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Schaffens- und Handlungshemmung der Figuren und ihre erzählerische Vermittlung in ausgewählten Werken Moravias

Title: Schaffens- und Handlungshemmung der Figuren und ihre erzählerische Vermittlung in ausgewählten Werken Moravias

Thesis (M.A.) , 2004 , 106 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Krisztina J. Kreppel (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt des Gesamtwerks von Alberto Moravia steht der Mangel an Kontakt mit der Realität. Als Resultat dieses Realitätsmangels entsteht die Langeweile, die vom Autor zwar erst 1960 in seinem gleichnamigen Roman La noia als eine Form der Entfremdung definiert wird; doch bereits Moravias erster, 1929 herausgegebener Roman Gli indifferenti beschäftigt sich mit diesem Phänomen.

Der Gegenstand der Gleichgültigkeit taucht in vielen seiner späteren Werke in allen Variationen als existentielle Krise des Individuums wieder auf und zeigt sich auch in der passiv-gleichgültigen Handlungsunfähigkeit der Charaktere. Moravia blieb quasi bis zu seinem Tod dieser Thematik treu. So wurde sein Schaffen als „immobilismo“ kritisiert und er selbst als ein „scrittore senza storia“ sowie „uno scrittore monotono“ bezeichnet, nicht nur wegen d er jahrzehntelangen Beschäftigung mit dieser Thematik, sondern auch der ähnlichen Personenkonstellation sowie der unveränderten Form und Sprache halber.

Wie die Sekundärliteratur zeigt, scheint Moravias Welt eine stillstehende und pessimistische zu sein. Es ist eine Welt, in der nicht nur keine anderen Werte außer Sex und Geld existieren, sondern in der es weder Hoffnung noch Liebe gibt. Offenbar sind Moravias Figuren zur Gleichgültigkeit und Langeweile verdammt, eingeschlossen in Einsamkeit und Traurigkeit; sie sind schwach, unfähig, hilflos und gehemmt.

Aber was bewegt einen Autor dazu, diese Thematik so beharrlich zu behandeln? Sind Moravias Romanfiguren wirklich so passiv, schwach und unfähig, wie sie scheinen? Wie äußert sich ihre Gleichgültigkeit, Langeweile und Trägheit und wie wirkt sich das auf ihre Handlungen aus? In diesem Zusammenhang untersucht die vorliegende Arbeit das Motiv der Schaffens- und Handlungshemmung sowie dessen erzählerische Vermittlung in Moravias Romanwerk.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG. PESSIMISTISCHER IMMOBILISMUS?

2. DER LITERATURGESCHICHTLICHE UND HISTORISCHE HINTERGRUND

2.1. Die Problematik einer literarischen Einordnung von Moravias Werken

2.2. Gesellschaftskrise und Literatur. Die Identitätssuche im 20. Jahrhundert

3. MORAVIAS WELT- UND MENSCHENBILD

3.1. Die Einflüsse der Philosophie und Psychologie

3.2. Wertekrise durch Geld und sexuelle Triebe. Die Bezüge zu Marx und Freud

3.3. L’uomo come fine: Der entfremdete Mensch

4. DIE GESETZMÄßIGKEIT IM ROMANWERK

4.1. Das Titelprogramm, die Handlung und die Figuren

4.2. Gli Indifferenti, die Basis nahezu aller Werke

4.3. Autobiographische Aspekte

5. DAS MOTIV DER SCHAFFENS- UND HANDLUNGSHEMMUNG

5.1. L’amore coniugale, L’attenzione und La noia – Eine Übersicht

5.1.1. Keine Alternative zwischen Liebe und Schaffen

5.1.2. Vergebliche Suche nach Unverfälschtheit im Schaffen und Handeln

5.1.3. Die erdrückende Langeweile

5.2. Die wichtigsten hemmenden Faktoren

5.2.1. Ausgangspunkt: Der mangelnde Bezug zur Realität

5.2.2. Der psychisch labile Zustand der Figuren

5.2.3. Sexualität und Triebhaftigkeit

5.2.4. Ablehnung der Mittelmäßigkeit und der Norm

5.2.5. Das zerstörerische Prinzip des Intellekts

5.3. Die Resultate des Unvermögens und der Schwäche für die Handlungen

5.3.1. Das Nicht-Handeln

5.3.2. Das Scheitern der künstlerischen Absichten

5.3.3. Träumereien und Phantasie

5.3.4. Die Unmöglichkeit einer echten Kommunikation

5.3.5. Mechanische und programmatische Handlungen

5.3.6. Doppeldeutigkeit

5.3.7. Die verspätete Erkenntnis

5.3.8. Die düstere Außenwelt der Figuren

6. ENTFERNUNG VON DER DÜSTERNIS UND AUSSICHTSLOSIGKEIT IN GLI INDIFFERENTI?

7. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit untersucht das wiederkehrende Motiv der Schaffens- und Handlungshemmung in den Romanen von Alberto Moravia. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Moravia die existenzielle Krise und die Entfremdung seiner intellektuellen Romanfiguren erzählerisch vermittelt und welche Rolle dabei Faktoren wie Realitätsmangel, psychische Labilität und soziale Zwänge spielen.

  • Analyse des Motivs der Schaffens- und Handlungshemmung in Moravia-Werken
  • Untersuchung des Realitätsmangels als Form der Entfremdung
  • Einflüsse von Philosophie (u.a. Schopenhauer, Nietzsche) und Psychoanalyse (Freud)
  • Vergleich der Darstellung psychisch labiler und handlungsunfähiger Romanfiguren
  • Die erzählerische Vermittlung der Sinnlosigkeit und Aussichtslosigkeit im Werk Moravias

Auszug aus dem Buch

In principio, dunque, era la noia, volgarmente chiamata caos.

Iddio, annoiandosi della noia, creò la terra, il cielo, l’acqua, gli animali, le piante, Adamo ed Eva; i quali ultimi, annoiandosi a loro volta in paradiso, mangiarono il frutto proibito. Iddio si annoiò di loro e li cacciò dall’Eden; Caino, annoiato d’Abele, lo uccise; Noè, annoiandosi veramente un po`troppo, inventò il vino; Iddio di nuovo annoiato degli uomini, distrusse il mondo con il diluvio; ma questo, a sua volta, l’annoiò a tal punto che Iddio fece tornare il bel tempo. E così via.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG. PESSIMISTISCHER IMMOBILISMUS?: Einführung in das zentrale Thema des Realitätsmangels und der daraus resultierenden Entfremdung in Moravias Gesamtwerk.

2. DER LITERATURGESCHICHTLICHE UND HISTORISCHE HINTERGRUND: Einordnung Moravias im Kontext von Neorealismus, Existenzialismus und der Identitätssuche in der Literatur des 20. Jahrhunderts.

3. MORAVIAS WELT- UND MENSCHENBILD: Darstellung der philosophischen und psychologischen Einflüsse (Marx, Freud) auf Moravias Weltsicht und seine Auffassung des entfremdeten Menschen.

4. DIE GESETZMÄßIGKEIT IM ROMANWERK: Analyse der wiederkehrenden Themen, Personenkonstellationen und autobiographischen Aspekte, die Moravias Romane prägen.

5. DAS MOTIV DER SCHAFFENS- UND HANDLUNGSHEMMUNG: Detaillierte Untersuchung, wie Moravia die Unfähigkeit seiner Protagonisten durch hemmende Faktoren und gesellschaftliche Einflüsse darstellt.

6. ENTFERNUNG VON DER DÜSTERNIS UND AUSSICHTSLOSIGKEIT IN GLI INDIFFERENTI?: Kritische Betrachtung des Erstlingswerks im Vergleich zu späteren Romanen hinsichtlich der Aussichtslosigkeit und der Möglichkeit zur Veränderung.

7. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Reflexion über Moravias Beitrag zur Darstellung der existentiellen Krise des modernen Menschen.

Schlüsselwörter

Alberto Moravia, Schaffenshemmung, Handlungshemmung, Entfremdung, Existenzialismus, Neorealismus, Langeweile, Realitätsmangel, Psychologie, Wertkrise, Identitätssuche, Moderne Literatur, Handlungsunfähigkeit, Intellektuelle, Psyche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Schaffens- und Handlungshemmung in ausgewählten Romanen von Alberto Moravia und analysiert, wie der Autor die innere Krise und die Unfähigkeit seiner Figuren erzählerisch darstellt.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themenfelder sind die existenzielle Entfremdung, die Auswirkungen der Wertekrise im 20. Jahrhundert, die Rolle von Geld und Sexualität sowie der Einfluss philosophischer und psychoanalytischer Theorien auf das Menschenbild.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, warum und wie die Romanfiguren Moravias unter einer Schaffens- und Handlungshemmung leiden und welche psychologischen sowie gesellschaftlichen Faktoren diesen Zustand bedingen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung geistesgeschichtlicher und psychologischer Perspektiven, um die Romane thematisch und typologisch zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Romane L’amore coniugale, L’attenzione und La noia analysiert, um die hemmenden Faktoren und das Scheitern der künstlerischen Absichten detailliert aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Alberto Moravia, Schaffenshemmung, Entfremdung, Realitätsmangel, Existenzialismus, Langeweile und psychologische Labilität.

Wie definiert Moravia die "noia" (Langeweile)?

Für Moravia ist die Langeweile kein einfaches Gefühl, sondern eine existentielle Grundbefindlichkeit und ein Anzeichen für einen Mangel an Kontakt zur Realität sowie ein Zustand der Entfremdung.

Welche Rolle spielt die Psychoanalyse in den Werken Moravias?

Die Psychoanalyse dient Moravia als Instrument, um die unbewussten Motive, Triebkonflikte und Abwehrmechanismen seiner Figuren zu verdeutlichen, die ihr Handeln (oder Nicht-Handeln) massiv beeinflussen.

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Details

Title
Schaffens- und Handlungshemmung der Figuren und ihre erzählerische Vermittlung in ausgewählten Werken Moravias
College
LMU Munich  (Italienische Philologie)
Grade
2,0
Author
Krisztina J. Kreppel (Author)
Publication Year
2004
Pages
106
Catalog Number
V89187
ISBN (eBook)
9783638025980
ISBN (Book)
9783638921572
Language
German
Tags
Schaffens- Handlungshemmung Figuren Vermittlung Werken Moravias
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Krisztina J. Kreppel (Author), 2004, Schaffens- und Handlungshemmung der Figuren und ihre erzählerische Vermittlung in ausgewählten Werken Moravias, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89187
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