Seniorenmarketing: Herausforderung an Handels- und Dienstleistungsunternehmen


Ausarbeitung, 2005

34 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung

2 Demografische Entwicklung
2.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
2.2 Die Bedeutung für das Marktgeschehen

3 Zielgruppe Senioren
3.1 Definition der Begriffe Senioren und Seniorenmarketing
3.2 Marktsegmentierung - Ansätze und Ziele
3.3 Segmentierungskriterien für Senioren
3.3.1 Biologische Veränderungen im Alter
3.3.2 Psychologische Besonderheiten
3.3.3 Psychografische Segmentierung
3.3.4 Die Kaufkraft der Senioren
3.3.5 Besonderheiten im Konsumverhalten

4 Folgerungen für das Seniorenmarketing
4.1 Produktpolitische Besonderheiten und Maßnahmen
4.2 Kommunikationspolitische Besonderheiten und Maßnahmen

5 Fallbeispiele für gelungenes Seniorenmarketing
5.1 Vodafone D2
5.2 ADEG - 50+ Märkte in Österreich
5.3 Nivea Vital - Erfolgsstory aus dem Hause Beiersdorf

6 Resümee und Ausblick

7 Abkürzungsverzeichnis

8 Abbildungsverzeichnis

9 Literaturverzeichnis

10 Anlagen

1 Einleitung und Zielsetzung

„Alternde Menschen - vergessene Verbraucher“, so lautete bereits im Herbst 1969 der Titel einer Studie des Axel-Springer-Verlages und der Universität Frankfurt. Marktforscher weisen schon seit den Sechzigern auf die Macht des ‚Altenmarktes’ hin und werfen der Industrie, Handel und Werbung die Vernachlässigung einer riesigen Kaufkraft vor. Ebenfalls aus dem Jahr 1969 und in die heutige Zeit passend ist die Äußerung der Marktforscherin Renate Uenk: „Der ansteigende Anteil alter Menschen wird jeden Hersteller zwingen, sich über kurz oder lang mit diesem Markt auseinander zu setzen. Wer dabei der (Erfolg)Reichste wird, das wird nicht zuletzt davon abhängen, wer der Erste sein wird.“1 Nur ihr Titel müsste modifiziert werden. Aus „Der Markt der Omas und Opas“, ist heute der Markt der Best Agers, der Golden Oldies, der Woopies oder der Master Consumer geworden. Die Auflistung dieser euphemisierenden Schlagwörter lässt sich mühelos fortsetzen und wird im Anhang näher erläutert. Allerdings sieht sich die Zielgruppe selbst als erfrischend normal, unkompliziert sowie begeisterungsfähig und wollen dementsprechend auch ganz normal angesprochen werden - „eigentlich“ ganz einfach ...2

Die Gruppe der jungen, neuen Alten als Zukunftsmarkt wurde erkannt. Neben Dutzenden von Fachbüchern, Messen, Tagungen und Senioren-Fachkongressen, wächst auch die Internetpräsenz und es gibt auch bereits die ersten Versuche im Handel und Dienstleistungssektor gezielt auf die jungen Alten einzugehen. Allerdings werden noch viele Fehler in Bezug auf die Produktpolitik und vor allem auf die Ansprache und den Umgang mit den Golden Oldies gemacht. Die Goldgräberstimmung ist noch verhalten, den „Muster-Oldie“ gibt es nicht.3 Da es sich bei der 50plus-Generation um die längste aller Lebensetappen handelt, ist es äußerst schwierig ein Zielgruppenprofil zu erstellen.4 Um diesen wachstumsstarken Markt richtig zu bedienen, müssen Produktideen und Marketingkonzepte nach dem Lebensgefühl, den Bedürfnissen und Wünschen der „Junggebliebenen Reifen“ entwickelt werden.5 Die wenigsten von ihnen wollen mit Heizkissen, Gehhilfen und Blasentee in Verbindung gebracht werden. Der Seniorenmarkt ist, im Gegensatz zu dem was der Begriff suggeriert, sehr heterogen und muss mit Hilfe der Marktsegmentierung weiter analysiert werden.

Die vorliegende Arbeit gibt einen Einblick in die demografische Entwicklung6 und durchleuchtet die Eigenschaften und Bedeutung der Zielgruppe der Senioren. Außerdem zeigt sie die daraus resultierende Bedeutung für das Marketing im Hinblick auf Produkt- und Kommunikationspolitik auf und präsentiert erste Schritte der Wirtschaft im Umgang mit den Senioren anhand von gelungenen Fallbeispielen.

2 Demografische Entwicklung

2.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland

Der Anteil der Älteren und deren Lebenserwartungen nimmt in Deutschland stetig zu. Während die durchschnittliche Lebenserwartung am Anfang des 20. Jahrhunderts bei etwa 46 Jahren lag, liegt sie heute -100 Jahre später - bereits bei knapp 80 Jahren. Die Bevölkerungspyramide aus dem Jahr 1910 entwickelt sich zu einem Trichter und wird bis zum Jahr 2050 nahezu auf dem Kopf stehen. Der Anteil der 60-Jährigen und Älteren erhöht sich von derzeit etwa einem Viertel im Jahr 2001 auf mehr als ein Drittel im Jahr 2050.7 Aus derzeit 3,2 Millionen der über 80-Jährigen, was etwa 4% der Bevölkerung entspricht, werden im Jahr 2050 etwa 9,1 Millionen, bzw. 12% der Bevölkerung.8 Eine weitere zu berücksichtigende Größe ist die geringe Geburtenhäufigkeit. Sie liegt derzeit bei 1,4 Kindern pro Frau (das Bestanderhaltungsniveau liegt bei 2,1 Kindern pro Frau) und hat zur Folge, dass die Bevölkerungszahl nach einem geringen Anstieg auf 83 Millionen ab dem Jahr 2013 zurückgehen wird und im Jahr 2050 auf etwa 75 Millionen Einwohner sinkt.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Eigene Darstellung in Anlehnung an Statistisches Bundesamt 2003

Da die Risiken früh zu sterben, bereits stark gemindert sind, fällt die Lebenserwartung der älteren Menschen sehr hoch aus. Heute kann ein 60-jähriger Mann im Durchschnitt damit rechnen, dass er noch knapp 19 Jahre lebt und konsumiert, die 60-jährige Frau sogar noch 23 Jahre. Die Alterung wird jedoch nicht erst in 50 Jahren zu Veränderungen führen, sondern bereits in den nächsten beiden Jahrzehnten, dann nämlich, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er in die höhere Altersgruppe hineinwachsen. Eine vorgegebene, unausweichliche Entwicklung: Der geburtenstärkste Jahrgang, die 1964er werden im Jahr 2024 60 Jahre alt sein.10 Bereits heute sind die Menschen ab 60 Jahren den Jüngeren bis 20 Jahren zahlenmäßig überlegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ab dem Jahr 2010 Schätzwerte der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (Variante 5 "mittlere Bevölkerung")

Abb. 2: Eigene Darstellung in Anlehnung an Statistisches Bundesamt 2003

2.2 Die Bedeutung für das Marktgeschehen

Wachsende Lebenserwartung einerseits und sinkende Geburtenhäufigkeit andererseits, sind verantwortlich für die demografische Entwicklung. Durch das Absinken der Bevölkerungszahl wird auch das gesamte Marktpotenzial künftig abnehmen. Will man das Absatzvolumen beibehalten, muss zwangsläufig der eigene Marktanteil ausgebaut werden. Rückläufige Zahlen in der jüngeren Zielgruppe führt zu einem verstärkten Kampf um diese Konsumenten und folglich müssen weitere Marktsegmente erschlossen werden. Fest steht, dass die gravierende Veränderung in der Altersstruktur unsere Gesellschaft vor neue und große

Herausforderungen stellt. Die logische Konsequenz daraus sind gleichzeitig zwei wichtige marketingrelevante Ergebnisse: Ein künftig geringeres Marktpotenzial und eine stetig steigende Anzahl an Senioren, macht sie zu der wichtigsten Konsumentengruppe. Somit erschließt sich für Unternehmen ein neuer Markt mit Potenzialen und weiteren Absatzchancen, sofern die Zielgruppe sowohl kommunikations- als auch produktpolitisch richtig angesprochen wird. Damit ein zielgruppengerechtes Marketing stattfinden kann, wird der heterogene Teilmarkt mit Hilfe der Marktsegmentierung weiter analysiert. Im nachfolgenden Kapitel werden sowohl die Begriffe Senioren und Seniorenmarketing definiert, als auch die Zielgruppe selbst genauer beschrieben und typologisiert, da es nicht ausreicht, die Senioren lediglich nach ihrem Alter zu segmentieren. Eine Kennerin formulierte prägnant: „Wenn ein Mensch 70 Jahre alt ist, weiß man nichts über ihn. Außer, dass er vor 70 Jahren geboren wurde“.11

3 Zielgruppe Senioren

3.1 Definition der Begriffe Senioren und Seniorenmarketing

Der Begriff ‚Senioren’ wurde aus dem Lateinischen abgeleitet: Senior - der Ältere.12 Aus dem Altenheim wurde die Seniorenresidenz, sozusagen ein Imagegewinn der Gruppe der Alten als Ziel der Begriffsänderung13 oder laut Gundula Gaube ein „Modewort zur Beschönigung des Ausdrucks ‚alt’.“14 Jedoch bleibt „das ,Image’ das mit ‚Senior’ verbunden ist, negativ besetzt.15 Laut Duden sind Senioren ältere Menschen (im Rentenalter); die WHO definiert Senioren als Menschen, die das 60 Lebensjahr und somit das durchschnittliche Renteneintrittsalter erreicht haben.16 Wobei zu beachten ist, dass eine kontinuierliche Verjüngung des Renteneintrittalters stattfindet. Möglicherweise ist dies ein Grund, auch im Seniorenmarketing das ‚Eintrittsalter’ immer weiter nach unten zu schrauben. Zum Zeitpunkt des Renteneintritts erfolgt auf jeden Fall ein Bedürfniswandel. Die Arbeit wird durch Freizeit ersetzt und die Arbeitskollegen durch Verwandte und Freunde.17 Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung, der medizinischen Entwicklung und des erheblichen Zuwachses an finanzieller Potenz, distanzieren sich die lebenslustigen Älteren von dem Begriff Senioren.18 In den 1990ern schlug die Geburtsstunde der Wortschöpfungen: Master Consumer, Silver Ager, Best Ager19, Woopies, Selpies, Grampies, Grumpies und wurde begleitet von einer ständigen Verjüngung der Zielgruppe. Die Begriffe sind zwar positiver besetzt, allerdings stehen „die Menschen im Besten Alter“ dem zunehmendem Anglizismus der deutschen Sprache kritisch gegenüber. Selbstverständlich wurden auch neudeutsche Begriffe kreiert: 3. Lebensalter, Generation 60plus, 50plus- Generation, usw. auch hier ist die Devise eine konsequente Verjüngung der Zielgruppe.

Seniorenmarketing umfasst die gezielte Ausrichtung der Marketingstrategien und Marketinginstrumente auf dem Markt für Konsumenten, die 60 Jahre und älter sind.20 „Wird die allgemeine Marketing-Definition nach Kotler auf die Senioren übertragen, ist Senioren- Marketing ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, der die Deckung der Bedürfnisse und Wünsche der Senioren zum Ziel hat.“21 Eine einheitliche Definition existiert in der marketingrelevanten Literatur (noch) nicht, allerdings führt die Änderung der Generationenverhältnisse bei gleichzeitiger Steigung der Lebenserwartung dazu, dass die Bedeutung der älteren Menschen für Marketingaktivitäten enorm gestiegen ist. Zu Beginn des Seniorenmarketings bemühte man sich um die Kunden über 65, heute rutscht die Altersgrenze um „dazuzugehören“ bereits unter 50, mit der Folge, dass der Markt größer wirkt, als er in Wirklichkeit ist und „die meisten 50-Jährigen haben andere Bedürfnisse und Fragestellungen, als viele 70-, 80- oder 90-Jährige.“22

3.2 Marktsegmentierung - Ansätze und Ziele

„Unter Marktsegmentierung wird die Aufteilung eines Gesamtmarktes in bezüglich ihrer Marktreaktion intern homogene und untereinander heterogene Untergruppen (Marktsegmente), sowie die Bearbeitung eines oder mehrerer dieser Marktsegmente, verstanden“.23 Durch die Marktsegmentierung soll ein hoher Marktidentifizierungsgrad zwischen der offerierten Marktleistung und den Bedürfnissen und Ansprüchen der Zielgruppe gefunden werden. Dies beinhaltet

1. die Abgrenzung des relevanten Produktmarktes,
2. die Ermittlung der relevanten Marktsegmente innerhalb des Produktmarktes und
3. das Entdecken von Marktlücken und Nischen.

Somit kann eine bestmögliche Befriedigung der Konsumentenbedürfnisse, aufgrund des differenzierten Einsatz der Marketing-Mix Instrumente erreicht werden.24 Die Systematisierung erfolgt aufgrund verschiedener Marksegmentierungskriterien: Soziodemografische -, geografische -, psychografische Kriterien und Kriterien des beobachteten Kaufverhaltens.25

Innerhalb der Marktsegmentierung können zwei strategische Ansätze unterschieden werden. Zum einen Marktsegmentierung als Methode zur Markterfassung: Hier steht der Informationsaspekt im Vordergrund. Die Marktsegmentierung dient als Planungsinstrument, „das auf einem heterogenen Gesamtmarkt in sich homogene Segmente schafft, die sich als eigenständige Planungseinheiten behandeln lassen“.26 Zielgruppenbestimmungen und Bildung von Typologien können vorgenommen werden. Zum anderen als Methode zur Marktbearbeitung: Hier liegt der Schwerpunkt nicht in der Suche nach sinnvollen Klassifizierungskriterien eines Marktes, sondern in der gezielten Bearbeitung der entstandenen Segmente.27 Da wie bereits in Kapitel 3.1 dargestellt eine Segmentierung nach Altersjahren für ein gezieltes Seniorenmarketing nicht ausreicht, wird nachfolgend auf die biologisch-medizinischen, die psychologischen und die psychografischen Besonderheiten der Zielgruppe der Senioren eingegangen.

3.3 Segmentierungskriterien für Senioren

3.3.1 Biologische Veränderungen im Alter

Neben den bereits geschilderten Besonderheiten, haben ältere Menschen nicht zu unterschätzende Veränderungen in ihrer Funktionalität. Die wichtigsten Einschränkungen lassen sich wie folgt gliedern:28

1. Einschrankungen in den sensorischen Fahigkeiten (Wahrnehmen):

- Der Sehabstand vergroGert sich.
- Die Trtibung der Linse nimmt zu (Grauer Star).
- Die Blendempfindlichkeit steigt.
- Die Horschwelle steigt.
- Hohe Frequenzen werden nur mehr stark eingeschrankt wahrgenommen.

2. Einschrankungen im den kognitiven Fahigkeiten (Denken):

- Die Merkfahigkeit ist reduziert.

- Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab.

3. Einschrankungen in den motorischen Fahigkeiten (Handeln):

- Die Beugefahigkeit der Gelenke und damit die Reichweite werden geringer.
- Die Korperkraft sinkt bis zum 60. Lebensjahr urn ein Drittel.

Um weitere Erkenntnisse zu den Veränderungen und Einschränkungen zu erhalten und vor allem um persönliche Erfahrungen zu sammeln, wie man sich mit 70 Jahren fühlt, entwickelte bereits Anfang der 90er Jahre die Firma Meyer-Hentschel Management Consulting in Saarbrücken den Simulationsanzug „Age-Explorer“.29 Das System wird seit 1985 aufgrund von firmeninternen Forschungsprojekten, Forschungen an internationaler Universitäten, sowie laufender Beobachtungen aus Gerontologie, Ergonomie, Physiologie usw. ständig optimiert. Immer nach dem Motto: „Feeling 70“.30

3.3.2 Psychologische Besonderheiten

Mit zunehmendem Alter lässt bei den meisten Menschen die Gedächtnisleistung nach. Dies geht mit einer Verlangsamung der Gehirntätigkeit einher. Das menschliche Gehirn ist in zwei Hälften geteilt: Die rechte Gehirnhälfte ist für visuelles, bildhaftes Denken verantwortlich, die linke für sprachlich verbales Denken. Wissenschaftler vermuten, dass sprachliche Botschaften besser behalten werden als optische. Folgen Bilder zu schnell aufeinander, können sie nicht mehr richtig verarbeitet werden und verschmelzen miteinander. Somit wird die Verarbeitung für das Gehirn schwieriger. Während jüngere Menschen schnell unwichtige von wichtigen Reizen unterscheiden, benötigen ältere Menschen dafür mehr Zeit. Erfolgen gleichzeitig mehrere Informationen unterschiedlicher Art, z.B. akustisch und visuell, werden die Reize nur schwer aufgenommen. Aufgaben, die auf Erfahrung beruhen werden von Älteren allerdings genauso gut bewältigt, wie von Jüngeren.31 Aufgrund dieser Feststellung unterscheidet man die Intelligenz in zwei Arten. Die fluide Intelligenz umfasst Fähigkeiten wie Wendigkeit, Kombinationsfähigkeit und Orientierung in neuen Situationen. Diese Art von Intelligenz nimmt bereits ab dem 20. Lebensjahr langsam ab. Die kristalline Intelligenz umfasst die Fähigkeiten wie Allgemeinwissen, Erfahrungswissen, Wortschatz und Sprachverständnis. Im

Gegensatz zur fluiden Intelligenz nimmt dieses Wissen mit zunehmendem Alter zu.32 Ferner verändert sich im Laufe des Lebens die Wahrnehmung der Emotionen, da die Aktivierungsschwelle - die Stärke der Erregung - mit zunehmendem Alter abnimmt. Jede kleinste Aufregung ruft starke Emotionen hervor, deshalb versuchen ältere Menschen oftmals unbekannte Situationen zu vermeiden. Auch schnelle Entscheidungen sind mit stärkerer Aktivierung verknüpft. Kaufentscheidungen werden daher im Alter eher gewohnheitsmäßig als impulsiv getroffen. Gebrauchsgüter werden meist erst nach vorhergehenden gründlichen Studien von Informationen gekauft.33

3.3.3 Psychografische Segmentierung

Werte beeinflussen nicht nur unser Verhalten allgemein, sondern insbesondere auch das Konsumverhalten.34 Ein Wertewandel hat immer auch eine Neuorientierung und Differenzierung der Konsumwünsche zur Folge und wird durch Vergangenes bestimmt. „Gesellschaftliche und ökonomische Umstände haben eine Spur hinterlassen, die mehr oder weniger stark bestehen bleibt“.35 Werte sind recht aussagekräftig, relativ stabil und Veränderungen des Wertesystems erfolgen nur allmählich.36 Die Generation, die von Kriegserlebnissen und Wirtschaftsnöten betroffen war, vertreten die Werte Fleiß, Ordnung, Disziplin und Pflichterfüllung. „Auch wird von einer Mehrzahl der „Alten“ das „Besitzstand- Denken“ (Prestige des Besitzes) verkörpert und die Erfüllung von „Konventionen“ wird als sehr wichtig empfunden“.37 Aus der aktuellen Studie „Die unterschätzte Generation“ geht hervor, dass traditionelle Werte wie Sparsamkeit, Bescheidenheit, Genügsamkeit bei den nachwachsenden Senioren immer mehr an Bedeutung verlieren und Werte wie Toleranz, Aufgeschlossenheit und Unabhängigkeit in den Vordergrund rücken38. Die in der Wohlstandsgesellschaft aufgewachsenen Generationen streben grundsätzlich danach, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Sie agieren risikofreudig, nehmen sich was sie für ihre Bedürfnisbefriedigung benötigen und stehen mitten im Leben. Sie können mit den traditionellen Werten nicht mehr so viel anfangen.39

[...]


1 Wadlinger, C.: W & V, Compact 4/2004, S.26

2 Vgl. Meyer-Hentschel, H.; Meyer-Hentschel, G.: Seniorenmarketing, 2004, S. 9f

3 Vgl. Schwarz, W.: 50plus - Die unbekannte Generation, Absatzwirtschaft 7/2002, S. 74

4 Vgl. Grey Strategic Planning: Master Consumer, 1998, o. S.

5 Vgl. Bücker, Max: Zielgruppe Senioren, Absatzwirtschaft 7/2002, S. 67

6 Demografie ist die Untersuchung der Bevölkerungsentwicklung anhand statistischer Dimensionen wie Größe, Bevölkerungdichte, Niederlassungsverhalten, Alter, Geschlecht, Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe, berufliche Tätigkeit und weitere geeignete Merkmale (Kotler, P.: Grundlagen des Marketing)

7 Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Bevölkerung 2004

8 Vgl. Statistisches Bundesamt: http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p2301022.htm 12.01.2005

9 Vgl. Statistisches Bundesamt: http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p2300022.htm 12.01.2005

10 Vgl. Hahlen, Johann: Pressekonferenz „Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2050“ vom 06.06.2003 in Berlin: http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p2301022.htm 12.01.2005

11 Meyer-Hentschel, H.; Meyer-Hentschel, G.; Seniorenmarketing; 2004; S. 10

12 Vgl. Duden - Das Fremdwörterbuch, LexiROM Brockhaus, 1997

13 Vgl. Bruhn, M.; Homburg, Chr.; Gabler Marketinglexikon; 2001; S. 660

14 Gaube, G.: Senioren der Zukunftsmarkt, 1997, S. 6

15 Vgl. Gaube, G.; Senioren der Zukunftsmarkt, 1997, S. 6

16 Vgl. http://www.htwk-leipzig.de/bum/bk/projekte/hasse2/Senioren.html, 27.10.2004

17 Vgl. Pawelek, M./Pawelek, A.: Senioren-Marketing, 2003

18 Vgl. Härtl-Kasulke, C.: Marketing für Zielgruppe ab 50; 1998; S. 18

19 Der Begriff Best Ager geht aus dem Heinrich Bauer Verlag, Hamburg zurück und beschreibt den Altersbereich über 50 Jahre; weitere Begriffsdefinitionen befinden sich im Anhang

20 Vgl. Bruhn, M.; Homburg, Chr.; Gabler Marketinglexikon; 2001; S. 660

21 Pawelek, M./Pawelek, A.: Senioren-Marketing, 2003

22 Künast, Renate: Rede der Bundesministerin auf dem Altenpolitischen Kongress zum Demografischen Wandel vom 27.08.2004

23 Pepels, W.; Marktsegmentierung; 2000; S. 20

24 Vgl. Meffert, H. Marketing; 2000; S. 182 f

25 Vgl. Hupp, O. Seniorenmarketing; 2000; S. 249f

26 Broda, S. Marketing-Praxis; 2002; S. 68

27 Vgl. Broda, S. Marketing-Praxis; 2002; S. 68

28 Bagso, Bonn, 2004, Nutzergerechte Produkte & Dienstleistungen, S. 29

29 Vgl. http://www.seniorenmarkt.de/cgi-bin/lp/lp.cgi?file=themen/t15/AgeExplorer.htm

30 Vgl. Contoli, Melanie: Tagesausflug ins hohe Alter, Focus, 13/2004, S. 186f

31 Vgl. Krieb,C./Reidl,A.: Senioren-Marketing, 1999, S. 66ff

32 Vgl. Hupp, O.: Seniorenmarketing, 1999, S.42ff

33 Vgl. Krieb,C./Reidl,A.: Senioren-Marketing, 1999, S. 72f

34 Vgl. Kaupp, P.: Ältere im Schatten der Werbung?; 1997, S. 57

35 Härtl-Kasulke, C.: Marketing für Zielgruppe ab 50; 1998, S. 24f

36 Vgl. Gaube, G: Senioren - Der Zukunftsmarkt; 1995; S. 89

37 Gaube, G.: Senioren - Der Zukunftsmarkt, 1995; S. 92

38 Vgl. http://www.t-e-a-m.de/Pressemitteilung vom 09.11.2004

39 Vgl. Härtl-Kasulke, C.: Marketing für Zielgruppen ab 50; 1998, S.26

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Seniorenmarketing: Herausforderung an Handels- und Dienstleistungsunternehmen
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V89373
ISBN (eBook)
9783638039086
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Seniorenmarketing, Herausforderung, Handels-, Dienstleistungsunternehmen
Arbeit zitieren
Wolfgang Stahl (Autor:in), 2005, Seniorenmarketing: Herausforderung an Handels- und Dienstleistungsunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89373

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