Diese Arbeit fokussiert auf die Analyse internetbasierter, nicht-geleitetet Selbstmanagement-Programme via Apps. Sie untersucht die (klinisch-)psychologischen Verfahren, welche den Apps zugrunde liegen und die Wirksamkeit dieser Selbstmanagement-Programme. Folgende Frage wird konkret beantwortet:
Wie wirksam können ungeleitete Selbstmanagementprogramme für Anwendungsgebiete Klinischer Psychologie sein?
Die in dieser Arbeit angewandte Methode ist jene der verstehenden Hermeneutik in Bezug auf das themenzentrierte Literaturstudium, sowie der Erfahrungsbericht durch praktische Erprobung der ausgewählten Apps. Es werden wissenschaftliche Publikationen, vor allem aus dem Bereich der Klinischen Psychologie und empirische Studienergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit angewandter Verfahren internetbasierter Selbstmanagement-Programme in die Analyse einbezogen. Zu diesem Zwecke werden drei Anwendungen Störungs- und Interventionsspezifisch klassifiziert, analysiert und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit untersucht. Bisherige Theoriebildung und Forschung im Bereich internetbasierter psychologischer Selbstmanagementprogramme werden präsentiert und der daraus resultierende hermeneutische Erkenntnisgewinn auf die drei Anwendungen analytisch bezogen. Hierzu wurde der „CoachPTBS“, „Velibra“ und „SuperBetter“ ausgewählt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Digitalisierung und Relevanz internetbasierter psychologischer Interventionen
3. Klassifikation
3.1. Nach Ausmaß menschlicher Beteiligung
3.2. Nach Phase innerhalb der gesundheitlichen Versorgungskette
3.3. Nach Störung und Modell
4. Vor- und Nachteile internetbasierter Interventionen
5. Rechtliche Aspekte
5.1. Berufsordnung
5.2. Datenschutz
6. Wirksamkeitsforschung
7. Empirie
7.1. Methodologie: Hermeneutik
7.2. Deskription und theoriegeleitete Klassifikation der ausgewählten Apps
7.2.1. CoachPTBS
7.2.2. Velibra
7.2.3. SuperBetter
8. Fazit und Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit internetbasierter, ungeleiteter Selbstmanagement-Programme in Form von Smartphone-Apps. Ziel ist es, die klinisch-psychologischen Verfahren hinter diesen Anwendungen zu analysieren und zu klären, inwieweit solche Programme ohne direkte menschliche Begleitung einen therapeutischen Nutzen für Anwendungsgebiete der Klinischen Psychologie erbringen können.
- Grundlagen der Digitalisierung in der psychotherapeutischen Versorgung
- Klassifizierung internetbasierter Interventionen nach Beteiligungsgrad und Versorgungsphase
- Diskussion der Vor- und Nachteile internetbasierter Verfahren im Vergleich zur klassischen Psychotherapie
- Hermeneutische Analyse und Einordnung der Apps CoachPTBS, Velibra und SuperBetter
- Evaluation der Wirksamkeit basierend auf kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansätzen
Auszug aus dem Buch
7.2. Deskription und theoriegeleitete Klassifikation der ausgewählten Apps
Folgende Selbstmanagement-Programme wurden für die hermeneutische Analyse ausgewählt: „CoachPTBS“ wurde für Deutschland nach Vorbild des „PTSD-Coach“ entwickelt, welcher zur Unterstützung bei posttraumatischen Belastungsstörungen dient und ursprünglich für US-Militärangehörige entwickelt wurde. Auch in Deutschland richtete sich „CoachPTBS“ vor allem an Bundeswehrsoldaten und deren Angehörige und wurde in Zusammenarbeit der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, der Universität der Bundeswehr München und dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin entwickelt (Vgl. Uniklinikum Dresden, 2016). Das Programm „ Velibra“ bezieht sich auf Angst- und Panikstörungen und wendet Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie an. „Neben psychoedukativen Inhalten werden vor allem achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Techniken vermittelt, um Programmnutzer im Sinne expositionsorientierter Verfahren14 zu unterstützen, Angst-förderndes Vermeidungsverhalten zu reduzieren“ (S. Kahl u.a., 2016, S. u.b.). Die App „SuperBetter“ kann als Lifecoach in spielerischer Ausprägung beschrieben werden, der Motivationshilfe zur Erreichung bestimmter Ziele sein soll und wendet Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie an. Dabei wird Schritt für Schritt, vergleichbar dem Problemlösungstraining vorgegangen (Vgl. SuperBetter, u.b.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den gesellschaftlichen Kontext der Digitalisierung und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich ungeleiteter Selbstmanagement-Programme.
2. Digitalisierung und Relevanz internetbasierter psychologischer Interventionen: Analyse der Digitalisierung als gesellschaftliche Kraft, die den Bedarf und die Relevanz internetbasierter psychologischer Angebote verstärkt.
3. Klassifikation: Systematische Einteilung internetbasierter Interventionen anhand menschlicher Beteiligung, Versorgungsstufen und theoretischer Modelle.
4. Vor- und Nachteile internetbasierter Interventionen: Gegenüberstellung der Vorteile, wie Flexibilität und Niederschwelligkeit, mit den Nachteilen, wie Datenschutzrisiken oder fehlender therapeutischer Bindung.
5. Rechtliche Aspekte: Untersuchung der berufsrechtlichen Rahmenbedingungen für Fernbehandlungen und der Relevanz des Datenschutzes bei digitalen Anwendungen.
6. Wirksamkeitsforschung: Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zur Evidenz internetbasierter Interventionen mittels Metaanalysen und Studien.
7. Empirie: Hermeneutische Analyse und deskriptive Vorstellung der drei untersuchten Apps CoachPTBS, Velibra und SuperBetter.
8. Fazit und Diskussion der Ergebnisse: Zusammenführende Betrachtung der Wirksamkeit, der Stärken und Schwächen der analysierten App-gestützten Selbstmanagement-Programme.
Schlüsselwörter
Internetbasierte Interventionen, Selbstmanagement-Programme, Klinische Psychologie, Kognitive Verhaltenstherapie, Digitalisierung, Wirksamkeitsforschung, CoachPTBS, Velibra, SuperBetter, E-Mental-Health, Psychosoziale Störungen, Hermeneutik, Online-Therapie, Smartphone-Apps, Stepped-Care.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Wirksamkeit internetbasierter, ungeleiteter Selbstmanagement-Programme, die ohne direkte menschliche Begleitung funktionieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den theoretischen Grundlagen der Digitalisierung und Klassifizierung solcher Interventionen werden rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz und die empirische Wirksamkeitsforschung erörtert.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Wirksamkeit von ungeleiteten Selbstmanagement-Programmen für die Klinische Psychologie zu analysieren und deren Nutzen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der verstehenden Hermeneutik in Form eines themenzentrierten Literaturstudiums sowie einen Erfahrungsbericht durch die praktische Erprobung der Apps.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Klassifikation, eine Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen der Technologie sowie eine detaillierte hermeneutische Analyse von drei konkreten Apps.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Internetbasierte Interventionen, Klinische Psychologie, Kognitive Verhaltenstherapie, E-Mental-Health und die untersuchten Apps CoachPTBS, Velibra sowie SuperBetter.
Warum wurde CoachPTBS speziell untersucht?
CoachPTBS wurde ausgewählt, da es ein spezifisch für traumatisierte Soldaten entwickeltes Programm ist, das einen Einblick in die Anwendung bei PTBS im militärischen Kontext bietet.
Wie unterscheidet sich Velibra in der Anwendung?
Im Gegensatz zu den anderen Apps erfordert Velibra in der Regel einen Zugangsschlüssel, der erst nach der Konsultation eines Experten erhältlich ist.
Was macht SuperBetter besonders?
SuperBetter setzt stark auf spielerische Elemente (Gamification), um Nutzer zur Erreichung persönlicher Ziele zu motivieren und ist besonders für jüngere Nutzer attraktiv.
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- Mike Jäpel (Author), 2019, Die Wirksamkeit ungeleiteter Selbstmanagement-Apps für die klinische Psychologie. Eine hermeneutische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/892008