Die vorliegende Seminararbeit befasst sich, auf Basis des von Ackermann, McEnally und Ravenscraft (Ackermann et al.) verfassten Artikels „The Performance of Hedge Funds: Risk, Return, and Incentives“, mit der Analyse der Performance von Hedge Funds. Im Rahmen dieses Artikels werden Untersuchungen der Performance-Komponenten, Rendite und Risiko, mit Hilfe statistischer Verfahren beschrieben und deren Ergebnisse dargestellt. Ziel dieser Untersuchungen war es zum einen zu erforschen, ob Hedge Funds in der Lage sind den Markt bzw. vergleichbare Anlageformen konstant zu übertreffen. Hierfür wurden Performance-Vergleiche zwischen Hedge Funds und repräsentativen Marktindices bzw. Mutual Funds vorgenommen. Zum anderen sollte der Einfluss bestimmter Hedge Funds Eigenschaften auf die Performance erforscht werden. Diese Zusammenhänge wurden mittels einer multiplen Regression analysiert. Der Artikel von Ackermann et al. geht neben der Vorgehensweise und den Resultate der Untersuchungen auch auf möglicherweise auftretende Probleme und systematische Messfehler der Analyse von Hedge Funds Daten ein.
In der vorliegenden Seminararbeit sollen die wichtigsten Gesichtspunkte des Artikels wiedergeben werden. Es wird daher in Kapitel 2 zunächst ein kurzer Überblick über die Anlageform Hedge Funds gegeben, bevor in Kapitel 3 auf die statistischen Untersuchungen von Ackermann et al. näher eingegangen wird. In Kapitel 4 sollen dann die Resultate der Untersuchungen vorgestellt und kurz mögliche Interpretationen dargestellt werden. Anschließend werden in Kapitel 5 die systematischen Messfehler, welche bei der Analyse von Hedge Funds Daten auftreten können, erläutert und deren mögliche Einflussnahme auf die Untersuchungen analysiert. Abschließend liefert Kapitel 6 eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der vorliegenden Seminararbeit. In diesem Kapitel soll eine kurze Beschreibung von Hedge Funds sowie eine Einordnung in einen Agency-theoretischen Kontext erfolgen. Im Allgemeinen versteht man unter einem Funds das von Investoren bereitgestellte Kapital, welches von einem Fundsmanager im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und der ihm zur Verfügungen stehenden Möglichkeiten zum Zwecke der Vermögensmehrung angelegt wird.
Den Namen „hedge“ Funds verdankt diese alternative Anlageform der Grundidee des Absicherns von Wertpapiergeschäften, welche hinter der Auflegung des ersten Hedge Funds 1949 durch A.W. Jones steckte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hedge Funds
2.1 Definition Hedge Funds
2.2 Organisation, Regulierungen und Publizitätsbestimmungen
2.3 Agency-Theorie
2.3.1 Erfolgsabhängige Entlohnungssysteme (Incentive fee)
3 Statistische Untersuchungen
3.1 Vorgehensweise
3.2 Hedge Funds Datenbasis
3.2.1 Verwendung monatlicher Daten
3.2.2 Mindestlaufzeit, Betrachtungszeiträume und verschwundene Funds
3.3 Analysierte Eigenschaften
3.3.1 Verwaltungsgebühren und erfolgsabhängige Entlohnung
3.3.2 Domizil
3.3.3 Strategie
3.4 Messgrößen
3.4.1 Rendite und Risiko
3.4.2 Sharpe Ratio
4 Resultate der Untersuchungen und Interpretationen
4.1 Zusammenhang von Eigenschaften
4.2 Absolute Rendite und Risiko
4.3 Performance-Vergleich mit Marktindices
4.4 Performance-Vergleich mit Mutual Funds
4.5 Einfluss der Eigenschaften auf Risiko und risikoadjustierte Rendite
5 Systematische Messfehler
5.1 Survivor Bias
5.2 Liquidation Bias
5.3 Backfilling Bias
5.4 Multi-Period Sampling Bias
6 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert auf Basis des Artikels von Ackermann et al. die Performance von Hedgefonds, insbesondere im Hinblick auf Rendite, Risiko und den Einfluss von Anreizstrukturen sowie strukturellen Eigenschaften auf den Anlageerfolg. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob Hedgefonds den Markt oder vergleichbare Anlageformen konstant übertreffen können und welche Faktoren ihre risikoadjustierte Rendite beeinflussen.
- Analyse der Performance-Komponenten (Rendite und Risiko) von Hedgefonds.
- Untersuchung von Agency-Problemen und erfolgsabhängigen Entlohnungssystemen.
- Vergleich der Performance gegenüber Marktindizes und Mutual Funds.
- Identifikation systematischer Messfehler wie Survivor Bias und Backfilling Bias.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Verwendung monatlicher Daten
Ackermann et al. verwendeten bei ihrer Analyse von Hedge Funds monatliche Rendite-Daten, da diese eine Reihe von Vorteile gegenüber jährlichen Daten aufweisen. So lässt sich insbesondere die Standardabweichung als Maß für das Risiko durch eine höhere Anzahl an Beobachtungen genauer bestimmen. Jährliche Daten hingegen glätten eine hohe unterjähriger Varianz der Rendite, welche sich durch externe Markteffekte oder dynamische Hedge Funds Strategien ergeben kann, und stellen daher das Risiko nicht adäquat dar. Des Weiteren macht die Verwendung monatlicher Daten die Betrachtung von Funds möglich, welche Daten für weniger als ein Jahr veröffentlichten.
Die Verwendung monatlicher Daten weist jedoch auch einen wesentlichen Nachteil bei der Einbeziehung der erfolgsbezogener Entlohnungen (Incentive fee) auf, da diese sich typischerweise an vierteljährlichen oder jährlichen Renditen orientiert. Die hier relevante monatliche Nettorendite eines Funds kann demnach erst nach Ablauf der jeweiligen Incentive-Periode bestimmt werden. Es ist daher bei der Analyse monatlicher Daten darauf zu achten, dass die jeweilige Incentive-Periode bereits abgelaufen ist und eine ex-post Allokation der Incentive fee auf die monatlichen Renditen bereits vorgenommen wurde.
Es ist auch zu beachten, dass diese nachträgliche Allokation selbst einen Nachteil des Einsatzes monatlicher Daten darstellt, da die jeweils angewendete Verteilungsmethode einen Einfluss auf die Resultate einer Untersuchung haben kann. Da Hedge Funds jedoch verschiedene (teilweise unbekannte) Allokationsmethoden verwenden, kann weder die Richtung noch das Ausmaß der Beeinflussung der Ergebnisse einer Studie mit Sicherheit bestimmt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, auf Basis des Artikels von Ackermann et al. die Performance, Risikokomponenten und Einflussfaktoren von Hedgefonds wissenschaftlich zu untersuchen.
2 Hedge Funds: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über Hedgefonds, ihre organisatorischen Rahmenbedingungen und ordnet sie in den Agency-theoretischen Kontext ein.
3 Statistische Untersuchungen: Hier werden die methodische Vorgehensweise, die Datenbasis aus MAR- und HFR-Datenbanken sowie die untersuchten Eigenschaften und Performance-Messgrößen detailliert beschrieben.
4 Resultate der Untersuchungen und Interpretationen: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse zum Performance-Vergleich mit Marktindizes und Mutual Funds sowie die Regressionsanalysen der Einflussfaktoren.
5 Systematische Messfehler: Das Kapitel analysiert potenzielle Verzerrungen der Analyse durch Phänomene wie den Survivor Bias, Liquidation Bias, Backfilling Bias und Multi-Period Sampling Bias.
6 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die verdeutlicht, dass Hedgefonds zwar flexibel sind, den Markt jedoch nicht konstant übertreffen und ihre Performance von verschiedenen strukturellen Faktoren abhängt.
Schlüsselwörter
Hedgefonds, Performance, Risiko, Rendite, Agency-Theorie, Incentive Fee, Sharpe Ratio, Marktindizes, Mutual Funds, Survivor Bias, Backfilling Bias, Multiple Regression, Anlageberatung, Finanzintermediäre, Regulierungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht die Performance von Hedgefonds auf Basis der wissenschaftlichen Analyse von Ackermann, McEnally und Ravenscraft, wobei Risiko, Rendite und Anreizstrukturen im Fokus stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Performance-Vergleich von Hedgefonds mit traditionellen Marktindizes und Investmentfonds (Mutual Funds) sowie der Identifikation von Einflussfaktoren auf die risikoadjustierte Rendite.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird erforscht, ob Hedgefonds den Markt dauerhaft übertreffen können und wie organisatorische Merkmale, wie das Domizil oder Anreizsysteme, das Risiko und den Ertrag beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt statistische Methoden zur Analyse von Rendite- und Risikodaten sowie multiple Regressionsanalysen, um Zusammenhänge zwischen Hedgefonds-Eigenschaften und deren Performance zu ermitteln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Datenbasis, die theoretische Einordnung (Agency-Theorie), die empirischen Untersuchungsergebnisse und die kritische Analyse systematischer Messfehler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hedgefonds, Performance, Sharpe Ratio, Agency-Theorie, Incentive Fee, Survivor Bias und Regressionsanalyse.
Warum ist das Domizil eines Hedgefonds für die Analyse relevant?
Die Arbeit zeigt, dass US-amerikanische Hedgefonds im Gegensatz zu Offshore-Fonds oft ein geringeres systematisches Risiko aufweisen, was auf unterschiedliche regulatorische Anforderungen und Haftungsstrukturen zurückgeführt wird.
Beeinflussen systematische Messfehler die Ergebnisse der Studie signifikant?
Die Analyse zeigt, dass zwar Verzerrungen wie der Survivor Bias vorhanden sind, diese jedoch durch gegenläufige Effekte (wie den Self-Selection Bias) innerhalb der untersuchten Stichprobe weitgehend neutralisiert werden.
- Quote paper
- Patrick Vogel (Author), 2007, The Performance of Hedge Funds: Risk, Return, and Incentives, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89587