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Ein Werk- und Figurenvergleich: Lanzelet - Lancelot

Title: Ein Werk- und Figurenvergleich: Lanzelet - Lancelot

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Andrea Böhle (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Der Lanzelet des Ulrichs von Zatzikhoven musste eine lange Zeit ein literarisches Schattendasein fristen, da die Altgermanistik ihn für einen zwar frühen, aber eindeutig trivialen Roman unter den Artusdichtungen hielt.

Den größeren Stellenwert nimmt allerdings bis heute das Werk über seinen berühmten Namensvetter Lancelot, welches aus der Feder Chrétiens de Troyes stammt, ein.
Das Kernmotiv dieses Werks beinhaltet die Ehebruchsliebe zwischen dem Ritter Lancelot und der Artuskönigin und steht mit dieser Thematik nahezu einmalig – von Tristan und Isolde einmal abgesehen – unter den Artusepen da.

Diese Ausarbeitung hat sich beider Werke angenommen und versucht an fünf markanten Punkten einen Vergleich zu schaffen bzw. Unterschiede aufzuzeigen.

Da das Hauptaugenmerk auf dem bisher weniger beachteten und geschätzten Werk liegt, erfolgt zunächst eine kurze Vorstellung über den Autor Ulrich von Zatzikhoven und die mögliche Vorlage des Lanzelet. Dies ist als knappe Einführung in die Thematik zu verstehen.

Hierauf folgt der erste Vergleich zwischen den jeweiligen Werkstrukturen. Anschließend wird die Anonymität der Protagonisten Lanzelet bzw. Lancelot diskutiert.
Im nächsten Punkt wird die unterschiedliche Funktion als Artusritter und ihre Darstellung thematisiert. Darauf folgt die Gegenüberstellung des Verhältnisses der beiden Helden zu den jeweiligen Königinnen. Der letzte Punkt schließt dann mit Aufbau und Verlauf beider Befreiungsepisoden ab.
Die Arbeit wird abgeschlossen mit einer kurzen Zusammenfassung der Einzelanalysen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Autor Ulrich von Zatzikhoven

3. Die Vorlage des Lanzelet

4. Der Aufbau des Lanzelet in Gegenüberstellung zum Lancelot

5. Die Funktion der Anonymität im Lanzelet

6. Die Funktion der Anonymität im Lancelot

7. Der Aufbau der Ritterfigur im Lanzelet

8. Der Aufbau der Ritterfigur im Lancelot

9. Das Verhältnis zur Königin und den Frauen im Lanzelet

10. Das Verhältnis zur Königin im Lancelot

11. Die Rettung der Königin im Lanzelet

12. Die Rettung der Königin im Lancelot

13. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend die beiden Artusromane "Lanzelet" von Ulrich von Zatzikhoven und den "Lancelot" von Chrétien de Troyes. Ziel ist es, die strukturellen Unterschiede, die Funktion der Anonymität sowie die unterschiedliche Konzeption der Heldenbiographien und deren Verhältnis zur Königin und zum Artushof herauszuarbeiten.

  • Strukturelle Gegenüberstellung der beiden Versepen
  • Analyse der Funktion von Anonymität und Identitätsfindung
  • Vergleich der ritterlichen Ausbildung und Karriereentwicklung
  • Untersuchung der Motive Ehebruchsliebe vs. ritterliches Ideal
  • Darstellung der Befreiungsepisoden als Gradmesser für den Heldenstatus

Auszug aus dem Buch

7. Der Aufbau der Ritterfigur im Lanzelet

Im Reich der Meerfee erlernt Lanzelet von den 10.000 höfisch gebildeten Jungfrauen das angemessene Verhalten in höfischer Gesellschaft, die richtige Konversation mit Damen sowie den Umgang mit Stimme und Musikinstrumenten. Für seine Kampfausbildung sorgen eigens von der merminne herbeigerufene merwunder, welche ihm alle Formen der Jagd sowie das Training seiner physischen Kräfte beibringen. Diese Lehrzeit bereitet Lanzelet auf ein galantes, adliges Leben vor, aber seine Ausbildung hat einen kleinen Haken:

er was an allen enden / wîs unde manhaft,

wan daz er umbe ritterschaft / enwiste weder ditz noch daz.

wan er ûf ros nie gesaz: / harnasch er niht bekande. (V. 294ff.)

Der Bezug zum jungen Parzival liegt hier auf der Hand, allerdings benötigt Lanzelet einen viel kürzeren Zeitraum für die Entwicklung zum vollständigen Ritter. So braucht sein „Lehrmeister“ Johfrit de Liez ihm nur kurz zu erläutern, wie man die Zügel fachgerecht hält und fehlerfrei im Sattel sitzt, und augenblicklich beherrscht Lanzelet das Reiten so perfekt, dass man meinen könnte, dass er ê gerne unrehte füere (V. 594). Und so verhält es sich auch mit dem Erlernen der ritterlichen Kampfkunst: Lanzelet beobachtet drei Tage lang das kämpferische Treiben der Ritter auf dem von Johfrit ausgerichteten Turnier. Am vierten Tage kämpft er aktiv mit und siehe da, er geht als glorreicher Sieger aus allen Kämpfen hervor. Dementsprechend muss Lanzelet ein außergewöhnlich begabter Autodidakt auf dem Pferd sein, was an dieser Stelle nicht zuletzt seine Vorbestimmung zum idealen und perfekten Ritter verdeutlicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die frühere fachliche Geringschätzung des Lanzelet und begründet die Notwendigkeit einer vergleichenden Analyse mit dem berühmteren Lancelot-Stoff.

2. Der Autor Ulrich von Zatzikhoven: Dieses Kapitel erörtert die unsichere Identität des Autors und die schwierige Einordnung seiner gesellschaftlichen Herkunft im Kontext historischer Urkunden.

3. Die Vorlage des Lanzelet: Es wird untersucht, ob Ulrich von Zatzikhoven tatsächlich auf eine französische Vorlage zurückgriff oder ein Werk aus einem deutschsprachigen Kulturraum verarbeitete.

4. Der Aufbau des Lanzelet in Gegenüberstellung zum Lancelot: Der Text kontrastiert die epische Struktur beider Werke, insbesondere die lineare Biographie Lanzelets gegenüber dem zyklischen Artusroman-Schema.

5. Die Funktion der Anonymität im Lanzelet: Die Anonymität wird hier als wesentlicher Antrieb für den Helden definiert, der sich Identität und ritterliche Anerkennung erst durch Aventiure erarbeiten muss.

6. Die Funktion der Anonymität im Lancelot: Im Gegensatz zum Lanzelet dient die Anonymität hier primär der Verrätselung des Geschehens und steht im Kontext der Ehebruchsbeziehung.

7. Der Aufbau der Ritterfigur im Lanzelet: Die Ausbildung des Helden wird als Prozess eines begabten Autodidakten beschrieben, der ohne die typische arthurische Existenzkrise zum idealen Ritter reift.

8. Der Aufbau der Ritterfigur im Lancelot: Lancelot wird als bereits ausgereifter Ritter eingeführt, dessen Charakterisierung maßgeblich durch Schandkarren-Episode und das Motiv der Liebe geprägt ist.

9. Das Verhältnis zur Königin und den Frauen im Lanzelet: Die Rolle der Frauen im Lanzelet wird als Stufenleiter zur gesellschaftlichen Position und als Beweis für die ritterliche Idealität analysiert.

10. Das Verhältnis zur Königin im Lancelot: Dieses Kapitel behandelt die Ehebruchsliebe als zentrales, handlungsmotivierendes Element, das den Helden gleichzeitig lähmt und zu Heldentaten anspornt.

11. Die Rettung der Königin im Lanzelet: Die Befreiung der Königin wird als pragmatische Gemeinschaftstat des Hofes und Beweis für Lanzelets herrschaftliche Führungsqualitäten gedeutet.

12. Die Rettung der Königin im Lancelot: Die Rettung wird hier als politisches und zugleich emotionales Dilemma dargestellt, bei dem der Held stellvertretend für den Artushof agiert.

13. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden gebündelt, wobei die wesentlichen Unterschiede in Werkstruktur, Frauenbild und Motivation der beiden Protagonisten hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Lanzelet, Lancelot, Ulrich von Zatzikhoven, Chrétien de Troyes, Artusepik, Ritterroman, Anonymität, Aventiure, Guenievre, Iblis, höfische Minne, Literaturvergleich, Identitätsfindung, Artushof, Mittelalterliche Literatur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht das Werk "Lanzelet" von Ulrich von Zatzikhoven mit dem klassischen Lancelot-Epos von Chrétien de Troyes, um die strukturellen und inhaltlichen Unterschiede der beiden Artusromane aufzuzeigen.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Werkstruktur, die Funktion der Anonymität bei der Identitätsfindung der Protagonisten, die ritterliche Ausbildung sowie die unterschiedliche Ausgestaltung von Frauenbegegnungen und der Rettung der Königin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, den Lanzelet als eine eigenständige, lineare Alternative zum zyklischen Episodenmodell des klassischen Artusromans zu etablieren und die Unterschiede zur Lancelot-Tradition herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die auf den Texten der beiden Autoren basiert und durch die Einbeziehung germanistischer Sekundärliteratur gestützt wird.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Gegenüberstellung der Autorenvorlagen, der Werkaufbauten, der Funktion der Anonymität, der ritterlichen Konstruktion sowie der Verhältnisse zu den jeweiligen Königinnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung am besten?

Zentrale Begriffe sind neben den Werktiteln und Autoren vor allem die arthurische Epik, das höfische Ideal, die Anonymität, die Aventiure-Struktur und die Rolle des Helden als Herrscherfigur.

Inwiefern unterscheidet sich die Anonymität zwischen Lanzelet und Lancelot?

Während Lanzelet seine Identität durch Abenteuer "erkämpfen" muss und seine Anonymität sowohl innen als auch außen besteht, ist Lancelots Anonymität rein äußerlich und dient als erzählerisches Mittel der Verrätselung seiner Ehebruchsliebe.

Welche Rolle spielt die Figur Iblis in der Gesamtbetrachtung des Lanzelet?

Iblis fungiert als absolute Idealpartnerin und weibliches Pendant zum Helden, deren Charakteristik (wie in der Mantelprobe) die Überlegenheit und Sonderstellung Lanzelets gegenüber dem Artushof unterstreicht.

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Details

Title
Ein Werk- und Figurenvergleich: Lanzelet - Lancelot
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Abteilung für Ältere Germanistik)
Course
Artusepik
Grade
1,0
Author
Magistra Artium Andrea Böhle (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V88632
ISBN (eBook)
9783638028585
ISBN (Book)
9783638928236
Language
German
Tags
Werk- Figurenvergleich Lanzelet Lancelot Artusepik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Andrea Böhle (Author), 2003, Ein Werk- und Figurenvergleich: Lanzelet - Lancelot, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88632
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