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Lorcas "Poeta en Nueva York"

Surrealistische Verfremdung oder Sprachrohr der Entfremdung?

Título: Lorcas "Poeta en Nueva York"

Trabajo , 2006 , 13 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Bradley (Autor)

Romanística - Estudios españoles
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Lorcas New Yorker Dichtung wurde in der Vergangenheit gemeinhin als typisch surrealistische Dichtung betrachtet. Diese Arbeit möchte der These nachgehen, dass der Gedichtszyklus Poeta en Nueva York zwar surrealistische Merkmale aufweist, aber darüber hinaus nicht mit dem Surrealismus in Verbindung gebracht werden kann.
Dazu zeichnet Kapitel 1 die Entwicklung der spanischen Literatur aus dem Traditionalismus in die Avantgardebewegung nach. Ein besonderes Augenmerk gilt in 1.2 dem Surrealismus.
Gerade aufgrund der surrealistischen Tendenzen in Poeta en Nueva York ist es wichtig Lorcas eigene Stilsuche zu betrachten (Kapitel 3), um aufzuzeigen, dass die Merkmale seiner Dichtung, die vielfach dafür verantwortlich sind sie unter den Surrealismus zu subsumieren, zwar Ähnlichkeiten aufweisen, doch generell unter einem anderen Gesichtspunkt zu analysieren sind.
In Kapitel 4 wird ein Interpretationsansatz der Lyrik Lorcas vorgestellt. 4.1 gibt eine kurze Auslegung des Gedichtes Poema doble del lago Eden und in 4.2 erfolgt eine Analyse des Gedichtes in Hinsicht auf die Fragestellung, ob der Gedichtsband aus New York dem Surrealismus zuzurechnen ist.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind die literarischen Entwicklungen in Europa so vielgestaltig, dass eine Einteilung in Epochen kaum mehr sinnvoll erscheint. In Spanien erwächst aus diesem Nebeneinander der literarischen Prozesse der Generationsbegriff, mit dem eine Zuordnung der Autoren zu literarischen Strömungen zugunsten der Bündelung auf einen Zeitpunkt fallen gelassen wird.
Die Darstellung einer kohärenten Entwicklung der spanischen Literatur hin zur Öffnung für die zeitgenössischen europäischen Tendenzen der Avantgarde erscheint als Befreiungsversuch aus dem historischen Korsett Spaniens. Jahrhunderte lang herrscht über das spanische Leben und Denken ein rigider Katholizismus, der erst durch eine intensive Beschäftigung mit dem so genannten „Spanienproblem“ auf verschiedenen Ebenen durchbrochen wird. Eine spanische Nationalphilologie entsteht als Aufwertungsprozess für das spanische Nationalbewusstsein. Der Philosoph Sanz del Río (1814 – 1869) wird beauftragt in Deutschland nach einem für Spanien tauglichen philosophischen System zu suchen. Das von ihm gefundene idealistische Fortschrittskonzept des deutschen Philosophen Christian Friedrich Krause trägt unter Betonung der geistigen Freiheit des Individuums und pädagogischer Bestrebungen dazu bei das spanische Denken zu liberalisieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ein neues Feld – Die Befreiung der Seele

2.1 Von der katholischen Dominanz zur literarischen Diversifizierung geistiger Freiheit

2.2 Exkurs: Der Surrealismus

3 Lorca: Eine Frage des Stils

4 Poeta en Nueva York

4.1 Poema doble del lago Eden

4.2 Surrealistische Verfremdung oder Sprachrohr der Entfremdung?

4.2.1 Die kühne Metapher und der feurige duende

4.2.2 Surrealistische Fragmentation und Verfremdung

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Federico García Lorcas Gedichtszyklus Poeta en Nueva York tatsächlich als rein surrealistisches Werk klassifiziert werden kann, oder ob die darin enthaltenen surrealistischen Merkmale lediglich Ausdruck einer eigenständigen künstlerischen Auseinandersetzung mit Entfremdung und Identität sind.

  • Die historische Entwicklung der spanischen Literatur zur Avantgarde
  • Die theoretische Einordnung und Merkmale des Surrealismus
  • Die Analyse von Lorcas speziellem poetischen Stil und Weltanschauung
  • Die Interpretation des Poema doble del lago Eden
  • Die kritische Reflexion des Begriffs der Verfremdung in Lorcas New Yorker Dichtung

Auszug aus dem Buch

4.1 Poema doble del lago Eden

Das Doppelgedicht vom Lake Eden ist durchsetzt mit Anspielungen auf Kindheitserinnerungen, ältere Gedichte Lorcas und auf christliches Material. Es besteht aus elf ungereimten, unterschiedlich langen Strophen ohne feste Vers- oder Silbenzahl. Von Koppenfels´ Analyse bringt das Gedicht mit dem Psalm de profundis in Verbindung. In jenem wie in diesem finde sich eine antiphonale Struktur, die in Zusammenwirkung mit ihrem eigenen Kanon um Sprache und um Autorisierung der eigenen Rede bittet. Der Kanon des Psalms wiederholt lediglich die erste Strophe, setzt sie aber in die Vergangenheit. Durch diesen Zeitsprung verändert sich der Standpunkt des Sprechers: das damals gegenwärtige Problem wird von einer zeitlich distanzierten Warte aus nochmals dargestellt, in der es bereits überwunden ist. Die gleiche Zeitstruktur findet sich antiproportional im Poema doble del lago Eden. In der ersten Strophe setzt der Sprecher in der Vergangenheit ein, um dann in der zweiten von einer Stimme aus einer älteren Vergangenheit eingeholt zu werden, die das Geschehen jedoch ins Präsens hebt. Im Psalm berichtet die gegenwärtige Stimme über ihre Vergangenheit. Im Doppelgedicht vom Lake Eden erzählt die vergangene Stimme über ihre Gegenwart. Es stellt sich daher die Frage, welche Stimme in Lorcas Gedicht eigentlich um Autorisierung bittet; welche Stimme ist die des Erlösten, welche die des Unerlösten?

Im Gespräch mit der uralten Stimme scheint der gegenwärtige Sprecher die Position des Unerlösten einzunehmen: Man bekommt den Eindruck vermittelt, dass der Sprecher sich in seiner Gegenwart gefangen (Pero no quiero mundo ni sueño [...] / quiero mi libertad) und scheiternd (mientras mis ojos se quiebran en el viento / con el aluminio y las voces de los borrachos) fühlt. Er befindet sich in einer problematischen Lage und wird von der uralten Stimme aus einer „besseren“ – oder zumindest einfacheren und liebevolleren – Vergangenheit (y el césped no conocía la impasible dentadura del caballo) heimgesucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Forschungsfrage, ob Lorcas New Yorker Dichtung als surrealistisch einzustufen ist, und erläutert den Aufbau der Arbeit.

2 Ein neues Feld – Die Befreiung der Seele: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Kontext der spanischen Literatur und die theoretischen Grundlagen des Surrealismus als Avantgardebewegung.

3 Lorca: Eine Frage des Stils: Es wird Lorcas individuelle Stilsuche untersucht, die sich durch eine Rückbesinnung auf traditionelle Elemente bei gleichzeitiger Modernisierung auszeichnet.

4 Poeta en Nueva York: Dieses Hauptkapitel analysiert das Gedicht Poema doble del lago Eden und diskutiert, ob surrealistische Techniken bei Lorca als genuine Verfremdung oder als Mittel zur Bewältigung von Entfremdung dienen.

5 Schluss: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass Lorca zwar surrealistische Elemente nutzt, sein Ansatz jedoch eine distinkte, empathische Positionierung in der Welt darstellt.

Schlüsselwörter

Federico García Lorca, Poeta en Nueva York, Surrealismus, spanische Literatur, Lyrik, Verfremdung, Entfremdung, Avantgarde, Poema doble del lago Eden, duende, Identität, Generation 27, literarische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Gedichtszyklus Poeta en Nueva York von Federico García Lorca im Hinblick auf seine stilistische Zuordnung zum Surrealismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die spanische Literaturgeschichte, die Ästhetik des Surrealismus sowie Lorcas spezifische poetische Auseinandersetzung mit menschlicher Entfremdung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob die surrealistischen Merkmale in Lorcas Werk ihn als Surrealisten definieren oder ob sie eine eigenständige, nicht-surrealistische Ausdrucksform von Entfremdung darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die biographische Kontexte, motivgeschichtliche Vergleiche und die Interpretation spezifischer Gedichttexte umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird Lorcas stilistische Entwicklung, die Rolle des duende-Konzepts sowie eine detaillierte Textanalyse des Poema doble del lago Eden vorgenommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Surrealismus, Verfremdung, Entfremdung, Lorcas Poetik und die avantgardistische Bewegung in Spanien.

Was bedeutet das Konzept des "duende" in diesem Kontext?

Lorca definiert duende als eine archaische Urkraft, die nicht rational steuerbar ist und aus einer tiefen, existenziellen Verwundung oder Todesnähe entspringt, im Gegensatz zur bewussten surrealistischen Technik.

Wie bewertet der Autor die Beziehung zwischen Lorca und dem Surrealismus?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass man Lorcas Dichtung nicht einfach unter den Begriff "Surrealismus" subsumieren kann, da sein Anspruch eher empathisch-darstellend als revolutionär-aufklärerisch ist.

Warum spielt das Gedicht "Poema doble del lago Eden" eine Schlüsselrolle?

Es dient als Fallbeispiel, an dem die komplexe Zeitstruktur und die autobiographisch geprägte Thematik von Entfremdung und Identitätssuche exemplarisch analysiert werden können.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Lorcas "Poeta en Nueva York"
Subtítulo
Surrealistische Verfremdung oder Sprachrohr der Entfremdung?
Universidad
University of Wuppertal
Curso
Federico García Lorca - Der Dichter als Mythos
Calificación
1,0
Autor
Michael Bradley (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
13
No. de catálogo
V88621
ISBN (Ebook)
9783638028530
ISBN (Libro)
9783638927741
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lorcas Poeta Nueva York Federico García Lorca Dichter Mythos
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Bradley (Autor), 2006, Lorcas "Poeta en Nueva York", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88621
Leer eBook
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