[...] Die Gruppe der jungen, neuen Alten als Zukunftsmarkt wurde erkannt. Neben Dutzenden von Fachbüchern, Messen, Tagungen und Senioren-Fachkongressen, wächst auch die Internetpräsenz und es gibt auch bereits die ersten Versuche im Handel und Dienstleistungssektor gezielt auf die jungen Alten einzugehen. Allerdings werden noch viele Fehler in Bezug auf die Produktpolitik und vor allem auf die Ansprache und den Umgang mit den Golden Oldies gemacht. Die Goldgräberstimmung ist noch verhalten, den „Muster-Oldie“ gibt es nicht. Da es sich bei der 50plus-Generation um die längste aller Lebensetappen handelt, ist es äußerst schwierig ein Zielgruppenprofil zu erstellen.4 Um diesen wachstumsstarken Markt richtig zu bedienen, müssen Produktideen und Marketingkonzepte nach dem Lebensgefühl, den Bedürfnissen und Wünschen der „Junggebliebenen Reifen“ entwickelt werden.5 Die wenigsten von ihnen wollen mit Heizkissen, Gehhilfen und Blasentee in Verbindung gebracht werden. Der Seniorenmarkt ist, im Gegensatz zu dem was der Begriff suggeriert, sehr heterogen und muss mit Hilfe der Marktsegmentierung weiter analysiert werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Zielsetzung
2 Demografische Entwicklung
2.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
2.2 Die Bedeutung für das Marktgeschehen
3 Zielgruppe Senioren
3.1 Definition der Begriffe Senioren und Seniorenmarketing
3.2 Marktsegmentierung – Ansätze und Ziele
3.3 Segmentierungskriterien für Senioren
3.3.1 Biologische Veränderungen im Alter
3.3.2 Psychologische Besonderheiten
3.3.3 Psychografische Segmentierung
3.3.4 Die Kaufkraft der Senioren
3.3.5 Besonderheiten im Konsumverhalten
4 Folgerungen für das Seniorenmarketing
4.1 Produktpolitische Besonderheiten und Maßnahmen
4.2 Kommunikationspolitische Besonderheiten und Maßnahmen
5 Fallbeispiele für gelungenes Seniorenmarketing
5.1 Vodafone D2
5.2 ADEG – 50+ Märkte in Österreich
5.3 Nivea Vital - Erfolgsstory aus dem Hause Beiersdorf
6 Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die demografischen Veränderungen in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Konsumentengruppe der Senioren. Ziel ist es, ein Verständnis für die heterogene Zielgruppe zu schaffen und aufzuzeigen, wie Handels- und Dienstleistungsunternehmen durch eine zielgruppengerechte Produkt- und Kommunikationspolitik neue Marktpotenziale erschließen können.
- Demografischer Wandel und seine Relevanz für das Marktgeschehen
- Methoden der Marktsegmentierung für die Generation 50plus
- Anforderungen an die Produktgestaltung und Kommunikation im Seniorenmarketing
- Analyse erfolgreicher Fallbeispiele aus der Praxis
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Biologische Veränderungen im Alter
Neben den bereits geschilderten Besonderheiten, haben ältere Menschen nicht zu unterschätzende Veränderungen in ihrer Funktionalität. Die wichtigsten Einschränkungen lassen sich wie folgt gliedern:
1. Einschränkungen in den sensorischen Fähigkeiten (Wahrnehmen):
Der Sehabstand vergrößert sich.
Die Trübung der Linse nimmt zu (Grauer Star).
Die Blendempfindlichkeit steigt.
Die Hörschwelle steigt.
Hohe Frequenzen werden nur mehr stark eingeschränkt wahrgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Zielsetzung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Wahrnehmung älterer Verbraucher und definiert die Zielsetzung, die Relevanz der 50plus-Generation als wachstumsstarken Zukunftsmarkt zu analysieren.
2 Demografische Entwicklung: Dieses Kapitel beschreibt den Anstieg der Lebenserwartung und den Rückgang der Geburtenhäufigkeit, die zu einer gravierenden Verschiebung in der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung führen.
3 Zielgruppe Senioren: Hier werden Definitionen sowie Segmentierungsansätze erarbeitet, wobei biologische, psychologische und psychografische Kriterien genutzt werden, um die Heterogenität der Zielgruppe zu verdeutlichen.
4 Folgerungen für das Seniorenmarketing: Dieses Kapitel leitet aus den theoretischen Erkenntnissen konkrete Maßnahmen für die Produkt- und Kommunikationspolitik ab, um die Zielgruppe authentisch und wertschätzend anzusprechen.
5 Fallbeispiele für gelungenes Seniorenmarketing: Anhand der Praxisbeispiele Vodafone D2, ADEG und Beiersdorf wird illustriert, wie Unternehmen erfolgreich auf die Bedürfnisse älterer Konsumenten eingehen können.
6 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Senioren als kompetente Konsumenten wahrzunehmen und betont, dass der demografische Wandel eine strategische Neuausrichtung des Marketings erfordert.
Schlüsselwörter
Seniorenmarketing, Demografischer Wandel, 50plus, Marktsegmentierung, Konsumverhalten, Kaufkraft, Produktpolitik, Kommunikationspolitik, Best Ager, Zielgruppenanalyse, Lebensstil, Marketingstrategien, Altersstruktur, Kundenbedürfnisse, Age-Explorer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die der demografische Wandel für Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit sich bringt, und untersucht Strategien für ein zielgruppengerechtes Marketing für Senioren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die demografische Entwicklung in Deutschland, die Segmentierung der Zielgruppe "50plus" sowie spezifische Anforderungen an die Produktpolitik und werbliche Ansprache.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen die wachsende und kaufkräftige Zielgruppe der Senioren erfolgreich bedienen können, ohne diese durch Klischees oder eine unangemessene Ansprache zu verprellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die durch eine Analyse von Marktstudien, Statistiken und Expertenwissen sowie die Auswertung von Fallbeispielen aus der Wirtschaft fundiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die demografische Analyse, die tiefgehende Beschreibung der Zielgruppe (Segmentierung) und die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für das Marketing, ergänzt durch Praxisbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Seniorenmarketing, Kaufkraft, demografischer Wandel, Marktsegmentierung, Lebensstil, Best Ager und zielgruppengerechte Ansprache.
Warum kritisieren Senioren oft die Werbung?
Viele Senioren empfinden Werbung als unpassend, wenn sie entweder falsch angesprochen werden, sich nicht in den Darstellungen wiederfinden oder das Gefühl haben, dass die Werbemacher die Bedürfnisse reifer Menschen nicht verstehen.
Was ist das Besondere an der Fallstudie Nivea Vital?
Nivea Vital gilt als Pionier, da das Unternehmen die Zielgruppe nicht über das Alter, sondern über den spezifischen Hautzustand ansprach und damit sehr erfolgreich die Bedürfnisse der 60plus-Generation traf.
Was unterscheidet den „Master Consumer“ vom „Simplifier“?
Der Master Consumer ist aktiv, gut gebildet und sucht Selbstverwirklichung, während der Simplifier eher zurückgezogen und häuslich orientiert ist und stärker mit altersbedingten Beschwerden zu kämpfen hat.
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- Wolfgang Stahl (Author), 2005, Seniorenmarketing: Herausforderung an Handels- und Dienstleistungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89373