich, indem er wichtige Meilensteinträger und Pioniere der großen Disziplinen Psychologie Sigmund Freud und Humanwissenschaftler wie der Soziologe Parson oder die Konstruktivisten mit einschließt, die ihn alle zweifelsfrei beeinflusst haben. Mit dem Wissen und der Erfahrungen dieser Disziplinen arbeitet er auch in seinem insgesamt stimmigen Modell. Erwin Böhms Ausführungen im Buch „Verwirrt nicht die Verwirrten“ glänzen durch detailreiche Schilderungen und Metaphern in der jahrzehntelangen pflegerischen Arbeit mit seinen gerontopsychiatrischen Klienten. Die nicht humorlose, offene, kreative bisweilen volkstümliche Sprache und sein großer Antrieb im Aufbau einer innovativen Übergangspflegestrategie contra Verwahrungsanstalt „Altersheim“ lassen Böhm authentisch erscheinen und laden den Leser ein, ihn in seiner Welt der Erfahrungen mit alten Menschen zu begleiten. Die Entwicklung seines dem Pflegemodellzugehörigen sieben stufigen Parameters zur Diagnose, Standortbestimmung, und Behandlungsmöglichkeiten von dekompensierten, dementiellen Erkrankungen ist eine Folge seiner jahrzehntelangen Arbeit und es erscheint uns als logische Reihe in einem „Reife- und Bewusstwerdungsprozeß“. In folgender schriftlicher Ausarbeitung des Referats wollen wir uns dem Thema ebenso schrittweise nähern.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Vorgedanken zum Böhmschen Pflegemodell

2.1 Böhms Auffassung von biologisch/psychologischen Altersphänomenen

2.2 Böhms Ansatz von biopsychosozialer Pflege

2.3 Böhms Ansichten zu Gesundheit und Krankheit

2.4 Forderungen und Erwartungen Böhms an Pflegende

3 Das Böhmische Pflegemodell

3.1 Die persönliche Biographie des Lebens oder der Böhmsche „Lebensbaum“

3.2 Therapeutisch, pflegerische Intervention bei regressiven Verhaltens

4 Das Paradigma der sieben Interaktions-/ Erreichbarkeitsstufen

4.1 Interaktionsstufe 1: Sekundäre Sozialisation

4.2 Interaktionsstufe 2: Mutterwitz

4.3 Erreichbarkeitsstufe 3: Seelische, soziale Grundbedürfnisse

4.4 Erreichbarkeitsstufe 4: Prägungen

4.5 Erreichbarkeitsstufe 5: Höhere Antriebe

4.6 Erreichbarkeitsstufe 6: Intuition

4.7 Erreichbarkeitsstufe 7: Urkommunikation

5 Pflegeimpulse

6 Der Regelkreis pflegewissenschaftlichen Handelns

6.1 Schritt 1: „Das pflegerische Auge“

6.2 Schritt 2: „Problemerhebung“

6.3 Schritt 3: „Fachliches Beobachten und Assoziieren“

6.4 Schritt 4: „Biographie-Erhebung“

6.5 Schritt 5: „Die Interpretation als Hypothesenbildung“

6.6 Schritt 6: „Impulse“

6.7 Schritt 7: „Neuerliches Sehen (Evaluieren)“

7 Die Umsetzungskonzepte des Modells in der Praxis

7.1 Die Böhmsche Pflegestation

7.2 Fort- und Weiterbildungsangebote für Pflegekräfte nach Böhm

7.3 Hindernisse und Probleme bei der Implementierung in die Praxis

8 Fazit und Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das psychobiographische Pflegemodell von Erwin Böhm als alternativen Ansatz zur rein somatisch orientierten Altenpflege, mit dem Ziel, die biografische Ganzheitlichkeit in den Pflegeprozess zu integrieren und pflegerische Handlungsspielräume bei demenziellen Erkrankungen zu erweitern.

  • Kritische Analyse des Pflegemodells von Erwin Böhm
  • Struktur und Dynamik des "Lebensbaums" als biografisches Konzept
  • Die sieben Stufen der psychischen Erreichbarkeit von Klienten
  • Der Regelkreis pflegewissenschaftlichen Handelns
  • Praktische Implementierung und Herausforderungen in der Altenpflege

Auszug aus dem Buch

3.1 Die persönliche Biographie des Lebens oder der Böhmsche „Lebensbaum“

Der Böhmsche Lebensbaum bzw. die persönliche Biographie des Lebens ist eine symbolische Darstellung womit Böhm die Grundlagen eines Pflegemodells anschaulich verdeutlicht. Der Lebensbaum als Sinnbild des Menschen. Der Baum stellt für Menschen die Verkörperung der Heimat dar. Er entspringt aus einer bestimmten Heimaterde und verfügt über Wurzeln, einen Stamm und Äste die sich verzweigen. So wie ein Baum hat auch der Mensch Wurzeln, einen Stamm und zahlreiche Äste, die sich verzweigen. Die Wurzeln sinnbolisieren unsere Herkunft. Sie sind das was uns von Natur aus mitgegeben wurde, was uns das Leben geschenkt hat. Zu den menschlichen Wurzeln sind vor allem zu zählen:

➤ Das Mitgebrachte (genetische ererbtes Material)

➤ Unserer Antrieb

➤ Intuition

➤ Familie und Familienkonstellation

➤ Milieu, Erziehung und der Zeitgeist, (Prägungen)

Diese Wurzeln sind mitverantwortlich, was aus uns Menschen wird. Wir können Sie nicht wegreden oder wegdiskutieren, sie nicht leugnen. Sie gehören zu uns und begleiten uns ein Leben lang. Sie beeinflussen unser tägliches Handeln, Tun und Werden. Sie sind facettenreich, vielfältig und individuell, sie sind Kennzeichen unseres Lebens.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Autoren hinterfragen die Relevanz klassischer Pflegemodelle und führen in Erwin Böhms dynamischen, biografisch orientierten Ansatz ein.

2 Allgemeine Vorgedanken zum Böhmschen Pflegemodell: Hier werden das Verständnis von psychologischen Altersphänomenen und der biopsychosoziale Pflegeansatz beleuchtet.

3 Das Böhmische Pflegemodell: Das Kapitel erläutert das symbolische Konzept des "Lebensbaums" und therapeutische Interventionen bei regressivem Verhalten.

4 Das Paradigma der sieben Interaktions-/ Erreichbarkeitsstufen: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den sieben Stufen der Erreichbarkeit, die von der Sozialisation bis zur Urkommunikation reichen.

5 Pflegeimpulse: Der Begriff der Pflegeimpulse wird als rehabilitatives Instrument zur Reaktivierung alter Menschen definiert und differenziert.

6 Der Regelkreis pflegewissenschaftlichen Handelns: Die Autoren führen durch die sieben Schritte der pflegerischen Praxis, vom "pflegerischen Auge" bis zur Evaluation.

7 Die Umsetzungskonzepte des Modells in der Praxis: Dieser Teil betrachtet die Realisierung von "Böhm-Stationen", Fortbildungsangebote und bestehende Implementierungshindernisse.

8 Fazit und Stellungnahme: Die Autoren ziehen ein Resümee über die Logik und die Komplexität des Modells sowie dessen Anwendungsmöglichkeiten im Alltag.

Schlüsselwörter

Psychobiographisches Pflegemodell, Erwin Böhm, Altenpflege, Demenz, Lebensbaum, Biographie, Interaktionsstufen, Pflegeimpulse, Regelkreis, Ganzheitlichkeit, Resozialisierung, Regression, Lebensbewältigung, Pflegewissenschaft, Praxisumsetzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem psychobiographischen Pflegemodell von Erwin Böhm und dessen Anwendung in der stationären Altenpflege bei dementiell erkrankten Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die biografische Verankerung der Pflege, das Paradigma der Erreichbarkeitsstufen, der Regelkreis des pflegewissenschaftlichen Handelns sowie die praktische Implementierung des Modells.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Darstellung und kritische Reflexion des Modells als ganzheitlicher Weg, um alte Menschen in ihrem individuellen So-Sein zu erfassen und die pflegerische Qualität zu steigern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet das Modell?

Böhm integriert psychologische und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse (wie etwa die der Konstruktivisten) in einen zyklischen Pflegeprozess, der den Fokus von somatischer Pflege auf seelische Aktivierung verschiebt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des "Lebensbaums", die sieben Stufen der Erreichbarkeit, das Konzept der Pflegeimpulse und den Prozess des pflegewissenschaftlichen Handelns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Psychobiographisches Modell, Pflegeimpulse, Biographie-Erhebung, Interaktionsstufen, Demenz, Ganzheitlichkeit und Regressionsprozesse.

Was zeichnet die von Böhm vorgeschlagene "Böhm Station" besonders aus?

Eine Böhm-Station zeichnet sich durch eine gezielte räumliche Ausstattung aus, die sich am Langzeitgedächtnis der Bewohner (z.B. Look der 30er/40er Jahre) orientiert, um biografische Ressourcen zu aktivieren.

Warum betont Böhm die Wichtigkeit der "eigenen Seele" des Pflegenden?

Für Böhm ist die intensive Beschäftigung mit der eigenen Biografie und den eigenen Pflegemotiven die Voraussetzung, um professionelle Distanz zu wahren und den Klienten nicht durch "Bemutterung" zu bevormunden.

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Details

Title
Das psychobiographische Pflegemodell nach Erwin Böhm
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen  (Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen)
Grade
1,7
Authors
Diplom Pflegewirt Martin Hilgert (Author), Rajko Schallhorn (Author)
Publication Year
2005
Pages
32
Catalog Number
V87447
ISBN (eBook)
9783638031530
Language
German
Tags
Pflegemodell Erwin Böhm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Pflegewirt Martin Hilgert (Author), Rajko Schallhorn (Author), 2005, Das psychobiographische Pflegemodell nach Erwin Böhm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87447
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