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Heinrich Wittenwilers "Der Ring" - Der Prolog als Schlüssel zum Werk

Titre: Heinrich Wittenwilers "Der  Ring" - Der Prolog als Schlüssel zum Werk

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 17 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Katrin Eberle (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Kaum ein Werk mittelalterlicher Dichtung hat so viele Fragen aufgeworfen wie „Der Ring“, der wahrscheinlich Anfang des 15. Jahrhunderts vom Konstanzer Advokaten Heinrich Wittenwiler verfasst wurde. Besonders der Prolog, der eine Sonderstellung im Werk einnimmt und wahrscheinlich erst nach Fertigstellung des Ringes hinzugefügt wurde, ruft immer wieder neue Spekulationen hervor und ist grundlegend wichtig für das Verständnis des Werkes. Im Blickpunkt der Forschung stehen die Farblinien, die im Prolog erläutert werden. Die roten Farblinien sollen den Ernst verdeutlichen, während die grün gekennzeichneten Stellen das „törperleben“, also den „Unsinn“ darstellen sollen, sie dienen der Auflockerung und der Spannung. Betrachtet man die Linien im Werk jedoch genauer, scheint es, scheint es als ob rot und grün willkürlich gewählt sind. Diese und andere Diskrepanzen, also Hinweise die im Prolog gegeben werden, und sich im Werk selbst nicht erfüllen beziehungsweise in ganz anderer Art und Weise in Erscheinung treten als erwartet, will ich in meiner Seminararbeit erörtern. Zuerst werde ich auf den Aufbau des Prologs analysieren und ob er dem Bild der damals üblichen Prologe entspricht, anschließend werde ich die einzelnen Aussagen des Prologs und deren Verifizierung im Gesamtwerk genauer beschreiben . Besonders im Blick stehen dabei das Turnier (V. 180-1281), die Minnewerbung (V. 1282-2622), das Hochzeitsfest (V. 5533-6455) und der anschließende Krieg (V. 6456-9652). Sämtliche angegebene Verse beziehen sich auf Heinrich Wittenwilers Ring der Meininger Handschrift von Horst Brunner nach der Edition von Wiesner übersetzt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Entwicklung der Fragestellung und Vorgehensweise

2. Aufbau des Prologs

3. Der Prolog als Schlüssel zum Werk

4. Abschließende Anmerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Prologs in Heinrich Wittenwilers Werk "Der Ring" und analysiert, inwiefern dieser als didaktischer Schlüssel zum Verständnis des gesamten Werkes dient, obwohl Diskrepanzen zwischen den Ankündigungen im Prolog und dem tatsächlichen Handlungsverlauf bestehen.

  • Analyse der mittelalterlichen Prologstruktur und deren Anwendung durch Wittenwiler.
  • Untersuchung der didaktischen Konzeption des Lehrwerks (Prodesse et delectare).
  • Deutung der Farblinien im Prolog als Lesehilfe und deren Umsetzung im Text.
  • Reflektion über die Diskrepanz zwischen höfischer Lehrabsicht und der dargestellten rohen Realität.

Auszug aus dem Buch

3. Der Prolog als Schlüssel zum Werk

Nachfolgend werde ich auf die einzelnen Sequenzen des Prologs eingehen und darauf, ob sie sich im Gesamtwerk erfüllen oder nicht. Der Prolog setzt wie erwähnt mit der Widmung ein, und da der Verfasser Gott und Maria von den Menschen getrennt nennt, kann man darauf schließen, dass die göttlich geistliche Sphäre und die menschlich weltliche Sphäre für ihn nicht auf gleicher Stufe stehen. Für diesen sehr gläubigen Menschen steht die Göttlichkeit weit vor dem Menschen, denn er widmet sein gesamtes Werk Gott. Im 14. und 15. Jahrhundert war ein gestiegenes Interesse an lebensweltlichen Problemen üblich, jedoch hatte die christliche Dogmatik und Glaubenslehre absoluten Vorrang. Diese Ansicht wird auch im Werk erfüllt: Zwar will der Verfasser die menschlichen lebensweltlichen Probleme im Diesseits selbstverständlich nicht außer acht lassen, er stellt aber klar, dass das Verhalten im Diesseits immer Auswirkungen auf das Leben nach dem Tod und auf die Verurteilung durch das Jüngste Gericht hat.

Wiss, daz du von ertreich pist, Ze ertreich wirst in chlainer frist! Der umbso acht pei gsunthait, Daz du ze sterben seist berait! Won nichtz ist gwisser todes schlund, Nichtz ungewisser seiner stund. (V. 4166-4171)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entwicklung der Fragestellung und Vorgehensweise: Dieses Kapitel führt in die Thematik von Wittenwilers "Ring" ein, erläutert die Besonderheit des Prologs und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Farblinien und der Diskrepanzen zwischen Prolog und Werk dar.

2. Aufbau des Prologs: Hier wird die klassische Zweiteilung mittelalterlicher Prologe (Prooemium und Prologus ante rem) erläutert und auf den spezifischen Aufbau des Ring-Prologes sowie dessen didaktische Sequenzen angewendet.

3. Der Prolog als Schlüssel zum Werk: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Lehren des Werkes und zeigt auf, wie der Prolog als Rahmen für die "welte lauff" dient und warum die tatsächliche Umsetzung im Werk oft bewusst abschreckend wirkt.

4. Abschließende Anmerkungen: Die Autorin resümiert, dass Wittenwiler das Werk bewusst als "umgekehrtes" Lehrbuch konzipiert hat, um durch Schreckensbilder die Rezipienten zu Tugend und vernünftigem Verhalten zu bewegen.

Schlüsselwörter

Heinrich Wittenwiler, Der Ring, Prolog, Didaktik, Mittelalter, Farblinien, Prodesse et delectare, Lehrbuch, Literaturanalyse, welte lauff, Rezeptionsweise, Bauerndichtung, Moral, Ethik, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Prolog von Heinrich Wittenwilers "Ring" als zentralen Schlüssel zum Verständnis des gesamten Werkes und analysiert dessen didaktische Absichten im Kontext des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die didaktische Struktur des Lehrbuchs, die Bedeutung der im Prolog erwähnten Farblinien und die Diskrepanz zwischen höfischer Ankündigung und der rohen Darstellung im Hauptteil.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wittenwiler durch die bewusste Differenz zwischen Prolog-Ankündigung und Handlungsverlauf ein pädagogisches Ziel verfolgt, um die Leser zum richtigen Verhalten zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Textes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur, um die Funktion der Prologsequenzen im Verhältnis zum Gesamttext zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die einzelnen Sequenzen des Prologs und gleicht diese mit Ereignissen im Werk ab, wie etwa den Werbeversuchen Bertschis, dem Hochzeitsfest und dem darauffolgenden Krieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem "Der Ring", didaktisches Lehrwerk, Prolog, Farblinien, Mittelalterliche Literatur und Moral.

Warum betont Wittenwiler die Bedeutung von Lesen und Schreiben?

Der Autor adressiert damit seine illiteraten Zuhörer, um die Wichtigkeit der Bildung hervorzuheben und gleichzeitig die auditive Vermittlung seines Werkes zu legitimieren.

Welche Bedeutung hat das Symbol des "Rings" in der Arbeit?

Der Begriff "Ring" steht einerseits für den "welte lauff" (den Kreislauf des Lebens) und andererseits für das konkrete Schmuckstück, das als Symbol für die Wertlosigkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen im Werk dient.

Stellt Wittenwiler ein "herkömmliches" Lehrbuch dar?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Wittenwiler "das Pferd von hinten aufzäumt", indem er durch absichtlich negative Beispiele und Horrorszenarien belehrt, statt einfache Anweisungen zu geben.

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Résumé des informations

Titre
Heinrich Wittenwilers "Der Ring" - Der Prolog als Schlüssel zum Werk
Université
LMU Munich  (Institut für Deutsche Philologie)
Note
1,7
Auteur
Katrin Eberle (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
17
N° de catalogue
V88270
ISBN (ebook)
9783638029551
ISBN (Livre)
9783638928007
Langue
allemand
mots-clé
Heinrich Wittenwilers Ring Prolog Schlüssel Werk
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Citation du texte
Katrin Eberle (Auteur), 2007, Heinrich Wittenwilers "Der Ring" - Der Prolog als Schlüssel zum Werk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88270
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Extrait de  17  pages
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