Anhand des Textauszuges wird deutlich, dass Jefferson sich Lockes Philosophie zum Vorbild machte. Nicht nur, dass er die Freiheit der Bürger betonte, wie es viele Verfasser von Unabhängigkeitserklärungen taten. Jefferson hält es als eine von vorne herein ausgemachte Wahrheit an, dass die Rechte auf Leben und Freiheit und dem Streben nach Glückseligkeit unveräußerlich sind. Diese Rechte ergeben in ihrer Zusammenstellung den Inhalt der von Locke, als materielle Grundlage des Staatswesens beschriebenen „property“. Es wird betont, dass Locke selbst das Eigentum als vorstaatliches Grundrecht qualifizierte . Der Hintergrund, dass Lock die Men-schenrechte als von Gott verliehen ansah, welche diesem damit schon zur Zeit des Naturzustandes, also von jeher zustanden , schlägt sich in der Erklärung nieder, indem Jefferson das Bestehen dieser Rechte für „ausgemacht“ hält. Diese Rechte sind damit unabdingbar und zählen daher zu den unveräußerlichen Menschenrechten.
Inhaltsverzeichnis
1. Historischer Kontext
a) Ein Kind seiner Zeit
b) Intension der Abhandlungen
2. Die dem Eigentumsbegriff zugrunde liegenden Theorien
a) Die Theorie des Sozialvertrages
b) Der Herrschaftsvertrag
3. Der Eigentumserwerb
a) Der Naturzustand
b) Der Aneignungsprozess
4. Die Absicherung des Eigentums durch Gesetz und Regierungsgewalt
5. Der Einfluss des Geldes
6. Die Umsetzung des liberalen Kontraktualismus in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Eigentumsbegriff nach John Locke und dessen zentrale Bedeutung als theoretisches Fundament für die amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Dabei wird analysiert, wie Locke das Recht auf Eigentum als vorstaatliches Grundrecht definiert und in den Kontext eines kontraktualistischen Staatsverständnisses einbettet.
- Biografische und historische Einordnung von John Locke
- Theorie des Sozialvertrages und Legitimation staatlicher Herrschaft
- Herleitung des Privateigentums und dessen Sicherung durch den Staat
- Bedeutung von Geld und Akkumulation im Lockeschen Eigentumsmodell
- Transfer der liberalen Theorie auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung
Auszug aus dem Buch
Auszug aus der Erklärung vom 04.07.1776, durch die im Generalkongress versammelten Repräsentanten der USA:
„Wir halten diese Wahrheit für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung derer die regiert werden, herleiten; daß sobald einige [eine] Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist[,] sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyen dünket.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Historischer Kontext: Beleuchtet die Biografie John Lockes im England des 17. Jahrhunderts und die politischen Hintergründe der „Two Treatises of Government“.
2. Die dem Eigentumsbegriff zugrunde liegenden Theorien: Erläutert Lockes Absage an den Absolutismus durch das Konzept des Sozialvertrages, in dem staatliche Gewalt legitimiert wird.
3. Der Eigentumserwerb: Beschreibt den Prozess der Aneignung im Naturzustand durch Arbeit und die Begrenzung des Eigentums durch Nutzen und Verderblichkeit.
4. Die Absicherung des Eigentums durch Gesetz und Regierungsgewalt: Analysiert, warum der Schutz des Privateigentums die zentrale Aufgabe des Staates darstellt.
5. Der Einfluss des Geldes: Diskutiert, wie die Einführung von Geld die Akkumulation von Eigentum über das Maß des Eigenbedarfs hinaus ermöglichte.
6. Die Umsetzung des liberalen Kontraktualismus in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung: Zeigt auf, wie Thomas Jefferson Lockes Theorien als moralische und politische Begründung für die Unabhängigkeit der USA nutzte.
Schlüsselwörter
John Locke, Eigentumsbegriff, Privateigentum, Naturzustand, Sozialvertrag, Vertragstheorie, Politische Gewalt, Amerikanische Unabhängigkeitserklärung, Thomas Jefferson, Arbeitstheorie, Liberalismus, Menschenrechte, Staatstheorie, Eigentumsgarantie, Akkumulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Eigentumstheorie von John Locke und deren Einfluss auf die politische Philosophie sowie ihre praktische Anwendung in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Naturzustand, die Bedeutung von Arbeit für die Eigentumsbildung, die Rolle der Regierung als Schutzmacht des Eigentums und die Entwicklung des liberalen Kontraktualismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den logischen Zusammenhang zwischen Lockes philosophischen Ansätzen zur Entstehung und Sicherung von Eigentum und der politischen Argumentation in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer ideengeschichtlichen Analyse der Primärquellen von Locke sowie der Auswertung historischer und politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehung von Eigentum, die Rolle des Geldes, die Rechtfertigung der Staatsgewalt und die Übertragung dieser Konzepte durch Thomas Jefferson in den Gründungskontext der USA.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Eigentum, Sozialvertrag, Freiheit, Arbeit, Staat, Legitimation und die Unabhängigkeitserklärung.
Wie unterscheidet Locke zwischen notwendigem Eigentum und Kapitalakkumulation?
Locke unterscheidet zwischen dem ursprünglichen Aneignungsrecht durch Arbeit im Naturzustand und der durch die Einführung von Geld ermöglichten, unbegrenzten Anhäufung von Gütern ohne Verderb.
Welchen Einfluss hat die "Verderblichkeit" von Gütern auf Lockes Theorie?
Im frühen Naturzustand begrenzte die Verderblichkeit die Akkumulation von Gütern. Die Einführung von Geld als nicht verderbliches Tauschmittel hob diese Grenze auf und ermöglichte so eine neue Form der Ungleichheit.
Warum wird die Unabhängigkeitserklärung als "praktische Umsetzung" des Liberalismus bezeichnet?
Weil sie explizit das Eigentum und die individuellen Rechte (Leben, Freiheit, Glück) als zentrale Staatszwecke definiert, genau wie es Locke in seiner Vertragstheorie postulierte.
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- Alexander Classen (Author), 2006, Der Eigentumsbegriff nach John Locke - Grundbaustein amerikanischer Unabhängigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89075