Der Machtbegriff nach Michel Foucault und das Problem Doping


Hausarbeit, 2007

11 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung
2.1. Der Machtbegriff nach Foucault
2.2. Die Körpermacht
2.3. Was ist Doping ?
2.4. Körpertechnologisierung
2.5. Macht und Technologie im Sport

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nur mit einem gesunden sportlichen Ehrgeiz kann man auf Dauer Höchstleistungen erzielen. Der sportliche Eifer kann jedoch auch übertrieben werden und in Fanatismus überschlagen. Wenn nur noch ein Sieg zählt, wird schnell die Vernunft ausgeschaltet und stattdessen treten gefährliche Eigenschaften wie Maßlosigkeit und Rücksichtslosigkeit ein. Der Missbrauch von Medikamenten liegt in diesem Stadium leider oft Nahe. Und so steigt auch die Gefahr, seinem eigenen Körper große Schäden zuzufügen. Die Menschheit hat mit der Zeit gelernt, dass sie die Umwelt schützen muss. Genauso rücksichtsvoll muss man aber auch mit seinem eigenen Körper umgehen.

Im engen Zusammenhang mit Doping stehen die Begriffe und Phrasen wie Körper, Freiheit des Körpers, Körpertechnologisierung oder Recht des Körpers, aber vor allem der Begriff der Körpermacht. Dieser sehr weit gefasste Begriff wurde sehr stark durch Michel Foucault geprägt. In dieser Arbeit wird es deshalb zunächst vor allem um die Klärung des allgemeinen- abstrakten Machtbegriffs Foucaults gehen. Im Folgenden wird versucht zu klären inwieweit der Machtbegriff mit dem Körper in Verbindung steht. Dieser Zusammenhang wird am Beispiel des Dopings versucht deutlich zu machen. Dabei beziehe ich mich vor allem auf das Buch „Körperutopien. Eine philosophische Anthropologie des Sports“ von Volker Caysa.

2. Begriffsklärung

2.1. Der Machtbegriff nach Foucault

Aus einem Lexikon kann entnommen werden, dass allgemein unter Macht die Fähigkeit von Individuen bezeichnet wird, das Verhalten und Denken von anderen Individuen in ihrem Sinne zu bestimmen. Es handelt sich um einen grundlegenden sozialen Aspekt, welcher in praktisch allen Formen des menschlichen Zusammenlebens eine Rolle spielt.[1]

Michel Foucault betont bei der Darstellung seiner Machtvorstellung immer wieder, dass es sich nicht um eine Art Institution oder ein Herrschaftssystem handelt, wie der Begriff in der heutigen Gesellschaft oftmals verstanden wird. Damit definiert er auch ein erstes große Merkmal von „Macht“: Sie ist nicht in einem Staatsapparat oder anderswo lokalisiert. Das heißt, dass die Macht nicht an eine bestimmte Institution gebunden ist. Denn eine Gesellschaft bzw. gesellschaftliche Verhältnisse können sich nicht verändern, solange sich die Machtmechanismen außerhalb des Staatsapparats nicht verändern.[2]

Als Voraussetzung für den allgemein- abstrakten Machtbegriff müssen für Foucault Kräfteverhältnisse vorherrschen, die sich in ihrer Vielfältigkeit begründen und natürlich auch in Institutionen zu finden sind. Die Kräfte bilden die Bedingung für die Existenz von Macht. Diese Kräfteverhältnisse werden durch Auseinandersetzungen, die wieder nicht mit herrschaftlichen Kämpfen in Verbindung gebracht werden dürfen, verstärkt bzw. verändert und bewirkt, dass sie sich zusammenschließen. Die Macht nimmt die Position des Verknüpfungsglieds der Verhältnisse ein.[3] Die Macht erwächst aber vor allem aus den ungleichen Beziehungen zwischen den Verhältnissen der Instanzen, wie zum Beispiel zwischen Herrscher und Beherrschtem, und ist auch mit anderen Prozessen, zum Beispiel ökonomischen oder sexuellen, verbunden.[4]

Die Kräfteverhältnisse finden sich in allen Bereichen des Lebens und der Gesellschaft. Demnach schließt Foucault daraus, dass auch die Macht in allen Bereichen zu finden ist. So kommt er zu dem zweiten großen Merkmal der Macht: Sie ist allgegenwärtig.[5] Machtbeziehungen sind multipel, sie entstehen und wirken überall, überall dort, wo es Gesellschaft gibt. Diese Allgegenwart wird durch ihre Beständigkeit, Wiederholung und Selbsterzeugung bestimmt.

Macht ist, wie schon dargestellt, eine sehr komplexe strategische Situation, die in der Gesellschaft existiert. Diese ergibt sich vor allem aus der Bildung eines „Willen zur Macht“, welcher sich aus den Willen zur Macht der, in der Gesellschaft, handelnden Subjekte ergibt.[6] Foucault orientiert sich hier Friedrich Nietzsche. Er geht davon aus, dass das Ziel alles Handelns und Wollens das Leben, die Lebenssteigerung ist. Dadurch wird der Lebenswille zum „Wille zur Macht“ wird. Die Macht gilt als höchster Wert, an dem alle anderen gemessen werden.[7] Foucault ergänzt ihn, indem er alle Handlungen des Menschen als Macht bezeichnet, sobald sich ein Wille zur Macht herausgebildet hat.[8]

Da Macht einem Kreislauf von Kräfteverhältnissen unterliegt und sich auch verschiedene Mächte, die zu anfangs noch nicht abzusehen waren, durch das Versagen anderer Mächte entwickeln können, kommt Foucault zu der Erkenntnis, dass Mächte keinen Grund brauchen, um sich zu entwickeln, sondern sie bringen selbst das „Wozu“ hervor.[9]

[...]


[1] Lexikon 1958, zweier Band, S. 14

[2] Caysa 2003, S. 128

[3] Ebd. 2003, S. 124

[4] Ebd. 2003, S. 129

[5] Ebd. 2003, S. 124

[6] Caysa 2003, S. 124

[7] Eisler Digitales Lexikon

[8] Caysa 2003, S. 125

[9] Ebd. 2003, S. 125

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Machtbegriff nach Michel Foucault und das Problem Doping
Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V88124
ISBN (eBook)
9783638019057
ISBN (Buch)
9783638925945
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Machtbegriff, Michel, Foucault, Problem, Doping
Arbeit zitieren
Anja Thonig (Autor), 2007, Der Machtbegriff nach Michel Foucault und das Problem Doping, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88124

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